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Flucht und Vertreibung in der Krajina in den 1990er Jahren

Titel: Flucht und Vertreibung in der Krajina in den 1990er Jahren

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 29 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Andrea Friemann (Autor:in)

Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Fluchtbewegungen in den 1990er Jahren in Jugoslawien sind die schlimmste Flüchtlingskrise in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. „Mit massiver Unterstützung der hochgerüsteten ‚jugoslawischen’ Armee, angefeuert von serbischen Nationalisten unterschiedlicher Couleur und organisiert von professionellen Mördern begannen bislang ‚normale’ Bürger, ihre Mitmenschen anderer Nationalität oder Konfession zu vertreiben, zu demütigen, zu vergewaltigen und zu vernichten.“1 Dabei stellt sich die Frage, wie konnte es dazu kommen? Zu diesem Thema und unter dieser Fragestellung ist sehr viel publiziert worden. Meist handelt es sich um umfassende Beschreibungen der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ereignisse, die zum Zusammenbruch Jugoslawiens und den daraus resultierenden Konflikten in Form von Kriegen führten. Dabei wurde häufig auch die Entwicklung einzelner Republiken als Gegenstand gewählt. In der vorliegenden Untersuchung soll es dem gegenüber allein um die Ereignisse in der Krajina während der 1990er Jahre gehen. Damit verbindet sich vorrangig die Fragestellung, warum die Krajina während der kroatischen Unabhängigkeitsbestrebungen und darüber hinaus eine besondere Rolle spielt? Es wird versucht, eine Verknüpfung der Erkenntnisse zu den Bedingungen für eine Eskalation von Gewalt und den damit einhergehenden Fluchtwellen aus der Krajina herzustellen. Einleitend folgt eine Begriffsbestimmung und damit einhergehende regionale Einordnung der Krajina sowie die ideengeschichtliche und historische Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert bis in die jugoslawische Zeit. Im zweiten Abschnitts geht es um die Ausgangsbedingungen für die Ereignisse in der Krajina in den 1990er Jahren. Hier stellt sich die Frage nach einem historisch-regionalen oder ethnischen Sonderbewusstsein der Serben in der Krajina, das im zunehmenden Zerfall Jugoslawiens nach dem Tod Titos im Verteilungs- und Machtkampf der Oligarchien der Republiken mit Hilfe erfundener Traditionen und dem Geschichtsbewusstsein der Bevölkerung manipuliert werden konnte. Gegenstand des dritten Kapitels sind die Fluchtwellen vom März 1990 bis zum Juni 1991, während des Krieges von Juli bis Dezember 1991 und während der Rückeroberung der Krajina im Sommer 1995. Das Augenmerk liegt auf der Art der Kriegführung, den „ethnische Säuberungen“ und den Bedingungen für die Eskalation von Gewalt. Die Arbeit schließt mit einem Resümee.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Historischer Kontext der Krajina

2. Die Ausgangsbedingungen für die 1990er Jahre

3. Drei Wellen von Flucht und Vertreibung

3.1. Die erste Fluchtwelle vom März 1990 bis Juni 1991

3.2. Die zweite Fluchtwelle vom Juli bis Dezember 1991

3.3. Die dritte Fluchtwelle im August 1995

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen und den Verlauf von Flucht und Vertreibung in der Region Krajina während der 1990er Jahre und analysiert dabei insbesondere die Rolle der politischen Eliten bei der Instrumentalisierung ethnischer Spannungen.

  • Historische Genese und regionale Besonderheiten der Krajina
  • Analyse der Ausgangsbedingungen für die Eskalation der Konflikte in den 1990er Jahren
  • Chronologische Darstellung der drei Flucht- und Vertreibungswellen
  • Untersuchung der Rolle von Medienmanipulation und Geschichtsbewusstsein bei der Gewalteskalation
  • Zusammenhang zwischen politischer Strategie und der systematischen Durchführung "ethnischer Säuberungen"

Auszug aus dem Buch

3. Drei Wellen von Flucht und Vertreibung

Während Flucht häufig bei Repression oder Gefahr für Leib und Leben vor allem während Kriegshandlungen vorkommt, kann Vertreibung im hiesigen Zusammenhang als eine willentlich herbeigeführte zwangsweise Flucht von Menschen auf das Gebiet einer anderen Territorialmacht gelten. Folgen von Flucht und Vertreibung sind Krankheit, Unterernährung, psychische Trauma und nicht selten der Tod. Besonders für ländliche Gemeinschaften wiegt der Verlust von Grund und Eigentum als primäre Lebensgrundlage schwer, mit dem der Verlust der Identität als Gemeinschaft einhergeht.

Man kann chronologisch drei Fluchtwellen in Kroatien unterscheiden. In der ersten Fluchtwelle von März 1990 bis Juni 1991 verließen vor allem junge Männer Kroatien, um dem Einzug in die JNA zu entgehen. Hinzu kommt die Flucht kroatischer Serben aus Angst vor Repressionen und die vereinzelte Flucht von Nicht-Nationalisten infolge von Hetzkampagnen und Arbeitsverboten. In der zweiten Fluchtwelle verließen überwiegend kroatische Siedler die umkämpften Gebiete in der Krajina infolge des Krieges in Kroatien von Juli bis Dezember 1991. Eine dritte Fluchtbewegung fand infolge der Rückeroberung der serbisch kontrollierten Gebiete durch die kroatische Armee im Sommer 1995 statt. Hierbei verließen die Serben bis auf eine geringe Anzahl die Krajina.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Historischer Kontext der Krajina: Dieses Kapitel erläutert die Fragestellung und den methodischen Ansatz, die Region Krajina in ihrem historischen Rahmen zu betrachten.

2. Die Ausgangsbedingungen für die 1990er Jahre: Hier werden die demografischen und soziopolitischen Gegebenheiten der Krajina-Serben vor den 1990er Jahren und die Bedeutung des serbischen Nationalismus nach Titos Tod analysiert.

3. Drei Wellen von Flucht und Vertreibung: Das Kapitel gliedert den Konflikt in drei zeitliche Phasen und untersucht die Mechanismen der Eskalation sowie die Rolle von Kriegführung und „ethnischen Säuberungen“.

4. Resümee: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, wie politische Manipulationen und der Zusammenbruch der institutionellen Ordnung die Gewalteskalation in der Region begünstigten.

Schlüsselwörter

Krajina, Flucht, Vertreibung, Jugoslawien, ethnischer Konflikt, Nationalismus, ethnische Säuberungen, Kriegführung, kroatisch-serbischer Konflikt, Geschichtsbewusstsein, politische Eliten, Zivilbevölkerung, RSK, Kriegsfolgen, Identitätskrise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen und Abläufen der Flucht- und Vertreibungsbewegungen in der Krajina während der 1990er Jahre vor dem Hintergrund des Zerfalls Jugoslawiens.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der historische Kontext der Region, die Rolle der politischen Eliten, die Instrumentalisierung von Geschichte und die Dynamik von Gewalt während des Konflikts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für die besondere Rolle der Krajina während der kroatischen Unabhängigkeitsbestrebungen zu identifizieren und die Eskalationsbedingungen für die Gewalt zu erörtern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-analytische Untersuchung durchgeführt, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Berichten internationaler Organisationen und zeitgenössischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, die Analyse der Ausgangsbedingungen sowie eine detaillierte chronologische Untersuchung der drei identifizierten Flucht- und Vertreibungswellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Krajina, Flucht, Vertreibung, Ethnonationalismus, „ethnische Säuberungen“ und das Scheitern des jugoslawischen Modells charakterisiert.

Welche Rolle spielten „ethnische Säuberungen“?

Die Arbeit analysiert diese als systematisch eingesetzte Mittel der politischen Akteure, um monoethnische Nationalstaaten zu bilden und die Kontrolle über Territorien zu festigen.

Wie unterscheidet sich die Situation der städtischen von der ländlichen Bevölkerung?

Während städtische Serben in Kroatien politisch besser integriert waren, waren die ländlich geprägten Gebiete der Krajina stärker von rückständigen Strukturen und einer Manipulation durch lokale Machteliten betroffen.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Flucht und Vertreibung in der Krajina in den 1990er Jahren
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Osteuropa-Institut)
Veranstaltung
Umsiedlungen, Vertreibungen und Bevölkerungstransfers im Europa des 20. Jahrhundert
Note
1,0
Autor
Andrea Friemann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
29
Katalognummer
V27958
ISBN (eBook)
9783638298674
ISBN (Buch)
9783638649681
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Flucht Vertreibung Krajina Jahren Umsiedlungen Vertreibungen Bevölkerungstransfers Europa Jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrea Friemann (Autor:in), 2004, Flucht und Vertreibung in der Krajina in den 1990er Jahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27958
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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