Gliederung
1. Einleitung 5
2. Die historische Entwicklung der Globalisierung der Finanzmärkte 6
3. Die globale Kapitalmobilität 7
3.1 Die rechtliche Liberalisierung internationaler Kapitalbewegungen. 8
3.2 Kennzahlen der finanziellen Integration. 9
3.3 Zinsdifferenziale 10
3.4 Differenz von inländischer Ersparnis und Investition. 11
3.5 Aktienmarktverbindungen. 12
3.6 CAP-Mbasierte Ansätze 12
4. Folgen globaler Kapitalmobilität 13
4.1 Effizientere Kapitalallokation und Wachstum 13
4.2 Risikodiversifizierung 15
4.3 Machtverlust für Nationalstaaten. 15
4.4 Kritik und Reformvorschläge. 17
4.4.1 Erhöhte Volatilität und Instabilität der Finanzmärkte. 17
4.4.2 Die Tobin-Steuer. 18
5. Fazit. 19
6. Literaturverzeichnis 21
Auswirkungen der Globalisierung auf die Finanzmärkte - Anselm Mattes 3
Abkürzungsverzeichnis OTC………….“over-the-counter“
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 - Summe der externen Verbindlichkeiten und Forderungen relativ zum BIP…..Seite 8
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 - Überblick über 14 Studien, die den Zusammenhang zwischen finanzieller Integration und Wirtschaftswachstum untersuchen……………………………………Seite 13
4 Auswirkungen der Globalisierung auf die Finanzmärkte - Anselm Mattes
Auswirkungen der Globalisierung auf die Finanzmärkte
1. Einleitung
Das Schlagwort der Globalisierung ist heutzutage in aller Munde. Das Phänomen der Globalisierung ist oftmals Gegenstand starker Auseinandersetzungen im politischen, wissenschaftlichen, aber auch alltäglichen Diskurs.
Auf der einen Seite wird die Globalisierung oftmals als Risiko, als großes Übel unserer Zeit dargestellt. Sie wird von verschiedensten globalisierungskritischen Organisationen wie zum Beispiel Attac oder Teilen der Gewerkschaften für negativ bewertete Entwicklungen verant-wortlich gemacht 1 . So gilt die Globalisierung - zumindest in ihrer augenblicklichen Ausgestaltung - als ursächlich für weltweite Umweltverschmutzung, für die kulturelle Hegemonie der westlichen oder amerikanischen Kultur, für Armut und Hungersnöte in Entwicklungsländern, für Arbeitsplatzverluste in Industrieländern und für die allgemeine Unbeherrschbarkeit multinationaler Unternehmen und des „entfesselten Kapitalismus“. Auf der anderen Seite werden jedoch auch die Chancen und Vorzüge der Globalisierung genannt. Die fast grenzenlose Mobilität von Personen, Gütern und Dienstleistungen werden als neue Freiheiten wahrgenommen. Ein weltweiter Austausch verschiedener Kulturen, sekundenschnelle Informationsflüsse und größere persönliche Entwicklungspotenziale werden betont. Einen zentralen Aspekt der Globalisierung stellen auch die um ein vielfaches erweiterten wirtschaftliche n Möglichkeiten dar, die eine globalisierte Welt bietet. Der Begriff „Globalisierung“ ist jedoch nicht eindeutig definiert. So wird Globalisierung oftmals im weiteren Sinne als die weltweite Verbreitung von Kultur und Informationen, globale Präsenz von Fernsehen, Internet und anderen Kommunikationsformen, sowie wachsende Mobilität der Menschen, Waren und Dienstleistungen und die allgemeine Kommerzialisierung des Lebens definiert. Für den Zweck dieser Arbeit ist jedoch eine engere Definition, wie sie zum Beispiel bei Schönberg (2001, S. 154) verwendet wird, praktikabler. Demnach ist die Globalisierung aus ökonomischer Perspektive die Vernetzung von Märkten, die vom Zustand einer geschlossenen Volkswirtschaft in den einer offenen übergehen und sich schließlich zu einer integrierten, globalen Weltwirtschaft formen.
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Globalisierung auf die Finanzmärkte. Dies stellt nur einen kleinen Teilaspekt der gesamten Globalisierungsproblematik dar, jedoch findet die Globalisierung der Finanzmärkte in der Öffentlichkeit eine besondere Aufmerksamkeit. Die Globalisierung der Finanzmärkte wird von globalisierungskritischen Orga-
1 Soz.B. ausführlich unter www.attac.de. Bhagwati (2002) zur Motivation globalisierungskritischer Organisationen. 5 Auswirkungen der Globalisierung auf die Finanzmärkte - Anselm Mattes
nisationen in besonderer Art und Weise kritisiert. Durch die seit den 70er Jahren immer schneller voranschreitende Liberalisierung der internationalen Kapitalströme seien Nationa lstaaten um ihre Regulierungs- und Besteuerungsmacht gebracht worden (Soros 2002, S. 15). Entwicklungsländer seien zum Spielball der großen multinationalen Finanzkonzerne gewo rden, die nach Belieben gegeneinander ausgespielt würden und zum Opfer großen Finanzmarktkrisen würden.
Dieses in der Öffentlichkeit emotional diskutierte Thema bedarf jedoch einer sachlichen Analyse und Betrachtung. Die vorliegende Arbeit beschreibt zunächst kurz die historische Entwicklung der Globalisierung und Liberalisierung der internationalen Finanzmärkte. Dann wendet sie sich der Frage zu, wie weit die globale Kapitalmobilität tatsächlich fortgeschritten ist. In einem weiteren Schritt werden die Konsequenzen erhöhter Kapitalmobilität erörtert. Schließlich wird am Ende kurz auf das umstrittene Reformkonzept der Tobinsteuer eingega ngen. Eine umfassende Analyse der Finanzkrisen der vergangenen Jahre würde jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengen.
2. Die historische Entwicklung der Globalisierung der Finanzmärkte
Der heutige Integrationsgrad der globalen Finanzmärkte wird immer wieder als einzigartig und neuartig beschrieben. Dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Schon in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg waren die internationalen Finanzmärkte stark liberalisiert. So waren die Zinsdifferenzen zwischen Großbritannien und den USA damals sehr gering (vgl. Prasad/Rogoff/Wei et al 2003, S. 35). Erst durch die beiden Weltkriege, die große Weltwirtschaftkrise in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts und die damit verbundenen internationalen Spannungen kam es zu einem hohen Grad an Protektionismus und Abschottung der einzelnen Staaten.
Das internationale Währungssystem und damit auch die internationalen Finanzmärkte waren in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg durch das System von Bretton Woods von 1944 geprägt (vgl. Krugman/Obstfeld 2004, S. 697 ff.). Diesem System lag der Gedanke zugrunde, dass nur feste Wechselkurse internationale Stabilität und freien Handel gewährleisten könnten. Es sah feste Wechselkurse zwischen den verschiedenen Währungen vor, wobei der amerikanische Dollar als Leitwährung diente, auf den sich die anderen Währungen bezogen. Die Notenbanken der anderen Staaten waren verpflichtet, auf dem Markt zu intervenieren, wenn der Kurs ihrer Währung zum US-Dollar vom fest vereinbarten Kurs abzuweichen drohte. Die Notenbank der USA musste im Gegenzug für einen festen Betrag an Dollar Gold aus ihren Beständen verkaufen. Der Spielraum der Notenbanken zur Kursfixierung war jedoch durch ihre eigenen binnenwirtschaftlichen Ziele und durch ihre eigenen Devisenreserven begrenzt.
6 Auswirkungen der Globalisierung auf die Finanzmärkte - Anselm Mattes
Da dauerhafte Zahlungsbilanzungleichgewichte, hervorgerufen durch eine unkoordinierte Wirtschaftspolitik, die Fähigkeit einzelner Notenbanken zur Kursstabilisierung gefährden konnten, führten viele Staaten zahlreiche Kapitalverkehrskontrollen ein, die die internationale Kapitalmobilität stark einschränkten (vgl. Ohr 2001, S. 15).
Dies führt das so genannte Trilemma der internationalen Wechselkurspolitik vor Augen: Autonome Geldpolitik, Wechselkursstabilität und freier Kapitalverkehr sind nicht gleichzeitig realisierbar. Nur zwei dieser drei Ziele sind zur gleichen Zeit widerspruchfrei umsetzbar (vgl. Krugman/Obstfeld 2004, S. 899).
1973 brach schließlich das System von Bretton Woods zusammen. Der Wechselkurs des Do llars wurde als stark überbewertet wahrgenommen und massive Spekulationen auf eine Abwertung des Dollars führten zu noch stärkeren Zahlungsbilanzungleichgewichten. Schließlich ließ sich der Kurs des Dollars nicht mehr verteidigen und auch letzte Rettungsversuche zeigten sich zwecklos. Die Notenbanken stellten ihre Marktinterventionen zur Verteidigung der festen Wechselkursparitäten ein und gaben damit die Wechselkurse frei (vgl. Krugman/Obstfeld 2004, S. 715).
In der darauf folgenden Zeit der flexiblen Wechselkurse wurden viele Kapitalverkehrskontrollen und -beschränkungen abgebaut. Die flexiblen Wechselkurse ermöglichten den verschiedenen Staaten geldpolitische Autonomie und freien Kapitalverkehr. Somit trug der Zusammenbruch des Bretton Woods Systems zur Globalisierung der internationalen Finanzmärkte bei. Dies begann in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts bei den Industriestaaten. Die finanzielle Integration der weniger entwickelten Länder folgte erst später. Seit dem Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts, d.h. nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und des gesamten abgeschotteten Ostblocks und den letzten Versuchen der Wechselkurstabilisierungen wie dem Louvre-Akkord 2 , kann nun wirklich von einem globalen Finanzmarkt gesprochen werden (vgl. Krugman/Obstfeld 2004, S. 749 f.). Dieser ist jedoch kein perfekter Kapitalmarkt, wie im folgenden Abschnitt ausgeführt wird.
3. Die globale Kapitalmobilität
Das Volumen der internationalen Kapitalströme ist in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegen. Dies gilt sowohl in absoluten Zahlen wie auch relativ zum BIP oder zum Außen-handelsvolumen der einzelnen Staaten.
In globalisierungskritischer Literatur wird oftmals die These vom entfesselten Finanzmarkt, der nicht mehr zu kontrollieren sei und sich global ohne Rücksicht auf nationale, kulturelle
2 Der Louvre-Akkord stellte einen letzten Versuch dar, die Wechselkurse in einer bestimmten Bandbreite zu fixieren. 7 Auswirkungen der Globalisierung auf die Finanzmärkte - Anselm Mattes
Arbeit zitieren:
Anselm Mattes, 2004, Auswirkungen der Globalisierung auf die Finanzmärkte, München, GRIN Verlag GmbH
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Die Globalisierung, die Mobilität des Kapitals und die internationalen...
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