2. Die Stellung des Klerus` im Staat:
Dem Klerus sollte künftighin lediglich d ie Verwaltung der Sakramente sowie die Predigt und die Seelsorge obliegen. Den Bischöfen blieb dem Klerus gegenüber die Aufsicht und Disziplinargewalt sowie ein Verordnungsrecht in allen eigentlich geistlichen
Angelegenheiten. Außerdem wurde jede besondere kirchliche Bücherzensur neben der staatlichen untersagt.
3. Die Erziehung des Klerus:
Ziel war es den Klerus in einen größeren und engeren Zusammenhang mit dem österreichischen Staatswesen zu bringen und ihn zugleich für seinen Beruf „tüchtiger“ zu machen. So wurde zunächst der Besuch Roms verboten. 1783 wurden alle bischöflichen Seminarien und anderen theologischen Bildungsanstalten an Stiften und Klöstern aufgehoben, ihre Fonds und Stiftungen eingezogen und für die neuen Stiftungen verwendet. Der Staat bestellte neue Professoren und schrieb die Bücher und Lehrpläne vor.
4. Die Klosterpolitik:
Die Kloster galten als die Hauptstützen staatsfeindlicher Gesinnung und verrotteter Bildung. Sie entzogen dem Staat notwendige Kräfte, ihr Besitz war schlecht veraltet und die Ordensleute galten als Müßiggänger. Zunächst erfolgte eine Inventarisierung des Klosterbesitzes. Das Klostergesetz vom 12. Januar 1782 verfügte für die Erblande die Aufhebung aller Niederlassungen derjenigen Orden, die weder eine Schule hielten noch Kranke pflegten oder sonstige Studien tätigten (die also die dem nächsten unnütz waren und darum auch Gott nicht gefällig schienen. Es waren dies Karthäuser, Eremiten, Kapuziner, Benediktiner usw.). Die Insassen durften in auswärtige Klöster oder Orden auswandern. Das eingezogene Klostergut wurde zum einem Religionsfond vereinigt und sollte nur noch kirchlichen Zwecken dienen. Der Wert des eingezogenen Gutes kam auf über 18 Mio. Gulden.
Für viele andere Institute wurde die Zahl der Insassen festgelegt und die Verwaltung des Vermögens an besondere Personen übertragen, zumeist an Weltkleriker.
5. Kultus und religiöses Volksleben:
Der Kaiser machte die größten Anstrengungen, die Seelsorge zu heben und ihre Organisation den veränderten Verhältnissen anzupassen. Von den Einkünften des Religionsfonds wurden
Arbeit zitieren:
Axel Möhring, 2001, Die Kirchen- und Sozialreformen unter Joseph II., München, GRIN Verlag GmbH
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