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Zwei Habitus der Wiener Moderne: Karl Lueger und Hugo von Hofmannsthal — Modell einer sozialwissenschaftlichen Untersuchung

Title: Zwei Habitus der Wiener Moderne: Karl Lueger und Hugo von Hofmannsthal — Modell einer sozialwissenschaftlichen Untersuchung

Term Paper , 2000 , 40 Pages

Autor:in: Mag. Zoltan Peter (Author)

Sociology - Culture, Technology, Nations
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Einleitung

Der Sinn dieser Untersuchung liegt über die Absicht zum Entwurf eines
textanalytischen Modells hinaus darin, dass die zwei herangezogenen Akteure der Wiener Jahrhundertwende seinerzeit eine Wissens- oder Praxisform durchsetzen konnten, die sie berühmt machte, und vor allem darin, dass ihre Berühmtheit bis in unseren Tage hinein wirkt, dem „Raum des Möglichen“ (Bourdieu), dem, was heute in der Politik und, wenn auch nur bedingt, in der Kunst sagbar und machbar ist,
angehört.
Beide Karrieren, die Luegers wie die Hofmannsthals, lassen sich anhand zweier von Bourdieu übernommener Begriffe (Häresie und Orthodoxie) auf zwei Phasen aufteilen. Auf zwei Phasen, die jeweils eine bestimmte Position und damit eine bestimmte Praxisform, ein Programm oder Stil implizieren. Die Bedeutung einer zum Beispiel in einem Text bezogenen Stellungnahme hängt der Feldtheorie zufolge
mit der Position des Autors zusammen, die er im Feld seiner Praxis einnimmt.
Kennen wir den Raum des Werkes (Stil, Positionierung der in einem Kunstwerk wirkenden Figuren usw.), die Struktur des Feldes, sowie Position und Positionierungen des Autors, öffnet sich die Möglichkeit zur Re-konstruktion des „Habitus“. Dabei handelt es sich um ein „einheitsstiftendes System“ (ders.), das die
unterschiedlichsten Handlungen einer Person miteinander verbindet.
Die Arbeit mit diesem Begriff könnte dazu beitragen, dass die Spaltung zwischen dem, was eine sog. werkimmante Methode über ein gesellschaftliches Phänomen wie ein politisches Programm oder einen Roman hervorbringt und dem, was die andere ihr entgegengesetzte Methode, die die Aussagen des Werks eins zu eins mit bestimmten Eigenschaften des Autors verbindet, einer allgemeinen
gesellschaftlichen Kontext unterordnet, überwunden wird.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Teil: DER HABITUS DES KARL LUEGER

Auf der Suche nach Anerkennung und dem adäquaten Ton

Positionierung, anfängliche Manifestation und sukzessive Entstehung des Habitus

Lueger in der Position des Häretikers in der Zeit zwischen 1889-1897

Die Stellung der Partei im Feld der Macht

Im Feld der Politik zwischen 1889-1897

Das Veto des Kaisers

Freiheit und Qual der Orthodoxia (1897-1910)

Dispositionen und Habitus

2.Teil: DISPOSITIONEN DES HUGO VON HOFMANNSTHAL

Einleitung

Das literarische Feld und sein Umfeld

Die Konkurrenz im Subfeld

Die häretische Phase

Realismus versus Mystizismus

Geniessen oder Reflektieren?

Zwischen „Überwindung“ und Orthodoxia

Sehnsucht nach dem Ganzen

Zwischen Heteronomie und Autonomie, die orthodoxe Phase

Kunstmarkt oder reines Genie

Hofmannsthal Symbol der Heteronomie?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein textanalytisches Modell auf Basis der Feldtheorie von Pierre Bourdieu zu entwerfen und dieses anhand der Karrieren von Karl Lueger und Hugo von Hofmannsthal zu demonstrieren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie sich die Habitusformen dieser Akteure in Abhängigkeit von ihrer Position im sozialen Feld und ihren jeweiligen Machtverhältnissen konstituierten und in Texten manifestierten.

  • Analyse der Akkumulierung von Kapitalien (ökonomisch, kulturell, politisch) als Grundlage für die soziale Positionierung.
  • Untersuchung der Begriffe Häresie und Orthodoxie als strukturelle Phasen der Karriereentwicklung.
  • Rekonstruktion des Habitus als einheitsstiftendes System, das Handlungen und Stil prägt.
  • Vergleich von Wirkmechanismen zwischen dem politischen Feld (Lueger) und dem künstlerischen Feld (Hofmannsthal).

Auszug aus dem Buch

Positionierung, die anfängliche Manifestation und die sukzessive Entstehung des Habitus

Zwischen 1882 und 1887 bemühte sich Lueger um eine Vermittlerrolle zwischen den „Demokraten“ und „Antisemiten“, ohne sich beim Standpunkt des einen oder des anderen selbst länger aufzuhalten; — die Bekämpfung der Liberalen stand im Mittelpunkt der Interessen der Opposition. (Verschiedenste Vereine kamen aus diesem Zweck zusammen: Luegers „Antiliberale Liga“, der antisemitische „Reform Verein“, der „Christlichsoziale Verein“ usw.) Für Lueger selbst dürfte diese Periode als eine Art bewussten oder unbewussten Lavierens zwischen den Positionen gewesen sein, die Vorarbeit, ein Bemühen, um die Herstellung jener Differenz, ohne es kein Erfolg im politischen Feld erzielbar ist.

Denn besonders hier, im politischen Feld ist das „Sein“ des spitzen Politikers gleich der konstruierten Differenz zu den anderen; diese entstammt aber nicht dem Nichts, sondern ist in der Struktur des Feldes und im „Raum des Möglichen“ (Bourdieu) potenziell schon vorhanden; sie entsteht im Verhältnis zu den in diesem Feld existierenden aktuellen politischen Richtungen (und ihren historischen Dimensionen). Das politische Feld, weil weit entfernt vom „Feld der Macht“ (ökonomisches, intellektuelles Feld usw.) unabhängig zu sein, im Gegenteil: es ist heteronom und somit mit dem Machtfeld in einer engeren Beziehung verwickelt, von den im gesamten sozialen Raum existierenden Themen, „Spielarten“ geprägt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit erläutert das Ziel, ein textanalytisches Modell auf Basis von Bourdieu zu entwerfen, um die Praxisformen der Akteure Lueger und Hofmannsthal zu rekonstruieren.

1. Teil: DER HABITUS DES KARL LUEGER: Dieses Kapitel analysiert Luegers Aufstieg von der Herkunft bis zur Spitzenposition als Wiener Bürgermeister unter Anwendung der Feldtheorie.

2.Teil: DISPOSITIONEN DES HUGO VON HOFMANNSTHAL: Die Untersuchung beleuchtet die literarische Karriere Hofmannsthals, unterteilt in Phasen der Kapitalakkumulierung, der häretischen Lyrik-Periode und der orthodoxen Drama-Phase.

Schlüsselwörter

Habitus, Feldtheorie, Pierre Bourdieu, Karl Lueger, Hugo von Hofmannsthal, Wiener Moderne, Häresie, Orthodoxie, Politische Feld, Literarisches Feld, Macht, Populismus, Kapitalakkumulierung, Autonomie, Heteronomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der sozialwissenschaftlichen Analyse von zwei prägenden Akteuren der Wiener Moderne, Karl Lueger und Hugo von Hofmannsthal, und wie deren Habitus durch ihre Position in gesellschaftlichen Feldern geformt wurde.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Feldtheorie, die Analyse von Machtstrukturen, das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft sowie die Unterscheidung zwischen politischem und künstlerischem Handeln.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist der Entwurf eines textanalytischen Modells, das mithilfe Bourdieus Begriffen (Habitus, Feld, Kapital) die Praxen der Akteure über verschiedene Phasen ihrer Karriere hinweg erklärt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Feldtheorie von Pierre Bourdieu sowie Methoden der rhetorischen Hermeneutik und Sequenzanalyse, um Stellungnahmen und den „Raum des Möglichen“ zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Phasen der Akkumulierung von Kapitalien, die häretischen und orthodoxen Phasen beider Biografien sowie die jeweilige Positionierung im politischen bzw. literarischen Feld analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Schlüsselbegriffe sind Habitus, Feldtheorie, Häresie, Orthodoxie, Machtfeld, Autonomie und Heteronomie.

Welche Bedeutung kommt dem „Veto des Kaisers“ im Fall Lueger zu?

Das Veto wird als Ausdruck der kaiserlichen Autorität interpretiert, die eine Gefährdung der „Staatsidee“ durch Luegers rechts-populistischen Stil verhindern wollte.

Wie lässt sich Hofmannsthals Wandel vom Lyriker zum Dramatiker erklären?

Der Wandel wird als Übergang von einer „langfristigen“ zu einer „kurzfristigen“ Investition verstanden, der eine Öffnung für ein breiteres Publikum sowie eine zunehmende Orientierung am Kunstmarkt widerspiegelt.

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Details

Title
Zwei Habitus der Wiener Moderne: Karl Lueger und Hugo von Hofmannsthal — Modell einer sozialwissenschaftlichen Untersuchung
Author
Mag. Zoltan Peter (Author)
Publication Year
2000
Pages
40
Catalog Number
V293
ISBN (eBook)
9783638102155
Language
German
Tags
Zwei Habitus Wiener Moderne Karl Lueger Hugo Hofmannsthal Modell Untersuchung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Zoltan Peter (Author), 2000, Zwei Habitus der Wiener Moderne: Karl Lueger und Hugo von Hofmannsthal — Modell einer sozialwissenschaftlichen Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293
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