dunkelgrauen bis schwarzen Ergußgestein. Intermediäre Laven können u.a. zu Trachyt, einem porösen gräulichen Gestein, zu Phonolith, dem grau-grünen ‚Klingstein‘, oder zu dem hellgrauen Latit abkühlen. Saure Schmelzen bilden als Vulkanit Rhyolithe, sehr helle, oft feinkörnige Gesteine. Aus Lava mit saurem Chemismus kann der extrem blasenreiche Bimsstein entstehen. Seine Porosität geht auf die rasche Erstarrung der Schmelze zurück, bei der Gase und Dämpfe eingeschlossen blieben. 2
Aktiver Vulkanismus ist in Europa heute auf die südlichen Randbereiche des Kontinents und auf den Mittelatlantischen Rücken beschränkt. In vielen Teilregionen Mitteleuropas sind jedoch Spuren einer früheren vulkanischen Tätigkeit vorzufinden. Die Auvergne im mittleren Süd-Frankreich ist eine klassische Vulkanlandschaft, die zudem den größten Einzelvulkan Europas aufweist. Und auch in verschiedenen Gebieten Deutschlands wird das Landschaftsbild von den Zeugnissen des Vulkanismus‘ geprägt. Neben dem hessischen Vogelsberg, dem Kaiserstuhl im südlichen Oberrheingraben, dem Hegau westlich des Bodensees und der zentralen Schwäbischen Alb sind vor allem die Eifel und das Siebengebirge im Rheinland als bedeutende Verbreitungsgebiete vulkanogener Formengefüge zu nennen. Alle diese Vorkommen sind Bestandteile einer Vulkanzone, die sich in einem weiten Bogen über Mitteleuropa erstreckt. 3
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die v ulkanischen Aktivitäten in der Eifel und im Siebengebirge hinsichtlich ihrer zeitlichen und räumlichen Abläufe, ihrer Prozesse wie auch ihrer unterschiedlichen Ausprägungen darzustellen. Darüber hinaus soll herausgearbeitet werden, inwieweit der Mensch heute von den früheren vulkanischen Tätigkeiten in den beiden Beispielsräumen profitiert.
Die Arbeit ist wie folgt aufgebaut: Der deskriptiven Darstellung der Vulkangebiete geht ein kurzgefasster Überblick über die geologische Vorgeschichte von Eifel und Siebengebirge voraus (Abschnitt 2.1). An dieser Stelle werden die Faktoren herausgestellt, die zur Entstehung des Vulkanismus in jenen Regionen geführt haben. Es wird die Unterteilung des Eifeler Vulkangebietes in Hocheifel, Westeifel und Osteifel erläutert. D ie Beschreibung dieser drei vulkanischen Regionen wie auch des Siebengebirges folgt in Einzeldarstellungen in den Unterkapiteln 2.2 bis 2.5. In diesen Abschnitten sollen die Spezifika des jeweiligen Gebietes herausgearbeitet, die vulkanischen Vorgänge zeitlich und räumlich lokalisiert und ihre reliefbildenden Elemente charakterisiert werden. Die wesentlichen vulkanischen Gesteinsserien werden herausgestellt. Eine tiefergehende petrographische Analyse der
2 vgl.: Maresch/Medenbach 1987, S. 35 ff.; Press/Siever 1995, S. 65 ff.
3 vgl.: Kremer 1988, S. 30.
3
vulkanischen Förderprodukte kann im Rahmen der vorliegenden Arbeit aus Platzgründen jedoch nicht erfolgen. Angaben über die Dauer der vulkanischen Tätigkeitsphasen differieren in der eingesehenen wissenschaftlichen Literatur vielfach. Die hier genannten Daten orientieren sich an Übereinstimmungen in der Forschungsliteratur bzw. stammen aus jüngeren Publikationen. Im dritten Kapitel folgt ein abschließendes Resümee, in dem insbesondere auf die wirtschaftliche Bedeutung der in Eifel und Siebengebirge auftretenden vulkanischen Förderprodukte eingegangen wird. Neben der Benennung der für den Menschen nutzbaren und nützlichen (Roh-) Stoffe vulkanischen Ursprungs werden die ökonomischen Aktivitäten in den Vulkangebieten auch unter ökologischen Gesichtspunkten betrachtet.
2. Der Vulkanismus in Eifel und Siebengebirge
2.1 Geologischer Überblick
Die Eifel und das Siebengebirge gehören zum nordwestlichen Teil des Rheinischen Schildes. Die Herausbildung dieses auch als Rheinisches Schiefergebirge bezeichneten Gebietes führt mehr als 400 Millionen Jahre zurück. Im Devon war der Raum von einem ausgedehnten Meer bedeckt. Dort, im Geosynklinalraum, lagerten sich Sedimente ab, die unter Druck zu Schicht-und Sedimentgesteinen (z. B. Grauwacken, Tonschiefer) verfestigten. Während der im Karbon einsetzenden Variskischen Gebirgsbildung wurde die Bodenplatte angehoben; hierbei entstanden Spalten, in denen aus aufsteigenden heißen Lösungen Erzminerale auskristallisierten und Gänge bildeten. Das Gebirge unterlag in der Folgezeit durch einwirkende Erosionskräfte einer weitgehe nden Einebnung. Zu größten Teilen blieb der so entstandene Faltenrumpf Festland, nur partiell kam es im Mesozoikum zu Meeresüberflutungen. Dabei lagerten sich die Sedimentschichten der Trias-, Jura- und Kreidezeit ab, die heute nach weitflächiger Abtragung nur noch in Gräben oder Mulden vorzufinden sind. 4
Im Neozoikum, genauer gesagt im Tertiär, setzten in den heutigen Gebieten von Eifel und Siebengebirge - ausgelöst durch anhaltende Hebungsvorgänge im zeitlichen Zusammenhang mit der alpidischen Auffaltung und dem Einbrechen der Niederrheinischen Bucht - die ersten vulkanischen Aktivitäten ein. Der Vulkanismus gestaltete die Physiognomie der Landschaft stellenweise sehr stark um. Er wurde vor etwa 45 Millionen Jahren eingeleitet und
4 vgl.: Meyer 1988 4 , S. 4 ff.; Kremer/Caspers 1975, S. 6 ff.
4
konzentrierte sich vorerst auf das Gebiet der Hocheifel, heute zu lokalisieren zwischen der mittleren Ahr und Uersfeld. Vor rund 28 Millionen Jahren griff die vulkanische Tätigkeit dann auch auf die Region des heutigen Siebengebirges, gelegen zwischen Ramersdorf und Linz am Rhein, über. Im Miozän fand die vulkanische Aktivität ein vorläufiges Ende. 5 Gegen Ende des Tertiärs folgte erneut eine Phase tektonischer Unruhe, während der u.a. die Krustenteile der heutigen Eifel gewölbt und nach Norden hin abgekippt wurden. Einige Schollen vollzogen die Kippbewegung langsamer oder überhaupt nicht mit: dies führte zur Herausbildung großräumiger Senken, beispielsweise des Mittelrheinischen Beckens. Als Folge der tektonischen Prozesse kam es auch im Quartär zu vulkanischen Aktivitäten. Dieser jüngere Vulkanismus erstreckte sich im Rheinland auf zwei Zentren: auf die heutige Westeifel, grob betrachtet die weitere Umgebung von Gerolstein und Daun, und auf die zwischen Adenau - Kaisersesch und dem Rhein gelegene Osteifel. Vor rund 10.000 Jahren ereigneten sich die letzten Eruptionen. 6
2.2 Das Vulkangebiet der Hocheifel
Der Vulkanismus setzte in der Hocheifel im Eozän vor etwa 45 Millionen Jahren ein und endete vor rund 18 Millionen Jahren im Miozän. 7 Die vulkanische Tätigkeit konzentrierte sich in einem nord-südlich verlaufenden Streifen etwa zwischen den heutigen Städten Adenau und Ulmen. Aus den rund 400 tertiären Vulkane der Hocheifel eruptierten vorwiegend basische Magmen. 8 Der Lavaförderung gingen bei den meisten Vulkanen Tuffexplosionen voraus. Die Schmelze breitete sich anschließend in den Tuffkegeln als Scheibe oder Keule aus und erstarrte unter Bedeckung relativ langsam. Während des Erstarrungsprozesses bildeten sich in den Basaltkörpern Säulen aus. Sie entstanden, als sich die Lava beim Abkühlen zusammenzog und Schrumpfrisse auftraten, durch deren regelmäßiges Netz die senkrecht stehenden Säulen geformt wurden. In der Hocheifel sind die Basaltsäulen aufgrund der langsamen Lava-Abkühlung gewöhnlich relativ dünn, während bei einem raschen Erstarren einer Schmelze grobe, oft mehrere Meter dicke Pfeiler entstehen. 9
5 vgl.: Meyer/Kremer 1986, S. 16 ff.; Meyer 1988 4 , S. 6 f.
6 vgl.: Kremer/Caspers 1975, S. 3 und S. 6; Meyer 1988 4 , S. 7 f.
7 vgl.: Kremer 1987, S. 262.
8 vgl.: Vieten 1994, S. 145 f.
9 vgl.: Meyer/Kremer 1986, S. 20.
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Karsten Kramer, 2004, Der Vulkanismus in Eifel und Siebengebirge (unter besonderer Berücksichtigung seiner wirtschaftlichen Bedeutung), München, GRIN Verlag GmbH
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