II
INHALTSVERZEICHNIS
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
III
GLIEDERUNG
1. Einleitung
1
2. historisch - soziologische Einordnung: Moderne -
Postmoderne
4
Zur Geschichte des Begriffs Körper
3. 8
4. Bedeutung des Körpers als soziologischer
12
Untersuchungsgegenstand
5. Aspekte des Körperbildes seit der Moderne
13
5.1 Körperdistanzierung 17
5.2 Körperaufwertung 24
6. Zusammenfassung
29
LITERATURVERZEICHNIS
IV
III
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
Abschn. Abschnitt
ahd. althochdeutsch
Aufl. Auflage
bzw. beziehungsweise
d. h das heißt
Hrsg. Herausgeber
Jh. Jahrhundert
i. S. im Sinne
mhd. mittelhochdeutsch
nhd. neuhochdeutsch
sog. sogenannt
u. a. unter anderem
u.ä. und ähnliches
u. Jh. unseres Jahrhunderts
Vgl. vergleiche
z. B. zum Beispiel
1. Einleitung
Es ist kein Geheimnis, das seit mehr als zwei Jahrzehnten dem menschlichen Körper in unserer Kultur große Aufmerksamkeit geschenkt wird - denkt man nur an seine wachsende Präsens in jeglichen Medien, aber auch die Wissenschaft analysiert und erforscht ihn mit immer wachsender Begeisterung und teilweise fatalen (Er-)Folgen - denkt man nur einmal an die Technik des Klonens, dies sei hier aber nur als ein Extrembeispiel angeführt - , wie in der folgenden Belegarbeit noch näher dargestellt werden soll.
Alkemeyer, Boschert, Gebauer & Schmidt vermuten, dass „diese Sorge und Beschäftigung um den Körper allem Anschein nach mit tief greifenden gesellschaftlichen Veränderungen zu tun hat.“ (Alkemeyer, Boschert, Schmidt & Gebauer, 2003, S. 7).
Sie weisen auf die immer weiter führende wirtschaftliche Entwicklung von der Hand- die Kopfarbeit hin und geben den Wandel der
Erwerbstätigenstrukturen in Richtung auf Dienstleistungen in einer zunehmend wissensbasierten Ökonomie zu bedenken. (vgl. Alkemeyer, Boschert, Gebauer & Schmidt, 2003, S. 7).
Bette, der sich 1989 bereits mit diesem Thema eingehender in seiner Arbeit Körperspuren beschäftigte, sagt:
„Der Körper wird gegenwärtig in der Architektur seiner Formen und
in der Tiefe seiner Strukturen und Prozesse neu erkundet und
definiert. Nie zuvor hat es so viele Spezialisten und selbsternannte
Fachleute gegeben, die sich mit einzelnen Organen, Körperpartien
und psychophysischen Befindlichkeiten auseinandersetzen oder den
Anspruch auf ganzheitliche Einwirkungsmöglichkeiten stellen. Sie
lauschen verzückt an der Epidermis, versuchen der „Weisheit des
Körpers“ mit Emphase auf die Spur zu kommen, bringen ihn mit
Fitnessformeln auf Trab, belasten ihn mit exklusiver Technik oder
stellen ihn meditativ ruhig. Sie diagnostizieren, beraten und
intervenieren in Gestalt von Therapie, Ernährung, Training oder auch
Mode.“ (S. 1).
1
In diesem Zitat, wird schon ansatzweise deutlich worum es geht, wenn man
sich mit dem aktuellen Körperbegriff näher beschäftigt.
Bette spricht hier das Neuerkunden des Körpers an, was auf ein Entdecken oder auch Wiederentdecken von Besonderheiten des menschlichen Körpers hinweist und er spricht von exclusiver Technik, was auf einen zweiten wichtigen Aspekt unserer Zeit hindeutet: auf die bis fast zur Perfektion getriebene immer fortschreitende Entwicklung von hochtechnologisierten Maschinen, die den Menschen, besonders in seiner Arbeitswelt, entlasten sollen und können. Genau hier liegt aber auch die Gefahr, denn diese besagte Technik ist soweit entwickelt, daß es für den Menschen fast kritisch wird, hierzu aber näheres im weiteren Verlauf dieser Arbeit.
In den eben angesprochenen beiden Punkten liegt im wesentlichen die Problematik begründet der wir heute ausgesetzt sind, wenn es um die Betrachtung des menschlichen Körpers bzw. des Körperbildes in der Moderne geht.
Diese Belegarbeit mit dem Titel „Aspekte des Körperbildes seit der Moderne“ beschäftigt sich also mit der Frage, welche Besonderheiten zu beobachten sind, wenn man das Verhältnis der Gesellschaft, seit Beginn des Industriezeitalters und die darin beinhaltete zunehmende Weiterentwicklung in allen Lebensbereichen, in Bezug auf den menschlichen Körper und dessen Thematisierung und Behandlung innerhalb dieser Gesellschaft näher betrachtet.
Die Formulierung „ seit der Moderne“ wird verwendet, da es hier um die Betrachtung eines Prozesses geht, welcher in der Moderne begann, aber immer noch andauert, das heißt, die beobachteten Phänomene befinden sich noch in der Entwicklung und sind nicht abgeschlossen.
2
Desweiteren gibt es definitorisch und inhaltlich in der Literatur Differenzen, was die genaue Bezeichnung und Abgrenzung der Epoche Moderne bzw. der in der Gegenwart vorherrschenden Strömung gibt. Diese wird u.a. auch als
Postmoderne bezeichnet.
Zu diesem Problem erfolgt eine genauere Thematisierung bzw. eine historische Einordnung des betrachteten Zeitabschnitts unter Darlegung der charakteristischen Merkmale im folgenden 2. Abschnitt. Im Abschnitt 3 wird die begriffsgeschichtliche Seite des Wortes Körper etwas ausführlicher dargestellt mit dem Ziel einen historischen Ausblick auf vorhergehende Betrachtungsweisen zu erhalten und eine klare Festlegung zu geben, auf welche Semantik sich bei der Benutzung des Begriffs Körper in dieser Arbeit bezogen werden soll. Weiterhin geht es darum eine kurze Begründung zu geben, warum der Körper als soziologischer
Untersuchungsgegenstand interessant ist, hier wird vorrangig die Absicht Bettes behandelt, da sich diese Belegarbeit, an seinen Erkenntnissen orientiert (Abschnitt 4).
Anschließend werden unter Punkt 5 nun die Aspekte des Körperbildes untersucht, dazu soll zunächst auf das Phänomen der Körperdistanzierung eingegangen werden und anschließend sollen einige Aspekte der Körperaufwertung diskutiert und an Hand von Beispielen verdeutlicht werden. Abschließend erfolgt im Schlussteil eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten.
3
2. historisch - soziologische Einordnung: Moderne - Postmoderne
Die Moderne wurde geboren aus den vorangegangenen gesellschaftlichen Umbrüchen durch die Aufklärung und der "Entdeckung" des Menschen als Individuum. Der Begriff Moderne bezeichnet somit also die Epoche der Entwicklung und Etablierung einer subjektzentrierten Weltanschauung. Erste Anfänge dieser Entwicklung sind schon ab dem 16. Jahrhundert feststellbar.
Grob einzuordnen ist sie zwischen der europäischen Aufklärung und dem 1. Weltkrieg.
Man kann, was die Begriffsgeschichte angeht sehr deutlich einen rhetorischen Gebrauch der Antike und des Mittelalters erkennen.
Hier diente die Unterscheidung antiqui/moderni nur der Verteilung von Lob und Tadel, wobei die Streuung dem Autor und seinen rhetorischen Zielen überlassen blieb. Dass dies mit dem Buchdruck und mit einer deutlicheren Wahrnehmung gesellschaftlicher Veränderungen spätestens im 17. Jahrhundert anders wurde und die Unterscheidung seitdem auf die Gesellschaft oder wichtige ihrer Teilbereiche, vor allem Wissenschaften und Künste angewandt wurde, ist bekannt. Wenn die moderne Gesellschaft sich selbst als „modern“ tituliert, identifiziert sie also sich selbst mit Hilfe eines Differenzverhältnisses zur Vergangenheit (vgl. Luhmann, 1992, S. 14).
Kunsthistorisch betrachtet ist sie die Epoche, die im 19. Jahrhundert mit den revolutionären Werken der Suprematisten und Avantgardisten in Europa, zunächst in der Malerei, Bildhauerei und mit Theateraufführungen ihren Höhepunkt fand, und deren Ende in (zunächst West-)Europa durch das verheerende reaktionäre Wirken der Nationalsozialisten erzwungen wurde (vgl. Microsoft Encarta Lexikon, 2002).
4
Arbeit zitieren:
Romy Kleine, 2004, Aspekte des Menschenbildes seit der Moderne, München, GRIN Verlag GmbH
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