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Inhalt
I EINLEITUNG 2
II GESCHICHTLICHE ASPEKTE 3
2.1 VON DER INITIATIVGRUPPENARBEIT ZUR AUSLÄNDERPÄDAGOGIK 3
2.2 AUSLÄNDERPÄDAGOGIK 5
2.3 KRITIK AN DER AUSLÄNDERPÄDAGOGIK 5
III SYSTEMATISCHE ASPEKTE 7
3.1 ZUM BEGRIFF INTERKULTURELLE PÄDAGOGIK 7
3.2 VIER DIMENSIONEN DER IMMIGRATION 9
3.2.1 Die Politische Dimension 9
3.2.2 Die soziale Dimension 9
3.2.3 Die ökonomische Dimension 10
3.2.4 Die kulturelle Dimension 10
3.3 DIE BESTEHENDE GRENZEN DER INTERKULTURELLEN ERZIEHUNG 10
3.4 GEGENWÄRTIGE ANSÄTZE ZUR INTERKULTURELLEN PÄDAGOGIK DIE
FÜR SCHULE UND UNTERRICHT ERFORDERLICH SIND 11
V SCHLUßFOLGERUNG 13
VI LITERATURVERZEICHNIS 15
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I. Einleitung
In unserer multi-ethnischen und multikulturellen Gesellschaft entsteht die fundamentale Aufgabe der Gegenwart, das Modell der Klassengesellschaft in eine Gesellschaft der Gleichheit und d er Freiheit zu überführen. Es ist zur pädagogischen Pflicht geworden, sich der Selbstbestimmung des Menschen anzunehmen. 1 In diesem Sinne ist die Interkulturelle Pädagogik als pädagogischer Beitrag anzusehen. Sie ist ein Weg, im Verhältnis zwischen Ausländern und Deutschen Veränderungen zu bewirken. Auch in der Schule läßt sich ein Ansatz verwirklichen, der über das Akzeptieren und Kennenlernen unterschiedlicher Kulturen Spannungen zwischen den Gruppen abzubauen versucht. 2 Bei der Interkulturellen Pädagogik kann es auf der Suche nach Lösungsmöglichkeiten für die Defizite nicht darum gehen, eine Sonderpädagogik für ausländische Kinder und Jugendliche zu schaffen 3 , vielmehr ist zu fragen, wie die gegebene Pädagogik theoretisch und praktisch verändert werden muß, damit sie adäquate Antworten auf die durch die Migration bestimmte gesellschaftliche Situation zu geben vermag. 4 Interkulturelle Erziehung ist als Versuch zu definieren, die Balance zwischen Integration, die weder Germanisierung noch kulturelle Invasion bedeuten soll, und Stärkung kultureller Identität zu halten. 5 Auf diesem Hintergrund gliedert sich diese Hausarbeit in zwei Teilbereiche. Der erste Teil befaßt sich mit geschichtlichen Aspekten von der Initiativgruppenarbeit zur Ausländerpädagogik und weiterhin mit der Ausländerpädagogik und endet dann mit der Kritik an der Ausländerpädagogik. Der zweite Teil geht demzufolge
1 Vgl. Borrelli, Michele: Hermeneutisch-dialektische Rekonstruktion Interkultureller Pädagogik. In: Borrelli, Michele (Hg.): Deutsche Gegenwartspädagogik. Baltmannsweiler 1993. S.61. 2 Vgl. Kalb, Peter E. (Hg.): Wir sind alle Ausländer. Schritte zur Interkulturellen Erziehung. Weinheim, Basel 1983. S.9 3 Vgl. Radtke, Frank-Olaf: Zehn Thesen über die Möglichkeit und Grenzen interkultureller Erzie- hung. In: Erziehung und Bildung als öffentliche Aufgabe. (Beiheft zur Zeitschrift für Pädagogik, 23.) Weinheim 1988. S.51.
4 Vgl. Hohmann, Manfred:Interkulturelle Erziehung. Versuch einer Bestandsaufnahme. In: Aus- ländekinder in Schule und Kindergarten, Nr.4. 1983. S.6.
5 Vgl. Essinger, Susanne/Graf, Jochen: Interkulturelle Erziehung - Mehr als eine Shake-Hands- Philosophie. Ein Interview mit Jürgen Zimmer. In: Essinger, Helmut (Hg.): Erziehung in der mu l- tikulturellen Gesellschaft. Versuche und Modelle zur Theorie und Praxis einer Interkulturellen Erziehung. Baltmannsweiler 1984. S. 8.
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auf systematische Aspekte der Interkulturellen Pädagogik ein, auf deren Begriff, auf vier Dimensionen der Immigration. Die bestehenden Grenzen und gegenwärtigen Ansätze werden anschließend detailliert vorgestellt.
II. Geschichtliche Aspekte
Die Geschichte der interkulturellen Pädagogik in Deutschland beginnt mit der Gastarbeiteranwerbung in den 50er Jahren.
2.1 Von der Initiativgruppenarbeit zur Auslände rpädagogik
Die Gastarbeiteranwerbung gründete sich auf Abkommen zwischen den Entsenderländern und der BRD, demzufolge die Anwerbung auf einem Rotationsprinzip beruhen sollte. Der Gastarbeiter der sechziger Jahre plante einen zeitlich begrenzten Aufenthalt, beschränkte sich auf eine partielle Anpassung, da er Ziele in der Heimat erreichen wollte. Die Sparvorhaben ließen sich aber weder kurz- noch mittelfristig verwirklichen. Da die deutschen Firmen nach dem Anlernen ihrer Arbeiter diese behalten wollten, kam es entgegen der Absicht der Regierungen zu vermehrtem Familiennachzug. 6 1964 forderte die Konferenz der Kultusminister die allgemeine Schulpflicht für die größerwerdende Zahl von Kindern und Jugendlichen ausländischer ArbeitnehmerInne n (Beschluß der KMK vom 14./15.06.1964). 1970 hatte sich die Zahl der ausländischen SchülerInnen im Vergleich zu 1964 schon verzehnfacht (50.000). In vielen Schulklassen befanden sich daher Gastarbeiterkinder. Insbesondere in den Ballungsgebieten der Ausländerbeschäftigung waren bereits mehrere Kinder aus unterschiedlichen Herkunftsländern 7 , d.h. Kinder mit sehr
6 Schiffauer, Werner: Die Migranten aus Subay. Türken in Deutschland. Eine Ethnographie. Stutt- gart 1991. S. 13.
7 Mehrheitlich handelt es sich um (ehemalige) Arbeitsmigranten, z.B. aus Italien, Spanien, Grie- chenland und der Türkei usw., und deren Kinder sowie um Flüchtlinge und Asylsuchende ver- schiedener Krisenzonen der Erde.
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unterschiedlichen schulischen Vorkenntnissen, verschiedenen Muttersprachen und vor allem alle ohne Deutschkenntnisse unter den Schülern. 8 Angesichts dieser Situation lauteten die Vorschläge der Bildungsplaner und Kulturpolitiker nun Bildung von „Vorbereitungsklassen“ für ausländische Kinder mit dem Ziel, erst einmal deutsche Sprachkenntnisse zu erwerben, um dann dem Unterricht in der deutschen Regelklasse folgen zu können. (Beschluß der KMK vom 03.12.1971) 9 1971 erschien eine resümierende Schrift des Bundesministers 10 für Bildung und Wissenschaft mit dem Titel: „Resonanz der Erziehungsjahrkampagne, Hausaufgabenhilfe für Ausländerkinder“. Diese Kampagne führte zur Bildung zahlreicher Initiativgruppen, die sich der Ausländerarbeit und dort insbesondere der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen widmeten. Das Ziel der schulischen orientierten Initiativgruppen bestand hauptsächlich darin, den Kindern zu helfen, schulischen Leistungsanforderungen besser gerecht zu werden. Andere Gruppen stellten zunehmend die konkrete Lebenssituation der ausländischen Kinder in den Mittelpunkt des Interesses. In diesem Sinne verstanden sie ihre schulbegleitende oder außerschulische Arbeit als „Sozialisationshilfe“ 11 . Über die Initiativgruppen hinaus entstand eine neue erziehungswissenschaftliche Subdisziplin: die Ausländerpädagogik.
8 Marburger, Helga: Von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Erziehung. In: Marburger, Helga:Schule in der multikulturellen Gesellschaft. Ziele, Aufgaben und Wege interkultureller Erziehung. FfM 1991. S.23. (künftig zitiert: Marburger 1991).
9 Marburger 1991. S.19.
10 „Die Vereinten Nationen hatten das Jahr 1970 zum internationalen Erziehungsjahr erklärt. Im März 1970 konstituierte sich unter Vorsitz des Bundeskanzlers ein Aktionsausschuß für den Bei- trag der BRD zu diesem UN Erziehungsjahr. Bereits auf seiner ersten Sitzung beschloß der Auss- chuß, eine Kampagne zur Mobilisierung ehrenamtlicher deutscher Hausaufgabenhelfer für Aus- länderkinder durchzuführen. Damit sollte ein für breite Bevölkerungskreise bestimmter Anstoß gegeben werden, vor allem schulpflichtigen Ausländerkindern bei der Überwindung von Sprach- schwierigkeiten zu helfen.
Die zunächst auf fünf Monate befristete und später um drei Monate verlängerte Kampagne lief mit Beginn des Schuljahres 1970/71 an. 75.000 Plakate wurden aufgehängt, 600.000 Merkblätter ver- teilt. Die Massenmedien, Rundfunk und Fernsehen griffen das Thema auf“(S.2f). Zitiert nach Marburger 1991.
11 Marburger 1991. S.26f.
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MA. Mansoon Ahn, 1999, Interkulturelle Pädagogik, Munich, GRIN Publishing GmbH
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