Inhalt:
1. Einleitung 3
2. Die Problematik der „dos españas“ 4
3. Cinco horas con Mario’
3.1 Formaler Aufbau und handelnde Personen 5
3.2 Die „burguesa“ Carmen 5
3.3 Stellung Carmens zur Kirche 6
3.4 Carmen und die Bildung 8
3.5 Carmen und die Erziehung 9
3.6 Standesdünkel? 10
4. Zusammenfassung 12
5. Bibliographie 13
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1. Einleitung
In dieser Hausarbeit geht um den Roman „Cinco horas con Mario“ von Miguel Delibes 1 , genauer gesagt um Doña Carmen, eine der beiden Hauptgestalten des Buches. Es soll untersucht werden, ob sie dem traditionellen spanischen Bild entspricht oder ob sie eher dem fortschrittlichen Lager zu zuordnen ist. Auch auf die Rolle ihres Mannes Don Mario, für den sie die Totenwache hält, wird eingegangen werden. Während den ‚cinco horas' offenbart sie ihre Gedanken und Gefühle über ihn.
Zeigt sich an ihnen die Problematik der zwei Spanien? Was für eine Ehe haben die beiden geführt? Welche Werte waren für die beiden wichtig? Welche Rolle spielte die Zensur für die Art, wie das Buch verfasst wurde?
Diese Fragen sollen in der vorliegenden Arbeit untersucht, überprüft und anschließend resümiert werden.
1 Am 17.10.1920 wurde Miguel Delibes als drittes von acht Kindern in Valladolid geboren. Sein Vater,
Adolfo Delibes, war Jurist und Professor für Handelsrecht. Seine Mutter war María Setién. Seit 1927 besuchte er die Schule und machte 1936 sein Abitur.
Nach dem Studium in Handelsrecht und seiner freiwilligen Aktivität im Krieg bei der Marine wurde er als freier Mitarbeiter bei der Zeitung „El Norte de Castilla“ angestellt. Gleichzeitig arbeitete er jedoch in einer Bank. Zwei Jahre später, 1943, wurde er als Redakteur der Zeitung fest angestellt. Seine schriftstellerische Tätigkeit begann 1946. Im selben Jahr erhielt er einen Lehrstuhl für Handelsrecht in Valladolid und heiratete Angeles de Castro. 1947 beendete er seinen ersten Roman, der zeitgleich mit dem Premio Nadal ausgezeichnet wurde.
Mit seiner Frau hatte er insgesamt sieben Kinder, die alle für ihn auf irgendeine Art und Weise Vorbilder für die Kindergestalten in seinem Werk waren. Als seine Frau 1974 starb, schrieb er genauso viel und so gut wie vorher, obwohl dieses Ereignis ihn doch stark mitnahm. 1980 bekam er von der Universität Complutens e in Madrid die Ehrendoktorwürde überreicht. Weitere Romane, neben Cinco horas con Mario, sind La sombra del ciprés es alargada (1947/8), Aún es de día (1949), El camino (1950), Mi idolatrado hijo Sisí (1953), Diario de un cazador (1955), Diario de un emigrante (1958), La hoja roja (1959), Las ratas (1962), Parábola del náufrago (1969), El príncipe destronado (1973), Las guerras de nuestros antepasados (1975), El disputado voto del señor Cayo (1978), Los santos inocentes (1981), Cartas de amor de un sexagenario voluptuoso (1983), El tesoro (1985), 377 A, madera de héroe (1987) u.a.
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2. Die Problematik der „dos españas“
Die Problematik der `dos espanas´ in der Literatur tritt das erste Mal im 19. Jahrhundert auf. Sie ist vor allem geprägt von einem immerwährenden Gegensatz von Modernisten und Traditionalisten.
Diese literarische Strömung manifestierte sich durch geschichtliche Ereignisse, nämlich die französische Besetzung Spaniens, die zwar nach fünf Jahren endete, aber dennoch tiefe Spuren in der spanischen Gesellschaft hinterließ: Die liberal eingestellten Spanier (im Spanischen "liberales" genannt) setzten am Anfang große Hoffnungen in die französische Besatzung und waren am Ende sehr enttäuscht, als sich die Besatzer als ziemlich intolerant und unaufgeklärt erwiesen. Die Traditionalisten (im Spanischen "absolutistas" genannt) dagegen kümmerten sich nicht so sehr um die intellektuelle Herrschaft der Franzosen, sondern eher um materielle Dinge. Nur im Unabhängigkeitskrieg (1808-1813/4) ruhten die Gegensätze zwischen beiden Parteien, zwischen den „dos españas“: Die tatsächlichen Kriegshandlungen wurden von den Traditionalisten (hauptsächlich Bauern, Geistlichen und Banditen) ausgeführt, geplant aber von den Intellektuellen aus Adel und Bürgertum. Als nach den Wirren der französischen Besatzung der vertriebene König Fernando VII wieder nach Spanien zurückkehrte, zeichnete sich außerdem ab, daß Spanien seine Stellung als Welt- und Kolonialmacht nicht mehr lange halten könne. Dies führte auch zu einer tiefen Krise im spanischen Volk.
Viele der Intellektuellen flohen in andere Länder, da sie auf das Härteste vom König verfolgt wurden.
In der Literatur dieser Zeit bewirkt der oben erwähnte Gegensatz zwischen den Traditionalisten und den Intellektuellen gleichzeitig eine entgegengesetzte wie auch eine vereinheitlichende Haltung, da man das Thema der „dos españas“ deutlich merkt. Nach dem Verlust der letzten Kolonien Spaniens in der Neuen Welt macht sich in der Literatur eine neue Richtung bemerkbar: Das Wesen Spaniens wird in Frage gestellt, sowohl in der nationalen wie auch in der internationalen, vor allen Dingen europäischen Einheit. Es entwickelte sich ein neues Krisenbewusstsein. Dieses wird von der Generation von 1898 das erste Mal aufgegriffen und im nachfolgenden Jahrhundert bis in unsere Zeit immer wieder in Romanen, Theaterstücken und Gedichten bearbeitet.
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Arbeit zitieren:
Stephanie Schnabel, 2003, Dona Carmen als Prototyp des traditionellen Spaniens, München, GRIN Verlag GmbH
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