Die Entwicklung der Weltbevölkerung war schon immer ein Thema, das Wissenschaft und Politik gleichermaßen beschäftigt hat. War es Mitte des 20. Jhd. eine befürchtete Überbevölkerung, haben wir es heute mit dem Problem einer schrumpfenden Bevölkerung zu tun.Von dieser Entwicklung sind hauptsächlich die Industrieländer betroffen, aber auch für die Weltbevölkerung setzt der Prozess u. a. nach Untersuchungen im Auftrag der UN spätestens mit Ende des 21. Jhd. ein.
Wenn wir uns die Bevölkerungspyramide für Deutschland und die Entwicklungsprognosen bis in das Jahr 2050 hinein ansehen fällt schon jetzt auf, dass kein Gleichgewicht mehr zwischen den Generationen besteht. Die Folgen aus der Verschiebung der Generationen sind uns bereits bekannt und zeigen erste Auswirkungen auf den wirtschaftlichen und sozialen Raum, beispielsweise in der Renten- oder Pflegeversicherung.
Eine Möglichkeit der schrumpfenden Bevölkerung gerecht zu werden und den wirtschaftlich-sozialen Wohlstand zu sichern, ist die Ermöglichung und / bzw. Förderung der Migration sowie regionalen Mobilität. Beide können positive wie negative Effekte auf den nationalen Arbeitsmarkt haben. Welchen Einfluss Migration und Mobilität haben und welchen Bedingungen sie unterliegen, soll ansatzweise in dieser Arbeit herausgearbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einordnung der Mobilität
2.1 Die fünf Mobilitätsparameter
2.2 Warum gehen bzw. bleiben Menschen?
3. Einordnung der Migration
3.1 Mikroökonomische Betrachtungen der Migration
3.2 Makroökonomische Betrachtungen der Migration
4. Einfluss von Mobilität und Migration auf den Arbeitsmarkt
4.1 Das neoklassischen Arbeitsmarktmodell
4.2 Der regulierte Arbeitsmarkt
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Migration und regionaler Mobilität auf den nationalen Arbeitsmarkt vor dem Hintergrund einer schrumpfenden Bevölkerung in Industrieländern. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich Mobilitätsentscheidungen auf ökonomische Wohlfahrt und Arbeitsmarktstrukturen auswirken.
- Theoretische Einordnung von Mobilität und Migration
- Analyse mikro- und makroökonomischer Migrationsmodelle
- Wirkungsanalyse im neoklassischen Arbeitsmarktmodell
- Untersuchung von Effekten in regulierten Arbeitsmarktsegmenten
- Bedeutung der Bevölkerungsentwicklung für den zukünftigen Arbeitskräftebedarf
Auszug aus dem Buch
3.1 Mikroökonomische Betrachtungen der Migration
Der Human-Kapital-Ansatz nach Becker und Sjaastad beschreibt Migration als Folge der Betrachtung der zukünftigen Nettogewinne aus dem Einkommen bzgl. des In- und Auslandes, also der Wanderung oder des Bleibens. Diese werden über die jeweilige individuelle Zeitpräferenzrate abdiskontiert. Demgegenüber stehen die Kosten einer Migration. Neben den direkten Kosten, wie Umzugs- und Informationskosten, sind auch die indirekten (nicht monetären) Kosten zu berücksichtigen.
Zu diesen Faktoren werden weitere, hinreichende Bestimmungsgrößen wie die Qualifikation, die Risikoeinstellung bzgl. Informationsmängel sowie das Alter für die Entscheidungsfindung herangezogen.
Grundsätzlich erfolgt eine Wanderung (Migration) nach diesem Modell dann, wenn der Saldo aus der Summe der Nettogewinne und den Kosten der Migration positiv ist und je dichter das Migrationsziel ist. Ob die Migration tatsächlich durch das Individuum realisiert wird, hängt zudem von den hinreichenden Bedingungen ab. Danach erfolgt die Migration mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, je höher die Qualifikation des Migranten ist, weil damit das zu erwartende Einkommen steigt und damit die Nettogewinne über die Zeit. Anders verhält sich die Migrationsentscheidung in Bezug auf das Alter. Hier besteht ein negativer Zusammenhang, denn je älter die Person ist, desto kürzer ist seine Zeitpräferenzrate und somit die zu erwartenden Nettogewinne der Migration.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik einer schrumpfenden Bevölkerung in Industrieländern ein und begründet die Notwendigkeit von Migration und Mobilität zur Sicherung des wirtschaftlich-sozialen Wohlstands.
2. Einordnung der Mobilität: Dieses Kapitel definiert Mobilität soziologisch und analysiert fünf zentrale Mobilitätsparameter sowie die theoretischen Gründe, warum Menschen wandern oder an einem Ort verbleiben.
3. Einordnung der Migration: Es werden mikro- und makroökonomische Theorien zur Migration vorgestellt, wobei insbesondere der Human-Kapital-Ansatz und das Push-Pull-Faktoren-Modell erläutert werden.
4. Einfluss von Mobilität und Migration auf den Arbeitsmarkt: Die Wirkungen von Migration werden anhand des neoklassischen Modells bei vollständiger Konkurrenz und des Modells des regulierten Arbeitsmarktes mit differenzierten Qualifikationsstufen untersucht.
5. Fazit: Das Fazit fasst die ökonomischen Determinanten zusammen und betont, dass Migration bei einer funktionierenden Marktwirtschaft langfristig die Wohlfahrt steigern kann, sofern der Strukturwandel aktiv gestaltet wird.
Schlüsselwörter
Migration, Mobilität, Arbeitsmarkt, Humankapital, Push-Pull-Faktoren, Arbeitslosigkeit, Qualifikation, neoklassisches Arbeitsmarktmodell, regulierter Arbeitsmarkt, Wohlfahrtssteigerung, Demografie, Lohnbildung, Arbeitskräftebedarf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von Migration und Mobilität auf den Arbeitsmarkt in alternden Industriegesellschaften.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Mobilitätsparameter, theoretische Erklärungsansätze für Wanderungsbewegungen sowie die ökonomische Wirkungsanalyse am Arbeitsmarkt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Einfluss von Migration unter verschiedenen Arbeitsmarktbedingungen zu beleuchten und aufzuzeigen, wie sie den wirtschaftlichen Wohlstand in schrumpfenden Gesellschaften sichern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse volkswirtschaftlicher Theorien und Modelle (z. B. Human-Kapital-Ansatz, Gravitationsmodell) sowie grafische Wirkungsanalysen von Arbeitsmarktmodellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, warum Menschen mobil sind, wie Migration mikro- und makroökonomisch erklärt wird und wie Zuwanderung den Arbeitsmarkt sowohl im neoklassischen als auch im regulierten Modell beeinflusst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Migration, Mobilität, Humankapital, Push-Pull-Faktoren, Arbeitsmarkt, Qualifikation und demografischer Wandel.
Wie unterscheidet sich der Einfluss auf qualifizierte gegenüber unqualifizierten Arbeitern?
Während bei unqualifizierten Arbeitern ein Zustrom oft zu erhöhter Arbeitslosigkeit führen kann, zeigt das Modell für qualifizierte Zuwanderer häufig positive Sekundäreffekte durch komplementäre Beziehungen zwischen verschiedenen Marktsegmenten.
Warum ist das Alter ein entscheidender Faktor für die Migrationsbereitschaft?
Das Alter beeinflusst die Zeitpräferenzrate: Je jünger eine Person ist, desto länger ist der Zeitraum, in dem sie vom Migrationsgewinn profitieren kann, was die individuelle Wahrscheinlichkeit einer Wanderung erhöht.
- Arbeit zitieren
- Lars Bloch (Autor:in), 2004, Alter - Mobilität - Migration: Wirkungen auf den Arbeitsmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31680