Inhaltsverzeichnis
0 Vorwort 2
1. Kapitel: Erlebnissport 3
1.1 Erlebnissport und seine Wurzeln 3
1.2 Erlebnissport - Flow erleben 4
2. Kapitel: Erlebnispädagogik 7
2.1 Historie der Erlebnispädagogik 7
2.2 Die erzieherische Vielfalt der Erlebnispädagogik 8
2.3 Didaktische Überlegungen 10
2.4 Methodische Grundprinzipien 11
2.5 Project Adventure 13
2.6 Erlebnissport in der Schule 14
2.7 Erlebnispädagogik im kritischen Spotlight 16
3 F a z i t 1 7
4 Literaturverzeichnis 18
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0 Vorwort
Erlebnispädagogik- Erlebnissport waren zwei herausragende Begriffe des 20. Jahrhunderts. Stichwörter wie zum Beispiel der „ultimative Kick“, der „Nervenkitzel“ oder einfach nur simpel ausgedrückt das „Risikoerleben“ sind mit dem Erlebnisboom im Sport eng miteinander verknüpft. Doch was steckt hinter dieser Faszination des „Sporterlebens“? Es ist ein schier unendlich großes Gebiet, das sich dem Sportinteressenten oder vielleicht sogar nur Sportlaien eröffnet. Die Tourismusbranche ging als gutes Beispiel voran. Sie hat diese Nische auch schon für sich entdeckt. Heutzutage kann jeder Ottonormalverbraucher die organisierten Abenteuerreisen in Anspruch nehmen, bei denen der Fokus auf dem Erlebnissport liegt. Und sogar die Schule hat sich dieses Phänomen zu Nutzen gemacht. Die Erlebnispädagogik, welche auf die orientierte Inszenierung des traditionellen Sports ihr Hauptaugenmerk legt, möchte mit dieser „neuen Art“ des Schulsportunterrichts das Interesse der Schüler wecken beziehungsweise den erzieherischen Aspekt auf einer anderen Ebene den Schülern vermitteln.
In dieser Seminararbeit möchten wir dem Leser eine Übersicht und auch einen kurzen Einblick in diese neue Welt des Erlebnissports ermöglichen. Für unsere Sportpädagogikkommilitonen/innen soll sie als Basis dienen, um aufzuzeigen, welche Möglichkeiten existieren, um den traditionellen Sportunterricht für die Schüler interessanter zu gestalten. Zu guter Letzt möchten wir mit einem 4- Zeiler von Johann Wolfgang von Goethe dieses Vorwort abschließen und die Seminararbeit einleiten. „Der Worte sind genug gewechselt, laßt mich auch endlich Taten sehn! Indes ihr Komplimente drechselt, kann etwas Nützliches geschehn.“
2
1.1 Erlebnissport und seine Wurzeln
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Lebensweise und -auffassung der Menschen stark verändert. Dieser Wandel erklärt sich mit unter durch eine gesicherte Existenz und einem Alltag, der Wünsche und Sehnsüchte nicht mehr erfüllt. Damit stehen andere Bedürfnisse, wie das Erleben und immer heftigere „Kicks“ im Vordergrund, um aus dem stark abgesicherten Leben zu entfliehen und sich vom Durchschnittsmenschen abzugrenzen. Immer mehr Menschen handeln deshalb erlebnisorientiert und passen den Sport, als Teil und Ausdrucksform der Gesellschaft, daran an. Ein neues Handlungsfeld hat sich herauskristallisiert: der Erlebnissport. Der Erlebnissport ist mittlerweile zum „Renner" im Sport geworden. Sowohl Vereine als auch verschiedene Institutionen der Jugendarbeit haben den Erlebnissport in ihr Programm aufgenommen. Und seit neuestem widmen sich auch die Universitäten und Schulen (Lehrpläne Sport in NRW) diesem Thema. Der Erlebnissport ist keine Unterkategorie aus dem Bereich der Erlebnispädagogik oder ein Teil des Outward Bound oder des Project Adventure. Er ist eine eigene Ausrichtung aus dem Bereich des Sports, der sich aus dem Verlangen entwickelt hat, den „normalen“ Vereins- und Schulsport abwechslungsreicher, lernreicher, sozialer, eben erlebnisreicher und auch abenteuerlicher zu gestalten. So hat sich in der mittlerweile über einem Jahrzehnt alten Geschichte des Erlebnissports eine eigene Methodik entwickelt, mit der die Ziele des Erlebnissports sinnvoll umgesetzt werden können. Im Erlebnissport wird der Handelnde als Ganzes gefordert: mit Kopf, Herz und Hand (wie es auch schon Hahn forderte) gilt es, alleine und mit anderen gemeinsam Abenteuer zu erleben und zu bestehen. Verantwortungsbewusstsein, Kooperation, Mut, Vertrauen zu sich und zu anderen sind wesentliche Aspekte des Abenteuer- und Erlebnissports. Dabei braucht man keine Berg- oder Dschungeltouren in fremde Länder: die Sporthalle, die Wiese oder die Stadt vor der Tür sind die Aktionsräume, die ohne großen Aufwand abenteuer- und erlebnisreich genutzt werden können. Das Schöne am Erlebnissport ist, dass er ein „offenes Konzept“ darstellt. Dies bedeutet, dass er sich immer weiterentwickeln kann. Zudem lebt er von der Innovation. Je mehr Erfahrung man hat, desto mehr entstehen Anregungen für weitere Projekte.
Der Erlebnissport ist für den Einsatz in Schule, Hochschule, Verein und in der sportlichen Jugendarbeit gedacht. Er wendet sich an alle Lehrer und Lehrerinnen, an alle Übungsleiter und Übungsleiterinnen sowie an alle Interessierten, die den Abenteuer- und Erlebnissport in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern einsetzen möchten. Er ist für Sporttreibende gedacht, die sich nicht mit dem bloßen Anwenden von Bewegungsbeschreibungen zufrieden geben, sondern den Sport als ein komplexes Feld sozialer Interaktion begreifen und sportliches Handeln bewusst und zielgerichtet einsetzen.
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1.2 Erlebnissport - Flow erleben
Der Erlebnissport ist charakterisiert durch das Flow-Erlebnis (Csikszentmihalyi, 1985), welches dazu motiviert weiterhin sein sportliches Leistungsvermögen voll auszuschöpfen und neue Höchstleistungen zu suchen. Csikszentmihalyi beschreibt und erklärt dieses Phänomen als ein Glückszustand, wie er beispielsweise auch in der Kunst, Musik und Sexualität (vgl. Csikszentmihalyi, 1998, S. 131f.) vorzufinden ist. Damit ist ein Gefühl gemeint sich „völlig im Einklang mit der Tätigkeit [..] zu wissen“ (Csikszentmihalyi, 2000, S. 7). Flow ist auf jedem Leistungsniveau und Anwendungsfeld (Schul-, Gesundheits-, Freizeit- und Breitensport, Rehabilitation/Therapie und Sport) des Sports zu erreichen. Vorraussetzung sind verschiedene Komponenten, die miteinander in wechselseitiger Beziehung stehen, indem sie einander entweder bedingen oder verstärken (vgl. Csikszentmihalyi, 2000, S. 24ff.):
Die Balance zwischen Herausforderung und Können -„Schwierig, aber lösbar.“
Das Flow-Erlebnis unterliegt einem dynamischen Prozess (Abbildung 1) aus Herausforderung und Können (vgl. Csikszentmihalyi, 2000, S.44f), wie er bei sportlichen Aktivitäten sehr günstig erreicht werden kann. Entscheidend ist das richtige Verhältnis zwischen ausreichenden Fähigkeiten und einer zu bewältigenden Anforderung. Nur so wird
- Langeweile/Entspannung, z. B. bei sportlicher Unterforderung,
- Angst, z. B. bei zu großem Risiko, Unsicherheit oder
- Teilnahmslosigkeit bei völligem Fehlen von Herausforderung und Fertigkeiten
vermieden. (vgl. Csikszentmihalyi, 2000, S.44f)
Verschmelzung von Körper und Geist - „Nur das war in diesem Moment von Bedeutung.“
Die zweite Dimension des Flow betrifft das Verhältnis zwischen Körper und Geist (dem Denken). Diese Kluft wird überwunden: Geist und Körper verschmelzen in der Tat, sie werden eins. Dieser Zustand der Verschmelzung zwischen Köper und Geist wird als ausgesprochen positiv geschildert, als ein Zustand des Glücks.
Klare Zielsetzung - „Ich wusste, was ich zu tun hatte.“ Um den Flow-Zustand zu erreichen, sollten vorher klare Ziele festgelegt werden. Nur dann kann man sich voll auf den Weg konzentrieren. Nur wenn dieser Prozess im Gang ist, weiß der Sportler, wie sein nächster Schritt aussehen muss um den Flow- Zustand zu erleben und erhalten.
Eindeutiges Feedback - „Alles passt zusammen.“ Unerlässlich zur Bewältigung einer Aufgabe ist das Wissen, was zu jedem Zeitpunkt gerade geschieht und wie dies im Gesamtkontext der Aufgabe zu sehen ist. Durch eine sofortige Rückmeldung erhält man eine klare Information, wo man sich hinsichtlich des vorgegebenen Zieles befindet und was noch zur Erreichung des Zieles noch zu leisten ist. Diese Rückmeldung erfolgt aus ganz verschiedenen Quellen, wie Trainer oder Mannschaftskameraden. Die beste Informationsquelle bietet aber immer noch der eigene Körper.
Konzentration auf die bevorstehende Aufgabe - „Jetzt.“ Der Fokus der Gedanken ist im Flow-Zustand vollkommen und zielgerichtet. Störende Gedanken und Gefühle finden keinen Platz mehr im Bewusstsein. Konzentration auf die Tätigkeit ist die Grundbedingung zur Erreichung des Flow- Zustandes. Mit speziellen Mentalen Trainingstechniken (Visualisation, Subvokales Training, Ideomotorisches Training, etc.) lässt sich diese Fokussierung der Aufmerksamkeit trainieren.
Kontrolle - „Es kann nichts schief gehen.“
Hiermit ist ein Gefühl gemeint, in der jeweiligen Situation absolut „Herr der Lage“ und „unschlagbar“ zu sein. Das Gefühl die Situation kontrollieren zu können ist ausschlaggebend vom Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
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Arbeit zitieren:
Tobias Schwarzwälder, Manuel Holler, 2003, Erlebnissport - Erlebnispädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
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