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Die Kinder- und Jugendpsychiatrie im Spannungsfeld von Pädagogik und Therapie

Title: Die Kinder- und Jugendpsychiatrie im Spannungsfeld von Pädagogik und Therapie

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 36 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stephan Zein (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Summary Excerpt Details

Mit dieser Arbeit wende ich mich nicht gegen Therapie, sondern an die Pädagogik. In der kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik wurden wesentliche pädagogische Aufgaben bisher nicht erkannt, aufgenommen und bewältigt. Zu oft wird Pädagogik auf Didaktik oder Erziehung reduziert, und Therapie übernimmt eine kompensatorische Funktion für ureigentliche pädagogische Aufgaben. Diese Projektstudie will aufzeigen, worin diese Diskrepanz ihren Ursprung, historisch wie aktuell, hat. Ferner soll dargelegt und bewiesen werden, dass es sich hierbei um eine untrennbare Einheit in der Psychiatrie, speziell in der Kinder- und Jugendpsychiatrie handelt. Es soll somit erläutert werden, dass die derzeitige Trennung nicht nur ineffektiv, sondern auch absurd, wenn nicht sogar schädlich für das Klientel aber auch für das Personal einer solchen Station ist. Psychische Erkrankungen haben selten nur eine Ursache, sondern sind zumeist multifaktoriell bedingt. Das erfordert multimodale und interdisziplinäre Behandlungsstrategien, die in der Regel medizinische und pflegerische und soziotherapeutische und psychotherapeutische Maßnahmen beinhaltet. Um die Unerlässlichkeit eines übergreifenden Konzeptes in der Kinder- und Jugendpsychiatrie aufzuzeigen erscheint es zunächst als sinnvoll, wenn auch etwas paradox, ihre Unterschiede anzumahnen. Es gibt nichts schlimmeres als eine unkontrollierte Durchmischung der einzelnen Fachgebiete. In dessen Anschluss sollen natürlich auch ihre Gemeinsamkeiten und Konkruenzien herausgearbeitet werden, welche den Unterschieden natürlich überlegen sind, bzw. sein sollten. Die Psychiatrie als medizinische Wissenschaft versteht sich immer auch als Sozialwissenschaft. Psychiatrie von heute muss biologische und soziale Psychiatrie sein. Für psychosozial Tätige bedeutet dies im Umkehrschluss natürlich, dass sie sich mit psychischen Störungen auseinanderzusetzen haben, wollen sie den Menschen in ihren bio-psycho-sozialen Krisen verstehen und professionell und kompetent mit ihnen umgehen und arbeiten. Insofern wird auch in dieser Projektstudie auf speziell ausgewählte Krankheitsbilder eingegangen, welche von der Pädagogik besonders kompetent begleitet werden können. Diese Arbeit wird nichts neues hervorbringen, dass Rad nicht neu erfinden – sie wird aber die Misszustände in Kinder -und Jugendpsychiatrie aus pädagogischer Sicht auswerten und Vorschläge für Verbesserungen bringen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Pädagogik und Therapie

Sozialpädagogik

Sonderpädagogik als Teilgebiet der Sozialpädagogik

Verhaltensauffälligenpädagogik

EXKURS: Verhaltensstörungen

Begriffsbestimmung

Formen der Verhaltensstörung

Die Therapie

Psychotherapie

Verhaltenstherapie

Pädagogik vs. Therapie

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Unterschiede zwischen Therapie und Pädagogik

Gemeinsamkeiten von Pädagogik und Therapie

Spannungsfelder zwischen den Disziplinen (allgemein)

Vermeidung von Spannungsfeldern durch eine systemische Personalstruktur – ein praktischer Vorschlag, ein Theorem

Case-work – Einzelfallhilfe

Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung

Der Pädagoge als Kommunikator

Einstellungsänderung durch Kommunikation

Aspekte des Kommunikators

Psychopathologie für Pädagogen in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie

Entwicklung und Störung

Hyperkinetisches Syndrom

Aggression

Depressionen

Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das derzeitige Spannungsverhältnis zwischen Pädagogik und Therapie in der kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis zu analysieren. Dabei soll aufgezeigt werden, dass eine strikte Trennung ineffektiv ist und ein integratives, systemisches Konzept für die Arbeit auf einer solchen Station unumgänglich ist, um den Bedürfnissen der Klienten gerecht zu werden.

  • Die kritische Auseinandersetzung mit den Rollen von Pädagogen und Therapeuten.
  • Die Bedeutung der Pädagogik als eigenständige, unverzichtbare Disziplin im psychiatrischen Alltag.
  • Die Analyse von Spannungsfeldern und die Erarbeitung systemischer Lösungsansätze.
  • Die Integration pädagogischer Handlungsweisen bei spezifischen Störungsbildern.
  • Die Verbesserung der multiprofessionellen Zusammenarbeit durch klare Definition von Aufgabenbereichen.

Auszug aus dem Buch

Spannungsfelder zwischen den Disziplinen (allgemein)

In dieser Arbeit sollen keine Geister herauf beschwört oder Tatsachen überbewertet werde. Es bleibt jedoch bei objektiver Betrachtung des kinder- und jugendpsychiatrischen Systems nicht aus, dass die Pädagogik eher als Stiefkind behandelt wird, anstatt ihr den verdienten Respekt zu zollen. Viele Angestellte solcher Stationen sehen eher die Nachteile, welche eine Zusammenarbeit mit Pädagogen mit sich bringt, was wohl nur eine sehr einfache Form der Problembehandlung darstellt. Andererseits gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit Erziehungswissenschaftler, Sozialpädagogen oder Sonderpädagogen, welche mit brachialer Gewalt versuchen in diese Thematik einzusteigen ohne auf die Bedürfnisse der bereits etablierten Berufsgruppen Rücksicht zu nehmen. Hierbei werden dann vor allem Warnungen vor einer „Therapeutisierung“ und von der Gegenseite „Verpsychologisierung der Pädagogik“ laut. In meinen Augen handelt es sich hierbei um infantile Versuche den eigenen „Spielplatz“ zu verteidigen - beiderseits.

So drücken sich Spannungsfelder hauptsächlich in den folgenden 4 Rubriken aus, welche durchaus einem Vergleich mit dem Begriff des „Klischeès“ zulassen: (1) Therapeutische Hilfe wird meist im Augenblick der Hilflosigkeit des Pädagogen erbeten. (2) Das Selbstverständnis der psychoanalytischen Therapie als Aufarbeiten von Erziehungsfehlern. (3) Die Tendenz, Fähigkeiten und Möglichkeiten der Psychotherapie zu überschätzen. (4) Das höhere Sozialprestige des Therapeuten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit thematisiert die mangelnde Anerkennung pädagogischer Aufgaben in der Psychiatrie und fordert eine Abkehr von der Trennung zwischen Pädagogik und Therapie.

Pädagogik und Therapie: Dieser Teil definiert die Grundlagen der Sozial- und Sonderpädagogik sowie der Psychotherapie und Verhaltenstherapie als Basis für das Verständnis der klinischen Praxis.

Pädagogik vs. Therapie: Hier werden die theoretischen Unterschiede in Zielsetzung und Rollenbildern sowie die Gemeinsamkeiten der beiden Disziplinen beleuchtet.

Spannungsfelder zwischen den Disziplinen (allgemein): Dieses Kapitel identifiziert die häufigsten Klischees und Konflikte, die eine effektive Zusammenarbeit zwischen Pädagogen und Therapeuten erschweren.

Vermeidung von Spannungsfeldern durch eine systemische Personalstruktur – ein praktischer Vorschlag, ein Theorem: Es wird ein systemischer Ansatz skizziert, um durch klare Aufgabenverteilung und Kooperation der Berufsgruppen eine effizientere Betreuung zu gewährleisten.

Case-work – Einzelfallhilfe: Das Kapitel veranschaulicht die praktische Anwendung pädagogischer Einzelfallhilfe und betont die Relevanz der professionellen Begleitung.

Der Pädagoge als Kommunikator: Es wird erläutert, wie durch Kommunikation und Einstellungsänderung Einfluss auf das Verhalten der Klienten genommen werden kann.

Psychopathologie für Pädagogen in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über Störungsbilder wie HKS, Aggression und Depression, kombiniert mit pädagogischen Handlungsvorschlägen.

Fazit: Die Arbeit resümiert die Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit und betont, dass Pädagogik ein unerlässlicher Bestandteil der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist.

Schlüsselwörter

Pädagogik, Therapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Sozialpädagogik, Verhaltenstherapie, Einzelfallhilfe, Multiprofessionalität, Systemische Personalstruktur, Kommunikation, Verhaltensstörungen, Hyperkinetisches Syndrom, Aggression, Depression, Interdisziplinarität, Erziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Pädagogik und Therapie in der kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis und setzt sich kritisch mit der Vernachlässigung pädagogischer Ansätze auseinander.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Abgrenzung und Verknüpfung von pädagogischen und therapeutischen Rollen, die Systematik der stationären Arbeit sowie der Umgang mit spezifischen psychopathologischen Befunden.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist der Nachweis, dass eine untrennbare Einheit zwischen Pädagogik und Therapie notwendig ist, um eine effiziente und fachgerechte Betreuung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie zu gewährleisten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie auf ein praktisches, systemisches Modell zur Strukturierung des Personaleinsatzes.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Disziplinen auch Spannungsfelder, Kommunikationsansätze und konkrete Störungsbilder wie das hyperkinetische Syndrom analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Pädagogik, Therapie, Interdisziplinarität, systemische Struktur, Einzelfallhilfe und die Verbindung dieser Felder in der stationären Praxis.

Was besagt das "Ankermodel" nach McGuire?

Das Modell veranschaulicht, wie schwer veränderbar Grundhaltungen (Anker) eines Menschen sind und unter welchen Bedingungen durch Kommunikation Einstellungsänderungen ermöglicht werden können.

Warum ist die intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung auch stationär sinnvoll?

Sie erweitert und intensiviert die stationäre Betreuung, erleichtert das soziale Zusammenleben auf der Station und fördert die soziale Integration sowie die eigenverantwortliche Lebensführung nach der Entlassung.

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Details

Title
Die Kinder- und Jugendpsychiatrie im Spannungsfeld von Pädagogik und Therapie
College
University of Erfurt  (Sozialpädagogik)
Grade
1,0
Author
Stephan Zein (Author)
Publication Year
2003
Pages
36
Catalog Number
V30065
ISBN (eBook)
9783638314176
ISBN (Book)
9783638650588
Language
German
Tags
Kinder- Jugendpsychiatrie Spannungsfeld Pädagogik Therapie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Zein (Author), 2003, Die Kinder- und Jugendpsychiatrie im Spannungsfeld von Pädagogik und Therapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30065
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