Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 4
2 ENTWICKLUNGEN IM 20 JAHRHUNDERT 4
2.1 Geschichte bis 1978 4
2.2 Ayatollah Khomeini und die Revolution 5
2.2.1 Konzept der Nation 5
2.3 Der Irak Krieg und der Tod Ayatollah Khomeinis 6
3 DIE POSITION IM WELTSYSTEM 7
3.1 Der Feind USA 7
3.2 Derzeitige Herausforderungen 7
3.2.1 Bündnisse 8
4 DIE WIRTSCHAFT UND IHRE PROBLEME 8
5 WAHLEN 1996 UND 1997 9
5.1 Parlamentswahlen 1996 9
5.2 Präsidentschaftswahlen 10
6 DIE GESELLSCHAFT 10
6.1 Das Konzept von javânmardi 11
6.2 Wohlfahrt 11
6.3 Der öffentliche Raum 12
6.3.1 Der religiöse Raum 12
7 ALLGEMEINE BETRACHTUNGEN 13
8 CONCLUSIO 14
9 QUELLENVERZEICHNIS: 14
3
1 Einleitung
Ich habe dieses Thema aus einem sehr einfachen Grund gewählt, nämlich daraus, dass ich mich vorher noch nie damit beschäftigt hatte. Die Iranische Revolution ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Ereignis in der Weltgeschichte und ich wollte mehr darüber wissen. Von viel größerem Interesse erschien mir nach einiger Lektüre die heutige Situation im Iran, die Veränderungen die das Land in den letzten 20 Jahren durchgemacht und noch vor sich hat. Zwanzig Jahre nach der Iranischen Revolution ist dieses Thema noch immer eines voller Missverständnisse, und mit vielen Vorstellungen und Gefühlen Verbundenes. Es geht mir darum, die Rolle der neuen Ent wicklungen der Gesellschaft zu sehen, eingebettete in ein Regime, welches nicht mehr nur hingehend Interpretationen rund um die Revolution gesehen werden kann.
Leider war es mir nicht möglich in dieser limitierten Seitenanzahl alle Informationen unterzubringen, allerdings hoffe ich dass es mir gelungen ist meine Eindrücke im Überblick zusammenzufassen.
2 Entwicklungen im 20 Jahrhundert
2.1 Geschichte bis 1978
Das Gebiet des Iran und des früheren Persien haben eine sehr lange Geschichte, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte oder kann. Dennoch finde ich es wichtig einige Zeilen über die Ereignisse im 20 Jh. und sogar zuvor zu schreiben, um zum Verständnis der heutigen Situation beizutragen.
Bereits in der sogenannten Safavid Periode von 1502-1736 herrschte ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem König und der Shi´a ´Ulama´. Diese endete im 19 Jh. mit der Ankunft der Europäer, die ihr Gedankengut in den Nahen Osten mitbrachten. Der Iran war nie eine Kolonie, aber geriet in koloniale Abhängigkeiten durch Großbritannien, Russland und später den USA. Schon 1906, als eine neue Verfassung verabschiedet wurde, bestand die politische Landschaft aus den säkular nationalen und den islamischen Kräften. Zu diesem Zeitpunkt konnte sich allerdings keine der beiden Ideologien über die jeweils andere hinwegset- zen, wobei diese Verfassung einen Kompromisserfolg darstellt.
1925 erfolgte die Machtergreifung von Re´za´ Shah, der damit die Pahlavi- Dynastie begründete. Sie ignorierten weitgehend die islamischen Bestandteile der Verfassung und regierten in einer Monarchie. Oft wird geschrieben, dass die Pahlavis einen autoritären Modernisierungsstil verfolgten, wogegen sich das Volk schlussendlich gewaltvoll durch die Revolution aussprach. Dies ist sicher ein zu einfacher Ausspruch (Adelkah:105), auch wenn er einige Wahrheit beinhaltet. Die erwähnte Dynastie unterschätzte die iranisch-islamischen Strömungen und somit die persische Kultur, die sich jedoch über Jahrtausende zuvor gebildet hatte. Durch die weitgehende Reduzierung des Religiösen auf die private Sphäre wollte das Regime den modernen, westlichen, säkularen Ansprüchen genügen. Natürlich ist zu bedenken, dass die Monarchie durchaus einigen Rückhalt unter der Geistlichkeit genoss und auf der anderen Seite die Revolutionäre nicht ausschließlich aus islamischen Kräften bestand. Wie wir später noch sehen werden führte das neue Regime, bewusst oder unbewusst, einige Richtungen des alten Regimes weiter, wie die Bürokratisierung und die Rationalisierung.
2.2 Ayatollah Khomeini und die Revolution
Mit Ayatollah Ruhollah Khomeini hatte die islamische Revolutionsbewegung ihren Führer. Schon als er 1963 verhaftet wurde und unter Hausarrest gestellt wurde er zur Galionsfigur. Ein Jahr später wurde er sogar des Landes verwiesen 1 , wo er 1970 sein Buch „Der Islamische Staat“ oder „Herrschaft der Rechtsgelehrten“ schrieb und damit entgültig zum Politiker wurde. Khomeini war nie in einem westlichen Land um westliche Klassiker oder die Kultur zu studieren, für ihn war der Westen immer nur das Fremde (Fürtig:11) „Khomeini ... makes no claims or references to Western thought - he writes as is it does not exist.“ (Zubaida: zitiert nach Fürtig:23).
Nach der Revolution 1978/79 konnte Khomeini seine Vorstellungen über den islamischen Rechtsstaat ziemlich ungehindert in die Praxis umsetzen. Selber wurde der Ayatollah zum Faqih 2 und konnte dadurch seinen Einfluss stärken.
Es war die Vorstellung, dass der Islam den Kreislauf unterbrechen werde indem vormals Unterdrückte zu Unterdrückern würden (Fürtig:29).
2.2.1 Konzept der Nation
Gerade am Beginn der Revolution war das Konzept von Nation sehr wichtig, da es um den Kampf und schlussendlichen Sieg des Islam über die Nationalisten ging. Die Revolutionäre
1 Khomeini ging nach Irak, in die Stadt Nagaf
2 Der herrschende Faquih oder Velayat-e Faquih hat die Rolle des 12. Imam inne und steht somit über alles
5
Arbeit zitieren:
Sabine Putzgruber, 2003, Iran nach Khomeini: moderne Gesellschaft und Politik, München, GRIN Verlag GmbH
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