Inhaltsverzeichnis:
I. Einleitung 3
1.0 Was ist Ind ividualität? 4
2.0 Wie fügt sich das Individuum in die Gesellschaft ein um bestehen
zu können 4
2.1 Die Umwandlung des institutionalisierten in den
deinstitutionalisierten Lebenslauf 5
3.0 Wie wirkt sich unsere Gesellschaftsform auf das Lebensalter aus? 6
3.1 Die Kindheitsphase 6
3.2 Die verlängerte Jugendphase 7
3.3 Die Erwerbs- und Altersphase 7
4.0 Wie sieht sich die Jugend heute „Shell Studie 2002“ 8
5.0 Die Altersphase als Störfall im Leben 9
6.0 Wie wirkt sich der Wertewandel in unserer Gesellscha ft aus unter dem
Aspekt einer immer länger andauernden Ausbildungszeit sowie einer
veränderten Altersphase unter soziologischer Sicht. 10
7.0 Literaturverzeichnis 13
2
I. Einleitung
Auf einer Reise nach Irland lernte ich vor Jahren eine damals 72 jährige Frau kennen. Ich war überrascht wie aktiv und selbstsicher sie im Flugzeug auftrat. Beim Warten auf den Anschlussflug kamen wir in ein Gespräch. Es stellte sich heraus, dass sie auf dem Weg zu ihrem Haus war. Dieses Haus musste sie sich aufgrund von Erbstreitigkeiten auf dem Rechtsweg im Alter von 67 Jahren in Irland erkämpfen. Ich finde es auch heute noch beeindruckend, das sie mit Englischkenntnissen aus ihrer Schulzeit eine für andere aussichtlose Auseinandersetzung mit einem fremden Rechtsystem begann, um einen für sie wichtigen Teil in ihrem Leben zu beginnen, wo andere sich zur Ruhe setzen und Rosen im Garten züchten, was sie nebenbei auch noch tat.
Es entstand in mir die Frage, warum sich manche Menschen aktiv in Krisensituationen in ihrem Leben, altersunabhängig, auf eine neue Situation besser einstellen. Ist Individualität erlernbar? Der individuelle Lebenslauf prägt einen Menschen. Inwieweit lassen wir uns von unserer Gesellscha ft formen. Individualität ist heute wichtiger denn je. Der rasche Wandel von Modetrends, die wirtschaftlichen Krisen und damit das Wegfallen eines vermeintlich sicheren Arbeitsplatzes lassen kaum längerfristige Planungen zu. Unsere Gesellschaft fordert von uns sich auf immer neue Situationen einzustellen.
Zuerst möchte ich kurz die Frage beantworten was Individualität bedeutet und wie sich das Individuum in die Gesellschaft einfügt Dabei mache ich einen kurze geschichtliche Einführung wie sich die Gesellschaft wandelte. Meine Sichtweise steht unter der Frage, wie steht das Individuum zur Gesellschaft. Anhand vom institutionalisierten Lebenslauf und seiner Auflösung frage ich, wie die Gesellschaft darauf reagiert. Die veränderten Lebensphasen werden dies verdeutlichen. Die Zusammenfassung Shell Studie 2002 zeigt den Wertewandel der Jugend auf.
Wie reagieren die ältern Menschen auf diesen Wertewandel? Können sie mit dieser neuen Situation zurechtkommen. Unsere Gesellschaft fordert, dass der Bürger sich auf die neue Situation einstellen soll. Einschnitte im Sozialversicherungssystem sind die ersten Schritte. Unmut wird laut. Führt dieser Unmut zum Handeln? Ich versuche, diese Frage für mich im Schlussteil zu beantworten, damit ich in der Lage bin, bei Bedarf eine richtige Antwort zu geben..
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1.0 Was ist Individualität
Das Individuum ist ein nicht mehr teilbares Wesen mit seinen ganz spezifischen Eigenhe iten. Dieses selbständige vernunftbegabte Wesen lässt sich im Vergleich zu anderen abgrenzen. Es kann gegensätzliche Entscheidungen zur Gesellschaft treffen durch seinen freien Willen. Gleichze itig geht die Gegenwartssoziologie von der anthropologischen Prämisse aus, dass sich das Individuum durch die Auseinandersetzung in und mit der Gemeinschaft entwickeln kann. Dabei ist die Kultur in dieser Gemeinschaft zur Entwicklung auch wichtig. Dadurch wird in der westlichen Gesellschaft eine Aufwertung des Individuums und der daraus resultie- renden Individualität erst möglich. 1
2.0 Wie fügt sich das Individuum in die Gesellschaft ein um bestehen zu können.
Institutionen sollen in unserer Gesellschaft das Zusammenleben zwischen den einzelnen Individuen in wichtigen Bereichen regeln 2 . Diese verändern sich im Laufe der Zeit da sie sich den Erfordernissen der Gesellschaft anpassen.
Der einzelne Mensch in der Gemeinschaft muss, um sein Überleben zu sichern, seine Vorteile anpreisen. Eine Form seinen Lebensweg zu beschreiben ist der persönliche Lebenslauf. Dadurch hat er die Möglichkeit, seine Existenz zu sichern, indem er eine Arbeitstelle bekommt um die Bedürfnisse des Lebens wie Nahrung und Obdach zu erkaufen.
Im Laufe des 16. bis 18. Jahrhunderts wandelte sich die Gesellschaftsform. Die strikte Zugehörigkeit zu den Ständen und Schichten begann sich aufzulösen. Es wurde möglich, über sich in einem gewissen Rahmen selbst zu bestimmen. Das bedeutete aber auch, einen Nachweis in Form eines zweckgerichteten Lebenslaufes zu erbringen, da die Sicherheiten, welche die Stände und Gesellschaftsformen boten, nicht mehr bestanden..
Die Demokratie und neu entstandene soziale Systeme ermöglichten es, durch einen zielgeric hteten Lebenslauf, in Form eines schriftlichen Nachweises, eine Arbeit anzunehmen, ohne der dazugehörigen Schicht anzugehören. Der institutionalisierte Lebenslauf war entstanden. Ein wichtiges Merkmal ist die geschlechtspezifische Aufteilung. Die Männer mussten für den Familienunterhalt sorgen, die Frauen waren für den Haushalt und die Kindererzie hung zuständig. Somit mussten die Männer eine kontinuierliche Erwerbsbiographie nachweisen. Es kam zu einer Ausrichtung der Sozialversicherungssysteme. Individualität war nicht gefragt.
1 Karl-Heinz Hillmann, Wörterbuch der Soziologie, Kröner, 4. Auflage
2 Microsoft® Encarta® Enzyklopädie Professional 2003. © 1993-2002 Microsoft Corporation. Microsoft®
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Arbeit zitieren:
Ella Henschel, 2003, Wie wirkt sich der Wertewandel in unserer Gesellschaft aus unter dem Aspekt einer immer länger andauernden Ausbildungszeit sowie einer veränderten Altersphase, München, GRIN Verlag GmbH
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