5.2 Rug/ Tomaszewski: Grammatik mit Sinn und Verstand 16- 17
5.3.Renate Luscher: Übungsgrammatik Deutsch als Fremdsprache 18-19
5.4 Zusammenfassung zur Darstellung der Konjunktionen und subordinativen Konjunktione n in Grammatiken 20
6. Konzeption zur didaktischen Umsetzung des Lernproblems " Konjunktionen und subordinative Konjunktionen" 21
6.1 Unterrichtsablauf zum Lernproblem Konjunktionen und subordinative Konjunk tionen 22-24 7. Didaktische Reflexion 25 Literaturverzeichnis Anhang Arbeitsblatt an die Studenten
II
1.Einleitung
Wie sehen Lehrer und Lerner ihren Grammatikunterricht?
"...und wenn ich dann mit der Grammatik anfange, sind alle ganz ruhig und hören zu."
" Die Grammatik in unserem Lehrbuch ist irgendwie unsystematisch. Es fehlt der Überblick. Aber wir haben nichts anderes."
"Die Übungen im Buch sind überhaupt kein Problem. Die Schüler machen sie meistens richtig. Aber wenn sie das Perfekt dann benutzen, ist wieder alles falsch." " Immer die gleichen Übungen. Langweilig ist das schon, aber wir müssen die Grammatik lernen." 1
Die Lehrer oder Fremdsprachenlerner sind immer der Meinung, daß das Erlernen der Grammatik eine sehr wichtige Rolle spielt. Leider ist das Lehrbuch die wichtigste und oft die einzige Quelle für Grammatikdarstellungen und -übungen. Aber meistens sind die Lehrer mit den Lehrbüchern in Bezug auf Grammatik sehr unzufrieden. Desweitern ist den meisten Lernern nicht klar, daß ihr Lehrer an die grammatischen Probleme genauso ungern und unsicher heran geht, wie sie selbst. Als Vermittler einer Sprache, die für einen selbst die Muttersprache ist, muß man sich die grammatischen Regeln genauso bewußt mache n und zum Teil sogar neu erlernen, wie es bei den Schülern der Fall ist. Dies bereitet Unsicherheit. Ich werde in der folgenden Arbeit einige Kriterien nennen, die einen guten, lernergerechten Grammatikunterricht ausmachen. Am Beispiel der Konjunktionen und subordinative Konjunktionen, dessen spezielle Lernschwierigkeiten ich vorab nenne, werde ich zwei Lehrbücher für den fremdsprachlichen Deutschunterricht untersuchen. Ich analysiere, wie die Lerner an das grammatische Problem herangeführt werden und welche Übungs- und Festigungsmöglichkeiten die einzelnen Lehrwerke bieten.
1 Herman Funk; Michael Koenig : Grammatik lehren und lernen S. 10
1
Außerdem werde ich eine linguistische, eine pädagogische und eine Übungsgrammatik besondere Aufmerksamkeit widmen und diese auf Unterschiede in der linguistischen Darstellung des Lernproblems untersuchen. Am Ende dieser Arbeit skizziere ich einen eigenen Unterrichtsentwurf, den ich selber bei meinem Praktikum in Australien an der Universität von Adelaide gehalten habe.
2
2. Kriterien, die einen guten Grammatikunterricht ausmachen
Durch neue Erkenntnisse in der Sprachwissenschaft, verändert sich auch die Vermittlung von Grammatik im Fremdsprachenunterricht. Außerdem spielen die Psychologie und die gesellschaftspolitischen Ereignisse ebenfalls eine wichtige Rolle.
Auch die Globalisierung, d.h. das immer mehr zusammenwachsen der Kulturen muß mit berücksichtigt werden. Somit befindet sich die Didaktik des
Fremdsprachenunterrichtes in einer neuen Phase. Diese Phase wird als interkulturelle Phase bezeichnet. Der Fremdsprachenunterricht soll nicht mehr nur zur kommunikativen Kompetenz, sondern auch zur Interaktionskompetenz und zur sozialen Kompetenz führen, die interkulturelles Fremdverstehen ermöglicht. 2 Wünschenswert ist es, wenn der Lerner einen Perspektivenwechsel vollzieht und sich somit in die andere Kultur hineinversetzen kann.
Diese neue Methode hat aber nicht schlagartig alle vorherigen abgelöst, sondern sie existieren noch nebeneinander.
Eine davon ist die in Deutschland sehr populäre und in vielen Lehrbüchern dominierende kommunikativ- pragmatisch orientierte Methode. 3 Aus dieser Methode haben sich viele Kriterien für einen aus heutiger Sicht guten Grammatikunterricht ergeben.
ð " Grammatik wird hier induktiv eingeführt, nicht deduktiv. Der induktive Weg geht von Beispielen aus und leitet von den Beispielen eine Regel ab; induktive Grammatikarbeit bewegt sich zur Regel hin, es ist der Weg vom Konkreten hin zum Abstrakten."
ð " Ein grammatisches Phänomen wird nicht abstrakt eingeführt, sondern kommunikativ und funktional eingebettet. Das bedeutet, die Struktur wird in einem interessanten Text dargestellt, der der realen Verwendung entspricht." ð " Die Schüler sind aktiv an der Erarbeitung der neuen Regel beteiligt. Sie ziehen anhand von Beispielen Rückschlüsse auf die Bildung und formulieren eigene Sätze. Diese Beteiligung fördert die Motivation der Lerner."
2 Helbig, G: Das Verhältnis von Sprachwissenschaft und Sachunterricht, S. 24
3 Ebd. S. 23
3
ð " Das neue grammatische Phänomen wird erst zu dem Zeitpunkt erklärt, wenn es für das weitere Unterrichtsgeschehen erforderlich und nützlich ist. Außerdem erklärt der Lehrer das grammatische Phänomen erst mit eigenen Worten, wenn die Regelselbstfindung abgeschlossen ist."
ð "Um den Schüler mit der neuen Regel nicht zu überfordern, kann es hilfreich sein, das für diese Struktur benötigte Vorwissen aufzufrischen. Das trägt im großen Maße zur Verständlichkeit bei."
ð " Die komplexe neue Struktur wird in einzelne Teilstrukturen zerlegt und diese nach und nach eingeführt. Dadurch wird die Grammatik besser durchschaubar und das Verständnis der formalen Zusammenhänge erleichtert." 4 Zusammenfassend lässt sich sagen, daß grammatisches Material immer in eine kommunikative Umgebung eingebettet werden muß, der Lerner sich die Regel selbst erarbeiten und am Ende eine systematische Darstellung durch den Lerner geben werden sollte. ( nach Stroch S. 183)
Besonders wichtig ist dabei, daß der Lerner das grammatische Phänomen selbständig erarbeiten sollte. Somit muß der Schüler genügend Beispiele vorfinden, die es ihm ermöglichen, Rückschlüsse auf die Regeln zu ziehen. Somit ergibt sich folgendes Schema: Sammeln ⇒ Ordnen ⇒ Systematisieren. D.h. zunächst werden nun die Strukturen aus dem Text herausgelöst. Sie werden von den Lernern verglichen und nach Ähnlichkeiten/ Verschiedenheiten geordnet. Zum Schluß werden die Strukturen in den Beispielen nun systematisiert und bewußtgemacht. Das kann z. B. mit Hilfe von bekannten Symbolen geschehen. 5
Im weiteren Verlauf meiner Arbeit möchte ich nun auf die Darstellung von Konjunktionen und subordinative Konjunktionen in den Lehrwerken untersuchen und dabei herausfinden, ob sie die Möglichkeit der Regelselbstfindung unterstützen und auch sonst den oben genannten Kriterien gerecht werden.
4 Sroch, G. Deutsch als Fremdsprache eine Didaktik S. 182/ 183
5 Funk/ Koenig, Grammatik lehren und lernen S. 124
4
3.Charakteristische Lernprobleme bei der Verwendung von
Konjunktionen und subordinative Konjunktionen Die semantische Ebene
Den Lernern fällt es schwer zu erkennen, wann man Konjunktionen bzw. subordinative Konjunktionen verwendet. Sie wissen oft nicht, in welchem Zusammenhang diese stehen, um einen sinnvollen Satz daraus zu machen. Die syntaktische Ebene
Die Schüler haben Probleme zu erkennen, das Konjunktionen zur Verbindung von zwei Hauptsätzen dienen. Somit müssen sie erkennen, wie ein Hauptsatz aufgebaut ist und das sich bei der Verbindung dieser, die Satzstellungen nicht ändern. Bei den subordinative Konjunktionen ist es wichtig, daß das finite Verb an letzter Stelle steht und somit ein Nebensatz mit einem Hauptsatz verbunden werden kann. Die phonetisch- orthographische Ebene
Hierzu fallen mir keine spezifischen Probleme ein, da es den meisten Lernern klar ist, wie die Konjunktionen bzw. subordinative Konjunktionen geschrieben und auch ausgesprochen werden. Die Probleme liegen eher auf der semantischen und syntaktischen Ebene.
Bei der Betrachtung dieser Aufgabenstellung habe ich immer die australischen Lerner vor Augen. Sie befinden sich im ersten Studienjahr, wenn sie das Abitur in Deutsch abgelegt haben und wenn dies nicht der Fall ist, dann befinden sie sich im zweiten Studienjahr. Ich selbst habe das grammatische Problem der Konjunktionen bzw. subordinative Konjunktionen mit ihnen behandelt und mir ist aufgefallen, das die Anwendung und Verwendung der Konjunktionen bzw. subordinative Konjunktionen doch sehr schwierig ist, weil leider oft auch keine Übersetzung ins Englische möglich ist. Somit ist der Zusammenhang nicht gegeben und die Lerner dann eher nach
5
Gefühl entscheiden, welche Konjunktionen bzw. subordinative Konjunktionen verwendet werden können.
Ich bin mir sicher, daß andere Lerner aus anderen Kulturen andere Probleme haben und vielleicht auch die phonetisch- orthographische Ebene dann mehr in den Vordergrund rückt.
6
Arbeit zitieren:
Juliane Richter, 2004, Grammatik und Spracherwerb - Die Verwendung von Konjunktionen, München, GRIN Verlag GmbH
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