Jugendkriminalität als gesellschaftliche
Abweichung und soziales Problem
von: Isabella Moch-Trzcinski
1. Semester
IHHALT
1. Einleitung 2
2. Begriffsklärung 3
2.1 Abweichendes Verhalten 3
2.2 Kriminalität 5
3. Jugendkriminalität als soziales Problem 8
4. Sozio-kulturelle Ursachen der Jugendkriminalität 10
4.1 Armut und Schichtzugehörigkeit 10
4.2 Psychologische und emotionale Faktoren 11
4.3 Gestörte Familienverhältnisse 12
4.4 Ausländische Jugendliche 13
5. Jugendkriminalität - bekämpfen oder vorbeugen? 14
6. Zusammenfassung 15
7. Literaturverzeichnis 16
1. EINLEITUNG
Anhand verschiedenen Publikationen möchte ich in meiner Arbeit Jugendkriminalität als gesellschaftliche Abweichung und soziales Problem darstellen. Angesicht des Umfangs des Stoffes ist im Rahmen dieser Arbeit eine ausführliche Darstellung leider nicht möglich - so bin ich gezwungen, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Aus den veröffentlichten Statistiken erkennt man, daß die Jugendkriminalität zunimmt und zu einem immer größeren gesellschaftlichen Problem wird. Geäußert wird sie durch z.B. leichtsinniges Autofahren, Besitzenwollen von materiellen Gütern, die man noch nicht selber bezahlen kann oder wütende Händel und Raufereien, die den Gegner ernsthaft in Gefahr bringen - hierin spiegelt sich jugendliches Verhalten wider. Das Problem versucht man seit Jahren in den Griff zu bekommen, indem man diese Phänomene zu erklären und zu beseitigen versucht. In meiner Auseinandersetzung mit dem Thema halte ich für notwendig zuerst die Begriffe ‘Abweichendes Verhalten’ und ‘Kriminalität’ zu klären (Kap.2). In dem nächsten Kapitel (3) komme ich - ausgehend von einigen statistischen Befunden - zu dem Erscheinungsbild von Jugendkriminalität. Als eine logische Erweiterung kommt dann eine Analyse der Ursachen (Kap.4) und Frage nach der möglichen Lösung des Problems (Kap.5).
2. BEGRIFFSKLÄRUNG
2.1 Abweichendes Verhalten
Der Mensch ist ein soziales Wesen, das ohne andere als solches nicht existieren kann - erst die soziale Umwelt macht ihn zum Menschen. Nach unserer Erkenntnis unterscheiden sich die Gesellschaften untereinander - es gibt verschiedene Gesellschaftsformen mit jeweils gültigen Normen und Wertvorstellungen. Diese Normen und Werten sind notwendig um eine Gesellschaft aufrecht zu erhalten. Die Zugehörigkeit zu einem System hat seinen Preis: für die Menschen ist es der Konformismus - das heißt, daß jeder von uns eine bestimmte Position in der Gesellschaft annimmt, mit der wiederum eine bestimmte Rolle und damit bestimmte Erwartungen verbunden sind. Wenn wir die Erwartungen der sozialen Umwelt nicht erfüllen, drohen uns schmerzhafte Sanktionen - z.B. gesellschaftlicher Ausschluß; bei der Erfüllung der Erwartungen gesellschaftliche Integration (Dahrendorf 1970, S.20ff). Wenn man davon ausgeht, daß der „...rollenlose Mensch [...] für Gesellschaft und Soziologie ein nicht existierendes Wesen [ist]...“ (Dahrendorf 1970, S.57f), dann kann man sagen, daß jedes Individuum von der Gesellschaft abhängig und deren Gesetzen ausgeliefert ist. Die Tatsache, daß menschliches Handeln an bestimmte Normen und Wertvorstellungen orientiert ist, läßt folgern, daß abweichendes- eben wie konformes Verhalten einen universalen Bestandteil sozialen Lebens darstellt, denn wo es Normen gibt, gibt es auch Normverletzungen. Eine Definition des abweichendes Verhalten kann also folgendermaßen lauten: als abweichendes Verhalten gilt, jenes Verhalten von Personen oder Gruppen, das mit den geltenden Normen und Werten nicht übereinstimmt (Pressel 1980, S.17ff). Abweichendes Verhalten soll eher statistisch gesehen werden, und nicht wertend. Man soll es so verstehen, daß wenn sich Mehrheit in einer bestimmten Art und Weise verhält, gilt dies als „normal“; jemand zeigt abweichendes Verhalten dann, wenn er sich außerhalb dieser Norm bewegt (Rühmkorf 1986, S.91). Die Spann-weite abweichenden Verhaltens ist sehr breit: Kriminalität, Sucht, Prostitution, Suizid, Alkoholismus, Behinderung usw. (Kerscher 1980, S.13). Einerseits können es augenfällige Verletzungen bestimmter gesellschaftliche Normen, Werte und Institutionen sein, die von Strafgesetzen und Strafverfolgungsinstanzen ausdrücklich „kriminalisiert“ werden (Schäfers 1982, S.183). Andererseits kann das vorübergehend „Aus-der-Rolle-Fallen“ (Schäfers 1982, S.183) eines einzelnen sein, die in einem gewissen Maße toleriert wird - also Abweichungen im Sinne von „...aktiver Neugestaltung der Umwelt, über versuchte Neuantworten auf die Sinnfrage bis hin zu wissenschaftlichen Erfindungen und Entdeckungen.“ (Bellebaum 1972, S.107).
Die Tatsache, daß Normen differierende Geltungsbereiche haben und historischem Wandel unterworfen sind, sorgt für Desorientierungen und führt zu Diskrepanzen zwischen erwarteten und zeigten Verhalten; in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche gilt abweichendes Verhalten als der unverzichtbare Motor sozialen Wandels. Die Rollenvielfalt eines Individuums und damit verbundene widersprüchliche Erwartungen führen zu einem Rollenkonflikt, was sich unter bestimmten Voraussetzungen in Devianzen äußert. Folglich unterscheiden wir zwischen dem Inter- und dem Intrarollenkonflikt (Henke 1998):
[...]
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Isabella Moch-Trzcinski, 1998, Jugendkriminalität als gesellschaftliche Abweichung und soziales Problem, Munich, GRIN Publishing GmbH
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