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Schriftsteller in der DDR

Titel: Schriftsteller in der DDR

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2002 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Stefanie Theil (Autor:in)

Buchwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit über Schriftsteller in der DDR beschäftigt sich damit, welche Art
von Literatur in den einzelnen Phasen der Kulturpolitik des DDR-Regimes entstand und welchen
Stellenwert Schriftsteller sowie Literatur im Allgemeinen und im Speziellen in der Deutschen
Demokratischen Republik einnahmen. Dabei soll sie keine einzelnen Biographien leisten,
lediglich die Schriftstellerin Christa Wolf findet als eine der bekanntesten DDR- Literaten
umfassendere Beachtung.
Einen der Schwerpunkte bildet die Darstellung der Literatur als System, das auf allen Ebenen
vergesellschaftet und institutionalisiert war. Ausgehend von diesem System soll aufgezeigt
werden, wie DDR-Autoren mit der Zensur umgingen, sie überlisteten oder (und) unter ihrer
Tragweite zu leiden hatten.
Im zweiten Teil der Arbeit finden drei Phasen Berücksichtigung, in die man den
Literaturschaffungsprozess in der DDR einteilen kann: Die Phase des sozialistischen Aufbaus
von 1949 bis 1961, die Phase zwischen dem Bau der Mauer in Berlin im Jahr 1961 bis zum
Amtsantritt Erich Honeckers 1971, sowie eine letzte Phase, in der Literatur als Zivilisationskritik
entstand und die bis zum Fall der Mauer reicht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle der Schriftsteller in der DDR

2.1. Die Rolle der Literatur

2.2. Der Status der Schriftsteller

2.3. Der Schriftstellerverband und andere Institutionen

3. Die Institutionalisierung der Literatur

3.1. Schriftsteller im Kampf gegen die Zensur

4. Literatur des sozialistischen Aufbaus (1949-61)

5. Unterwegs zum Widerspruch gegen Entmündigung und instrumentelle Vernunft (1961 bis 71)

5.1. Die Schriftstellerin Christa Wolf

6. Literatur als Zivilisationskritik (1971-89)

7. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Stellenwert von Literatur und Schriftstellern in der Deutschen Demokratischen Republik und analysiert, wie das literarische System durch kulturpolitische Vorgaben und Zensur institutionalisiert und gelenkt wurde. Ziel ist es, die Entwicklung der Literatur über drei zentrale Phasen hinweg nachzuzeichnen, ohne dabei in die biographische Einzelbetrachtung abzugleiten.

  • Das System der institutionalisierten Literatur und Zensur in der DDR.
  • Methoden der Autoren im Umgang mit staatlicher Repression und Selbstzensur.
  • Die Entwicklung der Literatur vom sozialistischen Aufbau bis zur Zivilisationskritik.
  • Die Rolle und Transformation der Schriftstellerrolle zwischen systemkonformem Handeln und Dissidenz.

Auszug aus dem Buch

3.1. Schriftsteller im Kampf gegen die Zensur

Das Existieren der Zensur bewirkte bei DDR-Autoren den inneren Konflikt, einerseits der Literatur als Kunstform treu zu bleiben, was auch bedeutete, seine Gedanken frei äußern zu dürfen, andererseits mitwirken zu wollen, an der politischen Gestaltung ihres Staates. Es zeigte sich schnell, dass sich beide Gedanken in keinster Weise vereinbaren ließen. Dennoch ließen sich die meisten nicht aus dem Land ekeln, weil sie Angst hatten, ihr Widerstandspotential könnte durch ihr Weggehen geschwächt werden. Ihnen blieb nichts anderes übrig als ja zu sagen, zu den Verstümmlungen des eigenen Textes. „Auch wessen Körper nicht mit Magenbeschwerden und Nervenzusammenbrüchen reagierte, hatte Mühe damit, die Belastung zu verdrängen.“

Diejenigen, die im Land blieben, überkam die Angst, sobald es daran ging, ihr Werk den zuständigen Institutionen zur Überprüfung zukommen zu lassen. Erwin Strittmatter verglich die Prozedur mit seinen Erfahrungen in der Schule. Er komme sich vor „wie ein Grundschüler, dessen Aufsatzheft eingesandt wurde und der nun wartet, was der Lehrer alles streichen werde.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem Stellenwert der Literatur in der DDR-Kulturpolitik und skizziert die methodische Einteilung der Untersuchung in drei historische Phasen.

2. Die Rolle der Schriftsteller in der DDR: Dieses Kapitel beleuchtet den hohen gesellschaftlichen Status von Autoren sowie deren Einbindung in staatliche Institutionen wie den Schriftstellerverband.

3. Die Institutionalisierung der Literatur: Hier wird das System der Literaturüberwachung analysiert, einschließlich der restriktiven Druckgenehmigungsverfahren und der psychischen Belastung für die Autoren.

4. Literatur des sozialistischen Aufbaus (1949-61): Das Kapitel behandelt die Erzieherrolle der Schriftsteller und die Auswirkungen der Bitterfelder Konferenz auf die literarische Produktion.

5. Unterwegs zum Widerspruch gegen Entmündigung und instrumentelle Vernunft (1961 bis 71): Fokus auf die wachsende Spannung zwischen politischer Norm und subjektivem Schreiben, inklusive einer Betrachtung von Christa Wolf.

6. Literatur als Zivilisationskritik (1971-89): Untersuchung der Loslösung der Literatur von der bloßen Bejahung des Sozialismus hin zur Zivilisationskritik und der Reaktion auf die Ausbürgerung Wolf Biermanns.

7. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert das schwierige Wirken der Autoren im DDR-System und stellt die Frage nach der literarischen Qualität unter den gegebenen Einschränkungen.

Schlüsselwörter

DDR, Literatur, Schriftsteller, Kulturpolitik, Zensur, Sozialistischer Realismus, Bitterfelder Weg, Christa Wolf, Druckgenehmigungsverfahren, Selbstzensur, Systemkritik, SED, Institutionen, Literaturgeschichte, Dissidenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedingungen für Schriftsteller und Literatur in der DDR in verschiedenen Phasen der Kulturpolitik zwischen 1949 und 1989.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Institutionalisierung der Literatur, der Zensurpraxis und den Strategien der Autoren, mit den staatlichen Vorgaben umzugehen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Stellenwert von Literatur aufzuzeigen und die Transformation der Autorenrolle von der Erzieherfigur bis hin zum Zivilisationskritiker darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die das literarische System der DDR anhand historischer Phasen und zeithistorischer Einordnung untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Systematik der staatlichen Literaturlenkung, den Einfluss auf die Schreibpraxis und die Entwicklung der Literatur von Aufbauromanen hin zu kritischen Reflexionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentral sind Begriffe wie Zensur, Sozialistischer Realismus, Schriftstellerverband, DDR-Regime, Literaturpolitik und individuelle Selbstbehauptung der Autoren.

Wie gingen DDR-Autoren konkret mit dem Zensurdruck um?

Autoren nutzten verschiedene Tricks, wie das Verlagern von Handlungen in die Vergangenheit (historische Maskierung), das Einbauen von Ablenkungsmanövern oder die „produktive Selbsttäuschung“.

Welche Bedeutung hatte die Ausbürgerung von Wolf Biermann für die Literaturszene?

Dieser Vorfall markierte einen Wendepunkt, der zu Pressionen und Ausschlüssen führte, aber auch das Ende des "kulturpolitischen Dienstverhältnisses" im Sinne einer unkritischen Zusammenarbeit einleitete.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Schriftsteller in der DDR
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Leseland DDR
Note
1,3
Autor
Stefanie Theil (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
20
Katalognummer
V25984
ISBN (eBook)
9783638284585
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schriftsteller Leseland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefanie Theil (Autor:in), 2002, Schriftsteller in der DDR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25984
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Leseprobe aus  20  Seiten
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