Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Geschichte
2.1. Der Ursprung des Rechtsrock: Skinheads
2.2 Die Musik der Skinheads
3. Entwicklung des Rechtsrock in Deutschland
3.1 Anfänge
3.2 Die Szene heute
3.3 Konzerte
3.4 Inhalte und Texte
3.5 Verbreitung Verbreitung
4. Rechtsextremismus
4.1. Ursachen des Rechtsrock
4.2. Motive und Funktionen
5. Pädagogische Gegenmaßnahmen
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Musik übernimmt bei Jugendlichen wichtige Funktionen in ihrer Entwicklung so auch
Rechtsrock Durch verstärkte Einflussnahme von rechtsextremen Organisationen auf diese
Musikrichtung werden diese entwicklungsspezifischen Effekte genutzt um rechtes
Gedankengut unter Jugendlichen zu verbreiten.
In meiner Arbeit soll nun zuerst die Entstehung und Entwicklung von Rechtsrock dargestellt
werden Im zweiten Teil wird die heutige Situation in Deutschland beschrieben die
Strukturen und Inhalte werden näher erläutert sowie wichtige Faktoren wie Vertrieb und
Konzerte dargestellt
Im dritten Teil wird gezeigt wie die Verbindung von Rechtsextremismus und Rechtsrock
entsteht außerdem werden die Ursache n und Wirkungen dieser Musikrichtung versuc ht näher
zu erläutern Schließlich gehe ich auf die pädagogischen Gegenmaßnahmen ein die dem
aufkommenden Rechtsextremismus entgegenwirken sollen
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2. Die historische Basis des Rechtsrock
2.1. Der Ursprung des Rechtsrock: Skinheads
Der Ursprung des Rechtsrock ist eindeutig in England zu sehen. Er ist eng verknüpft mit der Entstehung der Skinheads. Ende der 1960er Jahre kam es in den englischen Arbeitersiedlungen zu großen Umbrüchen und Veränderungen. In diesen Nachkriegsjahrzehnten gab es einen rasanten Wandel, die Produktivität wurde gesteigert und mit ihr der Wohlstand gefördert. Die heruntergekommenen Arbeiterviertel wurden saniert und modernisiert. Die neu entstandenen finanzkräftigen Mittelschichten drängten in die aufgewerteten, nun auch teureren Wohnbezirke. Den bis dato ansässigen Arbeitern blieb nichts anderes übrig, als in unsanierte Viertel zu ziehen. Doch dieser Wohnraum war stark umkämpft, denn auch die Gruppen der Einwanderer aus Pakistan, Indien oder Afrika lebten in solch billigen Wohnungen. Durch fehlende Integrationseinrichtungen und unterlassene Hilfe von der Regierung waren die Einwanderer gezwungen, sich selbst zu helfen: Es entwickelte sich eine geschlossene Gemeinschaft mit eigenen Bars, Läden und Treffpunkten. Die „alte weiße Homogenität der Viertel löste sich auf“ 1 . Viele jugendliche Angehörige der Arbeiterklasse kamen sich im eigenen Land fremd vor, sie fühlten sich ihrer Identität und ihrer Gemeinschaft beraubt und sahen in den Einwanderern eine Konkurrenz. Dies war die Geburtsstunde der Skinheads. Die Bewegung entstand also aus einem Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Gemeinschaft in der englischen Arbeiterklasse sowie der Furcht vor Überfremdung.
Die neue Bewegung hatte zudem starken Zufluss von anderen Jugendbewegungen, Mods und Teddyboys, die sich den veränderten Verhältnissen anpassten bzw. sich mit der neuen Jugendkultur identifizieren konnten.
Diese Jugend lichen waren meist als Gangs „organisiert“. Es gab neben englischen auch Gangs asiatischer, afrikanischer oder jamaikanischer Herkunft. Jedoch waren auch Mischungen dieser Gruppen untereinander keine Seltenheit. Jede hatte ihr eigenes Revier, das sie auch verteidigten. Schon zu dieser Zeit herrschte ein hohes Gewaltpotenzial in den Kreisen dieser Jugendbewegung. Dies entlud sich hauptsächlich gegen sexuelle und soziale Minderheiten, Studenten oder feindliche Gangs. Gewalt war ein fester Bestandteil neben Alkoholkonsum, Fußball, Musik hören oder tanzen gehen. Besonders auf Fußballspielen kam es regelmäßig zu 1 Farin, K./ Seidel-Pie len, E. (Hrsg.): Skinheads, dritte Auflage, München, 1995, S. 26
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Ausschreitungen, da hier eine große Menge gewaltbereiter Jugendlicher aufeinander traf, da große Vereine eine Anhängerschaft von mehreren tausend solcher Fans hatten. Durch die zunehmend hohen Einwanderungswellen aus den Kolonialstaaten seit Ende der 50er Jahre kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit ausländischen Jugendlichen. Zwar hatte man auch Gemeinsamkeiten mit ihnen (Musik), jedoch kann man hier die Anfänge eines rassistischen Grundgedanken erkennen. Durch die gesellschaftlichen Probleme und Veränderungen dieser Zeit wuchsen sie mit einer kritischen Haltung gegenüber allem Andersartigen auf, sie versuchten ihre Identität als englische Arbeiterklasse zu bewahren bzw. zu schützen.
2.2 Die Musik der Skinheads
Die vorherrschende Musik an den Anfängen dieses Jugendkults war die Musik der schwarzen Einwanderer: Ska und Reggae. Schwarze und weiße Jugend liche tanzten zusammen in den Clubs und Dancehalls zu der Musik von Laurel Aitken, The Skatelites, Prince Buster oder Desmond Dekker. Ska war die Musik der „Rude Boys“, unpolitisch und zum Tanzen geeignet.
Mitte der 70er entstand eine neue Musikrichtung, der Punkrock. Es war eine einfache, aggressive Musik. Sie verkörperte Revolte und Anderssein. Ursprünglich nur von Punks gehört, wurde sie auch für viele Skinheads interessant. Harter Sound und einfache Texte zum Mitgrölen machten Punkrock zur zweiten Hauptmusikrichtung neben Ska. Bands wie The Clash, Sham 69, Angelic Upstairs oder Cockney Rejects waren berühmte Vertreter des neuen revolutionären Sounds. Man kann diese Interpreten auch als Gründer der so genannten Oi-Musik sehen. „…, jedenfalls begannen die Rejects irgendwann damit, ihre Songs nicht mehr mit dem üblichen „1, 2, 3“ anzustimmen, sondern grunzten stattdessen ein „Oi! Oi! Oi!“ ins Mikro“ 2 . Oi-Musik war in diesen Tagen, genau wie Ska und Reggae, unpolitisch. In den Songs wurde über jugendliche Probleme gesungen oder es wurde seine Verbundenheit zu der Punk- oder Skinheadkultur gezeigt. Es wurde sich zwar kritisch zum System geäußert, aber es war eher die Stimme einer Klassengesellschaft als einer rechten oder linken Überzeugung.
Ende der 70er erlebte die Musik dieser Jugendkultur einen neuen Aufschwung. Ska und Reggae erlebte in der 2- Tone-Ära einen neuen Höhenflug. Der Ska, von Punkeinflüssen geprägt, wurde schneller und härter. Bands wie The Specials, Madness, Bad Manners oder The Selecter waren unter dem Label 2- Tone vereinigt und standen für eine neue, 2 Farin./ Seidel-Pielen, ebd., S. 47
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antirassistische, antisexistische Bewegung innerhalb der Skinhead-Szene. Ihre Botschaft war „Kids United“ 3 , sie waren für ein Miteinander von Schwarzen und Weißen. Sie stellten sich also bewusst gegen den zunehmend en britischen Rassismus und duldeten keine nationalsozialistischen Äußerungen auf ihren Konzerten. Man besann sich auf die schwarzen Wurzeln des Ska und Reggae.
Die Richtung der Oi -Musik ging einen anderen Weg. Durch die zunehmende Stärkung der rechten Parteien wie National Front oder British Movement und durch gezieltes Werben gewannen sie immer mehr an Einfluss unter den Skinheads. Somit waren nun vermehrt Anhänger dieser Rechtsorganisationen auf Oi-Konzerten anwesend. Dies führte dazu, dass Gewalttaten auf solchen Konzerten zunahmen, einerseits durch das organisierte Auftreten von gewaltbereiten rechtsgerichteten Skinheads, andererseits durch die damit verbundenen Provokationen. Es trafen zwei verschiedene politische Meinungen aufeinander, die nicht selten mit den Fäusten ausdiskutiert wurden. Obwohl in den Anfängen unpolitisch, entwickelte sich die Oi -Musik immer mehr zu einem Sammelbecken für rechtsradikale Jugendliche. Einerseits distanzierten sich einige Bands von der rechten Szene, zum Beispiel The Business mit ihrer Englandtournee: “Oi! Against racism“. Man versuchte, das rechte Image, das man inzwischen in der Öffentlichkeit hatte, abzulegen. Andererseits gab es auch eindeutige Sympathien: Mitglieder der Band 4-Skins, eine Größe in der Oi- Musikszene, waren Ex-Mitglieder des British Movement, ihre Platte mit dem Titel “Strength thru Oi!“ zeigt Anspielungen auf den nationalsozialistischen Slogan: „Kraft durch Freude“. 4 Dies ging sogar so weit, das eigene rechtsradikale Plattenlabels, wie Blood & Honour oder White Noise Records, gegründet würde.
Oi- Musik bekam nun immer mehr ein rechtsradikales Image, was oft auch durch den Einfluss der Medien verstärkt wurde. Dies hatte den Effekt, dass viele als unpolitisch geltende Skinheads die Szene verließen. Die Dinge wie Tanzen, Alkohol trinken, zusammen Musik hören oder Fußball hatten ihren Stellenwert verloren. An die Stelle dieser Dinge trat Politik als Identitätsstiftendes Merkmal der Szene. Dies verstärkte den Zulauf von rechtsradikalen Jugendlichen, die nun eine Plattform ihrer politischen Meinung in der Skinheadszene sahen. Rechtes Gedankengut hatte nun endgültig seinen Platz in einer Jugendkultur gefunden, und mit der Oi- Musik ein lautes Sprachrohr.
3 Farin./ Seidel-Pielen, ebd., S. 48 4 Farin,/ Seidel-Pielen, ebd., S. 58
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Arbeit zitieren:
Markus Korn, 2004, Rechtsrock, München, GRIN Verlag GmbH
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