Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeine Angaben 3
2. Lernvoraussetzungen 4
3. Vorkenntnisse der Schüler zum Thema Verfahren 4-5
und Umweltbezug
4. Kunstbezug 5-7
5. Lehrplanbezug
5.2 Der Bildungs- und Erziehungsauftrag des Faches 7
Bildende Kunst
5.2 Das Thema im Bildungsplan 8-9
6. Ziele der Unterrichtseinheit 9-10
7. Sachanalyse zum Unterrichtsverlauf 10-11
8. Sachanalyse des Bildthemas 11-12
9. Sachanalyse Fallenbild 12-13
10. Unterrichtsverlauf unter meth und didakt 13-24
Gesichtspunkten
11. Unterrichtsskizze 24-28
12. Wahl der Sozialformen 29
13. Medieneinsatz 29
14. Realisationsmittel 30
15. Dokumentation eigener Studien zum Unterricht 30
16. Literaturverzeichnis 31
17. Anlagen Arbeitsblätter 32-34
2
1. Allgemeine Angaben
Student: Rainer Leyk
Unterrichtstitel: Der abgegessene Tisch
Verfahren: Montage / Assemblage
Stundenkonzeption: 4-6 Wochenstunden
Art der Arbeit: Fachdidaktische Seminarsarbeit
3
2. Lernvoraussetzungen
Lernvoraussetzungen innerhalb einer Klasse sind immer sehr spezifisch. Da es sich hierbei nur um einen Unterrichtsentwurf handelt und daher keine real exsistierende Klasse vorhanden ist, werden an dieser Stelle einige Kriterienpunkte allgemein aufgeführt.
Jeder Unterricht ist auf die anthropogenen und soziokulturellen Voraussetzungen der Schüler zu bedenken.
• Sozialstruktur der Klasse
• Beherrschen von Lerntechniken
• Beherrschen bestimmter Verfahren
• Vertrautheit der Klasse mit verschiedenen Sozialformen
• Einstellungen und Interessen
• Vorkenntnisse und Vorerfahrung der Schüler
3. Vorkenntnisse der Schüler zum Thema / Verfahren und
Umweltbezug.
Der Unterricht wurde für eine Klasse ab der 8 Stufe konzipiert. Daher dürfte das Prinzip der Collage bereits bekannt sein, vor allem auch, da sich auch andere Fächer dieser Darstellungsform bedienen. Der Schritt von der Collage zur Assemblage / Montage und daraufhin zum Fallenbild dürfte daher für die Schüler nachvollziehbar sein. Allerdings dürften noch mal allgemein die Begrifflichkeiten geklärt und erweitert werden. Abfallmaterialien finden s ich in unserer Konsumgesellschaft überall. Sie gehören zu unserem täglichen Leben, wir begegnen ihnen überall und doch nehmen wir sie nicht mehr bewusst war. Der tägliche Umgang beschränkt sich auf den Gang zum Mülleimer. Dabei wuchs in den letzten Jahren der Pro-Kopf-Verbrauch erheblich. Der Einzelne hingegen wird durch die Verwendung von zahlreichen Recycling - und Pfandsystemen in der Sicherheit gewogen etwas für die Umwelt zu tun. Gerade mit der direkten Konfrontation mit Abfallmaterialien können die Schüler angeregt werden über das eigene Konsum - und Freizeitverhalten nachzudenken, deshalb wird durchaus ein direkter Umweltbezug hergestellt. Vorrangig erhalten die
4
Schüler einen wichtigen exemplarischen Einblick in Konzeption, Intention und künstlerischen Prozess eines Künstlers des Nouveau Réalisme.
4. Kunstbezug
Daniel Spoerri wurde als Daniel Isaak Feinstein am 27. März 1930 in Galati in Rumänien geboren. Er zog nach Paris und traf dort die Künstler Jean Tinguely, Arman, Dufrene und Klein. Sein Interesse für die bildende Kunst wird durch die Zusammenarbeit mit Tinguely geweckt. Anschließend entwickelt Spoerri eine eigenständige Objektkunst. Mit seinen Freunden begründet Spoerri den Nouveau Réalisme in Paris und wird einer ihrer Hauptvertreter. Sie wollen sich einerseits von der in Paris dominierenden informellen Malerei absetzen und andererseits von der in Amerika aufkommenden Popart abgrenzen.
Der Gedanke, die Überbleibsel einer Mahlzeit zu fixieren und als absurde Reliquie mitsamt der Tischplatte aufzuhängen, kam Daniel Spoerri erstmals 1960, diese bildeten die ersten Fallenbilder, welche bis heute sein Markenzeichen sind. Es geht um die Fixierung des Zufälligen. Da werden zum Beispiel die Reste eines Abendmahls ( leere Gläser, Teller, Weinflaschen und Speisereste ) mit Klebstoff auf einer Tischplatte befestigt. Die Platte wird um 90 Grad gekippt und fertig ist das Kunstwerk. In diesen Artefakten stellt Spoerri dem Augenblick sozusagen eine Falle. Wie in einer >>Falle<< soll ein Stück Alltagswirklichkeit eingefangen werden. Er fixiert und konserviert zufällig vorgefundene Anordnungen von Gegenständen des Alltags als Kunstwerke. Dabei steht nicht das Essen im Vordergrund, sondern die Abwesenheit von Essen. Die Reste und Spuren, denn eigentlich sind die fi xierten und an die Wand montierten Tischplatten leer. Sie markieren etwas bereits Vergangenes. Entsprechend der klassischen Vorstellung vom >>Festhalten des Augenblicks<< ist es hier der >>Augenblick danach<<, der in den Mittelpunkt des ästhetischen Geschehens rückt. Man sieht dreckige Teller, Gläser mit Getränkeresten, zerknüllte Servietten. Das Essensgelage ist vorbei, die Gäste sind gegangen. Dadurch sind diese Tisch-Bilder mindestens doppelte, wenn nicht dreifache Werke. Das (vergangene) Essen gehört dazu, genauso wie das Kochen. Der Autodidakt Spoerri entwickelte sich als Objektkünstler zum virtuosen Resteverwerter der Wegwerfgesellschaft.
5
Spoerris Fallenbilder gehören zu den Klassikern der Kunstgeschichte, doch seine >>Eat-art<< umfasst weit mehr. Später betrieb Spoerri in der Altstadt von Düsseldorf das Restaurant Spoerri und die Eat-Art-Gallery. Des weiteren organisierte er thematische Bankette, in welchen es Spoerri um soziale Interventionen ging.
„Ich hab zum Beispiel einmal ein Gefängnis-Essen gemacht. An einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Stunde bekamen die Leute exakt das, was in einem Gefängnis dieser Stadt - also die essen um 6 Uhr und um 8 Uhr - war bei uns exakt dasselbe. Und wir haben auch getrennt - Frauen und Männer. Wir haben das Licht gedämpft. Es gab also nur oben eine 15-Watt-Birne. Und die Frauen saßen hier und die Männer da und bekamen exakt dasselbe. Und das war ein sehr ernsthafter Abend. Es entstand eine sehr ernsthafte Diskussion.“ 1
Blumen und Früchte, Käse und Krustentiere, Schinken, Gebäck und Wein arrangierten niederländische Maler im 17. Jahrhundert aufs Appetitlichste zu lebensechten, opulenten Stillleben. Heutzutage allerdings sichern virtuos gemalte Viktualien keinen Platz mehr in der Kunstgeschichte. Unsere an immer raffiniertere Reklame gewöhnten Augen verlangen schärfere Reize und zuweilen durchaus auch Anti-Ästhetisches.
Das Sujet des Essens oder Kochens spielt bei Spoerri eine ganz besondere Rolle:
„Das ist eine reine Kulturleistung - das Kochen. Lange vor dem Kunst-Machen und Bücher-Schreiben und Gedichte-Schreiben ist zuerst das Kochen die erste Kulturleistung des Menschen überhaupt in seiner Entwicklung.“ 2
Aus diesem Blick ist Kulinarisches nicht so peripher oder banal wie es zunächst scheinen mag. Als Motiv und als Material wird es zum Zugangsweg zur Wirklichkeit. Spoerri sichert damit Spuren. Selbst an unscheinbaren Gebrauchsgegenständen hängt Geschichte. Bei Spuren handelt es sich um unscheinbare Gegenstände des Alltags, die in ihrer Zusammenstellung ein Bild vom Leben ergeben. Wichtigstes
1 Kaindlstorfer, Günter : Kochen als Kunstform, Daniel-Spoerri -Retrospektive in Wien, http://www.dradio.de/cgi-bin/es/neu- fazit/1544.html.
2 Kaindlstorfer, Günter : Kochen als Kunstform, Daniel-Spoerri-Retrospektive in Wien, http://www.dradio.de/cgi-bin/es/neu- fazit/1544.html.
6
künstlerisches Ausdrucksmittel sind die Aufbereitung und Präsentation des gesammelten Materials. Ziel ist die Schärfung der Sinne für die Zusammenhänge von Leben, Zusammenleben und Zeit.
5. Lehrplanbezug
5.1 Der Bildungs- und Erziehungsauftrag des Faches
Bildende Kunst.
„Das Fach Bildende Kunst hat die Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler zu eigenständigem Arbeiten anzuregen und die dazu notwendigen Fertigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln. Aus der praktischen Arbeit heraus und in enger Verbindung mit ihr ist die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler zur Betrachtung eigener und fremder Arbeiten zu entwickeln, ebenso die Fähigkeit, diese Arbeiten zu beurteilen. Hiermit wird auch das sprachliche Ausdrucksvermögen gefördert. Anhand praktischer Arbeitsaufgaben sollen die Schülerinnen und Schüler die eigenen Fähigkeiten erfahren, Lösungswege für die gestellten Aufgaben kennen lernen, selbst finden und die Aufgaben zum Abschluss bringen. Dabei verdienen eigenständige Lösungswege besondere Beachtung.“ 3 „Diese Arbeitsformen tragen dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler zunehmend verantwortlich, selbstständig oder kooperativ und dabei selbstbewusst ihre Werke herstellen, beurteilen und vertreten sowie die Werke anderer anerkennen können.“ 4 „Außerdem leistet das Fach durch den Erwerb von gestalterischen Kriterien einen Beitraf zur Medienerziehung sowie zur Bedeutung der Werbung im Bereich der Wirtschaft. Seine besondere Funktion, unterschiedliche Wirklichkeitsvorstellungen zu visualisieren, wird auch im fächerverbindenden Unterricht wirksam 5 .“
Ministerium für Kultus und Sport Baden-Württemberg (Hrsg.) (1994): Bildungsplan für die
3
Realschule, Villingen-Schwenningen, Neckar-Verlag, 1994, S. 29.
4 ebd., S. 30.
5 Ebd., S. 30.
7
Quote paper:
Rainer Leyk, 2002, Daniel Spoerri (Fallenbild) - Unterrichtsentwurf, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Die Kunst des 19. Jahrhunderts als Weg in die Moderne
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
Arbeitsblätter und Differenzierung am Beispiel der Wortfeldarbeit
Presentation (Handout), 13 Pages
Die konstruktivistische Erkenntnistheorie
Pedagogy - Science, Theory, Anthropology
Scholary Paper (Seminar), 17 Pages
Lyonel Feininger als Zeichner - die Karikaturen und Comics - mit einig...
Art - Graphics / Illustration / Print
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 24 Pages
Über Maurice Sandaks "Wo die wilden Kerle wohnen"
German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Termpaper, 22 Pages
Kinder entwickeln Theaterspiele im fächerübergreifenden Unterricht von...
Examination Thesis, 113 Pages
Leonhard Frank: Die Kriegskrüppel & Otto Dix` Kriegskrüppelbilder
German Studies - Modern German Literature
Termpaper, 18 Pages
Wolfgang Koeppen 'Das Treibhaus' und Heinrich Böll 'Frauen...
German Studies - Modern German Literature
Termpaper, 29 Pages
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 28 Pages
Warum nicht mal auf Platt? Versuch eines handlungs- und produktionsori...
German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Examination Thesis, 62 Pages
Die Prostitution - als ein Element der neuen Metropolen - und ihre Dar...
Scholary Paper (Seminar), 18 Pages
German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 17 Pages
Die Namen des Oktavian/Augustus
History - World History - Early and Ancient History
Scholary Paper (Seminar), 14 Pages
Rainer Leyk has published the text Daniel Spoerri (Fallenbild) - Unterrichtsentwurf
Rainer Leyk has uploaded a new text
So That All Shall Know/Para Que Todos Lo Sepan: Photographs by Daniel ...
Oscar Ivan Maldonado, Daniel Hernandez-Salazar
0 comments