Hausarbeit Finanzierung und Investition, Thema: „Börsenpsychologie“ Seite 2
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3.1.1 Krieg oder Frieden?
3.1.2 Der langfristige wirtschaftliche Trend
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3.2.1 Die Zinsen
3.2.2 Die Konjunktur
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3.3.1 Analystenempfehlungen
3.3.2 Unternehmensgewinne
3.3.3 Politik 14
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6.1.1 Repräsentativheuristik
6.1.2 Verfügbarkeitsheuristik
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Das Thema Börsenpsychologie ist momentan an Aktualität kaum zu ü- bertreffen. Es ist gerade mal etwas länger als ein Jahr her: Am Freitag, den 10. März 2000, erreichten Nemax-All-Share (8.583 Punkte) und Nasdaq Composite (5.132 Zähler) neue historische Höchststände. Viele Börsenexperten hatten keine Probleme, die vorangegangenen irrsinni- gen Kurssteigerungen und die extrem hohen Notierungen zu erklären. Optimisten prognostizierten gar einen Jahresendstand von über 10.000 Stellen für den Nemax-All-Share. Die tatsächliche Entwicklung verlief völlig anders. Der Nasdaq brach seit dem Märzhoch um über 60 Pro- zent auf teilweise unter 2.000 Punkte ein, der Nemax verlor unglaubli- che 75 Prozent. Die Wegstrecke wurde von den Kommentatoren meist mit Durchhalteparolen begleitet. 1
Und heute? Urplötzlich hat sich Bescheidenheit breit gemacht, kaum jemand traut sich noch mit optimistischen Einschätzungen an die Öf- fentlichkeit. Pessimismus hat sich überall breit gemacht, Analysten greifen wieder auf zeitweilig als veraltet geltende Indikatoren wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis zurück, um Hightech-Aktien zu bewerten. Da- nach notierten die Kurse noch immer viel zu hoch, sagen Kritiker. Such- ten die Kommentatoren im letzten Frühjahr nach Argumenten, um eine anhaltende Hausse zu erklären, so bedienen sie sich jetzt anderer Maßstäbe, um eine anhaltende Korrektur zu begründen. Der Pessimis- mus ist dermaßen groß, daß kaum noch eine Steigerung vorstellbar ist. Auch wenn sich die konjunkturellen Aussichten in den letzten zwölf Mo- naten verschlechtert haben, geht die Finanzwelt schließlich nicht gänz- lich unter und es wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch wieder zu ei- 1 vgl. http://www.stockworld-report.de, 20.03.2001
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nem Aufschwung an den Finanzmärkten kommen, an den aber momen- tan kaum jemand zu glauben scheint.
Schaut man in die Vergangenheit, so zeigt sich, daß sich solche Phä- nomene in erschreckend ähnlicher Weise immer wieder abgespielt ha- ben und daß anscheinend niemand daraus gelernt zu haben scheint.
Die erste Aktienbörse im heutigen Sinn entstand im 17. Jahrhundert in Amsterdam, zu Beginn der großen Kolonialzeit. Die Spekulation stürzte sich auf die Aktien der Indischen Kompanie. Dieses erste organisierte Kolonialunternehmen war im Jahr 1602 von einigen holländischen Kapi- talisten gegründet worden, die den Überseehandel beherrschen wollten. Dazu wurden durch Subskription 64 Tonnen Gold aufgebracht, die Kompanie blühte im Lauf der Jahre auf und wurde zum Staat im Staat. Die Spekulanten warteten in der Nähe des Hafens auf Nachrichten von den reich beladenen Schiffen, nach deren Gütern man sich in den Nachbarländern förmlich riss. Je nach Frachtkosten stiegen oder fielen die Aktienkurse der Kompanie. Die eintreffenden Schiffsladungen wur- den immer wertvoller und ließen noch kostbarere erwarten. Die Gewin- ne stiegen, die Dividenden ebenfalls und damit auch der Aktienkurs. Die Spekulanten wurden von Tag zu Tag aufgeregter, bis es dann im Jahr 1688 für die holländische Kompanie zur Katastrophe kam, die hier von großem Interesse ist, weil sie den ersten wirklichen Aktien-Crash darstellt. Die Katastrophe bestand darin, daß sich die Spekulanten auf das Extremste in Kassa- und Termingeschäften engagiert hatten. Zu- nächst trafen allerhand alarmierende Nachrichten von Schiffshavarien ein, einige Schiffe trafen allerdings doch noch in Holland ein. Die einge- troffenen Waren wurden zu einem Gegenwert von 35 Tonnen Gold ver- kauft, während man auf einen Gegenwert von 50 Tonnen gehofft hatte. Das Geschäft war an sich nicht zu schlecht, die Spekulation aber auf das Äußerste angespannt. Die Aussicht auf höhere Dividende ließ die Aktienkurse immer weiter in die Höhe steigen. Als diese Erwartung je- doch nicht erfüllt wurde, löste grenzenloses Misstrauen das vorher grenzenlose Vertrauen ab und die Kurse krachten dramatisch nach un- ten.
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Das Prinzip des Crashs war damals also schon das Gleiche wie bei den noch folgenden Börsenzusammenbrüchen der Geschichte, sei es jener der Tulpenzwiebeln in Holland, der Eisenbahncrash in den USA, oder auch der große Crash von 1929 mit der darauffolgenden Weltwirt- schaftskrise, der Kurszusammenbruch der kanadischen Uranbergwerke in 1957, der Börsenkrach von 1987 oder die Asienkrise von 1998. Und beim heutigen Technologiecrash spiegelt sich noch immer genau der gleiche Ablauf wider.
Es stellt sich also die Frage, warum es immer wieder zu solchen Er- scheinungen kommt, warum der Mensch immer wieder zu maßlosen Übertreibungen an den Wertpapiermärkten neigt, bei denen es dann nur noch des bekannten Funkens bedarf, der das Pulverfass explodieren, die Kurse also nach unten schnellen lässt.
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Ziel dieser Arbeit ist, zu klären, warum es immer wieder zu Kursüber- treibungen kommt, die schließlich in einem großen Zusammenbruch en- den. Weiterhin gilt zu klären, warum die Spekulanten nicht aus den Er- fahrungen der Vergangenheit lernen, wo es in unserer Zeit doch eine nahezu unendliche Vielfalt an Börsenpublikationen gibt, die u.a. vor solchen Gefahren warnen. Schließlich sind es nicht nur unerfahrene Privatanleger, die solchen Übertreibungen zum Opfer fallen, sondern auch die professionellen Kapitalanleger wie z.B. Investmentgesellschaf- ten, die über modernste Computersysteme zur Marktanalyse verfügen, sind von den Übertreibungen der Kapitalmärkte, sowohl nach oben, als auch nach unten, betroffen bzw. forcieren diese sogar.
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Spricht man von Börse oder Spekulation, denkt man zuallererst an die Aktienbörse, egal ob in Frankfurt, London, die Wallstreet in New York oder an sonst irgendeinem Börsenplatz. Es gibt daneben aber auch weitere Spekulationsobjekte mit entsprechenden Börsen, an denen man sowohl auf steigende, als auch auf fallende Kurse spekulieren kann. Da zwischen diesen Märkten Zusammenhänge bestehen, soll hierauf kurz eingegangen werden.
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Zum einen gibt es die Rentenmärkte. Hier werden sogenannte Renten bzw. Anleihen, also festverzinsliche Wertpapiere gehandelt. Obwohl viele mit diesen Begriffen relativ sichere Anlageformen assoziieren, ist das sehr oft nicht der Fall. Dies hängt entscheidend von der Bonität des Schuldners ab. Anleihen eines sicheren Schuldners, z.B. Staatsanlei- hen einer Industrienation, weisen ein sehr geringes Risiko auf, da sie zum Ende der Laufzeit immer zu ihrem Nominalwert zurückgezahlt wer- den. Während der Laufzeit passen sich die Kurse dieser Papiere aller- dings der aktuellen Zinssituation an. Fallen die Zinsen am Geldmarkt, so wird eine hochverzinsliche Anleihe so weit im Kurs steigen, daß sie den gleichen Ertrag für den Käufer abwirft, wie eine neu emittierte, niedriger verzinsliche Anleihe.
Auf diese Zinsveränderungen spekulieren neben kleinen und großen Spekulanten auch Banken, Versicherungen und Hedge-Fonds.
Sehr risikoreich hingegen sind Anleihen von Schuldnern mit schlechter Bonität. Dieses können Dritte-Welt-Länder, aber auch Industrieunter- nehmen in schlechter wirtschaftlicher Verfassung sein. Rentenpapiere, bei denen kaum Hoffnung auf vollständige Rückzahlung besteht und die daher im Kurs nahezu wertlos sind, nennt man Junk-Bonds. Hier sind sehr hohe Spekulationsgewinne, aber auch Totalverluste möglich.
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Jochen Bloß, 2001, Börsenpsychologie, Munich, GRIN Publishing GmbH
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