Gliederung
1 Vorbemerkungen 3
2 Begriffsklä rungen: einige Unterscheidungen 4
2.1 Verbal versus nonverbal 4
Gestik 5
2 2
Mimik 5
2 3
2.3.1 Exkurs: Pupillensignale 6
3 Zur Kontaktanbahnung zwischen Mann und Frau 7
3.1 Biologisches vorab 7
Territorialität: Die Distanzzonen und deren Bedeutung 8
3 2
Die öffentliche Zone 8
3 2 1
3.2.2 Die soziale bzw. gesellschaftlich-kommerzielle Zone 9
Die persönliche Zone 9
3 2 3
Die intime Zone 10
3 2 4
Intime Annäherung: eine erste Liste 10
3 3
Der Flirt: Detailbetrachtungen zum Werbeverhalten 12
3 4
Begriffsklärung und Situationsbeschreibung 12
3 4 1
Geschlechtsspezifische Unterschiede 13
3 4 2
Weibliches Verhalten 14
3 4 2 1
Männliches Verhalten 14
3 4 2 2
Abschließende Bemerkungen und Ausblicke 15
4
Literaturverzeichnis 16
5
2
Beim Anbaggern ist alles erlaubt!
1 Vorbemerkungen
Die nonverbale Kommunikation ist die älteste Form zwischenmenschlicher Verständigung. Schon unsere Vorfahren konnten sich verständigen, lange bevor der Mensch das erste Wort geäußert hatte. Und auch Kinder verständigen sich sofort nach ihrer Geburt (und auch schon im Mutterleib) mit ihrer Umwelt. Und das, lange bevor sie zu sprechen beginnen. Aus diesen Gründen verwundert es kaum, dass der nonverbalen Kommunikation heutzutage von der Forschung eine gewichtige Rolle im zwischenmenschlichen Interaktions-und Verständigungsprozess
zugemessen wird. S o meint Michael Argyle, dass das menschliche Sozialverhalten nicht ohne eine Entwirrung des nonverbalen Systems zu verstehen ist.
Dennoch konnten die recht einheitlichen Forschungsergebnisse bisher nichts daran ändern, dass die Bedeutung dieser nichtsprachlichen Form der Verständigung von den meisten Menschen noch immer in markanter Weise unterschätzt wird. Was wir sagen, scheint für die Meisten ausschlaggebend für die Reaktion des Gegenübers zu sein. Weniger die Art, wie wir etwas sagen.
Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass nur ca. 3 % der zwischenmenschlichen Kommunikation auf der rein sprachlichen Ebene abläuft.
Bevor näher auf die nonverbale Kommunikation eingegangen wird, sollen zunächst einige Begriffe geklärt werden und dabei gleichzeitig e ine Abgrenzung zur verbalen Kommunikation geschaffen werden. Beide Bereiche sind zwar eng miteinander verbunden, können aber auch eindeutig voneinander getrennt werden.
Zuvor noch eine Anmerkung: mittlerweile wird der Begriff 'Kommunikation' von den meisten Menschen wie selbstverständlich und oft in vollkommen verschiedenen Bedeutungen verwendet. Um Verwirrungen zu vermeiden, sollen unter Kommunikation im folgenden ,,alle Prozesse der Übertragung
3
von Nachrichten oder Informationen durch Zeichen aller Art u nter Lebewesen (...)" 1 verstanden werden.
2 Begriffsklärungen: einige Unterscheidungen
2.1 Verbal versus nonverbal
Der Phänomen "menschliche Kommunikation" wird nun unterschieden in verbale und nonverbale Kommunikation. Watzlawick zieht für diese Unterscheidung in seinem vierten Axiom 2 die Begriffe "digital" und "analog" heran, wobei (mit einigen Kautelen) digitale gleich verbaler und analoge gleich nonverbaler Kommunikation ist.
Digitale Kommunikation zeichnet sich durch "eine komplexe und vielseitige logische Syntax" 3 aus, sie ist "analytisch, partikulär und sequentiell organisiert" 4 .
Analoge Kommunikation ist dagegen als "synthetisch, holistisch und global" 5 zu charakterisieren; es mangelt der analogen Kommunikation zwar an einer für eindeutige Mitteilungen erforderlichen logischen Syntax 6 , allerdings besitzt ein umfangreiches semantisches Arsenal, das auf dem Gebiet der Beziehung seinen Einsatz findet. Ein Problem bei den Körpersprachlichen Mitteilungen ist ihre Decodierung, Entschlüsselung. So kann e in und dasselbe Zeichen in verschieden Situationen verschiedenes Bedeuten. Den Ausdrucksformen, derer sich die nonverbale
Kommunikation bedient, stehen nun im Mittelpunkt des Interesses.
1 Brockhaus: Artikel "Kommunikation"
2 Watzlawick, Beavin, Jackson: Auf den Seiten S.50 - S.71 werden versuchsweise fünf pragmatische Axiome bezüglich menschlicher Kommunikation postuliert. Axiom vier
(S.68) unterscheidet Kommunikation in digitale und analoge: " Menschliche
Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten. Digitale Kommunikationen haben eine komplexe und vielseitige logische Syntax, aber eine auf dem Gebiet der Beziehungen unzulässige Semantik. Analoge Kommunikationen dagegen
besitzen dieses semantische Potential, ermangeln aber die für eindeutige Kommunikationen erforderliche Syntax."
3 vgl. Watzlawick, Beavin, Jackson: S.68
4 Hübler: S.282
5 Hübler: S.282
6 vgl. Watzlawick, Beavin, Jackson: S.68
4
2.2 Gestik
Der Begriff Gestik beschreibt die Gesamtheit der Gesten. Das Wort 'Geste' ist entlehnt aus dem lateinischen 'gestus', welches "das Gebärdenspiel des Schauspielers oder Redners beschreibt". 'Gestus' gehört zu dem Verb 'gerere', was "tragen, zur schau tragen; sich benehmen" bedeuted 1 . Gesten stellen eine Ausdrucksbewegung des Körpers, besonders der Hände und des Kopfes (im Unterschied zur Ausdrucksbewegung des Gesichts, welche die unter den Begriff 'Mimik' fällt) dar. Gesten werden vielfach zur Begleitung (d.h. zur Untermalung oder Unterstreichung) der sprachlichen Kommunikation benutzt. Gesten können aber auch die gesprochene Sprache ersetzen. Hier sind berufstypische oder
konventionelle Gesten zu nennen. Diese beruhen auf einer Übereinkunft über den Sinn der Gesten innerhalb bestimmter Gruppen oder Berufe, s o zum Beispiel bei Soldaten, Jägern oder Seeleuten. Eine Besonderheit stellt die Gebärdensprache dar, die eine explizite nonverbalen Verständigung regelt. Sie ist ein Verständigungsmittel das aus konventionalisierten Gesten und Ausdrucksgebärden besteht. Es bedient sich der Körperhaltung, der Mimik und besonders der Handzeichen. In der deutschen Gebärdensprache (DGS) wird auf 30 Handformen und verschiedene Bewegungsrichtungen, -formen und -qualitäten zurückgegriffen.
2.3 Mimik
Die Mimik beschreibt das Gebärden- und Mienenspiel des Gesichts. Diese, im Vergleich zum Gesamtkörper recht kleine Fläche, stellt gleichsam "die Visitenkarte der allgemeinen Situation eines Individuums" 2 dar, - sie spiegelt die Gesamtbefindlichkeit wieder. Im Gesicht finden sich die Hauptwahrnehmungsorgane. Als erstes sind die Augen zu nennen, die nicht nur für die visuelle Wahrnehmung zuständig sind, sondern auch eine starke Ausdrucksfunktion inne haben. Augen können offen oder verhängt, weit geöffnet oder abgedeckt sein. Sie sind u mgeben von Lachfalten oder
1 Duden: S.273
2 Wirth: S.121
5
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Stefan Krauss, 2002, Stellung der Körpersprache in menschlichen Interaktionen unter besonderer Berücksichtigung des Werbeverhaltens zwischen Mann und Frau, Munich, GRIN Publishing GmbH
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