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Inhalt
I. EINLEITUNG. 2
II. DER ABSORBIERENDE GEIST 4
III. SENSIBLE PERIODEN. 5
1. PHASE 0-6 JAHRE: ICH-PHASE. 7
1. 1 Phase 0-3 Jahre. 8
1.2. Phase 3-6 Jahre. 12
2. PHASE 6-12 JAHRE: WELT-PHASE. 13
3. PAHASE 12-18 JAHRE: SINN-UND SELBSTFINDUNGSPHASE. 13
IV. SCHLUßFOLGERUNG 15
V. LITERATURVERZEICHNIS 17
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I. Einleitung
Von vielen Pädagogen und den meisten Eltern wird die Kindheit als ein Durchgangsstadium zum Erwachsensein betrachtet, und in diesem Sinne werden alle Bedürfnisse des kindlichen Lebens vom Erwachsenen her bestimmt. Aber die Kindheit ist nach Montessori ein Stadium der Menschheit, das sich vollkommen von dem des Erwachsenseins unterscheidet. Das Kind trägt nicht die verkleinerten Merkmale des Erwachsenen in sich, sondern in ihm wächst sein eigenes Leben, das seinen Sinn in sich selber hat. 1
Maria Montessori stellt das Kind in den Mittelpunkt all ihrer pädagogischen Bemühungen. Als Ärztin hat Montessori die Grundlagen ihrer Pädagogik auf die genaue Beobachtung der kindlichen Entwicklung gestützt.
Sie entwickelte einen anthropologischen Ansatz, der die kindliche Entwicklung von Geburt an umfaßt. Der Säugling ist nicht mit einem leeren Gefäß vergleichbar, das die Eltern oder Erzieher nun beliebig zu füllen hätten. Seine Entfaltung vollzieht sich vielmehr nach einem individuellen Plan, in einem Tempo, das das Kind und nicht der Erwachsene bestimmt.
Nach Montessori ist das Kind, "Baumeister seiner selbst". Mit diesem Begriff stellt sie die Eigengesetzlichkeit des Kindes in den Mittelpunkt ihrer Pädagogik. Montessori geht davon aus, daß das Kind über die Fähigkeit verfügt, seine Persönlichkeit selbst aufzubauen. Es entfaltet sich nach den Leitlinien eines inneren Entwicklungsplans, den das Kind und nicht der Erwachsene bestimmt.
Das Kind handelt in Übereinstimmung mit der Natur, um den Mensch aufzubauen. Die Folge seiner freien Aktivität ist das rechte Wachstum, besonders in psychischer Hinsicht. Das Wachstum erfolgt nicht nur, weil die Natur die Funktionen gibt, sondern durch die richtige Aktivität. 2
"Hilf mir es selbst zu tun!" Diesen Ausspruch eines Kindes kann als Leitmaxime ihrer pädagogischen Forderungen gelten. Es wird deutlich, daß Montessori das Bemühen des
1 Vgl.Grundgedanken, S. 27.
2 Vgl. Montessori, Leben, S. 84.
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Kindes um Selbständigkeit unterstützte, gleichzeitig wies sie darauf hin, daß das Kind die Hilfe des Erwachsenen brauche.
Bei der Hilfestellung, die muß jedoch immer berücksichtigt werden, daß die Selbstentfaltung des Kindes nicht behindert und die kindliche Persönlichkeit respektiert wird.
Um diesen Zusammenhang zwischen dem anthropologischen Ansatz nach Montessori und der Eigengesetzlichkeit des Kindes zu erfassen, ist diese Hausarbeit wie folgt aufgebaut:
Zuerst wird der „absorbierende Geist“ des Kindes dargestellt. Das Kind hat einen Geist, der fähig ist, Wissen zu absorbieren, und hat das Vermögen, sich selbst zu bilden. Die Methode der Wissensaufnahme zwischen Erwachsenem und Kind ist anders: Während wir Erwachsenen unser Wissen mit Hilfe unserer Intelligenz aufnehmen, eignet sich das Kind mittels des absorbierenden Geistes das Wissen sehr leicht im Verlauf einer „sensiblen Periode“ an.
Das Kind entwickelt sich in verschiedenen Stufen, die jeweils durch besondere „Sensibilitäten“ (sensible Phasen) gekennzeichnet sind. Darüber wird im nächsten Schritt diskutiert. Die sensiblen Perioden sind nach Montessori von ganz entscheidender Bedeutung für das kindliche Lernen. Es handelt sich dabei um besondere Empfänglichkeiten zum Erwerb bestimmter Fähigkeiten. Doch die sensible Phase verschwindet, sobald das Kind bestimmte Fähigkeiten erwirbt. Die sensiblen Phasen werden in drei Abschnitte eingeteilt: Die erste dieser Perioden geht von der Geburt bis zum sechsten Lebensjahr. Die Periode von 0-6 Jahren weist deutlich zwei Unterphasen auf: Die erste, von 0-3 Jahren, offenbart eine Form von Geist, auf die der Erwachsene keinen direkten Einfluß hat. Daher gibt es auch keine Schulen für die Kinder in diesem Alter. Darauf folgt eine andere Unterphase: Von 3-6 Jahren bleibt die Geistesform die gleiche, aber das Kind beginnt in einer bestimmten Weise beeinflußbar zu werden. D iese Periode ist durch große Veränderungen im menschlichen Individuum gekennzeichnet. Die nächste Periode verläuft von 6-12 Jahren und ist eine Periode des Wachstums ohne Veränderungen. Psychisch gesehen ist diese Periode ruhig und ausgeglichen gekennzeichnet durch physische und geistige Stabilität.
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Die dritte Periode geht von 12-18 Jahren und ähnelt in bezug auf die großen körperlichen und geistigen Veränderungen der ersten. Auch diese letzte Periode kann in zwei Unterphasen aufgeteilt werden: die eine von 12-15 Jahren und die andere von 15-18 Jahren.
II. Der absorbierende Geist
Besonders beeindruckt war Montessori von der unglaublichen Entwicklungs-arbeit des Kindes, die es während der ersten Lebensjahre vollzieht. Das Kind verfügt über eine Lernfähigkeit, die es ihm ermöglicht, innerhalb der ersten Jahre all das zu lernen, was es zum Leben brauchen wird. Nach der Geburt befindet es sich zunächst in völliger Abhängigkeit von seiner Umgebung. Doch sofort setzt ein Prozeß ein, der das Kind zunehmend unabhängiger macht, bis es zu einem selbständig handelnden Menschen geworden ist.
Ein Beispiel für diese Lernfähigkeit ist der Spracherwerb. Wie ist es möglich, daß das Kind ohne bewußte Willensanstrengung, nur durch den Kontakt mit seiner Umwelt, die Muttersprache erlernt? Montessori nahm an, daß es über eine andere Fähigkeit verfügen müsse, und nannte diese den absorbierenden Geist, der schöpferische Kraft besitzt. Der absorbierende Geist ist ein unverzichtbares Werkzeug beim Aufbau des Kindes zum Menschen. 3
Um das Phänomen des absorbierenden Geistes zu verdeutlichen, zog Montessori als Vergleich den Fotoapparat heran. Durch ihn ist es möglich, in einem Augenblick all das auf einem Film aufzunehmen, auf das im Moment der Belichtung das Objektiv gerichtet ist. E benso kann das Kind Gegebenheiten seiner Umwelt in kurzer Zeit vollständig erfassen und aufnehmen, wenn sein Interesse darauf abzielt. Der Ablauf des Spracherwerbs ist ein sehr einleuchtendes Beispiel für das Vorhandensein eines solchen Phänomens. 4
3 Vgl.Montessori, Das kreative Kind, S. 24.
4 Vgl. Esser/Wilde, S. 33.
Arbeit zitieren:
MA. Mansoon Ahn, 1997, Sensible Perioden bei Maria Montessori, München, GRIN Verlag GmbH
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