Die Übernahme der Ruhrgas durch E.ON I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis. III
1 Einleitung. 1
2 Geschäftstätigkeit der Unternehmen 2
2.1 Situation der E.ON AG vor der Übernahme. 2
2.1.1 Unternehmensportrait 2
2.1.2 E.ON in Zahlen. 4
2.1.3 Aktionärsstruktur 6
2.1.4 Beteiligungen der E.ON AG. 6
2.1.5 Strategische Ausrichtung und Ziele 8
2.1.6 Marktposition 9
2.2 Situation der Ruhrgas AG vor der Übernahme 10
2.2.1 Unternehmensportrait 10
2.2.2 Historische Entwicklung 11
2.2.3 Exkurs: Lieferkette in der deutschen Gaswirtschaft. 12
2.2.4 Marktposition 12
2.2.5 Stufen der Wertschöpfungskette 14
2.2.6 Beteiligungsstruktur. 15
2.2.7 Aktionärskreis. 17
3 Die Übernahme. 18
3.1 Ziele und Gründe der Übernahme. 18
3.1.1 Gründe aus Sicht der E.ON AG 18
3.1.2 Gründe aus Sicht der Ruhrgas AG. 19
3.2 Ablauf 20
3.2.1 Beginn im Jahr 2001 20
3.2.2 Verlauf im Jahr 2002 21
3.2.3 Abschluss im Jahr 2003 25
3.3 Die Rolle des Bundeskartellamtes 28
3.3.1 Argumentation des Bundeskartellamtes 28
3.3.2 Kritik an der Argumentation 29
3.3.3 Auflagen der Ministererlaubnis. 30
4 E.ON nach der Übernahme. 31
4.1 Organisationsstruktur 32
4.1.1 Management-Struktur bis zum 31.12.03. 32
4.1.2 Management-Struktur ab dem 01.01.04 32
4.2 Strategie und Investitionen 34
Die Übernahme der Ruhrgas durch E.ON II
4.2.1 Strategische Ausrichtung des E.ON Konzerns 34
4.2.2 Investitionsplan des E.ON Konzerns 35
4.2.3 Strategie des Market Unit Pan-European Gas 36
4.2.4 Investitionen des Market Unit Pan-European Gas 37
4.3 Position der E.ON im europäischen Energiemarkt. 38
4.3.1 Market-Unit: Pan-European Gas. 38
4.3.2 Market-Unit: Central Europe 39
4.3.3 Übrige Market-Units 39
4.4 E.ON Konzern in Zahlen. 39
4.5 Die E.ON Aktie 41
5 Erfolgsbetrachtung 42
Literaturverzeichnis 44
Die Übernahme der Ruhrgas durch E.ON
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Konzernstruktur 2001
Abb. 2: Aktivitäten Umsatz
Abb. 3: Aktionärsstruktur E.ON AG.
Abb. 4: Beteiligungen E.ON Strom und Gas.
Abb. 5: Kennzahlen Ruhrgas 2001
Abb. 6: Struktur der deutschen Gaswirtschaft 2002.
Abb. 7: Marktanteil im deutschen Gasmarkt (Großhandel) 2001
Abb. 8: Aktionärstruktur der Ruhrgas AG 2001.
Abb. 9: Organisationsstruktur ab 2004
Abb. 10: Funktionen des Corporate Centers.
Abb. 11: Investitionen 2004 - 2006
Abb. 12: Zielmärkte der E.ON
Abb. 13: E.ON Konzern in Zahlen.
Abb 15: Wertentwicklung der E ON Aktie im Vergleich zum DAX
Die Übernahme der Ruhrgas durch E.ON 1
1 Einleitung
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit der Übernahme der Ruhrgas AG durch E.ON.
Hierbei handelt es sich um eine freundliche Übernahme, denn das Management des übernommenen Unternehmens Ruhrgas erklärt sich mit der Transaktion einverstanden. Dies liegt nicht zuletzt am Engagement von Dr. Klaus Liesen. 1 Dieser konzipierte schon die Aktionärsstruktur der Ruhrgas AG und ist jetzt Mitglied des Aufsichtsrats der E.ON AG und Vorsitze nder des Aufsichtsrats der Ruhrgas AG. Auch bei E.ON - Vorläufer VEBA war Liesen bereits im Aufsichtsrat vertreten.
Die Kosten für die Ruhrgas AG betrugen im Ende 11,2 Mrd. €. Trotz der Hindernisse, die E.ON im Laufe der Zeit beseitigen musste, ist dies immer noch ein „Schnäppchen“ für die E.ON AG.
Nichts desto trotz ist diese Übernahme ein entscheidender Schritt in der Energiewirtschaft Deutschlands und Europas. Die Konkurrenz und der Wettbewerb werden dadurch weiter belebt.
Im zweiten Kapitel stellen die Verfasser die beiden an der Übernahme beteiligten Unternehmen vor.
Zunächst wird auf die Situation der E.ON AG vor der Übernahme eingegangen. An dieser Stelle wird auf die Ausführungen, wie das Unternehmen entstanden ist verzichtet, da sich eine andere Seminararbeit bereits ausführlich mit diesem Thema befasst hat. Das Unternehmen wird kurz vorgestellt im Hinblick auf Tätigkeitsfelder, wichtige Zahlen, Aktionärsstruktur, Beteiligungen, strategische Ausrichtung und Ziele und Marktposition.
Im Folgenden wird Ruhrgas vor der Übernahme dargestellt. Zunächst werden die Tätigkeitsfelder und die historische Entwicklung aufgezeigt. Ein kurzer Exkurs soll die Lieferkette in der deutschen Gaswirtschaft deutlich machen. Die Marktposition der Ruhrgas AG und die Stufen der Wertschöpfungskette (Einkauf, Verkauf, Transport), auf denen Ruhrgas tätig ist werden ebenso beleuchtet wie die Beteiligungsstruktur und der Aktionärskreis der Ruhrgas AG.
1 Der Jurist Dr. Klaus Liesen war bis 2002 bereits 15 Jahre Aufsichtsratsvorsitzender bei
Volkswagen, jeweils sieben Jahre Aufsichtsratschef bei Allianz und Ruhrgas sowie drei Jahre
Aufsichtsratsvorsitzender bei E.ON, vgl. Stuhr, A. (2003).
Die Übernahme der Ruhrgas durch E.ON 2
Im dritten Kapitel gehen die Verfasser auf die eigentliche Übernahme ein. Hier werden zunächst die Ziele und Gründe der Übernahme aus Sicht der E.ON AG und aus Sicht der Ruhrgas AG angegeben. Im Weiteren werden die einzelnen Stationen im zeitlichen Ablauf dargelegt. Die Rolle, die das Bundeskartellamt während der Übernahme gespielt hat wird anhand der Argumentation, einer Kritik an der Argumentation und den Auflagen, die im Rahmen der Ministererla ubnis erteilt wurden aufgezeigt.
Im vierten Kapitel wird schließlich das Unternehmen E.ON nach der Übernahme vorgestellt. Hierbei wird zuerst auf die Organisationsstruktur eingegangen. Weiterhin werden die neue Strategie und die geplanten Investitionen des E.ON - Konzerns und des neuen Market Units Pan - European Gas veranschaulicht. Im Folgenden wird die Position der E.ON AG im europäischen Energiemarkt dargelegt. Hierbei geht es um die Market Units Pan-European Gas, Central Europe und die übrigen Market Units. Wichtige Zahlen werden angegeben und die E.ON Aktie wird mit dem DAX verglichen.
In der Erfolgsbetrachtung in Kapitel fünf wird das Ergebnis der Übernahme noch einmal aufgearbeitet. Kann man bereits beurteilen, ob die Übernahme ein Erfolg war, oder ist dies noch nicht möglich? Welche Vor- und Nachteile haben sich für die Unternehmen ergeben? Was kann über die Zukunft des E.ON -Konzerns gesagt werden?
2 Geschäftstätigkeit der Unternehmen
In diesem Kapital werden beide Unternehmen vor der Übernahme dargestellt. Als Basis dienen Zahlen und Fakten aus dem Geschäftsjahr 2001.
2.1 Situation der E.ON AG vor der Übernahme
2.1.1 Unternehmensportrait
Im Jahr 2000 wurde durch die Fusion der Mischkonzerne VEBA und VIAG der Grundstein für das heutige Unternehmen E.ON AG gelegt. Mit einem Umsatz von 79,7 Mrd. € und ca. 152.000 Mitarbeitern ist E.ON der größte private Energiedienstleiter Europas. 2
In der folgenden Abbildung sind die Kernbereiche der E.ON AG aufgeführt:
2 Vgl. E.ON AG (Hrsg.), Geschäftsbericht 2001, S. 25.
Die Übernahme der Ruhrgas durch E.ON 3
Abb. 1: Konzernstruktur 2001
Gegenstand des Unternehmens ist die Versorgung mit Energie (Strom, Gas und Wasser durch das Tochterunternehmen E.ON Energie AG). Auch der Bereich VEBA Oel gehört zu diesem Zeitpunkt noch z u dem Hauptpfeiler „Energie“. Weiterhin unterstehen der E.ON AG Tochterunternehmen, die die Bereiche Chemie (Degussa), Immobilienwirtschaft (Viterra), Telekommunikation (VIAG/E.ON Telecom), Logistik (Stinnes), Distribution (Klöckner & Co.), Aluminium (VAW aluminium) und Silizium -Wafer (MEMC) betreffen. Die Schwerpunkte liegen im Jahr 2001 zunächst noch im Energie- und Chemiebereich.
Da die Fokussierung in den nächsten Jahren auf den Energiebereich erfolgen soll, wird dieser im Folgenden näher untersucht: 3 Europaweit versorgt E.ON Energie über Tochter- und Beteiligungsunternehmen rund 25 Millionen Kunden mit Strom, Gas und Wasser. 4 Eines der Beteiligungsunternehmen ist E.ON Kernkraft GmbH mit Sitz in Hannover. Diese besitzt bzw. ist beteiligt an 12 Reaktoren in Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Ihre Nettoleistung beträgt rund 9000 Megawatt. Hiermit ist sie eine der größten privaten Kernenergiegesellschaften in Europa. 51 % des im Konzern erzeugten Stroms werden von ihr in die Netze eingespeist. Ein
3 Vgl. Unternehmensportraits der E.ON Tochterunternehmen, siehe im Literaturverzeichnis:
Internet.
4 Zu den Beteiligungen im Strom- und Gasbereich siehe Kapitel 2.1.4.
Die Übernahme der Ruhrgas durch E.ON 4
weiteres Beteiligungsunternehmen, das im Energiebereich tätig ist, ist die E.ON Wasserkraft GmbH Landshut. Diese ist der größte Erzeuger regenerativer Energie in Deutschland. Das Unternehmen betreibt 129 Kraftwerke u.a. an Donau, Inn, Isar, Main, Lech, F ulda, Weser und Leine. Ihre Nettoleistung beträgt rund 3000 Megawatt. Sie produziert Strom für den Jahresverbrauch von ca. 3 Mio. Haushalten. Insgesamt lassen sich bundesweit ca. 4 % des Stroms flüssig erzeugen. Das Tochterunternehmen E.ON Netz GmbH Bayreuth ist für den gesamten Netzbetrieb zuständig. Die Netze sind von Skandinavien bis zu den Alpen ausgebreitet und bieten somit die Infrastruktur für den internationalen Stromwettbewerb. Interessant ist dabei die Gestaltung der Netznutzungsentgelte, da die Transport- und Verteilernetze allen Netznutzern offen stehen. Durch die Existenz dieser Tochtergesellschaft sind hier auch bereits die besten Voraussetzungen für die Liberalisierung des Strom- und Gasmarktes und das „Legal Unbundling“ von „Erzeugung“, „Übertragung und Verteilung“ und „Versorgung/Vertrieb“ geschaffen worden. Weiterhin gehört die
Tochtergesellschaft E.ON Kraftwerke GmbH Hannover zu E.ON Energie. Diese besitzt einen Kraftwerkspark von über 30 Kohle -, Gas- und Ölkraftwerken, der vom Norden bis zum Süden Deutschlands flächendeckend vertreten ist. In Deutschland liefern sie knapp 11 % der gesamten Strommenge. Es existieren noch einige weitere Tochter- und Beteiligungsunternehmen, die im Bereich der E.ON Energie AG tätig sind. In Kapitel 2.1.4 werden die Beteiligungen im Strom- und Gasbereich veranschaulicht. Im Strombereich ist E.ON so von der Produktion bis hin zum Endverbraucher vertreten. Im Gasbereich ist diese geschlossene Wertschöpfungskette im Jahr 2001 noch nicht erreicht worden.
2.1.2 E.ON in Zahlen 5
Der Umsatz des E.ON - Konzerns ist vom Jahr 2000 zum Jahr 2001 leicht von 88.858 Mio. € auf 79.664 Mio. € um 10 % gesunken. Grund hierfür sind Restrukturierungsmaßnahmen bei der Tochter Degussa, Umstrukturierungen im Bereich E.ON Energie und Kraftwerksstilllegungen. Ebenfalls gab es
5 Vgl. E.ON AG (Hrsg.), Geschäftsbericht 2001, S. 24 ff.
Die Übernahme der Ruhrgas durch E.ON 5
Umsatzeinbußen aufgrund der Unternehmensverkäufe der sonstigen Aktivitäten. 6
Abb. 2: Aktivitäten Umsatz
Aus dieser Tabelle ist bereits zu erkennen, dass der Kernbereich E.ON Energie trotz der Gesamtumsatzeinbußen von 10 % seinen Umsatz um 38 % steigern konnte. Hierin ist auch die zukünftige Fokussierung auf diesen Bereich begründet. Den größten Umsatz konnte hier der Strombereich verzeichnen. Die sonstigen Aktivitäten bringen beinahe alle Verluste ein. Nur der Bereich Kommunikation, der insgesamt aber einen kleinen Anteil an den sonstigen Aktivitäten hat, konnte eine Umsatzsteigerung von 45 % erreichen. Die Investitionen haben sich von 14.380 Mio. € (2000) auf 7.931 Mio. € (2001) nahezu halbiert. Der Trend geht zu Zeit nicht dahin, weiter zu investieren, sondern die sonstigen Aktivitäten zu veräußern.
Auch die Mitarbeiterzahl ist rückläufig (von 166.183 auf 151.953 in 2001). Dies liegt im Wesentlichen darin begründet, dass im Oktober des Jahres 2001 das Tochterunternehmen Klöckner & Co. veräußert wurde. Weiterhin wurden die Personalzahlen um die Mitarbeiter von MEMC und VAW aluminium bereinigt, da diese im Konzernabschluss gemäß US-GAAP unter „Nicht fortgeführte Aktivitäten“ ausgewiesen werden. Die Mitarbeiterzahl im Tochterunternehmen E.ON Energie stieg hingegen um 15 %. 7
Der EBIT ist von 3.136 Mio. € auf 4.263 Mio. € in 2001 gestiegen. Auch die Dividende ist von 1,35 € auf 1,60 € pro Aktie gestiegen. Diese positive
6 Vgl. E.ON AG (Hrsg.), Geschäftsbericht 2001, S. 130 f.
7 Vgl. E.ON AG (Hrsg.), Geschäftsbericht 2001, S. 48 f.
Die Übernahme der Ruhrgas durch E.ON 6
Entwicklung deutet darauf hin, dass die langsame Fokussierung auf den Energiebereich, sowie die schrittweise Abstoßung der Aktivitäten, die nicht zum Kernbereich, gehören die richtige Strategie ist.
2.1.3 Aktionärsstruktur 8
Die Aktionärsstruktur der E.ON AG ist in folgender Grafik dargestellt:
Abb. 3: Aktionärsstruktur E.ON AG
Quelle: Monopolkommission (Hrsg.), S. 6
Hierbei ist besonders deutlich, dass sich der wesentliche Anteil (70 %) des Aktienkapitals der E.ON AG in Streu- bzw. Privatbesitz befindet, wobei allerdings keiner der Anteilseigner eine Beteiligung hält, die mehr als 5 % beträgt. Die übrigen Anteile werden zu 8,9 % von der Allianz AG, zu 4,5 % vom Freistaat Bayern, zu 4,3 % (mittelbar) von der Deutschen Bank AG und zu 1,84 % (mittelbar) von der Bayerischen Hypo Vereinsbank gehalten. Außerdem hält die E.ON AG eigene Anteile in Höhe von 10 %.
2.1.4 Beteiligungen der E.ON AG 9
Die E.ON AG selbst hält an zahlreichen Unternehmen Beteiligungen. Diese beziehen sich auf die Bereiche Energie, Chemie, Öl, Immobilien, Telekommunikation, Distribution/Logistik und Aluminium; dies sind all die Bereiche, in denen auch E.ON selbst tätig ist.
Im Energiebereich ist die E.ON AG mehrheitlich unter anderem an der Avacon AG Helmstedt zu 53,4 % , an der e.dis Energie Nord AG Fürstenwalde/Spree
8 Vgl. Monopolkommission (Hrsg.), S. 6.
9 Vgl. E.ON AG (Hrsg.), Geschäftsbericht 2001, S. 140 f.
Arbeit zitieren:
Sven Erler, Nadine Altenscheid, 2004, Die Übernahme der Ruhrgas durch E.ON, München, GRIN Verlag GmbH
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Prozessoptimierung der Auftragsbearbeitung in einem mittelständischen ...
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