Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 DEFINITIONEN. 3
2.1 Totale Institution. 3
2.2 Abenteuer- und erlebnispäda gogisches Medium. 5
3 SEGELSCHIFFES ALS TOTALE INSTITUTION. 5
4 SEGELSCHIFFS ALS ABENTEUER- UND
ERLEBNISP ÄDAGOGISCHES MEDIUM 7
5 BEDEUTUNG DER MERKMALE DER TOTALEN INSTITUTION FÜR
DIE ABENTEUER- UND ERLEBNISPÄDAGOGIK (FAZIT) 9
LITERATURLISTE 10
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Stephan Hoppe: Die totale Institution Segelschiff als abenteuer- und erlebnispädagogisches Medium
1 Einleitung
Um die Schifffahrt und das Meer existieren von jeher Mythen und Sagen mit abenteuerlichem Charakter. Dieser Zauber, sowie eine Fortbewegungsart, die veraltet scheint, erzeugen eine große Motivation zur Durchführung eines Segeltörns bei Jugendlichen. Zusätzlich hat das Segeln immer noch den Anschein, ein Privileg zu sein, was nicht für jedermann offen zugänglich ist. Das Segeln in Gruppen zu therapeutischen und abenteuer- und erlebnispädagogischen Zwecken hat schon lange Tradition. Anfangs nutzte Kurt Hahn es in der englischen Schule Gordons-town als wichtiges Mittel zur Charakterbildung von Jugendlichen. Die bekannteste Anwendung zur Erziehung findet man heute beim Segeln mit der Gorch Fock, auf der die Offiziersausbildung der Marine stattfindet.
Aber was genau sind die Gegebenheiten, welche ein Segelboot gerade für die Abenteuer- und Erlebnispädagogik besonders interessant machen?
2 Definitionen
2.1 Totale Institution
„Eine totale Institution lässt sich als Wohn- und Arbeitsstätte einer Vielzahl ähnlich gestellter Individuen definieren, die für längere Zeit von der übrigen Gesellschaft abgeschnitten sind und miteinander ein abgeschlossenes, formal reglementiertes Leben führen.“ (GOFFMANN 1981 4 , S.11)
GOFFMANN unterteilt in seiner Beschreibung in freiwillige und unfreiwillige Institutionen. Wobei es sich bei der ersten Form zum Beispiel um soziale Einrichtungen, Wohnheime und Ämter handelt, bei denen ein Zutritt jederzeit möglich und ein wechselndes Publikum vorhanden ist. Bei den Bediensteten handelt es sich aber um eine Wohn- und Arbeitswelt mit seltenem Wechsel der Beteiligten. Eine besondere Form stellen hierbei Interessengemeinschaften dar, die nach speziellen Auswahlkriterien ihre Mitglieder bestimmen.
Entgegen dieser Form steht die unfreiwillige Institution (= totale Institution), wie sämtliche Arten von Verwahrungsanstalten. Aber auch Kasernen, Internate und Schiffe sind hier einzuordnen. Es besteht nicht mehr die Freiheit, die Institution verlassen oder die Wahl, sich überhaupt erst in diese Institution begeben zu können. Es handelt sich dabei um Anstalten:
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Stephan Hoppe: Die totale Institution Segelschiff als abenteuer- und erlebnispädagogisches Medium
- Zur Führsorge für unselbstständige und harmlos Menschen;
- Zur Führsorge für unselbständige Menschen, die unbeabsichtigt eine Gefahr der Gemeinschaft darstellen;
- Zur Verwahrung von Menschen, die absichtlich eine Gefahr darstellen;
- Zur Effektivierung arbeitsähnlicher Aufgaben, die sich nur unter den gegebenen institutionellen Bedingungen erreichen lassen;
- Zur Unterbringung von Flüchtlingen der Gesellschaft, die gleichzeitig einer religiösen Ausbildung dienen, wie Abteien, Klöster.
Weiterhin werde ich nun auf allgemeine Merkmale von totalen Institutionen eingehen. Dabei beziehe ich mich erneut auf die Darstellungen GOFFMANNs. Allerdings führt er an, dass keine dieser Merkmale ausschließlich in totalen Institutionen zu finden sind. Bezeichnend ist aber, dass man eine Großzahl dieser Merkmale zusammen wiederentdecken kann.
Alle Angeleigenheiten des Lebens (Wohnen/Freizeit, Arbeiten, Schlafen) finden an der selben Stelle und unter derselben Autorität statt.
Diese Angelegenheiten werden von den Mitgliedern in unmittelbarer Gesellschaft einer Gruppe von Schicksalsgenossen (die alle die gleiche Behandlung erfahren) durchgeführt. Es existiert eine exakte Planung des Arbeitsalltages, die durch Regeln von Funktionären aufgestellt wurde.
Alle erzwungenen Tätigkeiten sollen dazu dienen, das Ziel der Institution zu erreichen.
Die Hierarchie zwischen „Insassen“ und Personal 1 ist nicht als allgemeines Merkmal zu betrachten. Sie ist je nach Art der totalen Institution und dessen Zielverfolgung unterschiedlich. Interessant zu beobachten sind die daraus resultierenden Kommunikationsformen zwischen den beiden Parteien. So kann es zu Vorenthaltung von Informationen kommen, wodurch eine Distanz von Personal und „Insassen“ erreicht wird. Zusätzlich kann der Anschein entstehen, dass die Institution Eigentum des Personals ist.
„Für gewöhnlich ist das Leben unserer Gesellschaft so organisiert, dass die Autorität des Arbeitsplatzes für den Arbeitnehmer mit dem Erhalt des Lohnes endet;...“ (GOFFMANN 1981 4 , S.21) was er nun mit ihm in seiner Freizeit anstellt, ist ihm überlassen. In einer totalen Institution muss aber selbst diese freie Zeit vorgeplant und strukturiert werden, um das Ziel der Institution erreichen
1 GOFFMANN 1981 4 benutzt die Bezeichnung Stab für die von mir als Personal dargestellte Personengruppe,
S.19-20
4
Arbeit zitieren:
Stephan Hoppe, 2005, Die totale Institution Segelschiff als abenteuer- und erlebnispädagogisches Medium, München, GRIN Verlag GmbH
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