Ziel der Arbeit ist die Darstellung der geltenden gesellschaftsrechtlichen Rahmenbedingungen und Rechnungslegungsvorschriften für den Bereich der Risikoberichterstattung in Deutschland. Dabei werden die Anforderungen an die Berichterstattung sowohl nach deutschem Recht, als auch nach den International Accounting Standards erarbeitet. In einer abschließenden empirischen Studie wird der Umsetzungsstand der Risikoberichterstattung in der Praxis geprüft. In Kapitel 2 der Arbeit werden, um dem Leser den Einstieg in die Arbeit zu erleichtern, verschiedene wesentliche Begriffsdefinitionen vorgenommen. Neben der Definition des betriebswirtschaftlichen Risikobegriffs und der Erläuterung verschiedener Möglichkeiten der Risikokategorisierung, wird vor allem auch der Begriff des Risikomanagements erläutert. Kapitel 3 setzt sich mit den deutschen Normen der Risikoberichterstattung auseinander. Dabei werden einzelne Gesetze und Normen mit den für die Risikoberichterstattung wichtigsten Bestimmungen dargestellt und analysiert. Ausgehend von der Ermittlung des Geltungsbereichs bzw. Adressatenkreises der Regelungen wird auf die relevanten Bestimmungen im Detail eingegangen und ihre Bedeutung für die Risikoberichterstattung ermittelt. Unter Punkt 3.4 werden abschließend noch die Bestimmungen des Gesetzesentwurfs zum Bilanzrechtsreformgesetz vorgestellt, der wesentliche Änderungen zur Risikoberichterstattung beinhaltet, und noch im zweiten Halbjahr 2004 beschlossen werden soll. Das vierte Kapitel widmet sich der Darstellung der für die Risikoberichterstattung relevanten Vorschriften der International Accounting Standards. Dabei werden wie schon im dritten Kapitel ausgehend vom Adressatenkreis die relevanten Bestimmungen genau analysiert. Das fünfte Kapitel besteht aus einer empirischen Studie, die die Praxis der Risikoberichterstattung deutscher Unternehmen zum Gegenstand hat. Dabei werden anhand der in den Kapiteln 3 und 4 ermittelten Kriterien die Geschäftsberichte der Jahre 2002 und 2003 von den im DAX® 30 und MDAX® 50 gelisteten Unternehmen untersucht. Jeweils am Ende der nach der Bilanzierungspraxis in zwei Teile getrennten Untersuchung findet sich eine kritische Beurteilung der ermittelten Ergebnisse. Das abschließende Kapitel beinhaltet eine kurze Bewertung der Berichtspraxis und zeigt die gegenwärtig größten Schwachstellen der Risikoberichterstattung in der Praxis auf.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Definitionen
2.1 Der betriebswirtschaftliche Risikobegriff
2.2 Risikoarten
2.3 Risikomanagement
2.3.1 Die Risikoidentifikation
2.3.2 Die Risikoanalyse
2.3.3 Risikosteuerung
2.3.4 Die Risikoüberwachung
3 Deutsche Normen der Risikoberichterstattung
3.1 Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
3.1.1 Gegenstand und Geltungsbereich
3.1.2 Das Instrument der Berichterstattung – der Lagebericht
3.1.2.1 Zweck und Inhalt
3.1.2.2 Ermittlung der berichtspflichtigen Risiken
3.1.3 Ausprägung bzw. Detaillierungsgrad der Risikoberichterstattung
3.1.4 Einrichtung des Risikofrühwarnsystems
3.1.5 Gründung eines privaten Rechnungslegungsgremiums
3.2 Deutscher Rechnungslegungsstandard Nr. 5 (DRS 5)
3.2.1 Deutsches Rechnungslegungs Standard Committee (DRSC)
3.2.2 Gegenstand und Geltungsbereich
3.2.3 Ermittlung der berichtspflichtigen Risiken
3.2.4 Ausprägung bzw. Detaillierungsgrad der Berichterstattung
3.2.5 Darstellung des Risikomanagements
3.3 Deutscher Corporate Governance Codex (DCGC) und Transparenz- und Publizitätsgesetz (TransPublG)
3.4 E-BilReG-Entwurf des Bilanzrechtsreformgesetz
3.4.1 Die Modernisierungsrichtlinie
3.4.2 Die Schwellenwertrichtlinie
3.4.3 Die Fair-Value-Richtlinie
3.4.4 Die IAS-Verordnung
4 Risikoberichterstattung nach IAS
4.1 Geltungsbereich
4.2 Die IAS-Verordnung
4.3 Berichtspflichtige Risiken und deren Darstellung
5 Empirische Untersuchung
5.1 Untersuchung nach deutschen Normen
5.1.1 Grundgesamtheit
5.1.2 Untersuchungskriterien und -ergebnisse
5.1.3 Beurteilung der Untersuchungsergebnisse
5.2 Untersuchungsergebnisse nach IAS
5.2.1 Grundgesamtheit
5.2.2 Untersuchungskriterien und –ergebnisse
5.2.3 Beurteilung der Untersuchungsergebnisse
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist die kritische Darstellung der gesellschaftsrechtlichen Rahmenbedingungen sowie Rechnungslegungsvorschriften für die Risikoberichterstattung in Deutschland, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den Anforderungen nach deutschem Recht und den International Accounting Standards (IAS) liegt, ergänzt durch eine empirische Untersuchung der Berichtspraxis.
- Analyse gesetzlicher Regelungen zur Risikoberichterstattung (KonTraG, DRS 5)
- Untersuchung der Anforderungen nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS)
- Darstellung der Konzepte für Risikomanagement und Risikofrüherkennung
- Empirische Untersuchung des Status quo der Berichterstattung in DAX- und MDAX-Unternehmen
- Kritische Bewertung der Transparenz und Qualität deutscher Geschäftsberichte
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Die Risikoanalyse
Dem Schritt der Risikoidentifikation folgt die Analyse und Bewertung der Risiken. Gegenstand ist die Untersuchung der Ursachen von Risiken und die Bestimmung von Abgrenzungskriterien für die Risikoklassifikation und Risikobeurteilung. Dabei ist unter Berücksichtigung der Wirkungszusammenhänge von Risiken, sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit, als auch die Schadenshöhe eines Gefährdungspotentials zu bewerten. Die Bewertung kann entweder quantitativ oder qualitativ vorgenommen werden. Finanzielle Risiken etwa lassen sich quantitativ fassen, während zum Beispiel die Auswirkungen strategischer Entscheidungen häufig eher qualitativ zu beurteilen sind. Qualitative Bewertungen für Auswirkungen sind etwa „Kleinschaden“, „mittlerer Schaden“ und „Großschaden“ oder auch „unbedeutend“, „moderat“ und „wesentlich“.
Als Verfahren zur Analyse und Bewertung der Risiken kommen beispielsweise Sensitivitäts- und Szenarioanalysen zur Anwendung.
Zur Darstellung der Ergebnisse der Risikoanalyse wird häufig eine so genannte Risikomatrix (Risk Map) verwendet. Die Ergebnisse werden entlang der Achsen „Eintrittswahrscheinlichkeit“ und „Risikoausmaß“ eingetragen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung der Risikoberichterstattung aufgrund der Globalisierung und gesetzlicher Anforderungen.
2 Definitionen: Erläutert zentrale Begriffe wie den betriebswirtschaftlichen Risikobegriff, verschiedene Risikoarten und den Prozess des Risikomanagements.
3 Deutsche Normen der Risikoberichterstattung: Analysiert maßgebliche deutsche Gesetze und Standards wie das KonTraG und den DRS 5 für die Risikoberichterstattung.
4 Risikoberichterstattung nach IAS: Behandelt die spezifischen Anforderungen an die Berichterstattung über Risiken nach internationalen Rechnungslegungsstandards.
5 Empirische Untersuchung: Präsentiert eine Studie zur praktischen Umsetzung der Risikoberichterstattung bei DAX- und MDAX-Unternehmen.
6 Zusammenfassung: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet den Verbesserungsbedarf der aktuellen Berichtspraxis.
Schlüsselwörter
Risikoberichterstattung, Risikomanagement, KonTraG, DRS 5, IAS, IFRS, Lagebericht, Risikoanalyse, Risikoidentifikation, DAX, MDAX, Transparenz, Abschlussprüfung, Finanzinstrumente, Risikofrüherkennung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Diplomarbeit untersucht die gesetzlichen Anforderungen und die praktische Umsetzung der Risikoberichterstattung von Unternehmen in Deutschland nach nationalem Recht und internationalen Standards.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Felder sind das Risikomanagement, gesetzliche Bestimmungen wie das KonTraG und der DRS 5 sowie die empirische Analyse von Geschäftsberichten börsennotierter Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Darstellung der aktuellen Rahmenbedingungen und die empirische Überprüfung, inwieweit Unternehmen ihre Pflichten zur Risikoberichterstattung in der Praxis tatsächlich erfüllen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es erfolgt eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Gesetzeslage sowie eine empirische Untersuchung der Geschäftsberichte von DAX- und MDAX-Unternehmen der Jahre 2002 und 2003.
Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?
Im Hauptteil werden die gesetzlichen Anforderungen (insb. HGB und IAS) analysiert, gefolgt von einer detaillierten empirischen Auswertung der Berichtsqualität deutscher Konzerne.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Risikoberichterstattung, Risikomanagement, KonTraG, DRS 5, IAS, Transparenz und Unternehmensrisiken.
Wie unterscheidet sich die Berichterstattung zwischen DAX- und MDAX-Unternehmen?
Die empirischen Daten zeigen, dass Risikoberichte von DAX-Unternehmen im Durchschnitt deutlich umfangreicher und detaillierter gestaltet sind als jene der MDAX-Unternehmen.
Wie bewertet der Autor die aktuelle Berichtspraxis?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass trotz Fortschritten bei vielen Unternehmen noch ein erheblicher Verbesserungsbedarf hinsichtlich der Transparenz und Quantifizierung von Risiken besteht.
- Arbeit zitieren
- Gabriel Schweiger (Autor:in), 2004, Risikoberichterstattung nach IAS und deutschen Rechnungslegungsgrundsätzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31655