Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einleitung 3
2. Die fromme Helene 4
2.1 Inhaltsangabe 4
2.2 Zum Werk. 5
a) Entstehungsgeschichte des Werks / Historischer Hintergrund. 5
b) Vorläufer und Parallelen. 6
c) Schauplatz und Autobiographisches. 7
3. Analyse. 9
3.1 Erstes Kapitel. 9
3.2 Zweites Kapitel. 10
3.3 Drittes Kapitel. 12
3.4 Viertes Kapitel. 13
3.5 Fünftes und sechstes Kapitel. 13
3.6 Siebentes Kapitel. 14
3.7 Achtes und neuntes Kapitel. 15
3.8 Zehntes Kapitel. 16
3.9 Elftes, zwölftes und dreizehntes Kapitel. 18
3.10 Vierzehntes Kapitel. 19
3.11 Fünfzehntes und sechzehntes Kapitel. 20
3.12 Siebzehntes Kapitel und Schlusswort. 21
4. Schlussbemerkung. 23
5. Literaturverzeichnis. 24
2
1. Einleitung
Wilhelm Buschs Bildergeschichten begeistern nicht nur Kinder, sondern auch viele Erwachsene. Aus diesem Grund besitzt nahezu jeder Haushalt ein Wilhelm-Busch-Album. Buschs skurrile Geschichten faszinieren mit einmaligen und ansprechenden Zeichnungen und den dazugehörigen Versen.
Jedoch erfreuen sich die meisten Leser an seinen Geschichten, ohne die wahren Intentionen Buschs zu erkennen. In der folgenden Arbeit wird daher eine seiner Bildergeschichten, „Die fromme Helene“, näher auf ihre Intentionen hin untersucht. Das zweite Kapitel dieser Ausarbeitung soll einen ersten Einblick in die Geschichte gewähren, um davon ausgehend, den „eigentlichen“ Inhalt untersuchen zu können, dabei handelt es sich nämlich um eine Satire Buschs, die den „Streit“ zwischen Moral und Trieb widerspiegelt, der im dritten Kapitel untersucht wird. Allerdings ist dieser betrachtete Aspekt nur einer unter vielen, der in dieser Geschichte untersucht werden kann. Im Vorfeld möchte ich deshalb betonen, dass die folgende Ausarbeitung in keinem Punkt einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann.
3
2. Die fromme Helene
2.1 Inhaltsangabe
Helene, die offenbar ein Waisenkind ist, wird von Onkel und Tante Nolte aus der verruchten Großstadt aufs Land geholt. Sogleich weisen Onkel und Tante auf die Tücken des Lebens hin:
Doch noch vor dem ersten Nachtgebet spielt Helene ihrem Onkel einen Streich. Sie näht Hals und Ärmel seines Nachthemdes zu. Als der Onkel dann beabsichtigt sich zur Nachtruhe umziehen, bricht ein Chaos im Dunkeln aus. Erst stößt er die Kerze vom Nachttisch, dann die Dose, dann die Uhr und dann fällt der Nachttisch schließlich um. Obwohl sie Besserung schwört, folgen weitere Verdrießlichkeiten. Mit zunehmendem Alter findet Helene Gefallen an Vetter Franz, das missfällt allerdings Onkel Nolte. Helene beobachtet Franz nicht nur bei der Morgenwäsche, sondern kommt ihm sogar körperlich näher. Nachdem sie einen Liebesbrief an ihn verfasst und nochmals durch einen Streich die Bettruhe von Onkel und Tante stört, muss Helene das Haus wieder verlassen. Sie beginnt ihre Junggesellinnenzeit, in der sie sich mit Kanarienvögeln und Katzen abgibt. Bevor sie gänzlich in die Jahre kommt, heiratet sie lieber den wohlsituierten Herrn G. J. Schmöck. Wegen der Liebe zum Essen und des hohen Alkoholkonsums des Herrn endet jedoch nicht nur die Hochzeitsreise nach Heidelberg in getrennten Betten. Da sich aus diesem Grund kein Kindersegen einstellen will, begibt sich Helene auf Anraten eines Geistlichen auf Wallfahrt. Wie es der Zufall will, trifft sie dabei auf ihren alten Freund Franz.
4
Gemeinsam lassen sie es sich auf diesem kleinen Ausflug sehr gut gehen. So bringt Helene nach absehbarer Zeit ein Zwillingspaar zur Welt. Nun überstürzen sich die Ereignisse. Helenes Ehemann erstickt an einer Fischgräte und Vetter Franz wird beim Techtelmechtel mit einem Küchenmädchen vom Widersacher der Schädel eingeschlagen. Schließlich verfällt Helene dem Alkohol. Diese Sucht wird ihr zum Verhängnis und kostet sie letztlich das Leben.
Nach all diesen Eskapaden endet das Leben Helenes schließlich im großen Kochtopf der Hölle, wo sie auf bekannte Gesichter trifft. Onkel Nolte bleibt der vorhergegangene zitierte Grundsatz. Er fügt lediglich hinzu:
2.2 Zum Werk
a) Entstehungsgeschichte des Werks / Historischer Hintergrund
„Die fromme Helene“ zählt zu den Werken Buschs, die nicht für Kinder, sondern für Erwachsene, bestimmt sind. Höchstwahrscheinlich wurde er von seinem damaligen Verleger Otto Bassermann zu diesem Genre angeregt, da dieser 1866 nach publizierbarem Material, womit Erwachsenliteratur gemeint war, anfragte. Allerdings lehnte Busch damals noch ab, da er sich zu dieser Zeit ausschließlich als Autor von Kinderbüchern verstand. Dennoch war dies Anregung genug für Busch, um sich mit Bildergeschichten für Erwachsene auseinander zu setzen. Schließlich brachte er 1869 „Schnurrdiburr“ und 1870 „Der Heilige Antonius“ heraus. „Die fromme Helene“ erschien im April 1872 zum ersten Mal. Sie stellt bis zu dieser Zeit Buschs wohl reifstes Werk dar. Außerdem ist es wahrscheinlich seine erfolgreichste und populärste Arbeit (vgl. Guratzsch/Neyer 2002, S. 1146 ff.).
5
Zu dieser Zeit ist Frankfurt, der Wohnort Buschs, Teil des deutschen Reiches in der Ära Bismarcks. Die Zeit wurde geprägt vom Antisemitismus und vom nationalen Gedanken, was sich in der Bildergeschichte wiederfinden lässt (vgl. Kubisch 2003, S. 26 f.).
Die liberalen Tendenzen sind zeitweise zurückgedrängt. Dennoch greift Busch auch den Antinationalismus dieser Zeit auf (vgl. Kubisch 2003, S. 26 f.). „Wo im Kreis der Liberalen Man den heiligen Vater haßt.-“ (Guratzsch/Neyer 2002, S. 228).
b) Vorläufer und Parallelen
Mehr als in anderen Geschichten Buschs lässt sich in dieser eine Fülle an benutzten Quellen vermuten. So liegt zum Beispiel eine Beeinflussung Wilhelm Buschs durch den Mecklenburger Dichter Fritz Reuter (1810-1874) nahe, da sich mehrere Parallelen zu dessen Werk „Läuschen und Rimels“ finden lassen. Auch einige von Buschs Zeichnungen wurden vermutlich durch andere Künstler bewirkt.
Beispielsweise ist eine Beeinflussung durch den Zeichner Eduard de Beaumont denkbar, da von diesem eine Lithographie existiert, die der Situation der briefschreibenden Helene ähnelt. Diese beiden Annahmen entsprechen allerdings nur einem kleinen Anteil der vermutlich verwendeten Quellen, die in diesem Werk zu finden sind (vgl. Guratzsch/Neyer 2002, S. 1097 f.).
6
Arbeit zitieren:
Sabine Lehmann, 2004, Wilhelm Busch - Die fromme Helene, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Freundschaften im Jugendalter. Entwicklungspsychologische Betrachtunge...
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Zwischenprüfungsarbeit, 25 Seiten
Kästner, Erich - Emil und die Detektive: Kann ein Kinderbuch von 1928 ...
Seminararbeit, 19 Seiten
Moderne Kinderliteratur am Beispiel Peter Härtlings 'Ben liebt Ann...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 17 Seiten
"Das Doppelte Lottchen" von Erich Kästner
Die Darstellung des Rollentau...
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Eine wie keine? Helvetia, die Staatspersonifikation der Schweiz
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Ikonographie und Ikonologie als Methoden kommunikationswissenschaftlic...
Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Zur Diskussion über die Frage der Schuld am Ersten Weltkrieg am Beispi...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Seminararbeit, 18 Seiten
Gedichte und Symbole in Theodor Storms Immensee
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 19 Seiten
Interpretation von Theodor Storms Immensee
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 19 Seiten
Sabine Lehmann hat den Text Wilhelm Busch - Die fromme Helene veröffentlicht
Sabine Lehmann hat einen neuen Text hochgeladen
German Satirical Writings: Wilhelm Busch and Others
Wilhelm Busch, Dieter P. Lotze, John Simon
Carl Spitzweg und Wilhelm Busch
Zwei Künstlerjubiläen. Mit ein...
Sigrid Bertuleit, Hans Joachim Neyer
Auf den Spuren von Wilhelm Busch. Eine Bildreise
Wolfgang Tschechne, Schaumburger Landschaft, Toma Babovic
0 Kommentare