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INHALTSVERZEICHNIS
I ABBILDUNGSVERZEICHNIS 3
1 EINLEITUNG 4
2 DER ENTWICKLUNGSPROZESS 5
2.1 PHASEN IM ENTWICKLUNGSPROZESS. 5
2.1.1 Planungsphase 5
2.1.2 Konzipierungsphase 6
2.1.3 Entwurfphase 6
2.1.4 Ausarbeitungsphase 6
3 GEGENSTAND UND NOTWENDIGKEIT EINER KONSTRUKTIONSBEGLEITENDEN
KALKULATION 7
3.1 TRADITIONELLE VERSUS KONSTRUKTIONSBEGLEITENDE KALKULATION 8
3.2 LANGER VERSUS KURZER REGELKREIS. 9
4 PROBLEME DES KOSTENGÜNSTIGEN KONSTRUIERENS 11
4.1 ANFORDERUNGEN AN EINE KONSTRUKTIONSBEGLEITENDE KALKULATION. 12
4.2 ANFORDERUNGEN AN DIE VERFAHREN. 13
5 VERFAHREN DER KONSTRUKTIONSBEGLEITENDEN KALKULATION. 15
5.1 QUALITATIVE VERFAHREN 15
5.1.1 Kostenstrukturen. 15
5.1.2 Konstruktionsregeln. 15
5.1.3 Relativkosten. 16
5.2 QUANTITATIVE VERFAHREN 16
3
5.2.1 Kurzkalkulationen. 16
5.2.2 Expertensysteme 18
5.2.3 Neuronale Netze. 18
5.3 ANWENDBARKEIT DER VERFAHREN AUF NEUPRODUKTE UND VARIANTEN 19
6 REALISATION DURCH DV-UNTERSTÜTZUNG 21
6.1 REALISIERUNG DURCH CAD. 21
7 GRENZEN UND KRITIK. 22
8 PROZESSORIENTIERTE KALKULATION DER INDIREKTEN KOSTEN MIT HILFE DER
PROZESSKOSTENRECHNUNG. 23
9 NOTWENDIGKEIT DER INTEGRATION DER KONSTRUKTIONSBEGLEITENDEN
KALKULATION IN EINE LEBENSZYKLUSRECHNUNG 25
I ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1: Kostenfestlegung und Kostenentstehung in den Unternehmensbereichen
Abbildung 2: Verkürzung des Regelkreises durch eine konstruktionsbegleitende Kalkulation
Abbildung 3: Kostenbeeinflussung und -beurteilung im Konstruktionsprozess
Abbildung 4: Genauigkeit von Kostenaussagen abhängig vom Bekanntheitsgrad
4
1 Einleitung
Im s trategischen Kostenmanagement geht es immer um die Problematik der Kostenoptimierung sowohl der Höhe, dem Niveau und der Struktur nach. 1 Die Perspektive hierzu muss eine langfristige und totale sein, d.h., sich auf den gesamten (integrierten) Produktlebenszyklus beziehen. Es sind sämtliche Kosten in die betriebswirtschaftlichen Überlegungen mit einzubeziehen.
Hieraus leitet sich die Notwendigkeit ab, für jede Phase dieses Zyklus nach Möglichkeiten der Kostenbeeinflussung zu suchen. Kosten fallen über den gesamten Produktlebenszyklus an. Dabei entstehen die meisten Kosten erst in der eigentlichen Fertigung. Demgegenüber ist die Kostenbeeinflussung in der ersten Phase des Lebenszyklus am größten, während sie mit zunehmendem Zeitverlauf stark abnimmt. Diese Tatsache zwingt zu einer Anwendung von Verfahren und Methoden in genau diesem Zeitabschnitt.
Die konstruktionsbegleitende Kalkulation ist ein Instrument zur Kostengestaltung im Entwicklungsprozess, d.h. der der sog. Vormarktphase. Ziel hierbei ist die Senkung vor allem der Herstellkosten durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit aller das Produkt beeinflussenden Abteilungen. 2 Denn die Kosten des Produktes sind von vielen Einflussgröße n abhängig, deren Festlegung oft nicht alleine dem Konstrukteur obliegt. 3
Die konstruktionsbegleitende Kostenschätzung und Kalkulation ist ein Instrument, um die am Marktpreis ausgerichteten Zielkosten einzuhalten, nach Möglichkeit sogar zu unterschreiten. 4 Sie stellt damit die notwendige Ergänzung zum Konzept des Target Costing dar. Sie hilft, Fehlentwicklungen im Hinblick auf die Kosteneinhaltung zu erkennen und gegenzusteuern, indem sie durch das Bereitstellen der nötigen Informationen ökonomisches Denken in den Entwicklungsprozess integriert und
1 Vgl. KEMMINER (1999) S. 54f.
2 Vgl. EHRLENSPIEL (1995) S. 555.
3 Vg l. EHRLENSPIEL (1995) S. 558.
4 Vgl. SCHOLL (1998) S. 19.
5
damit ein zielkostenadäquates Verhalten bei den zuständigen Mitarbeitern forciert und ihnen so eine konkrete Entscheidungshilfe bietet. 5
2 Der Entwicklungsprozess
Das einzelne Produkt durchläuft in seinem Leben entsprechend dem Modell des integrierten Produktlebenszyklus den Entstehungs-, den Markt- und den Nachsorgezyklus. Da im Entstehungszyklus der Großteil der späteren Produktkosten determiniert wird, fällt in dieser Phase dem Kostenmanagement eine bedeutende Rolle zu. Es ist darüber zu entscheiden, welche (vom Kunden geforderten) Funktionen das Produkt erfüllen soll. 6 Evtl. nicht vom Markt vergütete Funktionen sind z u erkennen und zu eliminieren. Des weiteren ist zwischen alternativen Werkstoffen und Fertigungsverfahren etc. die jeweils kostengünstigste Alternative auszuwählen. Die konstruktionsbegleitende Kalkulation soll in allen Phasen des Entwicklungsprozesses eine Entscheidungsunterstützung bieten. Bevor das Instrumentarium hierzu vorgestellt wird, soll dieser Zyklus zunächst kurz dargestellt und seine einzelnen Abschnitte beschrieben werden. 7
2.1 Phasen im Entwicklungsprozess
Der Prozess der Entwicklung wird in vier Phasen eingeteilt:
2.1.1 Planungsphase
Die Planungsphase umfasst die Analyse, Überprüfung und Festlegung des Gesamtauftrags. Es geht um die Beschreibung der grundsätzlichen Anforderungen, die (von Kundenseite aus) an das Produkt gestellt werden und welchen es in
5 Vgl. RIEZLER (1996) S. 94.
6 Vgl. BURGER (1999) S. 139.
7 Zur Abgrenzung der Begriffe Entwicklung und Konstruktion sei erwähnt, dass in der Literatur häufig keine
exakte Abgrenzung erfolgt. VAHRENKAMP definiert jedoch Entwicklung als „die Umsetzung von
wissenschaftlichen Prinzipien in praktisch handhabbare Produkte bzw. Prozesse“. Die Konstruktion wiederum ist
als Teil der Entwicklung die planerische Gestaltung dieser Produkte und Prozesse. Vgl. VA HRENKAMP (2000)
S. 32.
6
Produktplanungsphase […] umfasst auf der Grundlage der Unternehmensziele die systematische Suche und Auswahl von Produktideen […].“ 9
2.1.2 Konzipierungsphase
In der Konzipierungsphase geht es nun detaillierter um die Formulierung der Haupt-und Nebenfunktionen sowie mögliche Lösungsprinzipien zu deren Umsetzung, um die Gesamtaufgabe des Produktes zu erfüllen. 10 Dazu erfolgt eine Zerlegung der noch sehr komplexen Produkthauptfunktion in Teil-, bzw. Nebenfunktonen, sodass auf dieser Ebene für jede einzelne Teilfunktion eine Lösung z.B. durch konkrete Bauteile oder Fertigungsverfahren generiert werden kann. 11
2.1.3 Entwurfphase
Eine Umwandlung dieser Lösungsprinzipien in quantitative, maßstäbliche Entwürfe erfolgt in der Entwurfphase. 12 Es beginnt die konkrete Gestaltung des Produktes. Die Entwurfsphase endet im sog. Vorentwurf auf Basis einer vorläufigen Stückliste und Fertigungsanweisungen. Dieser Vorentwurf erfüllt bereits die Anforderungen des Kunden an das Produkt; er liegt im Rahmen der Fertigungs- und Montagemöglichkeiten d es Unternehmens und garantiert die Einhaltung der Zielkosten. 13
2.1.4 Ausarbeitungsphase
Der Entwicklungsprozess wird durch die Ausarbeitungsphase beendet, in welcher eine detaillierte Ausarbeitung der Entwürfe stattfindet, die, um die noch fehlenden Fertigungsdaten ergänzt, in kompletten, endgültigen Stücklisten und Arbeitsplänen mündet. 14
8 Vgl. BADEN (1997) S. 156.
9 SCHOLL (1998) S. 15.
10 Vgl. BURGER (1999) S. 121.
11 Vgl. SCHOLL (1998) S. 16.
12 Vgl. BADEN (1997) S. 157.
13 Vgl. SCHOLL (1998) S. 16.
14 Vgl. BADEN (1997) S. 157, sowie BURGER (1999) S. 121.
7
3 Gegenstand und Notwendigkeit einer konstruktionsbegleitenden Kalkulation
Verfahren wie die des Target Costing haben die Aufgabe, durch Marktanalyse die Anforderungen a n ein Produkt zu ermitteln und hieraus abgeleitet, eine als hinreichend vorgegebene Zielrendite berücksichtigend, Aussagen über die einzuhaltenden Zielkosten zu treffen. 15 Nun muss es im Weiteren darum gehen, diese Kostenvorgaben einzuhalten. Es ist für jede Phase des Lebenszyklus zu untersuchen, welche Kostensenkungspotentiale bestehen.
Die eigentliche Konstruktion kostet noch nicht soviel. Teuer wird das Produkt erst, wenn die Materialkosten und die Fertigungskosten (wie z.B. Fertigungslöhne) im eigentlichen Herstellungsprozess hinzukommen. 16 Diese allerdings werden im Entwicklungs- und Konstruktionsbereich determiniert. So hat sich in der Praxis gezeigt, dass allein im Entwicklungsbereich etwa 70% bis 80% der späteren Produkt(selbst)kosten verantwortlich f estgelegt werden. 17 EHRLENSPIEL nennt sogar die Höhe von bis zu 90%. 18 Er nennt diese Kosten die entscheidungsrelevanten, also noch beeinflussbaren Kosten. Die Folgen einer genauen Analyse mit der Möglichkeit einer Kostenoptimierung in diesem Bereich beschreibt MÄNNEL: „Es ist eine durchschnittliche Senkung der Herstellkosten in Höhe von 33% erreichbar. Diese Kostensenkungen werden zu zwei Dritteln durch konstruktive Änderungen erreicht. Dies würde bedeuten, dass bis zu 25% der Herstellkosten in der Konstruktion vermieden werden könnten.“ 19
So liegt der zentrale Gedanke der konstruktionsbegleitenden Kalkulation „in der (Vor-) Verlagerung von Kostenrechnungs-Know-how auf diejenigen Potentialfaktoren (Konstruktionsmitarbeiter und -aggregate), die in der unternehmensbezogenen
15 Vgl. EHRLENSPIEL/KIEWERT/LINDEMANN, Zielkostenorientierte Produktentwicklung in
FRANZ/KAJÜTER (2002) S. 110.
16 Vgl. BURGER (1999) S. 124.
17 Vgl. MÄNNEL (1997) S. 112, sowie SCHOLL (1998) S. 21, sowie KALUZA, Kostenmanagement bei neuen
Technologien, in DELLMANN/FRANZ (1994) S. 401.
18 Vgl. EHRLENSPIEL/KIEWERT/LINDEMANN, Zielkostenorientierte Produktentwicklung in
FRANZ/KAJÜTER (2002) S. 111.
19 Vgl. MÄNNEL (1997) S. 113, sowie SCHOLL (1998) S. 24.
8
Wertkette sachlich-funktional vorgelagert sind und einen großen Anteil des Kostenvolumens aktiv beeinflussen können.“ 20 Während im Entwicklungsprozess wie beschrieben sehr hohe Kostenanteile verantwortlich festgelegt werden, sind die hier entstehenden Kosten sehr gering.
Abbildung 1: Kostenfestlegung und Kostenentstehung in den Unternehmensbereichen
Quelle: EHRLENSPIEL (1995) S. 555
3.1 Traditionelle versus konstruktionsbegleitende Kalkulation
Während es in der traditionellen Kostenrechnung um eine exakte Erfassung der einzelnen Kostengrößen geht 21 , dieses allerdings erst sehr spät im Vormarktzyklus auf Basis detaillierter Arbeitspläne und Stücklisten möglich ist 22 , nimmt man im Rahmen der konstruktionsbegleitenden Kalkulation in Kauf, dass die Kostenprognosen nur geschätzt werden können und damit ungenau sind. Allerdings erscheint diese Alternative besser, als ohne jegliche Vorstellung der Kosten zu
20 FRÖHLING, Strategisches Kostenmanagement: Paradigmenbeschwörung überdeckt Konzeptionsdefizite, in
DELLMANN/FRANZ (1994) S. 114.
21 Vgl. EHRLENSPIEL (1995) S. 557.
22
Arbeit zitieren:
Torsten Schlimme, 2004, Verfahren der konstruktionsbegleitenden Kostenschätzung und Kalkulation, München, GRIN Verlag GmbH
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