Die Annäherung an den Untersuchungsgegenstand die Ostasienpolitik Russlands soll in vier Schritten geschehen. Im ersten Schritt soll versucht werden, die Außenpolitik der Russischen Föderation gegenüber Ostasien nachzuzeichnen (Gliederungspunkt 2). Im Folgenden soll es Ziel sein, anhand dieser Politik auf russische Interessen in der ostasiatischen Region zu schließen (Gliederungspunkt 3). Anschließend wird die Arbeit Problemfelder der zwische nstaatlichen Zusammenarbeit darstellen und einen Blick in die Zukunft richten (Gliederungspunkt 4). Den Abschluss der Arbeit bildet ein Fazit (Gliederungspunkt 5), das sich auf die Durchsetzung russischer Interessen in Ostasien bezieht. Auf grund der vielen Quellen war eine Komprimierung komplexer Sachverhalte in bezug auf die Darstellung der Politik (Gliederungspunkt 2) unumgänglich. So ist es ebenso zu berücksichtigen, dass nicht sämtliche bi- sowie multilaterale Verträge und Staatsbesuche der oben genannten Länder erwähnt werden können. Lediglich die wichtigsten zwischenstaatlichen Momente oder solche, die zu Schlüssen auf russische Interessen führen werden behandelt. Des Weiteren ergibt es sich aus der Fragestellung, dass die Arbeit sich hauptsächlich mit dem Zeitraum ab 1991 auseinandersetzt. Sowjetische Sicht- und Vorgehensweisen werden, falls nötig explizit angesprochen. Die Arbeit wird ihren Hauptaugenmerk auf die ersten Jahre nach dem Zusammenbruch der SU legen, jedoch auch wichtige aktuelle zwischenstaatliche Kooperationen ansprechen. Aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse im Russischen, Japanischen als auch im Koreanischen sah ich mich gezwungen originalsprachliche Quellenangabe von deren Verwender direkt zu übernehmen ohne diese nochmals auf ihre Richtigkeit prüfen zu können.
Gliederung
1. Einleitung
1.1. Begriffsdefinition
1.2. Untersuchungsgegenstand und Vorgehensweise
2. Darstellung der russischen Außenpolitik
2.1.Russlands Wende in der Außenpolitik
2.1.1. Politische Beziehungen
2.1.2. Wirtschaftliche Kooperation
2.1.2.1. Rüstungsexporte
2.1.4. Sicherheitspolitische Zusammenarbeit
3. Die Interessen Russlands
3.1. China
3.2. Japan
3.3. Korea
3.4. Ostasiatische Region
3.5. Zusammenfassung
4. Problemfelder und Perspektiven
4.1. Diplomatie
4.2. Wirtschaft
4.3. Sicherheitspolitik
4.3.1. Rüstungsexporte
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die außenpolitische Ausrichtung der Russischen Föderation gegenüber Ostasien nach 1991. Ziel ist es, russische Interessen in der Region zu analysieren, die strategische Bedeutung zwischenstaatlicher Kooperationen zu bewerten und zukünftige Perspektiven sowie bestehende Problemfelder der russischen Ostasienpolitik aufzuzeigen.
- Analyse der außenpolitischen Wende Russlands nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion.
- Untersuchung der bilateralen Beziehungen zu China, Japan und Korea.
- Evaluierung der geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen Russlands in der Region.
- Bewertung der Rolle von Rüstungsexporten und sicherheitspolitischer Zusammenarbeit.
- Diskussion von Problemfeldern wie Gebietsstreitigkeiten und innenpolitischen Rahmenbedingungen.
Auszug aus dem Buch
2.1. Russlands Wende in der Außenpolitik
In den ersten Jahren nach dem Zusammenbruch der SU war die Außenpolitik Russlands westlich orientiert und wurde von einer mit den USA angestrebten „strategischen Partnerschaft“ dominiert. In dieser „strategischen Partnerschaft“ sah Russland vor allem durch gleichberechtigte Beziehungen zu den USA eine Chance ihren Großmachtsstatus zu erhalten bzw. von Neuem zu legitimieren (vgl. Fisahn 1995, S.18 sowie Alexandrova 1994, S.49). Ob bzw. inwiefern Russland tatsächlich eine Großmacht darstellt soll in dieser Arbeit nicht geklärt werden, da nur das russische Selbstverständnis für die Untersuchung von Bedeutung ist (eine Versuch diesen Sachverhalt zu klären findet sich bei Royen 2001, S.611).
Diese Haltung (gleichberechtigte Beziehungen zu den USA würden Russlands Großmachtstatus legitimieren) führte jedoch auf Dauer gesehen zwangsläufig zu einer Umorientierung in der Außenpolitik. Ausschlaggebend dafür waren nicht nur Widerstände in der russischen Öffentlichkeit sowie eine Enttäuschung der politischen Elite über die Weiterentwicklung der russisch-amerikanischen Beziehungen (siehe Alexandrova 1994, S.49), sondern auch das damals aufgestellte Konzept. Letztendlich trieb eben dieses (die Russische Föderation als Weltmacht anzusehen (Strauß 1994, S.64) und auch als solche international anerkannt zu werden) die russische Außenpolitik in den ostasiatischen Raum.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definition des Untersuchungsgegenstandes und methodische Vorgehensweise zur Analyse der russischen Ostasienpolitik.
2. Darstellung der russischen Außenpolitik: Nachzeichnung der außenpolitischen Neuausrichtung Russlands seit 1992 mit Fokus auf politische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Kooperationen.
3. Die Interessen Russlands: Untersuchung der russischen Ziele in Bezug auf China, Japan, Korea und die Region als Ganzes, eingebettet in das Konzept des Eurasismus.
4. Problemfelder und Perspektiven: Diskussion aktueller Herausforderungen in Diplomatie, Wirtschaft und Sicherheitspolitik sowie deren Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse russischer Interessenumsetzung in Ostasien unter Berücksichtigung der realen wirtschaftlichen und machtpolitischen Spielräume.
Schlüsselwörter
Russland, Ostasienpolitik, Außenpolitik, Großmachtstatus, China, Japan, Korea, Multipolarität, Rüstungsexporte, Sicherheitspolitik, Wirtschaftskooperation, Eurasismus, Geopolitik, Russische Föderation, Internationale Beziehungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der außenpolitischen Neuausrichtung Russlands gegenüber der Region Ostasien nach dem Zerfall der Sowjetunion.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die diplomatischen Beziehungen, die wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie die sicherheitspolitische Kooperation Russlands mit China, Japan und Korea.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die spezifischen russischen Interessen in der ostasiatischen Region abzuleiten und zu bewerten, wie erfolgreich die Russische Föderation diese in der Praxis umsetzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer quellenbasierten Analyse, bei der komplexe Sachverhalte der russischen Außenpolitik systematisch komprimiert und auf ihre Relevanz für nationale Interessen geprüft werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der außenpolitischen Wende, die Analyse der länderspezifischen Interessen Russlands und die Untersuchung von Problemfeldern wie Gebietsstreitigkeiten oder wirtschaftlichen Hindernissen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Großmachtstatus, Multipolarität, eurasische Geopolitik, Rüstungsexporte und die strategische Partnerschaft mit China definiert.
Warum spielt die Kurilenfrage eine so zentrale Rolle für die Beziehungen zu Japan?
Der territoriale Konflikt um die Kurileninseln dient als diplomatischer Hemmschuh, der aufgrund innenpolitischer Widerstände in Russland die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Japan nachhaltig erschwert.
Welche Bedeutung kommt der strategischen Partnerschaft mit China zu?
China fungiert für Russland als wichtiger Partner bei der Etablierung einer multipolaren Weltordnung, um dem US-amerikanischen Einfluss im asiatisch-pazifischen Raum entgegenzuwirken.
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- Gwendolyn Schrott (Author), 2002, Die Ostasienpolitik Russlands, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26533