Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung 03
2.Zum Stand der Forschung 04
3.Herrscherwechsel und Herrschaftsauffassung im frühen Prinzipat
als Traditionslinie für die Soldatenkaiserzeit 06
4.Herkunft, Erhebung und Legitimation der Kaiser im 3. Jh. n.Chr. 08
4.1. Allgemeines zur aussen- und innenpolitischen Lage 08
4.2. Die Problematik des Herrscherwechsel im 3. Jh. 08
4.2.1. Der Einfluss des Heeres auf die Herrscherwechsel 09
4.2.2. Der Einfluss des Senates auf die Herrscherwechsel 11
4.2.3. Die Herkunft der Soldatenkaiser 12
5.Die Erhebung und Beseitigung des Maximinus Thrax als
exemplarischer Ausdruck der Krise 14
6.Zusammenfassung 16
7.Literatur- und Quellenverzeichnis 18
2
1.Einleitung
Die Krise des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert zeigte sich mit aller Macht während der Zeit des Soldatenkaisertums (235-284/85 n. Chr.). Die permanente Erhebung und Beseitigung von Herrschern hatte mit der Kontinuität der im frühen Prinzipat fast durchweg friedlich verlaufenden Herrscherwechsel kaum noch etwas gemein. Erst mit der Etablierung des Dominats unter Diokletian (284/85 n.Chr.) stabilisierte sich nach und nach die Lage im Römischen Reich Ziel dieser Hausarbeit ist es zunächst aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen die Herrscherwechsel im frühen Prinzipat vonstatten gingen, welche Kräfte auf diesen Prozess Einfluss hatten. Den weit größeren Teil der Arbeit nimmt der Versuch in Anspruch, den Wandel des Prozesses der Herrschaftswechsel während der Zeit der Soldatenkaiser mit all seinen Merkmalen im Vergleich zum frühen Prinzipat zu erörtern. Dabei wird sich die Fragestellung insbesondere auf die tragende Rolle des Heeres bei der Erhebung und Beseitigung von Kaisern fixieren. Was waren die Ursachen für den wachsenden Einfluss, in welchem Maße wirkte das Heer auf die Herrscherwechsel ein, was musste ein Kaiser erfüllen, um seinem Herrschaftsanspruch zugenügen?
3
2.Zum Stand der Forschung
Die unablässigen Herrscherwechsel des Soldatenkaisertums, welche die Krise des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert verschärften und, sind in der bisherigen Forschungsliteratur wenn überhaupt doch nur auf monokausale Art und Weise betrachtet worden.
„Dass dieses Phänomen von der modernen Forschung noch nie in Angriff
genommen worden ist, erklärt sich zum einen vielleicht aus einer lange Zeit
verbreiteten ideal überhöhten Sicht des römischen Prinzipats an sich, der
gerade dieser Zeitraum so wenig zu entsprechen vermochte, zum anderen
sicherlich aus der schwierigen Quellensituation, die den Zugang zum 3.
Jahrhundert nicht gerade erleichtert.“ 1
Während in der marxistischen Literatur meist die innere sozioökonomische Krise in den Vordergrund gerückt wird, wie bei Staermann, die das Hauptgewicht auf den „Klassenkampf der bäuerlichen Bevölkerung gegen die herrschende Klasse“ 2 sind bei Altheim die barbarischen Völker „die Mächte, die die Epoche der Soldatenkaiser geprägt haben. 3
So schlussfolgert Hartmann, „dass der Prozess der Herrscherwechsel fast nur als ein Abfallprodukt [...] der Krise des Römischen Reiches dargestellt wird.“ 4 Dies erklärt sich zum Einen aus der mangelhaften und dürftigen Quellenlage aus dieser Zeit. Während die Historia Augusta von der Forschung als außerordentlich unzuverlässig in ihren Angaben ist, gespickt mit teils erfundenen Biografien einzelner Herrscher, deckt Herodian nur den Zeitraum von Marc Aurel bis zum bis zur Proklamation Gordians des III. 238 n.Chr. ab. Allerdings besteht Einigkeit darin, dass Heer und Senat von Beginn des Prinzipats an einen großen Einfluss auf die Erhebung von Kaisern hatten. So schreibt Mommsen über das Nachfolgeverfahren: „[...] rechtmäßiger Princeps ist der, den der Senat und die Soldaten anerkennen und er bleibt es, solange sie ihn anerkennen.“ 5 Bleicken sieht dies ähnlich: „Die eine Basis [...] fordert die
1 Hartmann, Felix, Herrscherwechsel und Reichskrise. Untersuchungen zu den Ursachen und
Konsequenzen der Herrscherwechsel im Imperium Romanum der Soldatenkaiserzeit (§.
Jahrhundert n. Chr.), Diss. Hamburg 1979, 1982, S. 11
2 Staermann, E.M., Die Krise der Sklavenhalterordnung im Westen des römischen Reiches,
Berlin (DDR) 1964 S.463
3 Altheim, F. Die Soldatenkaiser, Frankfurt/M. 1939, S.14
4 Hartmann, Herrscherwechsel, S.15
5
Mommsen, Römisches Staatsrecht, II,2 (
3
1963; Nachdr. d.A. 1887), S. 844
[...] Wahl durch die dafür kompetente Behörde, den Senat. Die andere Basis [ruht auf] der Anhänglichkeit der Clientel, vornehmlich des Heeres [...]. 6 “ Daraus ergeben sich für die Herrscherwechsel der Soldatenkaiserzeit multikausale Faktoren. So schreibt Hartmann dazu: „Zum einen mussten die Herrscher des 3. Jh. notwendigerweise an die Thronfolgeregelungen, die der frühe Prinzipat entwickelt hatte, anknüpfen; zum anderen waren natürlich ihre Bemühungen um eine Kontinuität der Herrschaft wie die Aktionen und Möglichkeiten der anderen an den Thronwechseln beteiligten Personengruppen ganz wesentlich von den Rahmenbedingungen abhängig, die die schwere äußere und innere Reichskrise der politischen Entwicklung setzte.“ 7
6 Bleicken, Jochen, Verfassungs- und Sozialgeschichte des Römischen Kaiserreiches, Bd. I,
4 S.112 1995
7 Hartmann, Herrscherwechsel, S. 20
5
Arbeit zitieren:
Henning Remisch, 2002, Herkunft, Erhebung und Legitimation von Kaisern im 3. Jahrhundert n.Chr., München, GRIN Verlag GmbH
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