[...] Das Ziel dieser Arbeit ist es, zu diesen Fragen Antworten zu finden. In Form einer Metastudie
werden dafür die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen zusammengeführt.
Im Einzelnen werden die Arbeiten von Jackson, Hambrick et al. und Jehn et al. ausgewertet,
die mit den gewählten Ansätzen sinnvoll untersucht werden können. Jackson
fokussiert die Auswirkungen von Aufgabenstellung und Diversität auf die Führung von
Gruppen, Hambrick et al. stellen auf die Implikationen multinationaler Gruppenzusammensetzung
ab und Jehn et al. betrachten in einer Feldstudie die unterschiedlichen Arten,
auf die Aufgabenstellung und Diversität das Ergebnis von Gruppenarbeit beeinflusst.
In einem ersten Schritt werden dabei theoretischen Grundlagen vorgestellt, anhand derer
erörtert wird, in welcher Form und in welchem Umfang organisatorische Gebilde und
ihr jeweiliger Zweck als gestaltbar betrachtet werden können. Danach soll ein geeignetes
Konzept hergeleitet werden, mit dem die Diversität interkultureller Gruppen kategorisiert
werden kann. Im 4. Kapitel wird diskutiert, wie sich die ausgewählten Studien dem Aspekt der Aufgabenstellung genähert haben und wie diese Ansätze vereinheitlichend
kategorisiert werden können. Darauf aufbauend können im 5. Kapitel die Ergebnisse
der verschiedenen Studien mit dem erarbeiteten Instrumentarium ausgewertet
werden. Dies geschieht unter Verwendung einer Ergebnismatrix, die die Resultate strukturiert
und den kontingenztheoretischen Zusammenhang verdeutlicht. Die nachfolgende
Abbildung zeigt die Schritte, die das Grundgerüst dieser Arbeit darstellen. Im Anschluss
an die kritische Würdigung der erarbeiteten Resultate wird dann im letzten Kapitel ein
Ausblick gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen – der situative Kontigenzansatz
2.1 Einflussgrößen der Kontingenztheorie
2.2 Transfer der Einflussgrößen der Kontingenztheorie auf diese Arbeit
3 Unterscheidung von Arten der Diversität
3.1 Nationale Diversität nach Hofstede
3.1.1 Machtdistanz
3.1.2 Kollektivismus / Individualismus
3.1.3 Maskulinität / Femininität
3.1.4 Unsicherheitsvermeidung
3.1.5 Kritische Würdigung
3.2 Das Diversitätskonzept für diese Arbeit
4 Aufgaben in Unternehmen – Einordnung, Funktion und Klassifikation
4.1 Einführung
4.2 Die Moderatorfunktion der Aufgabe
4.3 Klassifikation der Technologie und Aufgabe
4.3.1 Technologie
4.3.2 Aufgabe
4.4 Vorstellung und Vereinheitlichung der Aufgabentypologien
4.4.1 Aufgabentypologie nach Jackson
4.4.2 Aufgabentypologie nach Hambrick
4.4.3 Aufgabentypologie nach Jehn
4.5 Zusammenfassung und Kritik
5 Zusammenhang zwischen Aufgabendimensionen und Diversität
5.1 Aufgabenschwierigkeit
5.2 Aufgabenvariabilität
5.3 Aufgabeninterdependenz
5.4 Aufgabenkomplexität
5.5 Aufgabenneuigkeit
5.6 Aufgabenstrukturiertheit
5.7 Kritische Würdigung
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenfelder
Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, wie sich die Aufgabenstellung in interkulturellen Gruppen optimieren lässt, um das Gruppenergebnis positiv zu beeinflussen. Basierend auf einer Metastudie verschiedener theoretischer Ansätze und Studien wird ein Rahmen erarbeitet, der den Zusammenhang zwischen Aufgabendimensionen und Diversitätsarten verdeutlicht.
- Analyse des Einflusses der Aufgabenstellung auf das Ergebnis interkultureller Gruppenarbeit.
- Integration verschiedener Diversitätskonzepte in einen übergreifenden analytischen Rahmen.
- Kategorisierung von Aufgabentypologien zur Identifikation von Gestaltungshebeln.
- Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Aufgabendimensionen (z.B. Komplexität, Interdependenz) und Diversitätsmerkmalen (personal vs. professionell).
Auszug aus dem Buch
Die Moderatorfunktion der Aufgabe
Innerhalb der verschiedenen Einflussgrößen auf das Gruppenergebnis (wie Gruppenprozess, Gruppenzusammensetzung etc.) kommt der Aufgabe nach anerkanntem Verständnis eine moderierende Funktion zu, d.h. sie verstärkt andere Kräfte, wie z.B. Konflikte, oder schwächt diese ab und soll erklären, unter welchen spezifischen Bedingungen ein bestimmter Effekt zu erwarten ist. Die Aufgabe ist damit eine Drittvariable, die die Stärke der Wirkbeziehung zwischen zwei Variablen (hier z.B. zwischen Gruppenzusammensetzung und Ergebnis) beeinflusst, ohne - im Idealfall - selbst mit der unabhängigen Variable oder dem Kriterium zu korrelieren. Daher kann die Moderatorfunktion auch nur im Rahmen theoretischer Vorstellungen über Wirkungszusammenhänge postuliert und begründet werden, da es in der Praxis schwierig sein wird, zu einem konkreten Einfluss, die exakten Konsequenzen zu identifizieren.
Die folgenden Ansätze zum Umgang mit der Aufgabe als Moderator sollen einen Überblick geben, wie verschiedene Autoren die Aufgabe in ihre Modelle einordnen:
Jehn et al. identifizieren in ihrem Modell strukturelle Aspekte der Aufgabe, wie Aufgabenkomplexität und Aufgabeninterdependenz, als Faktoren, die die Auswirkungen der Diversität beeinflussen. Ein anderer Ansatz, der von Gladstein entwickelt wurde, lässt der Gruppenaufgabe zwar eine moderierende Wirkung zukommen, allerdings wird die Aufgabe hier mit Aufgabenkomplexität, Umweltunsicherheit und Interdependenz operationalisiert. „The relationship between group process and effectiveness is not constant, but is thought to vary with the nature of the task to be performed“.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz interkultureller Gruppenarbeit ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Aufgabenstellung als kritischen Einflussfaktor auf das Gruppenergebnis zu untersuchen.
2 Theoretische Grundlagen – der situative Kontigenzansatz: Das Kapitel stellt den situativen Kontingenzansatz vor, um ein Instrumentarium zur Analyse externer Einflussfaktoren auf interkulturelle Gruppen zu etablieren.
3 Unterscheidung von Arten der Diversität: Hier wird der Diversitätsbegriff nach Hofstede diskutiert und in ein für diese Arbeit adaptiertes Konzept überführt, das nationale und professionelle Attribute integriert.
4 Aufgaben in Unternehmen – Einordnung, Funktion und Klassifikation: Dieses Kapitel klassifiziert Aufgaben und deren Merkmale, um eine Grundlage für die Analyse der moderierenden Wirkung auf Gruppenprozesse zu schaffen.
5 Zusammenhang zwischen Aufgabendimensionen und Diversität: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, in dem die ausgewählten Studien zur Aufgabenstellung und Diversität anhand einer Ergebnismatrix detailliert ausgewertet werden.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Aufgabenstellungen flexibel an die Diversität der Gruppen anzupassen, sowie den Bedarf an weiterer Forschung.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Gruppenarbeit, Aufgabenstellung, Gruppenergebnis, Diversität, Kontingenzansatz, Aufgabenschwierigkeit, Aufgabeninterdependenz, Aufgabenkomplexität, Aufgabenvariabilität, Aufgabenneuigkeit, Aufgabenstrukturiertheit, Personale Attribute, Professionelle Attribute, Metastudie, Organisationsstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Aufgabenstellung auf das Gruppenergebnis in interkulturellen Teams und wie diese gezielt gestaltet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen der situative Kontingenzansatz, die Kategorisierung von Aufgabenmerkmalen sowie die Differenzierung zwischen personalen und professionellen Diversitätsattributen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie durch die Gestaltung von Aufgaben ein "Fit" erreicht werden kann, der die Zusammenarbeit in diversen Gruppen optimiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Metastudie, in der Ergebnisse existierender Untersuchungen von Autoren wie Jackson, Hambrick et al. und Jehn et al. ausgewertet und synthetisiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Zusammenhang zwischen verschiedenen Aufgabendimensionen (wie Komplexität und Interdependenz) und Diversitätsmerkmalen mittels einer entwickelten Ergebnismatrix.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Interkulturelle Gruppenarbeit, Aufgabengestaltung, Diversitätsmanagement und situativer Kontingenzansatz.
Warum ist die Unterscheidung zwischen personalen und professionellen Attributen wichtig?
Die Unterscheidung ist entscheidend, da professionelle Attribute (wie Ausbildung) bei komplexen Aufgaben oft förderlich sind, während personale Heterogenität bei einfachen Routineaufgaben zu Prozessverlusten führen kann.
Inwiefern beeinflusst die "Aufgabeninterdependenz" das Gruppenergebnis?
Hohe Interdependenz erfordert eine enge Koordination; während dies bei homogenen Gruppen reibungsloser abläuft, können heterogene Gruppen bei komplexen Aufgaben von der Vielfalt profitieren, sofern die Prozessverluste durch die Aufgabe moderiert werden.
- Arbeit zitieren
- Irina Lauke (Autor:in), Moritz Weizmann (Autor:in), 2003, Der Einfluss der Aufgabe auf das Gruppenergebnis bei interkultureller Gruppenarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25594