1
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Vom Mythos zur Wissenschaft 3
3 Entwicklung und Bedeutung der Schrift 6
4 Sprachfähigkeit und Umwelt 8
5 Abschließende Gedanken 8
Literaturverzeichnis S 11
2
1 Einleitung
Das Bewusstsein bezüglich der eigenen Sprachfähigkeit setzt reflexives Denken voraus. Erst wenn der Mensch „die Möglichkeit zur Erfahrung anderer sozialer und regionaler Real itäten [...] als auch die Fähigkeit zu deren Betrachtung in Kontrast zur eigenen gewohnten“ 1 , wahrnehmen kann, verliert Sprache ihre Selbstverständlichkeit und ein bewusster Umgang mit ihr kann stattfinden.
Die Betrachtung der einzelnen Stufen, in denen dem Menschen seine Fähigkeit zu sprechen bewusst wird, erfordert deshalb die Darlegung der historischen Entwicklung eines solchen reflexiven Denkens. Die folgenden Kapitel sollen sowohl eine Übersicht über diese Entwicklung geben, als auch die Bedeutung vo n Schrift in diesem Kontext näher beleuchten.
Zudem wird die menschliche Sprachfähigkeit auch aus anlage- und umwelttheoretischer Sichtweise betrachtet zu einer Beurteilung finden. Das abschließende Kapitel stellt reflektierend eine Aufgliederung des Sprachbegriffs dar, indem persönliche Erfahrungen mit Sprache auf die Vielschichtigkeit der Linguistik hinweisen sollen.
1 Christian A. Korpiun: Geschichte der Meinungen,
was Sprache sei. Semesterskriptum, Universität GH
Essen, S. 6.
3
2 Vom Mythos zur Wissenschaft
Erste wichtige Informationen hinsichtlich sprachlicher Reflexion finden sich in der Mythologie. Während sich die ältesten Mythen anscheinend ausschließlich mit Naturerscheinungen, wie Jahreszeiten und Naturgewalten beschäftigen, weisen neuere mythische Dokumente bereits auf „eine erste Schicht des sprachlich gebundenen Denkens“ 2 , in Form der Namenszuweisung, hi n. Mit ihr einher geht die Zuordnung von Eigenschaften, anhand derer man ablesen kann, welche Faktoren das mythische Denken am meisten prägten:
Die Einteilung der Umwelt in Kräfte und Mächte führte zur Vorstellung von der Existenz verschiedener Gottheiten und man vermutete, dass Sprache göttlichen Ursprungs sei. Dieses Denken, das die religiösen Kulturen noch lange prägen sollte, weist bereits auf sprachliche Reflexion hin und zeigt, „daß sich die Menschen ihrer Sprache bewußt geworden sind“ 3 . Eine weitere Stufe menschlichen Nachdenkens über Sprache findet sich in der Literatur Mesopotamiens, welche erstmals poetische Formen hervorbringt, wodurch „das Sprechen als menschliche Tätigkeit zum Gegenstand artifizieller Gestaltung wird“ 4 .
Grundlegend für diese Gestaltung ist jedoch der rein mythische Charakter. Anstelle von realer Weltdeutung beschäftigen sich insbesondere epische Formen ausschließlich mit der Genealogie der Götter. Eine begriffliche Differenzierung des Menschen von der Natur und die daraus wachsende Einstellung des Menschen zu sich selbst bleibt noch aus. Sie entwickelt sich erst allmählich und erfährt eine Wendung durch den Beitrag der jüdischen Kultur, deren Ursprünge etwa um 1500 v. Chr. zu datieren sind. Die Bibel des Alten Testaments, welche als grundlegendes Buch der Weltliteratur über Geschichtsschreibung und Sprachbetrachtung
2 Ebd. S. 29.
3 Ebd.
4 Ebd. S. 38.
Arbeit zitieren:
Birte Glass, 2001, Geschichte der Meinungen, was Sprache sei, München, GRIN Verlag GmbH
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