I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis. II
Abkürzungsverzeichnis. II
Symbolverzeichnis III
1 Einleitung. 1
2 Grundlagen. 2
3 Das Stimmrecht als Einflussgröße auf den Kursunterschied
3.1 Aktionärsstruktur. 3
3.2 Market for corporate control 5
3.3 Kurssteigerungen durch Unternehmensübernahmen. 7
3.4 Der bevorzugte Erwerb von Stammaktien 8
4 Der Dividendenvorzug als Einflussgröße auf den Kursunterschied
4.1 Dividendenausgestaltung 9
4.2 Dividendenvorzug der Vorzugsaktie 11
4.3 Höhe des Kalkulationszinssatzes 12
4.4 Einfluss von Ertragsteuern 13
5 Ergebnisse bisheriger empirischer Untersuchungen 14
6 Zusammenfassung 16
Anhangsverzeichnis 18
Anhang. 19
Literaturverzeichnis 21
II
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Durchschnittliche Kursdifferenz 1/77 bis 12/90. 20
Abkürzungsverzeichnis
bzw. beziehungsweise
d. h. das heißt
Diss. Dissertation
http Hypertext Transfer Protocol
i. d. R. in der Regel
f. folgende
S.
URL Uniform Resource Locator
vgl. vergleiche
www World Wide Web
z. B. zum Beispiel
zugl zugleich
III
Symbolverzeichnis
AK Aktienkapitalverhältnis
VER
( )
E D erwartete Dividende der Stammaktionäre
t
i Kalkulationszinssatz
K Kurs der Stammaktie
K frei gehandeltes Stammaktienkapital
ST
K Kurs der Vorzugsaktie
V
K frei gehandeltes Vorzugsaktienkapital
VZ
Mehrdividende M M 0
M
ewige Rente der Mehrdividende
i
Anzahl der Perioden bis Dividendennachzahlung
n
t
erfolgt ist. Normalerweise: n t , bei Ausfall 0
der Dividende: 0 n t
P Dividendenvorzug
RA relative (Markt-) Aktivität
VZ
s Einkommenssteuersatz bzw. Grenzsteuersatz
Est
s Körperschaftssteuersatz
Kst
t Periode
U durchschnittlicher, standardisierter Umsatz der
ST
Stammaktien
U Umsatzverhältnis
VER
U durchschnittlicher, standardisierter Umsatz der
VZ
Vorzugsaktien
1
1 Einleitung
Der deutsche Aktienmarkt mit seinen Möglichkeiten stellt ein aktuelles
Forschungsgebiet dar. Die nachfolgende Arbeit beschäftigt sich aufgrund
dessen mit dem Investitionsobjekt Aktie, die vor allem durch zwei Arten
repräsentiert wird: Stammaktien und Vorzugsaktien. Da diese beiden
Aktiengattungen einen unterschiedlichen Kurs aufweisen, soll der Kursunterschied Gegenstand der Untersuchung und Ziel dieser Arbeit
sein. Dabei soll nur auf Verfahren eingegangen werden, die durch mehrere Studien belegt wurden und somit eine potentielle Erklärung
geben können.
Die Kursdifferenz wird vor allem von zwei gravierenden Faktoren beeinflusst. Diese sind das „Stimmrecht der Stammaktie“ und der „Dividendenvorzug der Vorzugsaktie“. Beide Einflussgrößen können zu einer Klärung beitragen.
Um eine Untersuchung der Kursdifferenz durchführen zu können, müssen zuerst die Grundlagen aufgezeigt werden. Dies geschieht in Abschnitt 2, in welchem Stamm- und Vorzugsaktien ausführlich erklärt und in Vergleich gesetzt werden. Kapitel 3 beschäftigt sich mit dem Stimmrecht der
Stammaktie. Das Stimmrecht kann auf verschiedene Weisen Einfluss auf den Stammaktienkurs ausüben, so z. B. durch die Aktionärsstruktur oder durch Unternehmensübernahmen. Infolgedessen ist es möglich einen potenziellen Erklärungsansatz für den Kursunterschied zu geben. Im darauffolgenden Abschnitt 4 wird als zweite mögliche Begründung für den Bewertungsunterschied der Dividendenvorzug der Vorzugsaktie
aufgezeigt. Dieser scheint dann von Bedeutung zu sein, wenn Investoren
vorrangig an der Dividende interessiert sind und für diese deshalb der Zinssatz oder die Auswirkungen von Steuern ausschlaggebend sind. Anschließend werden im Kapitel 5 Ergebnisse bisheriger Studien aufgeführt. Falls die Ergebnisse in den vorangegangenen Kapiteln noch nicht explizit erklärt wurden, erfolgt hier eine genauere Darstellung dieser Resultate. Die erarbeiteten Ergebnisse werden in Kapitel 6 zusammengefasst.
2
2 Grundlagen
Eine Aktie berechtigt alle im Aktiengesetz niedergelegten Rechte, wie das Recht auf Teilnahme an der Hauptversammlung, das Auskunftsrecht auf
der Hauptversammlung (Informationsrecht), das Recht auf Anfechtung der
Hauptversammlungsbeschlüsse (Mitspracherecht) und das Stimmrecht in
Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus besteht das Recht auf
Gewinnbeteiligung, das Bezugsrecht junger Aktien und der Anspruch auf
einen Anteil am Liquidationserlös 1 . In dieser Arbeit werden zwei
verschiedene Aktien betrachtet, welche sich hinsichtlich der
Klassifizierung nach dem Umfang ihrer Rechte unterscheiden.
So stellt die Stammaktie, welche alle oben genannte Rechte beinhaltet,
den Normaltyp der Aktien dar und bildet somit den größten Anteil der Aktiengattungen am deutschen Markt. Diese zeichnet sich vor allem
dadurch aus, dass sie ein Stimmrecht beinhaltet, welches ein grundlegendes Mitgliedschaftsrecht am Unternehmen ist. Das Stimmrecht
ist nach Kapitalanteilen der Aktionäre vergeben. Dementsprechend hat jede Stammaktie, die zum Mindestnennbetrag erworben wurde, die
Gewichtung einer Stimme, soweit der Gesellschaftervertrag, die Satzung
oder das Gesetz nichts anderes festlegen.
Für die Vorzugsaktie gelten die gleichen Rechte 2 wie für die Stammaktie,
nur dass sie ohne Stimmrecht, aber mit Vorrechten im Bezug auf die Ge-
winnbeteiligung ausgestattet ist. Sie kann daher als mögliche Alternative
zur Stammaktie gesehen werden. Die Vorzugsaktie ist auch unter dem
Synonym „Vorzugsaktie mit ruhendem Stimmrecht“ bekannt, d. h. das
Stimmrecht der Vorzugsaktionäre lebt auf, wenn nach Ausbleiben der
Dividendenzahlung, dieser Rückstand nicht im Folgejahr zusammen mit
dem vollen Dividendenvorzug des laufenden Jahres erfolgt. Dabei ist es
unerheblich ob die Dividende ganz oder nur teilweise nicht gezahlt wird,
denn in beiden Fällen lebt das Stimmrecht auf. Die Vorzugsaktionäre
werden aber durch das Aufleben des Stimmrechts nicht zu
1 Vgl. Doerks (1992), S. 5 f.
2 Vorzugsaktien dürfen aber nur bis zur Hälfte des Grundkapitals ausgegeben werden.
3
Stammaktionären, denn der Dividendenvorzug bleibt weiterhin bestehen und das Stimmrecht erlischt wieder sobald die Nachzahlung erfolgt ist. Demzufolge ist der wesentliche Unterschied zwischen diesen beiden Aktiengattungen das fehlende Stimmrecht der Vorzugsaktionäre auf der Hauptversammlung. Dafür erhalten sie aber als Ausgleich eine sicherere und höhere Dividende, also eine begünstigtere Stellung bei der Verteilung des Bilanzgewinns. Ein Grund, warum eine Aktiengesellschaft nicht nur
Stammaktien ausgibt, liegt darin, dass die Emission von Vorzugsaktien das Grundkapital erhöht, aber die Stimmrechtsverteilung bzw. das Machtverhältnis nicht ändert 3 . Des Weiteren dient die Ausgabe von
Vorzugsaktien dem Schutz vor Überfremdung der Gesellschaft, als
Eigenkapitalaufnahme in einer angespannten Kapitalmarktlage und zur
Kostenreduzierung der Stammaktionäre. Diese Kosten der Stammaktionäre haben ihren Ursprung in der „Produktion von Stimmrechten,
denn der Wert eines Stimmrechts ist davon abhängig, wie viele weitere
Stimmrechte noch vom Unternehmen ausgegeben werden und wie sich
diese auf die übrigen Aktionäre verteilen 4 .
Der Dividendenvorteil und das Stimmrecht sind offensichtlich der Grund
für einen unterschiedlichen Kurs von Stamm- und Vorzugsaktien und
werden in den folgenden Kapiteln eingehend untersucht.
3 Das Stimmrecht als Einflussgröße auf den Kursunterschied 3.1 Aktionärsstruktur
Die im deutschen Aktiengesetz geltenden Stimmrechtskonzentrationen
von 25 % 5 , 50 % 6 und 75 % 7 sollen als Einflussfaktoren auf den
Kursunterschied untersucht werden. So kann man bei einer
Unternehmung in der ein Aktionär mehr als 75 % der Stammaktien hält,
3 Vgl. Klein (1981), S. 83 f.
4 Vgl. Hartmann-Wendels/von Hinten (1989), S. 264
5 Diese Konzentration von mindestens 25 % dient dem Schutz einer größeren
Minderheit und wird Sperrminorität genannt, vgl. Doerks (1992), S. 6
6 Bei einer Mehrheit von 50 % der Aufsichtsräte können die Vorstände abberufen
werden, vgl. Daske/Ehrhardt (2000), S. 18
7 Bei einer Mehrheit von 75 % der Hauptversammlung können die Aufsichtsräte
abberufen werden, vgl. Daske/Ehrhardt (2000), S. 18
Arbeit zitieren:
Sabine Schimmelpfennig, 2004, Kursunterschiede von Stamm- und Vorzugsaktien auf dem deutschen Aktienmarkt, München, GRIN Verlag GmbH
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