Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung
ABS
BIP
BMF
BMWA
bspw.
Buba Bundesbank
BVK Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V.
bzw. beziehungsweise
ca.
CAGR
d.h.
DSGV
DtA
EFRE
EIF
EK
ESF
EU
F.A.Z.
FK
FTD
Ges.
ggf.
i. d. R.
IfM
IPA
IWF
KfW
KMU
LTS
MfW
Mio. Million
III
Abbildungsverzeichnis
Abb Eins: Entwicklung der Eigenkapitalquoten von KMU s in Deutschland 6
Abb Zwei: Ausgewählte Finanzierungsinstrumente 10
Abb Drei: Entwicklung des Beteiligungskapitals in Deutschland in Mrd 13
Abb Vier: Entwicklung des Leasingmarktes in Deutschland in Mrd 16
Abb Fünf: Entwicklung des Factoringvolumen in Deutschland in Mrd 18
Abb Sechs: Entwicklung des ABS Marktes in Deutschland in Mrd 20
V
Tabellenverzeichnis
Tabelle Eins: Übersicht über die Förderinstitute der einzelnen Bundesländer 29
VI
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
1 Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen in
Deutschland 1
2 Deutscher Mittelstand in der Krise 2
3 Die Auswirkungen von Basel II auf den deutschen Mittelstand 4
4 Analyse der Finanzierungsstruktur von Unternehmen in Deutschland 5
4.1 Geringe Eigenkapitalquote bei deutschen Unternehmen 5
4.2 Bankkredit stellt wichtigste Säule der Unternehmensfinanzierung dar 6
4.3 Kreditvergabe durch Banken wird restriktiver 7
4.4 Die Notwendigkeit zur Nutzung alternativer Finanzierungsinstrumente 9
5 Neue Finanzierungsinstrumente für kleine und mittlere Unternehmen in
Deutschland 9
5.1 Finanzierungsinstrumente mit Eigenkapitalcharakter 10
5.1.1 Börsengang 10
5.1.2 Private Equity und Venture Capital 12
5.1.3 Stille Gesellschaft 13
5.2 Finanzierungsinstrumente mit Fremdkapitalcharakter 15
5.2.1 Leasing 15
5.2.2 Factoring 17
5.2.3 Asset Backed Securities 19
5.2.4 Anleihen 21
5.3 Mezzanine Finanzierung 21
6 Die Rolle der öffentlich rechtlichen Bankeninstitute bei der Mittelstands-
finanzierung in Deutschland 22
6.1 Sparkassen als bevorzugter Partner des Mittelstandes 22
6.2 Wegfall der Gewährträgerhaftung ab 2005 23
7 Die wichtigsten Förderinstitute für KMU s in Deutschland 25
7.1 Förderung durch die Europäische Union 25
7.2 Förderung durch den Bund 27
7.3 Förderung durch die Bundesländer 28
I
8 Entwicklung eines Produktes für die Finanzierung von KMU s in Deutschland 31
8.1 Generelle Anforderungen an ein Förderprodukt 32
8.2 Das Mikrodarlehen der KfW 34
8.3 Probleme des Mikrodarlehens 36
8.4 Kriterien die zur Inanspruchnahme des Produktes erfüllt werden müssen 38
8.5 Probleme des Hausbankenprinzips 39
9 Schlussfolgerungen 40
10 Literaturverzeichnis 44
11 Ehrenwörtliche Erklärung 53
II
1 Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland
Die starke Abhängigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) von Bankkrediten sowie die geringe Eigenkapitalausstattung dieser Unternehmen als auch neue Entwicklungen an den Kapitalmärkten, wie bspw. die Einführung von Basel II haben dazu beigetragen, dass sich die Finanzierungsbedingungen für KMU’s in Deutschland verschlechtert haben. Hinzu kommt die Ertragsschwäche deutscher Banken, so dass diese sich tendenziell aus der unrentablen Kreditfinanzierung zurückziehen. (Bundesministerium der Finanzen, nachfolgend BMF 2003)
Eine restriktivere Kreditvergabe durch die Banken führt dazu, dass alternative Finanzierungsquellen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Innovative Produkte, die sowohl Eigen- als auch Fremdkapitalcharakter aufweisen, werden für die Finanzierung von KMU’s in Deutschland immer wichtiger. Mezzaninefinanzierung, eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital gewinnt in Deutschland ebenfalls an Bedeutung. Weiterhin trägt die Einführung von Basel II im Jahr 2007 dazu bei, dass sich kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland in verstärktem Maße um alternative Finanzierungsinstrumente kümmern müssen. (Winkeljohann 2003).
Der Rückgang an Krediten des privaten Bankgewerbes wurde bisher fast vollständig durch die Ausweitung des Kreditengagements der öffentlich–rechtlichen Institute aufgefangen. Allerdings stellt der Wegfall der Gewährträgerhaftung im Jahre 2005 eine weitere Herausforderung dar, da diese Entwicklung ebenfalls zu einem Rückzug der öffentlich– rechtlichen Institute aus einigen Kreditengagements führen dürfte.
Die Analysen dieser Arbeit haben gezeigt, dass kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland zurzeit zwei wesentliche Quellen zur Finanzierung ihres Unternehmens zur Verfügung stehen. Zum einen ist dies der klassische Bankkredit, zum anderen sind dies Fördergelder der öffentlichen Hand. Alternative Finanzierungsquellen wie Private Equity oder Venture Capital finden für KMU’s mit einem Umsatzvolumen von weniger als 50 Mio. Euro nur bedingt Anwendung. Andere Instrumente, insbesondere die Aufnahme von Eigen- oder Fremdkapital über die Kapitalmärkte kommen für kleinere Unternehmen gar nicht in Frage, da die benötigten Volumen in der Regel zu gering sind.
1
Aufgrund der hohen Bedeutung der staatlichen Förderung, insbesondere für Kleinunternehmen und kleinere Mittelständler wurde die Förderung durch die Europäische Union (EU), den Bund und die Bundesländer näher untersucht. Alle 3 Institutionen fördern KMU’s in Deutschland nach Kräften. Augenblicklich gibt es in Deutschland mehr als 300 Förderprogramme für den Mittelstand. Jedoch gibt es bei den staatlichen Förderprogrammen gewisse Mängel. Angefangen bei der Vielzahl der einzelnen Förderprogramme über die Bürokratie bis hin zu politischen Problemen. Deshalb wurden generelle Anforderungen an ein Förderprodukt entwickelt sowie einige Anregungen für Verbesserungen gegeben.
Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser einen Eindruck zu vermitteln, welche Probleme bei der Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland auftreten. Des Weiteren werden Handlungsempfehlungen abgegeben, wie die Finanzierung solcher Unternehmen in Deutschland vereinfacht und effizienter gestaltet werden kann.
In Kapitel Zwei wird die momentane Situation von KMU’s beschrieben. Kapitel Drei befasst sich mit den Auswirkungen von Basel II auf die Mittelstandsfinanzierung. In Kapitel Vier wird die Finanzierungsstruktur von KMU’s in Deutschland analysiert, deren Jahresumsatz 50 Mio. Euro nicht übersteigt. In Kapitel Fünf werden Finanzierungsinstrumente vorgestellt. Dabei wird analysiert, inwieweit diese bei KMU’s in Deutschland bereits Anwendung finden. Kapitel Sechs beschäftigt sich mit der Rolle der öffentlich–rechtlichen Institute bei der Mittelstandsfinanzierung in Deutschland. In Kapitel Sieben werden die wichtigsten Förderinstitute in Deutschland vorgestellt. Kapitel Acht beschäftigt sich mit generellen Anforderungen an ein staatliches Förderprodukt. Weiterhin wird hier auf das Mikrodarlehen sowie Probleme bei dem Mikrodarlehen eingegangen. Ebenso werden Kriterien definiert, die von Unternehmen erfüllt werden müssen, wollen sie in den Genuss der staatlichen Förderung kommen. Abschließend finden sich Schlussfolgerungen sowie Handlungsempfehlungen für Politik und Förderinstitute in Deutschland.
2 Deutscher Mittelstand in der Krise
Ebenso wie in anderen Industrieländern stellen kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland die größte Anzahl an Unternehmen dar (Kreditanstalt für Wiederaufbau, nachfolgend KfW Bankengruppe 2004). Die am Weitesten verbreitete Definition von
2
KMU’s ist die Definition des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn (Deutsche Bundesbank 2003a, nachfolgend Deutsche Buba). Demnach werden Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu einer Million Euro und weniger als zehn Mitarbeitern den kleinen Unternehmen zugerechnet. Unternehmen, deren Jahresumsatz zwischen einer und
50 Millionen Euro liegt und zwischen 10 und 500 Mitarbeiter beschäftigen, werden den
mittleren Unternehmen zugeordnet. (Institut für Mittelstandsforschung 2004, nachfolgend IfM)
Die schwache konjunkturelle Lage in Deutschland in den vergangen Jahren wirkte sich auch auf mittelständische Unternehmen aus. So dauerte die negative Stimmung unverändert an und es wurden mehr Arbeitsplätze abgebaut, als neue geschaffen wurden. (KfW Bankengruppe 2004). Die Erträge von KMU’s gingen durch die schwache Konjunktur stärker zurück, als die von großen Unternehmen. Zudem sind kleine und mittlere Unternehmen von der schwachen Binnennachfrage stärker betroffen, da sie oftmals nur in Deutschland tätig sind und die schwache Nachfrage nicht durch eine stärkere Nachfrage in anderen Ländern ausgleichen können. (Deutsche Buba 2003a) In 2003 hielt die konjunkturelle Schwäche bereits das vierte Jahr in Folge an. Anfang des Jahres 2004 bewerteten mittelständische Unternehmen die konjunkturelle Lage in Deutschland zwar etwas positiver, allerdings sind hierbei Brachenunterschiede zu beachten. Während die Einschätzung im Bausektor weiterhin negativ ist, wuchs die Zuversicht auf eine konjunkturelle Erholung bspw. in den Bereichen des verarbeitenden Gewerbes und dem Handel. (KfW Bankengruppe 2004) Die konjunkturelle Erholung setzte bislang aber nur bedingt ein, so dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden. Viele Betriebe fürchten nun, dass die erwartete Konjunkturerholung erst sehr viel später einsetzt bzw. ganz ausbleibt, was weitere negative Auswirkungen für die Unternehmen haben dürfte. (Financial Times Deutschland, nachfolgend FTD 2004)
Branchenverbände, die mittelständische Unternehmen repräsentieren, kritisieren u.a. die mittelstandsfeindliche Politik in Deutschland. Die Verbände fordern eine Verbesserung der Rahmenbedingungen, so zum Beispiel in der Steuer- und Finanzpolitik sowie der Beschäftigungs- und Sozialpolitik. Dadurch würden sich die Lasten der Unternehmen reduzieren und die strukturelle Situation vieler Unternehmen würde verbessert. (FTD 2004)
3
Zu den strukturellen Problemen vieler kleiner und mittelständischer Unternehmen und der konjunkturellen Schwäche in Deutschland kommt die Tatsache, dass viele Unternehmen eine Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen erwarten. Diese Bedingungen werden sich nach Ansicht vieler Unternehmen in den nächsten Jahren sogar noch verschlechtern. Einer Umfrage der Siemens Financial Services GmbH (SFS) zu Folge gaben zwei Drittel aller befragten Unternehmen an, dass sich die Finanzierungsbedingungen in den letzten Jahren verschlechtert haben. (SFS 2003)
3 Die Auswirkungen von Basel II auf den deutschen Mittelstand
Voraussichtlich ab dem Jahre 2007 werden die neuen Eigenkapitalvorschriften, besser bekannt unter dem Namen Basel II, Anwendung finden. Basel II regelt die Eigenkapitalunterlegung von Banken für Kredite. Seit dem Jahre 1988 sind alle Kreditinstitute verpflichtet 8% der Kreditsumme mit Eigenkapital zu unterlegen. Durch die neue Regelung soll sich die Eigenkapitalunterlegung stärker am individuellen Risiko des jeweiligen Schuldners orientieren. Daraus ergibt sich, dass Banken für Kredite an Unternehmen mit guter Bonität weniger Eigenkapital unterlegen müssen, als für Kredite an Unternehmen mit schlechter Bonität. Die Banken werden die Konditionen für ihre Kunden ähnlich gestalten, soll heißen, dass Unternehmen mit guter Bonität weniger Kreditzinsen zahlen müssen als Unternehmen mit schlechter Bonität. Als Folge von Basel II wird es zukünftig zu keiner Quersubventionierung von Unternehmen mit guter Bonität zu Unternehmen mit schlechter Bonität kommen, so wie dies bisher der Fall war. Zur Ermittlung der Bonität und Errechnung der Risikoklassen der einzelnen Unternehmen werden neben quantitativen Kriterien, wie bspw. die Eigenkapitalquote und der Verschuldungsgrad, auch qualitative Faktoren, wie die Erfahrung des Managements, die Branche oder die Innovationsfähigkeit des Unternehmens zu Grunde gelegt. (BMF 2003)
Für Unternehmen mit schlechter Bonität werden die Zinsen eines Bankkredites steigen. Einigen Unternehmen dürften neue Kredite gänzlich versagt bleiben. Banken werden bestehende Engagements und Neukunden analysieren und ggf. die Kreditvergabe verweigern bzw. hohe Zinsen fordern. Dies erhöht den Druck auf Unternehmen sich nach geeigneten Alternativen umzusehen. Unternehmen mit guter Bonität und positiven Zukunftsaussichten hingegen haben die Möglichkeit unter mehreren Finanzierungsoptionen zu wählen. (Schiller, Tobiczyk und Marek 2002)
4
Auch wenn Basel II per se keine höheren Finanzierungskosten für mittelständische Unternehmen verursacht und auch zu keiner Kreditverweigerung durch Banken führt, so werden sich doch die Anforderungen an Unternehmen bei der Kreditvergabe ändern. (BMF 2003)
Diese Entwicklung zwingt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland verstärkt dazu, über Alternativen zum klassischen Bankkredit nachzudenken. Im Gegensatz zu größeren Unternehmen steht der Kapitalmarkt zur Aufnahme von Finanzmitteln kleineren Unternehmen nur bedingt zur Verfügung. Daraus folgt, dass insbesondere Finanzierungsinstrumente, wie z.B. Leasing für kleinere Unternehmen an Bedeutung gewinnen, da diese Instrumente unabhängig von der Unternehmensgröße angewendet werden können.
4 Analyse der Finanzierungsstruktur von Unternehmen in Deutschland
Nachfolgend wird die Finanzierungsstruktur von Unternehmen in Deutschland analysiert, deren Jahresumsatz 50 Mio. Euro nicht übersteigt. Insbesondere wird hierbei auf die geringen Eigenkapitalquoten dieser Unternehmen eingegangen. Ferner wird die Rolle des Bankkredites bei der Unternehmensfinanzierung herausgearbeitet. Weiterhin wird die Kreditvergabepolitik deutscher Banken untersucht und auf die Notwendigkeit alternativer Finanzierungsinstrumente hingewiesen.
4.1 Geringe Eigenkapitalquote bei deutschen Unternehmen
Allgemein lässt sich sagen, dass die Eigenkapitalquote (EK-Quote) mit der Unternehmensgröße ansteigt. So betrug die Eigenkapitalquote von kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland in den Jahren 1995 – 1998 ca. 12% der Bilanzsumme, während Großunternehmen für den gleichen Zeitraum eine EK-Quote in Höhe von ca. 30% auswiesen. (BMF 2003) Einer Studie der Deutschen Bundesbank zu Folge lag die Eigenkapitalquote kleinerer und mittlerer Unternehmen in Deutschland im Jahr 2001 bei ca. 7,5% und somit rund einen halben Prozentpunkt höher, als in 1994 (Deutsche Buba 2003a). Gründe für die niedrige Eigenkapitalquote sind insbesondere die geringe Ertragskraft dieser Unternehmen, steuerliche Anreize, die Fremdkapitalfinanzierungen gegenüber Eigenkapitalfinanzierungen attraktiver erscheinen lassen sowie die Tatsache,
5
Quote paper:
Klaus Maurer, 2004, Mittelstandsfinanzierung in Deutschland - Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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