I
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS I
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
TABELLENVERZEICHNIS VI
1 EINLEITUNG 1
1.1 MOTIVATION 1
1.2 FORSCHUNGSSTAND UND BISHERIGE ERGEBNISSE 1
1.3 THEMENRELEVANTE BEGRIFFSDEFINITIONEN 2
1.3.1 Definition von Mobile Commerce 2
1.3.2 Abgrenzung von Anwendungen zu Services und Diensten 3
1.4 ÜBERBLICK UND EINGRENZUNG DES THEMAS 3
2 EMPIRISCH ABLEITBARE ERFOLGSFAKTOREN 5
2.1 ERFAHRUNGEN AUS DEM MOBILFUNKMARKT 5
2.2 ERFAHRUNGEN AUS DER INTERNETNUTZUNG 7
2.3 ERFAHRUNGEN AUS DER -MCOMMERCE-NUTZUNG 10
2.3.1 Erfahrungen aus Japan 10
2.3.2 Erfahrungen in Europa 16
2.4 ZUSAMMENFASSUNG 19
2.4.1 Bewertungsgrundsätze 20
3 DERZEITIGE ANWENDUNGEN 23
3.1 KATEGORISIERUNG 23
3.2 CONSUMER-ANWENDUNGEN 24
3.2.1 Mobile Information 25
3.2.2 Kommunikation 29
3.2.3 Transaktion 40
3.2.4 Entertainment 50
I
3.3 BUSINESS-ANWENDUNGEN 55
3.4 FAZIT 64
4 INNOVATIVE NEUE ANWENDUNGEN 70
4.1 TECHNISCHE GRUNDLAGEN FÜR NEUE ANWENDUNGEN 70
4.2 NEUE ANWENDUNGEN 73
5 KRITISCHE WÜRDIGUNG UND AUSBLICK 81
5.1 MÖGLICHKEITEN VON M-COMMERCE 81 5.2 DERZEITIGE HEMMNISSE IN EUROPA 81 5.3 AUSBLICK 82
6 ZUSAMMENFASSUNG 84
IV Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
BGB — Bürgerliches Gesetzbuch CDMA — Code Division Multiple Access FAQ — Frequently asked questions GPRS — General Packet Radio Service GSM — Global System for Mobile Communication HDML — Handheld Device Mark-up Language HSCSD — High Speed Circuit Switched Data HGB — Handelsgesetzbuch HTML — Hypertext Markup Language HTTP — Hypertext Transfer Protocol Kbit/s — Kilo Bit pro Sekunde Mbit/s — Mega Bit pro Sekunde PCS — Personal Communication Service SMS — Short Message Service SSL — Secure Socket Layer TCP/IP — Transmission Control Protocol/Internet Protocol UDP — User Datagram Protocol UMTS — Universal Mobile Telecommunications System WAE — Wireless Application Environment WAP — Wireless Application Protocol WDP — Wireless Datagram Protocol WML — Wireless Markup Language WSP — Wireless Session Protocol WTA — Wireless Telephony Application Protocol WTLS — Wireless Transport Layer Security WTP — Wireless Transaction Protocol WWW — World Wide Web XHTML — Extended Hypertext Markup Language XML — Extensible Markup Language
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Entwicklung des Mobilfunkmarktes, Quelle: RegTp/Statisches
Bundesamt
Abbildung 2: Nutzerzahlen von i-mode, Quelle: NTT DoCoMo
Abbildung 3: Kategorien von i-mode-Anwendungen
Abbildung 4: Aufwand und Wirkung von Werbung, Quelle: Datamonitor
Abbildung 5: Business-Anwendungen, in Anlehnung an Durlacher Research
Abbildung 6: Bestellvorgang, Quelle: RS Reengineering AG
VI Tabellenverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Erfolgsfaktoren aus Mobilfunkmarkt, Internet und
M-Commerce in Japan 19
Tabelle 2: Beurteilungskriterien und ihre Bedeutung für M-Commerce 22
Tabelle 3: Überblick über die Bedeutung der Kriterien für die
jeweiligen Kategorien 65
Tabelle 4: Unterschiede in der Nutzung von Anwendungen 68
Tabelle 5: Überblick über zukünftige Anwendungen 74
1 Einleitung
1 Einleitung
1.1 Motivation
Mobiltelephonie und Internet weisen eine hohe Entwicklungsdynamik auf. Für Mobile Commerce als Kombination aus beiden wird daher ebenfalls eine hohe Entwicklungsdynamik angenommen. Die hohe Zahl der Mobilfunkteilnehmer mit Interesse an Mobilität, Ortsunabhängigkeit und permanenter Erreichbarkeit sowie die geschätzten 24 Millionen Nutzer des Internets am Arbeitsplatz, zu Hause oder im Internetcafé 1 werden als Indiz für ein großes Potential für M-Commerce herangezogen.
Mobile Commerce soll mit Hilfe neuer Technologien realisiert werden. Hierzu zählen das Wireless Application Protocol (WAP) und General Packet Radio Service (GPRS) als Übergangstechnologie zur 3. Mobilfunkgeneration mit der Bezeichnung Universal Mobile Telecommunications System (UMTS). Den Nutzern sollen damit künftig mehr mobile Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Speziell für die Netzbetreiber soll Mobile Commerce in Zukunft einen großen Beitrag zum Erfolg und zur Finanzierung von Mobilfunksystemen der 3. Generation (UMTS) leisten. In dem heutigen Mobilfunksystem der 2. Generation spielt M-Commerce nur eine rudimentäre Rolle.
Hinsichtlich der zukünftigen Bedeutung von Mobile Commerce wurden diverse Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen veröffentlicht. Besonders positive Szenarien gehen davon aus, dass 2003 mobile Internetendgeräte weltweit weiter verbreitet sind als computerbasierte; eine Prognose, die die Hoffnungen unterstreicht, die an Mobile Commerce geknüpft werden. 2
1.2 Forschungsstand und bisherige Ergebnisse
Die vielfältigen theoretischen Kombinationsmöglichkeiten, die sich aus der Verbindung von mobiler Telekommunikation und Internet ergeben, sind für potenzielle
1 Vgl. Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Jahresbericht 2000, S. 24,
http://www.regtp.de/aktuelles/start/fs_03.html, Abfrage: 12.06.01
2 Vgl. Dr. Franz Büllingen, Dipl.-Volksw. Peter Stamm, Entwicklungstrends im Telekommunika-
tionssektor bis 2010, Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie,
Endbericht, 4/2001, S. 57
2 Einleitung
Kunden noch nicht nutzbar und erfahrbar, d.h. der klassischen Marktforschung fehlt damit die empirische Grundlage. Da auch die Bedürfnisse der Anwender weder erfahren noch geweckt werden können, sind Ergebnisse aus Umfragen bezogen auf zukünftige Anwendungen mit Unsicherheit behaftet.
Derzeitige Forschungsergebnisse und Studien stützen sich im Wesentlichen auf Erfahrungen hinsichtlich der Internet-Nutzung im Festnetz, den Nutzungsdaten der 2. Mobilfunkgeneration in Europa und ersten M-Commerce-Nutzungsdaten aus dem japanischen Markt. Die empirische Datenbasis, die zur Thematik dieser Arbeit herangezogen wurde, ist daher hierauf beschränkt.
1.3 Themenrelevante Begriffsdefinitionen
1.3.1 Definition von Mobile Commerce
Mobile Commerce oder auch Mobile Electronic Commerce, im Weiteren M-Commerce genannt, wird in einer Studie von Ovum definiert als die „Nutzung eines Endgerätes (Handy, PDA etc.) und eines öffentlichen Mobilfunknetzes, um Zugang zu Informationen zu erhalten und Transaktionen durchzuführen, die einen Wertetransfer im Austausch mit Informationen, Dienstleistungen oder Waren resultieren.“ 3 Dabei ist zu beachten, dass M-Commerce einen „Anytime-Anywhere-Access“ bedeutet 4 , d.h. der Nutzer kann jederzeit und überall auf M-Commerce-Anwendungen zugreifen. M-Commerce erstreckt sich über alle kommerziellen Anwendungen im mobilen Bereich, angefangen bei mobiler Telephonie und kommunikationsbasierten Services wie Messaging, mobiles Internet inklusive der Anwendungen über WAP hin zu mobilen Daten, Zahlungssystemen und Anwendungen über Lokale Radiosysteme wie Bluetooth. 5 Geschäftsbeziehungen im Bereich „Business-to-Consumer“ bzw. „Business-to-Business“ werden durch M-Commerce abgedeckt.
M-Commerce stellt einen Teilbereich des Mobile Business dar, wobei Mobile Business darüber hinaus Geschäftsbereiche wie „Business-to-Employee“, „Con- 3 Vgl.Ovum Research, http://www.ovum.com, Abfrage: 24.05.2001
4 Vgl. Timelabs Research Center, Winning in Mobile E-markets, Eschborn 2000, S. 23
5 Vgl. ebenda, S. 23
3 Einleitung
sumer-to-Consumer“ etc. 6 sowie den mobilen Intranet-Zugriff für Mitarbeiter beinhaltet. 7
M-Commerce versus Electronic Commerce
E-Commerce ist als die Gesamtheit der Geschäftstätigkeiten Vertragsanbahnung und -abwicklung, Ein- und Verkauf, Zahlungsverkehr und After Sales Services durch Nutzung elektronischer Medien zur Kommunikation zu sehen. 8
Da sich M-Commerce „hinsichtlich der Technologie, der Kundengruppen und der gehandelten Produkte vom herkömmlichen E-Commerce“ unterscheidet 9 , kann M-Commerce als eigenständige Kategorie aufgefasst werden, die neben neuen Anwendungsmöglichkeiten große Teile des E-Commerce zu substituieren vermag. Durch den Vorteil der Ubiquität und die Möglichkeit zur Lokalisierung der Nutzer entstehen neue Anwendungen, die im „Festnetz-Internet“ nicht möglich wären.
1.3.2 Abgrenzung von Anwendungen zu Services und Diensten
Services und Dienste werden in der vorliegenden Arbeit synonym verwandt. Gemeint ist damit das Dienstleistungsangebot der Anbieter, das Anwendungen beinhaltet. Bei letztgenannten handelt es sich um den Nutzungsprozess, den der Anwender durchläuft.
1.4 Überblick und Eingrenzung des Themas
Gegenstand der Arbeit sind nicht die neuen Technologien, die für die Entwicklung von M-Commerce Voraussetzung sind. Diese werden nur soweit erforderlich benannt und beschrieben. Es geht vielmehr darum, die erkennbaren Applikationen von M-Commerce zu beschreiben, zu kategorisieren und zu bewerten.
In der vorliegenden Ausführung werden die folgenden Arbeitshypothesen erörtert: M-Commerce geht aus den zwei Säulen Mobiltelephonie und Internet hervor. Anhand der Auswertung empirischer Daten soll dargestellt werden, dass die Erfolgs-
6 Vgl.Zobel, J., Mobile Business und M-Commerce, München 2001, S. 3
7 Vgl. UMTS Forum, Enabling Third Generation Services and Applications, Report 11, 2000, S.17,
www.umts-forum.org.reports.html, Abfrage: 23.05.01
8 Vgl. Bleck, Sontow, Liestmann in: „Unterstützung beim Einstieg in den Electronic Commerce”,
fir/iaw mitteilungen, 4/1998, S. 1
9 Vgl. Forrester Research, Mobile Commerce in Deutschland - Jenseits der Euphorie,
http://de.forrester.com/forit/home.nsf/cdff7103cbb2a72cc125689a00500c96/35483fe382, Abfrage:
30.05.01
4 Einleitung
faktoren beider Säulen Einfluss auf den Erfolg von M-Commerce und seine Anwendungen haben.
Auf der Grundlage der erkannten Erfolgsfaktoren gilt es zu zeigen, dass es keine einzelne Killerapplikation bei M-Commerce gibt, sondern der Gesamterfolg von M-Commerce von einem vielfältigen Serviceangebot abhängt. Ein weiteres Ziel dieser Ausführung besteht darin, die innovativen neuen Anwendungen zu skizzieren, die aus der Übertragungstechnologie UMTS und aus den Weiterentwicklungen, vor allem im Hinblick auf mobile Endgeräte, resultieren.
In der vorliegenden Arbeit werden in Kapitel 2 zunächst erkennbare kritische Erfolgsfaktoren für Anwendungen aus den bisherigen Erfahrungen entwickelt, die aus der Mobiltelephonie, der Nutzung des Internets über Festnetz, insbesondere im Bereich E-Commerce stammen. Ferner werden erste Erfahrungen mit M-Commerce aus Japan und Europa herangezogen. In Kapitel 3 erfolgt die Beschreibung und die Bewertung vorhandener und kurzfristig geplanter M-Commerce-Anwendungen anhand der im Kapitel 2 erarbeiteten Erfolgsfaktoren. Dabei werden alle Applikationen berücksichtigt, die zum 01.09.2001 nutzbar oder kurzfristig geplant sind. Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse aus den bisherigen Erfahrungen zusammengefasst, um zu erörtern, ob eine Killerapplikation für M-Commerce existiert und welche Verbesserungen durch die zukünftige technischen Entwicklungen mit und parallel zu UMTS möglich werden. In Kapitel 4 werden die technischen Entwicklungen mit und um UMTS und neue innovative Anwendungen des M-Commerce, die auf diesen basieren, dargestellt.
Ein Schwerpunkt in der Betrachtung der M-Commerce-Anwendungen liegt in der Konzentration auf die Geschäftsbeziehungen „Business-to-Business“ und „Businessto-Consumer“, der sich aus der Abgrenzung zu M-Business ergibt. Alle weiteren Geschäftsbeziehungen werden durch die vorliegende Arbeit allenfalls tangiert. Des Weiteren erfolgt die Darstellung und Bewertung von Anwendungen unabhängig von Endgeräten, da die in diesem Bereich zu erwartenden Entwicklungen weitgehend unbestimmt sind und deshalb nur mögliche Entwicklungslinien skizziert werden können.
5 Empirisch ableitbare Erfolgsfaktoren
2 Empirisch ableitbare Erfolgsfaktoren
Um im 3. Kapitel mögliche M-Commerce-Anwendungen nicht nur darzustellen, sondern auch bewerten zu können, sollen im Folgenden zunächst erkennbare Erfolgskriterien empirisch abgeleitet werden.
2.1 Erfahrungen aus dem Mobilfunkmarkt
Das erste Standbein des M-Commerce ist in der Mobiltelephonie zu sehen. Der Mobilfunkmarkt, der zu Beginn der neunziger Jahre umfassend liberalisiert wurde, ist seitdem von einer intensiven Wettbewerbssituation gekennzeichnet. Insbesondere im Privatkundenbereich konnte mittels subventionierter Endgeräte, ständiger Preissenkungen, unterschiedlich zugeschnittener Tarifmodelle und letztlich durch den Verzicht auf feste Grundgebühren bei Prepaid-Angeboten eine hohe Marktpenetration erzielt werden. Im Geschäftskundenbereich, der anfangs den Mobilfunkmarkt beherrschte, verlief die Entwicklung der Teilnehmer nicht so dynamisch, da das Marktpotential für reine Sprachübertragung weitgehend ausgeschöpft ist. 10 Im Jahr 2000 konnte die Zahl der Mobilfunkteilnehmer in Deutschland auf 48,145 Millionen gesteigert werden; damit lag die Penetrationsrate im Mobiltelefondienst Ende 2000 bei rund 59 Prozent. 11 Im europäischen Vergleich liegt Deutschland hinsichtlich der absoluten Teilnehmerzahlen an der Spitze; hinsichtlich der Penetrationsrate nähert sich Deutschland allmählich den diesbezüglich führenden Ländern Finnland, Norwegen, Schweden, Island und Österreich an, die schon jeweils Penetrationsraten von über 70 Prozent zum Jahresende 2000 erreicht hatten. 12 Schätzungen der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post zufolge liegt die Wachstumsgrenze bei einer Penetrationsrate von rund 80 Prozent, was einer absoluten Teilnehmerzahl von rund 65 Millionen entspricht. 13
Der Faktor Kosten stellt ein wichtiges Kriterium dar, wie sich aus der Entwicklung der steigenden Teilnehmerzahl gegenüber einer negativen Preisentwicklung ableiten lässt. Die folgende Abbildung verdeutlicht diesen Zusammenhang.
10 Vgl. Dr. Franz Büllingen, Dipl.-Volksw. Peter Stamm, a.a.O., S. 11
11 Vgl. Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, a.a.O., S. 19
12 Vgl. ebenda, S. 19
13 Vgl. ebenda, S. 19
6 Empirisch ableitbare Erfolgsfaktoren
Abbildung 1: Entwicklung des Mobilfunkmarktes, Quelle: RegTp/Statisches Bundesamt
Ende des Jahres 2000 gab es somit erstmals mehr mobile als festnetzbasierte Anschlüsse; eine Entwicklung, die darauf hindeutet, dass das Mobiltelefon zum Gebrauchsgegenstand wird. 14 Des Weiteren wird für die folgenden Jahre von sinkenden Wachstumsraten ausgegangen, da die Sättigungsgrenze mit mehr als einem Mobiltelefon pro Einwohner voraussichtlich schon 2003 erreicht wird. 15 Inwieweit die Nutzer dann bereit sind, neue Mobiltelefone zu kaufen, wird die Entwicklung zeigen.
Für M-Commerce stellt die Zahl der WAP-fähigen Mobiltelefone einen wichtigen Faktor dar. Seit Mitte 2000 konnte diese von rund 400.000 auf geschätzte 2,5 Millionen bis zum Jahresende 2000 gesteigert werden 16 , was jedoch nichts über die tatsächliche Nutzung des Dienstes aussagt.
Positiv beeinflusst wurde die Teilnehmerzahl im mobilen Bereich unter anderem auch durch die Möglichkeit zur Übertragung von kurzen Textnachrichten (SMS). Obwohl der Dienst eine Übertragung von nur maximal 160 Zeichen erlaubt, werden in vielen europäischen Ländern im Durchschnitt pro Nutzer und Monat 25 SMS
14 Vgl. Dr. Franz Büllingen, Dipl.-Volksw. Peter Stamm, a.a.O., S. 12
15 Vgl. Bitkom, Wege in die Informationsgesellschaft, 2001, S.9
16 Vgl. Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, a.a.O., S. 20
7 Empirisch ableitbare Erfolgsfaktoren
versandt. 17 Aus der hohen Akzeptanz des ersten mobilen Datenservices SMS wird deshalb auf ein Bedürfnis nach weiteren Datenanwendungen geschlossen. Die Entwicklung auf dem Mobilfunkmarkt könnte als Ausdruck für einen Wandel in der Gesellschaft interpretiert werden, der sich in stetig wachsender Mobilität und Drang zur Aktivität ausdrückt. Ein Trend zu mehr Mobilität besteht offenbar sowohl im Arbeits- als auch im Freizeitbereich, wobei ständige Erreichbarkeit ein Leitmotiv zu sein scheint. Im Laufe der Zeit hat sich das Kommunikationsverhalten dahin gehend verändert, dass Nutzer nicht mehr an einem festen Standort zu Hause telefonieren, sondern vielmehr ihr Mobiltelefon immer mit sich führen, um jederzeit und sofort kommunizieren zu können, was durch flächendeckende Mobilfunknetze möglich geworden ist.
Speziell in Notfallsituationen wie Lawinenunglücken, Gebäudeeinstürzen etc. wird die Ortungsmöglichkeit von Mobiltelefonen eingesetzt, um Unfallopfer bergen zu können. Die Lokalisierung spielte ansonsten bisher noch eine geringe Rolle, was sich im M-Commerce ändern soll.
Resümee
Aus den Erfahrungen mit der 2. Mobilfunkgeneration lassen sich die Kriterien
· Kosten
· Mobilität
· Ubiquität
· sofortige Kommunikationsfähigkeit als wichtige Erfolgsfaktoren ableiten.
2.2 Erfahrungen aus der Internetnutzung
E-Commerce bezieht sich inhaltlich auf das festnetzbasierte Internet. Da M-Commerce als mobile Erweiterung des E-Commerce betrachtet werden kann, wird in dieser Arbeit davon ausgegangen, dass mittels der Analyse der Internetnutzung weitere Erfolgsfaktoren abgeleitet werden können. Gemäß einer aktuellen Studie, durchgeführt im Auftrag von ARD und ZDF, nutzten 38,8 Prozent bzw. 24,8 Millionen der deutschsprachigen Bevölkerung über 14 Jahren
17 Vgl. Zobel, J., a.a.O., S. 16
8 Empirisch ableitbare Erfolgsfaktoren
das Internet im 2. Quartal 2001 in Deutschland „zumindest gelegentlich“. 18 Andere Studien weisen abhängig von der Grundgesamtheit, dem Erhebungszeitraum und der Nutzungsdefinition Zahlen zwischen 24,2 und 27,6 Millionen Nutzer aus. 19 Unabhängig von der Erhebungsmethode zeigen somit alle aktuellen Studien, dass das Internet in Deutschland zum Massenmedium geworden ist. Im Gegensatz zu der anfänglichen Nutzung des Internets haben sich nicht nur konkretere Vorstellungen über die Einsatzmöglichkeiten des Mediums entwickelt, sondern es hat auch eine breite Erkundung der Angebote des Internets stattgefunden, wodurch sich die Nutzungsschwerpunkte verändert haben. Der Informations- und Kommunikationswert des Mediums ist vorrangig, d.h. die Nutzung des Internets bezieht sich hauptsächlich auf den Versand und den Empfang von E-Mails, Gesprächsforen, Chats und den Abruf von Informationen wie aktuellen Nachrichten, Sport, Reiseinformationen, Veranstaltungshinweise etc. 20 Während die "früheren" Internetanwender noch mehrheitlich alle technischen Möglichkeiten des Netzes ausprobierten, ist heute die Nutzung weitaus zweckgebundener. An erster Stelle steht die E-Mail-Kommunikation (80 %), gefolgt von der zielgerichteten Suche nach interessanten Informationen (59 %). Unterhaltungsangebote im Netz rangieren im unteren Mittelfeld. Sie werden nur von einem Fünftel der Befragten über 14 Jahren genutzt (20 %) und spielen lediglich für die 14 bis 19-Jährigen eine größere Rolle (42 %). 21
Die Hälfte aller Internetanwender macht Bankgeschäfte online. E-Commerce-Anwendungen wie Auktionen, Buch- und CD-Bestellungen oder allgemeines Onlineshopping spielen bei der Nutzung noch eine geringe Rolle. Desgleichen werden auch Anwendungen, die sich auf Unterhaltung beziehen wie beispielsweise Multiuserspiele, Gewinnspiele etc., deutlich weniger nachgefragt. 22 Insgesamt deuten die Nutzungsschwerpunkte darauf hin, dass die funktionalpragmatischen Möglichkeiten des Internet die Nutzer stärker ansprechen als die unterhaltend-spielerischen. Unterschiede im Nutzungsverhalten liegen hauptsächlich
18 Vgl. van Eimeren, B., Gerhard, H., Frees, B., media perspektiven 8/2001, ARD/ZDF-Online-Studie
2001, S. 383
19 Vgl. Prof. Dr. Herbert Kubicek, Internet für alle - Zwischen Euphorie und Ignoranz, Vortrag
20 Vgl. ebenda, S. 385
21 Vgl. Oehmichen, E., Schröter, Ch., media perspektiven 8/2001,.Schlussfolgerungen aus der
ARD/ZDF-Online-Studie 2001, S. 414
22 Vgl. ebenda, S. 385
Empirisch ableitbare Erfolgsfaktoren 9
darin , dass Erwachsene sich die Möglichkeiten des Internets aneignen und daher z.B.
Inhalte wie Nachschlagewerke bevorzugen, während jüngere Nutzer mit diesem
Medium aufwachsen und es intuitiv als stets erweiterbares Hilfsmittel einsetzen.
Letztere nutzen das Internet zur Kommunikation und zum Austausch von Musik,
Software und anderen Dateien. 23 Gleichermaßen werden vor allem die Erleichterun-
gen geschätzt, die das Internet sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld
bringen kann. Im Gegensatz zu klassischen Medien hat der Nutzer im Internet
erstmals die Möglichkeit, unabhängig vom Zeitpunkt über Inhalte bzw. Informa-
tionen zu verfügen und weitgehend selbstbestimmt nach seinen Wünschen auszu-
w ählen. 24
Die im Internet angebotenen Inhalte werden generell als kostenloses Gut angesehen,
wobei sich die Zahlungsbereitschaft für spezielle Dienstleistungen gemessen an
ihrem Zusatznutzen erhöht. Gerade bei dem viel diskutierten Thema „Herunterladen
von Musikstücken“ ist nur etwa die Hälfte der Nutzer zahlungswillig, wobei den
meisten ein Musikstück nur ein bis zwei Mark wert ist. 25
Das Nutzungsverhalten hinsichtlich Abruf einzelner Homepages zeigt, dass die
Internetnutzer auf die Benutzerfreundlichkeit Wert legen, d.h. Homepages sollten
übersichtlich und klar gegliedert, ihr Aufbau intuitiv verständlich sein und das
Herunterladen der Seiten schnell passieren. Auch das Herunterladen von Dateien
sollte nicht zu lange dauern. 26
Sowohl das Nutzungsverhalten als auch die -schwerpunkte zeigen die Anforderungen
der Nutzer, die unter dem Begriff Convenience zusammengefasst werden können.
Bedenken gegenüber der Nutzung des Internets bestehen bei Nichtnutzern, diese
werden von der ARD/ZDF-Studie als Offliner bezeichnet, vor allem aus finanziellen
Gr ünden bezüglich der Anschaffungskosten und der laufenden Kosten sowie aus
Zweifel an der eigenen Kompetenz, mit einem PC umgehen zu können. 27 Da den
meisten „Offlinern“ die Erfahrung mit dem Internet fehlt, wird das Internet in seiner
gesamten Funktionalität noch nicht als persönlicher Gewinn erkannt.
23 Vgl. http://dvnt01.rz.wdr.de/scripts/wgate, Abfrage: 13.06.2001
24 Vgl. Oehmichen, E., Schröter, Ch., a.a.O., 421
25 Vgl. van Eimeren, B., Gerhard, H., Frees, B., a.a.O., 386
26 Vgl. ebenda, 387
27 Vgl Grajczyk, A , Mende, A , media perspektiven 8/2001, ARD/ZDF-Offline-Studie 2001, S 398
10 Empirisch ableitbare Erfolgsfaktoren
Ferner zeigen sich große Unsicherheiten und Vorbehalte in der Bewertung der konkreten Inhalte des Internets sowie des Schutzes persönlicher Daten. Hierbei beziehen sich die Bedenken sowohl der Nutzer als auch der Anbieter auf gesicherte Datenübertragung, Datenschutz, Bonität etc. 28
Weitere Erfahrungen aus dem E-Commerce im Internet zeigen, dass sich Portale bzw. Webmarken wie Yahoo oder Amazon etabliert haben, die mit dem Erreichen einer kritischen Masse von Nutzern zufriedenstellende Angebote bzw. Inhalte realisieren konnten. Dabei spielt für den einzelnen Anbieter das Gewinnpotenzial seiner Internetanwendung eine große Rolle.
Resümee
Aus den Erkenntnissen über die Internetnutzung in Deutschland lassen sich die Kriterien
· Informationswert
· Kommunikationswert
· Convenience
· Kosten
· Inhalte
· Gewinnpotenzial
· Sicherheit
als wichtige Erfolgsfaktoren ableiten.
2.3 Erfahrungen aus der M-Commerce-Nutzung
Die Entwicklung von M-Commerce stellt sich weltweit sehr unterschiedlich dar. Die asiatischen Länder, insbesondere Japan, haben hier einen großen Vorsprung.
2.3.1 Erfahrungen aus Japan
Nicht nur in Japan gilt die Anwendungsplattform i-mode der Telefongesellschaft NTT DoCoMo als Vorreiter des M-Commerce. Nach eigenen Angaben bedient i-mode derzeit rund 28 Mio. Nutzer und ist damit erfolgreichster Anbieter von M-Commerce der Welt.
28 Vgl. Mohr, M., „Das Niederreißen der Einstiegsbarrieren des E-Commerce“ in: Der Betriebswirt,
3/2000, S.16
11 Empirisch ableitbare Erfolgsfaktoren
Für den Erfolg von i-mode gibt es diverse Gründe.
Einerseits werden einige davon in den Besonderheiten des japanischen Marktes sowie in den Verhaltensweisen und Interessen der japanischen Bevölkerung gesehen:
· In Japan sind die Kosten für einen Internet-Festnetzanschluss mit circa 40 DM Grundgebühr und 40 Pfennig pro Minute im weltweiten Vergleich sehr hoch. 29 Dies könnte erklären, weshalb die Verbreitung des privaten Internetanschlusses mit 106,97 Internetzugängen pro 10.000 Einwohner weit hinter der anderer Nationen liegt. 30 Im Gegensatz dazu ist i-mode billiger als ein Festnetzanschluss 31 .
· Ein Großteil der Arbeitnehmer hat lange Anfahrtszeiten zur Arbeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wodurch lange Wartezeiten entstehen, die durch i-mode überbrückt werden können. 32 Dieses Phänomen ist jedoch auch in Ballungsgebieten sowohl in den USA als auch in Europa anzutreffen.
· In Japan werden in hohem Maß Unterhaltungsangebote nachgefragt, für die beispielsweise in Deutschland kein großes Potenzial gesehen wird. 33
Andererseits kann der Erfolg von i-mode auch in der Geschäftsstrategie des Netzbetreibers NTT DoCoMo gesehen werden:
· Der Dienst wird unter dem Markennamen i-mode und nicht als mobiles Internet vermarktet. 34 Nicht die verwandte Technologie, sondern die M-Commerce-Applikationen selbst stehen im Mittelpunkt der Vermarktungsanstrengungen.
· Statt alle M-Commerce-Anwendungen selbst zu produzieren, konzentriert sich der Betreiber auf die Bereitstellung der Plattform und bietet stattdessen unabhängigen Inhaltsanbietern ein attraktives Modell zur Umsatzaufteilung an, wodurch i-mode zurzeit durch Unterstützung von 976 Vertragspartnern auf ein umfangreiches Angebot an M-Commerce-Anwendungen verweisen kann. 35 Daneben existieren fast 50.000 inoffizielle Webseiten, die über die Eingabe der URL aufgerufen werden können. Um den Umfang des Angebots zu verdeutlichen, befindet sich im Anhang IV ein kurzer Überblick.
29 Vgl. http://www.ecin.de/state-of-the-art/mobileinternet/print.html, Abfrage: 24.05.2001
30 Vgl. http://laender.onvista.de/snapshot/JP/snapshot_JP.html, Abfrage: 07.07.2001
31 Vgl. Southward, I., „Dial M for Mobile” in: Financial World 01/2001, S. 36
32 Vgl. Zobel, Jörg, a.a.O., S. 114
33 Vgl. Funkschau, i-mode - das Pendant zu WAP, 16/2000, S. 49
34 Vgl. ebenda, S. 49
35 Vgl. KPN Mobile N.V., Vortrag „Get ready for i-mode“ im NRW-Forum, Düsseldorf, 29.06.2001
12 Empirisch ableitbare Erfolgsfaktoren
· i-mode verwendet zudem spezielle und hochwertigere Endgeräte als in Europa oder USA üblich. Die Endgeräte wurden unter dem Gesichtspunkt der M-Commerce-Nutzung so konzipiert, dass sie keine besonderen Anforderungen an die Nutzer stellen, sondern eine einfache Handhabung ermöglichen. Sie verfügen ferner über Navigationstasten und größere, teilweise farbige Displays, die mit vielen kleinen Grafiken arbeiten, so dass Anwendungen einfacher und übersichtlicher erscheinen.
· Während WAP nur ein Protokoll ist, stellt i-mode eine drahtlose Infrastruktur dar, die über das Netzwerk von NTT DoCoMo läuft und eine speziell für diese Plattform entwickelte Software enthält. 36 Für E-Mails ist das System sowohl mit anderen i-mode-Nutzern als auch mit Computer- und PDA-Nutzern kompatibel, da jeder Nutzer eine E-Mail-Adresse mit seiner Mobiltelefonnummer und dem Anhang @docomo.ne.jp erhält. 37
· Bei i-mode wird von Anfang an ein Paketvermittlungsnetz mit einer Geschwindigkeit von 9,6 Kbit/s verwendet. Dabei handelt es sich um eine permanente mobile Verbindung zum Internet, die „Always-on“-Verbindungen und eine daten-orientierte Abrechnung ermöglicht. 38 Ab Frühjahr 2002 soll die Geschwindigkeit des mobilen Internetdienstes auf 28,8 Kbit/s im Downlink erhöht werden. 39 Das Gateway für i-mode übersetzt die Daten von HTML in eine für Mobiltelefone komprimierte Sprache c-HTML, eine vereinfachte Version von HTML. 40 Dabei werden zuerst die Website-Inhalte des HTML-Formats in XML umgewandelt; danach erfolgt eine weitere Übersetzung in spezielle Sprachen für mobile Endgeräte wie WML und HDML. Der Gebrauch der vereinfachten HTML-Sprache hat diverse Vorteile. Programmierer mit HTML-Erfahrung können mit wenigen Änderungen i-mode-Seiten erstellen, die auf einen normalen Server geladen werden können. WAP-Seiten dagegen benötigen spezielle Server.
· i-mode unterstützt Bilder im GIF-Format, die ebenfalls im Internet gebräuchlich sind. Ein Wechsel in ein anderes Format ist daher nicht erforderlich.
36 Vgl. Southward, I., a.a.O., S. 36
37 Vgl. NTT DoCoMo, http://www.nttdocomo.com/site/index.html, Abfrage: 11.05.2001
38 Vgl. NTT DoCoMo, http://www.nttdocomo.com/i/service/tokutyou.html, Abfrage: 11.05.2001
39 Vgl. http://de.mobile.yahoo.com/010912/192/1y5bo.html, Abfrage: 13.09.2001
40 Vgl. Durlacher Research, UMTS Report, 06.2001, S. 70, www.durlacher.com/reports, Abfrage:
20.06.2001
13 Empirisch ableitbare Erfolgsfaktoren
· Seit Anfang 2001 können auch Java-Anwendungen mit i-mode abgerufen werden. Java ermöglicht fortgeschrittenere Anwendungen und Organizer-Software. 41 Hinzu kamen MJEP4 zum Streaming und Herunterladen von Videos 42 sowie der Service i-area, der ortsgebundene Anwendungen ermöglicht. 43
· Mit dem 1. Oktober 2001 erfolgte in Japan der erste UMTS-Einsatz der Welt. Der Service wird unter dem Namen Freedom Of Mobile multimedia Access (FOMA) auf den Markt gebracht und zunächst nur im Umkreis von circa dreißig Kilometern des Stadtzentrums von Tokio zu empfangen sein. Die komplette Netzabdeckung in Japan soll Ende März 2002 erreicht sein. 44 FOMA beinhaltet neben i-mode Videotelephonie und eine „Multi-Call-Funktion“ zur gleichzeitigen Übertragung von Sprache und Daten. Die Übertragungsgeschwindigkeit des Dienstes hängt davon ab, ob der Nutzer das Paketvermittlungs- oder ein Leitungsvermittlungsnetz wählt. Während über letztgenanntes die Geschwindigkeit von ISDN erreicht wird, ist die Paketvermittlung im Downlink bis zu viermal schneller. 45 Entsprechend soll die monatliche Grundgebühr weit über der für den jetzigen i-mode-Service liegen. 46
Am 22. Februar 1999 startete NTT DoCoMo den i-mode-Service. Bereits ein halbes Jahr später überschritt die Zahl der Nutzer die Marke von einer Million und - mehr als zwei Jahre später - am 4. März 2001 nutzten über 20 Millionen Nutzer in Japan den mobilen Zugang ins Internet. 47
41 Vgl. KPN Mobile N.V., Vortrag „Get ready for i-mode“ im NRW-Forum, Düsseldorf, 29.06.2001
42 Vgl. ebenda
43 Vgl. NTT DoCoMo, http://www.nttdocomo.com/i/iarea/index.html, Abfrage: 25.06.2001
44 Vgl. NTT DoCoMo, http://www.nttdocomo.com/new/contents/01/whatnew0903.html, Abfrage:
03.09.2001
45 Vgl. NTT DoCoMo, http://foma.nttdocomo.co.jp/english/service/highspeed/high_top.html,
Abfrage: 03.09.2001
46 Vgl. http://de.mobile.yahoo.com/010903/102/1x7g6.html, Abfrage: 03.09.2001
47 Vgl. NTT DoCoMo, http://www.nttdocomo.com/new/contents/01/whatnew0305.html, Abfrage:
11.05.2001
14 Empirisch ableitbare Erfolgsfaktoren
Abbildung 2: Nutzerzahlen von i-mode, Quelle: NTT DoCoMo
Zurzeit beläuft sich die Zahl der i-mode-Nutzer auf 27,925 Millionen, d.h. etwa 22% der Gesamtbevölkerung Japans. 48 49 Im Vergleich dazu nutzen nur 1,067% das „Festnetz-Internet“.
I-mode-Anwendungen
NTT DoCoMo strukturiert sein i-mode-Angebot neben der E-Mail-Anwendung nach den Kriterien Transaktionen, Unterhaltung, Datenbank und Sonstiges. 50 Zu den Transaktionen gehören Finanzdienstleistungen wie Banking, Brokerage und Payment sowie Shopping, wobei NTT DoCoMo hier explizit den Buchkauf und die Kartenreservierung für Flüge und Konzerte nennt. Einen weiteren Schwerpunkt stellt für NTT DoCoMo der Bereich Unterhaltung mit Karaoke, Spielen, Radio und Horoskop dar, der von i-mode-Nutzern stark nachgefragt wird. Unter die datenbankbasierten Anwendungen fallen Restaurantführer, Rezepte sowie Wörter- und Telefonbücher, die wie Suchmaschinen die Selektion von Informationen ermöglichen. Die Kategorie Sonstiges umfasst hauptsächlich Informationsanwendungen bezüglich
48 Vgl. NTT DoCoMo, http://www.nttdocomo.com/new/contents/01/whatnew0305.html, Abfrage:
11.05.2001
49 ausgehend von 126, 41 Millionen Einwohnern, vgl.
http://laender.onvista.de/snapshot/JP/snapshot_JP.html, Abfrage: 07.07.2001
50 Vgl. NTT DoCoMo, http://www.nttdocomo.com/site/index.html, Abfrage: 11.05.2001
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Nachrichten, Wetter etc., für die sich der Nutzer registriert. Abhängig von seiner Wahl erhält er dann automatisch Informationen.
Die folgende Abbildung gibt über die Kategorien und ihre Inhalte einen Überblick.
Abbildung 3: Kategorien von i-mode-Anwendungen
Einer Untersuchung im März 2001 zufolge wird i-mode in Japan zu 41 Prozent für Unterhaltungaanwendungen, vor allem für interaktive Spiele genutzt, zu 16 Prozent für Nachrichten und Wetter und zu 12 Prozent für Tickets etc. 51 Geringere Nutzung liegt bei Brokerage mit acht Prozent und Zugriff auf Wörter- und Telefonbücher mit sieben Prozent vor. Laut einer Marktstudie in Japan war die E-Mail-Anwendung für über achtzig Prozent der Nutzer der Hauptgrund für das Abonnement von i-mode. 52 Diese Applikation entspricht sowohl im Preis als auch in der Datengröße etwa den in Europa üblichen Kurznachrichten.
Hinsichtlich der Nutzungszeiten ergab eine Untersuchung von Goo Research, dass i-mode sowohl beim Warten auf einen Zug oder einen Termin, während der Fahrt in
51 Vgl. http://www.mediamit.de/reportage/mobilecommerce.php3, Abfrage: 30.05.2001
52 Vgl. http://www.ecin.de/state-of-the-art/mobileinternet/print.html, Abfrage: 24.05.2001
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öffentlichen Verkehrsmitteln, am meisten aber zu Hause nach dem abendlichen Fernsehprogramm genutzt wird. 53 i-mode wird durchschnittlich 1,5 Minuten und bis zu zwanzigmal pro Tag genutzt. 54
Das Abrechnungssystem bei i-mode besteht aus drei Komponenten:
· Monatlicher Grundpreis von 300 Yen, rund 4 DM 55 56
· monatliche Pauschalpreise je Anwendung
· Übertragungskosten pro Datenpaket.
Letztere entstehen sowohl bei Datenempfang als auch bei -sendung und werden mit 0,3 Yen pro 128 Byte abgerechnet. 57 Ein Kontoauszug kostet somit rund 19 Pfennige, eine Überweisung 50 Pfennige. 58
NTT DoCoMo übernimmt die Abrechnung für den Content Provider über die Telefonrechnung und erhält neun Prozent des Rechnungsbetrages als Provision. 59
Andere Anbieter in Japan
Neben dem Marktführer NTT DoCoMo mit einem Marktanteil von 58,6 Prozent versuchen sich weitere Anbieter zu behaupten. Zu nennen wären hier J-Phone mit dem Dienst J-Sky und KDDI/au-Group mit EZweb. So konnte vor allem die J-Phone-Group ihren Marktanteil im Mobilfunkmarkt auf 28,2 Prozent steigern, ein Erfolg, der in erster Linie aus dem Absatz von neuen Mobiltelefonen mit integrierter Digitalkamera und hochauflösendem Farbdisplay resultiert. 60
2.3.2 Erfahrungen in Europa
Abgesehen vom Versand von Kurznachrichten verwenden europäische Nutzer ihre Mobiltelefone in erster Linie zum Telefonieren. Nur etwa sieben Prozent der gesamten Umsätze aus dem Mobilfunksektor entfallen derzeit auf mobile Datendienste. 61
53 Vgl. Zobel, J., a.a.O., München 2001, S. 108
54 Vgl. ebenda, S. 103
55 Vgl. NTT DoCoMo, www.nttdocomo.com/i/service/roykin.html, Abfrage: 11.05.2001
56 1Yen entspricht im langfristigen Durchschnitt 0,018 DM
57 Vgl. NTT DoCoMo, a.a.O.
58 Vgl. Funkschau, i-mode - das Pendant zu WAP, a.a.O., S. 48
59 Vgl. http://www.japan-web.de/thema.php3, Abfrage: 28.08.2001
60 Vgl. http://de.mobile.yahoo.com/010809/192/1v6s9.html, Abfrage: 28.08.2001
61 Vgl. Computerwoche, 28. Ausgabe, 2001, S.28
Arbeit zitieren:
Silke Hess, 2001, Innovative Anwendungen des Mobile Commerce, München, GRIN Verlag GmbH
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