II
Andreas Hoogendijk
Supply Management Neuss
Inhaltsverzeichnis
Titelseite I
Inhaltsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Sourcing-Konzepte 2
2.1 Lieferantenkonzepte 2
2.2 Arealkonzepte 4
2.3 Objektkonzepte 6
2.4 Versorgungskonzepte 9
2.5 Entwicklungskonzepte 11
2.6 Kooperationskonzepte 13
3. Der Markt der deutschen Automobilzulieferer 14
3.1 Aktueller Stand der Automobilindustrie 14
3.2 Entwicklung und Tendenzen in der
Automobilzulieferindustrie 16
4. Angewandte Sourcing-Konzepte der Hersteller 17
5. Fazit 20
Literaturverzeichnis IV
Anhang V NA
III
Abkürzungsverzeichnis
AG Aktien Gesellschaft
BMW Bayrische Motoren Werke
bzw. beziehungsweise
d.h. das heißt
F+E Forschung und Entwicklung
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
JIT Just In Time
Mrd. Milliarden
Mio. Millionen
OEM Original Equipment Manufacturer
PKW Personen Kraftwagen
RP Rheinische Post
s. siehe
s.o. siehe oben
SCM Supply Chain Management
usw. und so weiter
VDA Verband der Automobilindustrie
Vgl. Vergleiche
1
1. Einleitung
In der Vergangenheit wurden die größten Energien der einzelnen Unternehmen auf den Vertrieb gesetzt. Dieses Potential ist weitestgehend ausgeschöpft. In Zukunft werden mehr und mehr auch kleine und mittelständische Unternehmen einen Schwerpunkt auf der Beschaffungsseite setzen. Der Einkauf, die Beschaffung oder modern ausgedrückt, die Sourcing - Strategien werden den Erfolg der Unternehmen bestimmen. Hier sind einige Maßnahmen zu ergreifen, d ie helfen, die Kosten der Unternehmen zu minimieren und den Gewinn zu steigern, oder sogar erst wieder wettbewerbsfähig zu werden.
In dieser Seminararbeit werden systematisch die verschiedenen Sourcing Konzepte dargestellt und erläutert. Die verschiedene n Konzepte werden dabei nur so streng getrennt, damit eine präzise Erläuterung möglich ist. In der Praxis werden jedoch die verschiedenen Sourcing-Ausrichtungen vermischt, um eine optimale Kombination aller theoretisch möglichen Strategien zu erreichen.
Im Anschluss an die Erklärung aller Konzepte wird auf die Automobilindustrie eingegangen, wobei mit der Situation und den möglichen Veränderungen in der Zukunft der Lieferanten begonnen wird. Zum Schluss gibt die Seminararbeit über die Sourcing Strategien, d ie tatsächlich von den verschiedenen Automobilherstellern angewandt werden Aufschluss. Die Automobilindustrie ist in Deutschland der wichtigste Industriezweig. Sie stellt jeden siebten Arbeitsplatz. Mehr als 770.000 Mitarbeiter zählten 2003 die Autobauer u nd Autoteile-Hersteller. 1 Aus diesem Grund haben die
Entwicklungstendenzen dieser Branche eine starke Signalwirkungen für die gesamte Konjunktur und natürlich auch für Ihre Arbeitsweise. 1 Vgl. Urbaczka, A. (RP Nr. 38 2004) K-WI1.
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2. Sourcing-Konzepte
Kapitel 2 gibt einen Überblick über die verschiedenen Sourcing-Konzepte. Es werden sechs verschiedene Konzepte unterschieden. Diese werden mit Ihren einzelnen Ausprägungsformen vorgestellt und gewürdigt.
2.1. Lieferantenkonzepte
Das erste Sourcing-Konzept, das hier vorgestellt wird, ist das sogenannte Lieferantenkonzept. Das Differenzierungsmerkmal dieses Konzeptes ist die Anzahl der beteiligten Lieferanten in einem Beschaffungsprozess. Hier gibt es drei verschiedene Ausprägungsformen. Zum Einen handelt es sich um die Single Sourcing Strategie, bei der der Abnehmer freiwillig für ein Einsatzgut nur einen Lieferanten hat. Die Sonderform, die hier zu erwähnen ist, ist das Sole Sourcing, bei dem der Abnehmer gezwungener Maßen auf einen Anbieter zurück greift. Dieser Zustand kann bei einer Monopolstellung des Anbieters auftreten. Dual Sourcing ist die zweite Variante, bei der der Abnehmer von zwei Lieferanten für ein Einsatzgut beliefert wird. Die dritte Variante, ist der Bezug eines Einsatzgutes von mehr als zwei Lieferanten, genannt Multiple Sourcing.
Es gibt folgende Mindestanforderungen, die bei der Entscheidung zum Single Sourcing zu beachten sind:. Das ist zum Einen die Bezugsgröße, die mindestens eine Teilefamilie umfassen sollte, und zum Anderen die Exklusivität des Lieferantenvertrages über einen Zeitraum von einem Jahr. Die Grundidee zum Single Sourcing ist die Verbesserung des Unternehmenserfolgs durch Reduzierung der Lieferantenanzahl. Dual Sourcing stützt sich auf eine ähnliche Strategie. Zwei Lieferanten liefern die gleiche Funktionsgruppe für verschiedene Produktlinien oder Werke. Beim Multiple Sourcing gibt es zwei verschiedene Überlegungen für die Anwendung. Der Produktionsbedarf wird auf mehrere Lieferanten aufgeteilt, wobei die Quoten über längere Zeit stabil bleiben. Bei Quotenbezug ist also
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die Hauptintention , dass die benötigte Menge abgesichert ist. Eine weitere
Möglichkeit, ist ein situativ wechselnder Bezug. Hier wird bei verschiedenen
Lieferanten immer dann bestellt, wenn der niedrigste Preis, oder aber die
kürzeste Lieferzeit gegeben ist. Es steht die Nutzung kurzfristig günstiger
Marktbedingungen im Fordergrund.
Zum Schluss jedes der sechs Kapitel, in denen die Sourcing -Konzepte
vorgestellt werden, wird eine kurze Übersicht über Vor- und Nachteile
gegeben.
Sie sehen hier in der Tabelle eine Gegenüberstellung von Multiple- und
Single-Sourcing was eine gute Übersicht über die möglichen Vor- und
Nachteile gibt.
2 Quelle:
2 In Anlehnung an Arnold. (Beschaffungsmanagement, S.96).
4
2.2. Arealkonzepte
Die Beschaffungsmärkte als Differenzierungsmerkmal sind beim Arialkonzept ausschlaggebend. Hier ist die Frage nach der Region, die der Abnehmer als Beschaffungsmarkt sieht, zu stellen. Wobei der Standort des Lieferanten nichts über das zugrunde liegende Arealkonzept aussagt. Es werden vier verschiedene Ausprägungsformen des Arealkonzepts vorgestellt. Da die Strategien an verschiedene Regionen gekoppelt sind, könnten hier auch mehr oder weniger Konzepte vorgestellt werden. Unter Local Sourcing versteht man die Region um den Standort des Abnehmers als relevanten Beschaffungsmarkt. -> lokale Beschaffungsmarktforschung Domestic Sourcing ist ein weiteres Konzept, was angewendet werden kann. Hier sieht man den Inlandsmarkt als relevanten Beschaffungsmarkt. -> nationale Beschaffungsmarktforschung Euro-Sourcing und Global Sourcing sehen Europa bzw. die ganze Welt als den relevanten Beschaffungsmarkt. -> europaweite bzw. weltweite Beschaffungsmarktforschung In der folgenden Tabelle wird kurz global und single Sourcing gegenübergestellt.
Quelle: in Anlehnung an Prof. Dr. Willi Muschinski, Sourcing Konzepte
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Beim Global Sourcing werden im hauptsächlich fünf Ziele verfolgt. Diese verschiedenen Ziele sind nur durch internationale Beschaffung gegeben. Durch geringere Faktorkosten, neue Technologien und vor allem durch einen größeren Wettbewerb können folgende Ziele 3 erreicht werden:
- Kostenziele o Ausnutzung von günstigen Faktorkosten o Transparenz internationaler Kostenstrukturen o Nutzung effizienter Prozesstechnologien
- Qualitätsverbesserung
- Zugang zu neuen Technologien
- Risikostreuung
- Schaffung neuer bzw. Sicherung vorhandener Absatzmärkte
Da es aber im Zusammenhang mit der weltweiten Beschaffung ebenfalls Mehraufwendungen gibt, lohnt sich eine detaillierte Kostenbetrachtung nur dann, wenn der Stückpreis der zu importierenden Güter 20-30 % unter dem Preis eines nationalen Lieferanten liegt. Eine Aufstellung der relevanten Kosten beim Auslandseinkauf finden Sie im Anhang (relevante Kosten beim Auslandseinkauf).
Die Ziele des Global Sourcing sind im besten Fall auch die Vorteile dieser Beschaffungsstrategie. Die Vorteile hingegen für das Local Sourcing Konzept sind eine hohe Flexibilität, geringe Transportkosten und - risiken. Aber auch andere nicht wirtschaftlich orientierte Aspekte spielen eine große Rolle. Hier ist die kulturelle Nähe und die vorhandenen Netzwerke, oder aber eine gute Zusammenarbeit der Lieferanten und Abnehmer relevant. Eine Abstimmung der Prozesse ist wesentlich kostengünstiger und effektiver, wenn die Entfernung der beiden Parteien überschaubar ist. Also spricht Local Sourcing vor allem für Spezialanfertigungen oder große und schwere Güter, bei denen Lieferkosten einen zu großen Anteil an den Gesamtkosten haben. Bei 3 Vgl. Prof. Dr. Willi Muschinski, Sourcing Konzepte.
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kleinen und leichten Produkten, die in großen Mengen abgesetzt werden können, ergibt die Global Sourcing Strategie durchaus Sinn.
Nachteile der weltweiten Beschaffung sind in jedem Fall eine komplexe Logistik einschließlich der Zollabwicklung. Kommunikationsprobleme durch die Sprache, aber auch durch komplizierte EDV-gestützte Netzwerke. Hinzu kommt eine geringere Versorgungssicherheit, was eine Vorhaltung von Sicherheitsbeständen zwingend erforderlich macht. Gegen die lokale Beschaffung sprechen die höheren Einstandspreise sowie die stark eingeschränkte Markttransparenz. Außerdem ist ein Lieferantenwechsel häufig nur sehr schwer möglich.
Die Wunschvorstellung aller Abnehmer wäre wahrscheinlich eine Kombination aus den beiden vorgestellten Strategien, die Nutzung der Transparenz weltweiter Beschaffungsmärkte ohne Verzicht auf die Vorteile räum lich naher Beschaffung.
Eine mögliche Lösung für diesen Interessenkonflikt könnte die Global Sourcing Strategie sein, um die weltweit besten Lieferanten zu identifizieren und anschließend die Forderung nach Ansiedlung in räumlicher Nähe des Abnehmerwerks, um eine bestandsarme Versorgung zu gewährleisten. Diese Lösung wäre dann eine Global Sourcing Strategie, da die räumliche Nähe des Lieferanten nichts über das zugrundeliegende Arealkonzept aussagt.
2.3. Objektkonzepte
In dem Objektkonzept geht es um die Objektkomplexität mit der Frage nach dem zu beschaffenden Aufgabenumfang.
Unit Sourcing, auch Particular oder Element Sourcing genannt, beschreibt den Bezug von Einzelteilen. Die Beschaffung von einbaufertigen Teilsätzen bei einem Lieferanten, nennt man Set Sourcing. Modular Sourcing wird der Bezug von kompletten, einbaufertigen Baugruppen genannt. Die komplexeste Ausprägung ist der Bezug von einbaufähigen Subsystemen und wird als System Sourcing bezeichnet. In der Grafik sehen Sie, für welche
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Andreas Hoogendijk, 2004, Sourcing Strategien in der Automobilindustrie, Munich, GRIN Publishing GmbH
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