1 Einleitung. 4
2 Definition 5
2.1 Misshandlung. 5
2.2 Ablehnung und Vernachlässigung 6
3 Die Studie von George und Main zu sozialen Interaktionen und
Empathiefähigkeit misshandelter Kinder. 6
3.1 Fragestellungen und Hypothesen. 7
3.2 Methodisches Vorgehen 7
3.2.1 Die Beobachtung und Beurteilung der Verhaltensweisen. 9
3.2.1.1 Klassifikation der beobachteten Verhaltensweisen bezüglich
empathischer Fähigkeiten. 10
3.2.1.2 Verständnis der beobachteten Verhaltensweisen bezüglich sozialer
Interaktionen. 11
4 Ergebnisse. 12
4.1 Die Ergebnisse zum empathischen Verhalten der Kinder 12
4.2 Die Ergebnisse zu den sozialen Interaktionen der Kinder 13
4.2.1 Annäherung. 13
4.2.2 Vermeidendes Verhalten 14
4.2.3 Aggressives Verhalten. 15
5 Diskussion. 15
6 Schlussbetrachtung 18
Literatur 19
3
1 Einleitung
Wenn Kindesmisshandlung und Vernachlässigung als soziales und
zwischenmenschliches Problem entstehen, hat dies dann Folgen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen - möglicherweise die psychische und physische Gesundheit betreffend? Oder beeinflussen solche Erfahrungen gar das Verhalten und die Fähigkeit junger Menschen, sich in andere hineinzufühlen und generell die Gestaltung sozialer Interaktionen der Heranwachsenden?
C. Howes und R. Eldredge vermuten, dass die Beziehungen gleichaltriger Kleinkinder auch für die spätere Entwicklung sozialer Kompetenzen von großer Bedeutung sind. (vgl.: Eldredge, R.; Howes, C. 1985 S. 261)
Doch wie sehen diese Beziehungen im Kleinkindalter aus? Gibt es erkennbare Unterschiede bezüglich sozialer Interaktionen und der Fähigkeit, Empathie zu zeigen, zwischen misshandelten und nicht misshandelten Kindern schon im Kleinkindalter?
Auf der Grundlage einer Studie von Mary Main und Carol George aus dem Jahre 1977 wird es Inhalt der vorliegenden Arbeit sein, diese Fragen näher zu beleuchten, Antworten und Zusammenhänge zu finden.
Es wird interessieren, ob Kleinkinder in der Lage sind, empathisch zu handeln, ob es diesbezüglich Unterschiede gibt zwischen misshandelten und nicht misshandelten oder stark vernachlässigten Kindern und inwieweit die Heranwachsenden über Fähigkeiten zu sozialen zwischenmenschlichen Beziehungen insbesondere in der Gruppe Gleichaltriger verfügen.
Ich werde zunächst das methodische Vorgehen unter Einbeziehung der räumlichen und personellen Voraussetzungen sowie das Vorgehen bei der Erfassung und Beurteilung der Verhaltensweisen erläutern und anschließend jeweils gemäß den
4
schwerpunktmäßig gestellten Fragen nach sozialer Interaktion und empathischen Fähigkeiten die Ergebnisse darlegen.
Die Informationen basieren hierbei allein auf der Studie von M. Main und C. George und den zuzuordnenden Aufsätzen.
In einer anschließenden Diskussion werde ich die Ergebnisse unter Einbeziehung ähnlicher Forschungsergebnisse wie sie von R. Eldredge und C. Howes erfasst wurden, noch einmal zusammenhängend darstellen und diskutieren und dabei einige Fragen, die sich während der Auseinandersetzung mit den Aufsätzen stellten, noch einmal aufgreifen. Dabei wird interessieren, inwiefern das Verhalten der Kinder in verschiedenen Situationen in einem engen Zusammenhang mit dem Verhalten der Eltern und den im Elternhaus gemachten Erfahrungen steht.
Im Folgenden möchte ich kurz die Klärung der Begriffe der Misshandlung und Vernachlässigung voranstellen, um von einem gemeinsames Verständnis des in dieser Arbeit behandelten Problems der beobachteten Kinder ausgehen zu können.
2 Definition
Die zugrunde liegende Studie von Main und George befasst sich hauptsächlich mit dem Verhalten misshandelter. Einige der Kinder aus der Studie haben Vernachlässigung und Ablehnung erfahren.
2.1 Misshandlung
Kindesmisshandlung gehört neben Vernachlässigung und Kindesmissbrauch „[...] zu den häufigen psychosozialen Belastungsbedingungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, mit ca. 1/3 Inanspruchnahmepopulation.“ (Dt. Ges. f. Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie u.a. (Hrsg.) 2003, S. 5)
Als Misshandlung wird die direkte Gewalteinwirkung auf ein Kind bezeichnet, beispielsweise durch Schlagen, Schütteln, Verbrennen oder Verätzen. Körperlich
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sichtbare Symptome sind beispielsweise häufig Verletzungen an Rücken, Gesäß oder den Innenflächen der Oberschenkel. Auffällige Verletzungsmuster hierbei sind Zigarettennarben, Verbrühungen, Handabdrücke oder Abschnürungen. (vgl.: George, C.; Main, M. 1979; S. 306 sowie Kinderschutzzentrum Berlin (Hg.) 2000; S. 27 ff.) Misshandlung ist die aktive und beabsichtigte, körperliche und/ oder seelische Schädigung des jungen Menschen. (vgl.: BMFSFJ 2002, S. 224) Begrifflich abzugrenzen ist Misshandlung von sexuellem Missbrauch, der sich auf sexuelle Handlungen am Kind mit oder ohne körperlichen Kontakt bezieht.
2.2 Ablehnung und Vernachlässigung
Ablehnung an bemerkenswerten Aspekten mütterlichen Verhaltens definiert, meint die Vermeidung, bzw. Ablehnung des körperlichen Kontakts der Bezugsperson oder auch „böse“ erscheinendes Verhalten deutlich in Haltung, Gesichtsausdruck und Stimmlage.
Unter Vernachlässigung sind etwa Mängel in Ernährung, Versorgung und Pflege sowie Unzulänglichkeiten bezüglich Aufmerksamkeit und Zuwendung ergo Offenheit und Verständnis den Bedürfnissen und Situationen der Kinder und Jugendlichen gegenüber zu verstehen. (vgl.: BMFSFJ 2002, S. 224)
3 Die Studie von George und Main zu sozialen Interaktionen und
Empathiefähigkeit misshandelter Kinder
Die zugrundeliegende Studie nach Mary Main und Carol George ist die erste kontrollierte Untersuchung sozialer Interaktionen körperlich misshandelter Kinder im Alter von 1 -3 Jahren. Weitere Ergebnisse dieser Studie stellen die Fähigkeit empathischen Verhaltens misshandelter Kinder dar.
Mehr als bisher andere Studien wurde diese durch eine Untersuchung zu normalen Mutter-Kind-Beziehungen angeregt, statt durch jene, die sich auch mit misshandlungsbelasteten Beziehungen beschäftigten. (vgl.: George, C.; Main, M. 1979; S. 307)
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Arbeit zitieren:
Anne-Katrin Thierschmidt, 2004, Soziale Interaktionen misshandelter Kinder., München, GRIN Verlag GmbH
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