Diese Arbeit bemüht sich um einen Überblick über die Massenmedien in den Vereinigten Staaten. Hierbei stehen die Struktur der Medienlandschaft, ihre Funktionen im politischen System und ihr Einfluß auf die politische Partizipation im Mittelpunkt. Grundsätzlich versteht man unter Massenkommunikation Aussagen, die „öffentlich durch technische Verbreitungsmittel indirekt und einseitig an ein disperses Publikum vermittelt werden“. Bei der Darstellung der Massenkommunikationsmittel beschränkt sich diese Arbeit dem üblichen Sprachgebrauch folgend auf Printmedien, Radio und Fernsehen. Vor allem letzteres erfährt aufgrund seiner herausragenden Bedeutung besondere Berücksichtigung. Das Internet entzieht sich der oben angegebenen Definition in mehrfacher Hinsicht, und wird daher gesondert bearbeitet. Da es sich noch im Anfangsstadium seiner Entwicklung befindet, liegt der Schwerpunkt neben der gegenwärtigen Nutzung vor allem auf den Zukunftsperspektiven dieses Mediums.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE STRUKTUR DER MEDIENLANDSCHAFT IN DEN USA
2.1. PRINTMEDIEN
2.2. RADIO
2.3. FERNSEHEN
2.4. FEDERAL COMMUNICATIONS COMMISSION
2.5. KONZENTRATIONSPROZESSE
3. DIE MEDIEN IM POLITISCHEN SYSTEM
3.1. WATCHDOG
3.2. INFORMATION
3.3. MEDIEN UND WAHLEN
3.4. MEDIEN UND POLITISCHE PARTIZIPATION
5. DAS INTERNET IM POLITISCHEN PROZEß
6. SCHLUßBETRACHTUNG
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Mediensystem der Vereinigten Staaten unter Berücksichtigung seiner strukturellen Beschaffenheit, seiner Funktionen innerhalb des politischen Systems und seines Einflusses auf die politische Partizipation der Bürger, wobei insbesondere die Rolle des Internets als zukunftsorientiertes Medium beleuchtet wird.
- Strukturanalyse der US-Medienlandschaft (Print, Radio, TV)
- Regulierungsmechanismen durch die Federal Communications Commission
- Die Rolle der Medien als "Vierte Gewalt" im politischen System
- Medialisierung von Wahlkämpfen und deren Auswirkungen auf die Parteien
- Zusammenhang zwischen Medienberichterstattung und politischer Apathie
- Potenziale und Herausforderungen des Internets für die politische Kommunikation
Auszug aus dem Buch
3.3. Medien und Wahlen
In keinem anderen Land haben Wahlen eine so überragende Bedeutung als mediales Ereignis wie in den USA. Die Intensität der Wahlberichterstattung variiert dabei außerordentlich stark. Während Präsidentschaftswahlen die nationalen Fernsehnachrichten von den primaries bis zu den eigentlichen Wahlen dominieren, finden die Kongreßwahlen auf bundesstaatlicher oder lokaler Ebene weitaus weniger Beachtung und werden in der Regel auch nur von den jeweiligen lokalen oder regionalen Medien berücksichtigt. Die folgende Betrachtung wird sich in erster Linie auf die Präsidentschaftswahlen beziehen, da hieran für Merkmale und Auswirkungen der amerikanischen „mediocracy“ besonders deutlich werden..
Ein sehr wesentliche Ursache für einen medienzentrierten Wahlkampf liegt bereits im Wahlsystem der Vereinigten Staaten verankert. Die faktische Direktwahl des Präsidenten durch das Volk, setzt eine hohes Maß an direkter Interaktion zwischen den Kandidaten und den Wählern voraus. Durch die Etablierung der primaries kommt eine Fülle populistischer Elemente schon zu einem frühen Zeitpunkt in den Auswahlprozeß. Dies läßt die Medien, die - vermittelnd und kommentierend - zwischen Kandidaten und Wählern stehen, an Bedeutung gewinnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Fragestellung zur Rolle der Massenmedien in den USA sowie Definition der betrachteten Medienkategorien.
2. DIE STRUKTUR DER MEDIENLANDSCHAFT IN DEN USA: Darstellung der historischen Entwicklung und Organisation von Presse, Rundfunk und Fernsehen sowie der staatlichen Regulierung und Konzentrationsprozesse.
3. DIE MEDIEN IM POLITISCHEN SYSTEM: Untersuchung der Kontrollfunktion der Medien, ihrer Rolle als Informationsquelle sowie ihres massiven Einflusses auf Wahlkämpfe und die politische Partizipation der Bürger.
5. DAS INTERNET IM POLITISCHEN PROZEß: Analyse der Bedeutung des Internets als Hybridmedium und dessen Möglichkeiten zur politischen Interessenartikulation im digitalen Zeitalter.
6. SCHLUßBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung des Spannungsfeldes zwischen Medieninteressen und demokratischem Willensbildungsprozess sowie Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Massenmedien, USA, Mediensystem, politische Partizipation, Wahlkampf, Fernsehen, Printmedien, Federal Communications Commission, Konzentrationsprozesse, Internet, Information Superhighway, politische Kommunikation, Demokratie, Mediocracy, Public Opinion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Mediensystem der USA und dessen Wechselwirkungen mit dem politischen System des Landes.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Medienstruktur, der Rolle der Medien als "Vierte Gewalt", dem medialen Einfluss auf Wahlen und dem zunehmenden Einfluss digitaler Medien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Es wird untersucht, wie die Medienlandschaft den politischen Willensbildungsprozess und die Partizipation der US-Bürger beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche und politikwissenschaftliche Analyse auf Basis von Fachliteratur und Sekundärdaten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Struktur von Print- und elektronischen Medien, die Regulierung durch die FCC, die Rolle in Wahlkämpfen sowie die spezifischen Auswirkungen des Internets.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Massenmedien, USA, politische Partizipation, Wahlkampf, Mediocracy und elektronische Demokratie.
Warum haben politische Parteien in den USA an Bedeutung verloren?
Durch die direkte Wahl des Präsidenten und die Nutzung der Medien als zentrale Plattform für Imagepflege haben die Kandidaten den direkten Zugang zum Wähler optimiert, was die Vermittlerrolle der Parteien geschwächt hat.
Welche Gefahr sehen die Autoren im "horse-race"-Journalismus?
Die Konzentration auf Umfragen und Strategien verdrängt die inhaltliche Auseinandersetzung mit Sachthemen (issues), was laut Analyse zu einer politisch weniger informierten Bevölkerung führt.
- Arbeit zitieren
- Björn Erichsen (Autor:in), 2000, Das Mediensystem der USA. Entwicklung, Struktur und Einflüsse auf das politische System, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28865