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Physiologische Wirkung des Tai Chi Quan

Title: Physiologische Wirkung des Tai Chi Quan

Seminar Paper , 2004 , 9 Pages , Grade: 2

Autor:in: Stephan Hoppe (Author)

Sport - Kinematics and Training Theory
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Summary Excerpt Details

Durch den Begriff TC wird ein Bewegungssystem bezeichnet, dass ursprünglich aus einer taoistischen Kampfkunst entstanden ist. Wörtlich übersetzt bedeutet „Tai Chi“ „Der First-Balken“, also einer der wichtigsten Teile des Daches, welcher zugleich über allem thront sowie die Gewichte von beiden Dachflächen aushält und ausgleicht. Unter „Tai Chi Chuan“ versteht man sinngemäß „das Prinzip, das hinter allem steht“. „Chuan“ kann übersetzt werden mit „die leere Faust“ und deutet das Prinzip des Nachgebens in der Selbstverteidigung an.

Die heutige Ausübungsform besteht aus langsamen fließenden Bewegungen, die nach außen einen Anschein von Leichtigkeit und Konzentration haben. Dabei existieren viele Variationen (Schwertform, Soloform, Paarform, etc.), wobei ich auf die Solo-Form bezug nehmen werde, da ich diese in einem Seminar selbst kennen lernen konnte. Sie bedient sich, neben dem Körper selbst noch an einigen Gegenständen. Dies können Schwerter, Stöcke oder Fächer sein. Aus der ursprünglichen kämpferischen Bedeutung ist eine Form entstanden, die der Erhaltung der allgemeinen Fitness und der Vorbeugung von Alltagskrankheiten1 dient. Die größte Verbreitung ist in der VR China zu beobachten.

Zur Entstehung des TC ist nur wenig genaues zu sagen. Es ranken sich viele Geschichten und Theorien um die Entstehung, da es kaum schriftliche Überlieferungen gibt. Im folgendem Absatz ist beispielhaft die Entstehung des so genanten Yang-Stils kurz beschrieben, welcher am Verbreitesten ist und auf den sich die folgende Ausarbeitung beziehen wird. Chen Wang Ting war das Oberhaupt seiner Familie und ein Meister der Shaolin- Kampfkunst. Er entwickelte aufgrund seiner Neugier und seines Interesses am Taoismus die ersten Tai Chi Bewegungen. Er hatte einen Diener, welcher Yang Cu Chan hieß. Dieser Diener war so fleißig und ehrlich zu seinem Meister, dass dieser ihn die Kunst des Tai Chi lehrte. Als Yang Cu Chan vierzig Jahre wurde, starb sein Meister und er kehrte in sein Heimatdorf zurück. Er bildete unter anderem den Schüler Wu Yu Xiang aus, der später den Wu- Stil entwickelte (1818- 1880). Er selbst ging nach Peking, um seine Technik einfacher und seine Bewegungen weicher zu machen. Sein Enkel Yang Cheng Fu (1838- 1942) entwickelte eine Technik, die heute oftmals verwendet wird und als Yang- Stil bekannt ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 PHYSIOLOGISCHE WIRKUNG VON TC

2.1 Muskuläres Training

2.2 Atmung

2.3 Rücken und Gelenke

3 ZUSAMMENFASSUNG UND FORSCHUNGSPERSPEKTIVEN

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die physiologischen Auswirkungen der Tai Chi Chuan-Ausübung, insbesondere der Übung „Die fünf Räder“, auf den menschlichen Organismus. Ziel ist es, auf Basis sportphysiologischer Erkenntnisse zu prüfen, inwieweit das Training zur Erhaltung der allgemeinen Fitness und zur Vorbeugung von Zivilisationskrankheiten beitragen kann.

  • Grundlagen und Entstehungsgeschichte des Tai Chi Chuan
  • Physiologische Adaptionsprozesse durch muskuloskelettale Beanspruchung
  • Einfluss der kontrollierten Atmung auf das Nerven- und Herzkreislauf-System
  • Präventive Aspekte für Gelenkgesundheit und Haltungskorrektur

Auszug aus dem Buch

Muskuläres Training

Unter muskulärem Training versteht man die durch einen Belastungsreiz induzierte Anpassungsreaktion des Körpers, wodurch eine Veränderung des muskulären Zustandes erzielt wird.

Wenn man die Übungsformen, die bei TC praktiziert werden, auf muskuläre Arbeit reduziert, so sind diese einem Training im Kraftausdauerbereich gleichzusetzen. Die Intensität ist sehr gering und die Dauer der Übung sehr groß. Trotz der geringen Intensität wird bei entsprechend hoher Trainingsdauer (ca. eine Stunde pro Tag) eine Adaption zu beobachten sein. Dies gilt natürlich nur für Anfänger und untrainierte Personen. Es wird also eine geringfügige Querschnittsvergrößerung der betroffenen Muskelgruppen eintreten. Des weiteren wird sich bei längerer Ausübung von TC die lokale Durchblutung der Muskeln verbessern. Dies geschieht insbesondere durch die Erhöhung der Zahl und des Querschnittes von Kapillaren und Arteriolen. Die Muskelfasertyp-Struktur wird sich verhältnismäßig mehr zu Slow-Twitch-Fasern verändern. Weitere muskuläre Adaption bei Training mit geringer Belastung sind die Erhöhung des Myoglobingehaltes (sauerstofftragender Blutfarbstoff in den Muskeln) und der Größe und Zahl der Mitochondrien (Ort der ATP Synthese) der Muskelzellen. Auch sind Verbesserungen des Enzymbesatzes der Muskelzellen, die zur Energiegewinnung notwendig sind, und eine Vergrößerung der verschiedenen Energiespeicher (z.B. Kreatinspeicher) zu beobachten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Dieses Kapitel erläutert die Herkunft und das Prinzip des Tai Chi Chuan sowie die Bedeutung langsamer Bewegungsformen für die allgemeine Fitness.

2 PHYSIOLOGISCHE WIRKUNG VON TC: Hier wird der Einfluss der Übungsform „Die fünf Räder“ auf die Muskulatur, die Atmung und den Gelenkapparat detailliert analysiert.

2.1 Muskuläres Training: Untersuchung der Anpassungsreaktionen des Körpers wie Kapillarisierung und Mitochondrienvermehrung bei geringer Belastungsintensität.

2.2 Atmung: Erläuterung, wie tiefe, kontrollierte Atmung den Parasympathikus aktiviert und Stresshormone reduziert.

2.3 Rücken und Gelenke: Analyse der präventiven Wirkung auf Wirbelsäule und Gelenke durch aufrechte Haltung und gezielte Bewegungsführung.

3 ZUSAMMENFASSUNG UND FORSCHUNGSPERSPEKTIVEN: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Diskussion des Bedarfs an methodisch fundierteren Studien zur Gesundheitswirkung.

Schlüsselwörter

Tai Chi Chuan, Physiologie, Sportwissenschaft, Muskeltraining, Slow-Twitch-Fasern, Atmung, Gesundheit, Prävention, Bewegungslehre, Rehabilitation, Parasympathikus, Biologie, Trainingslehre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die physiologischen Auswirkungen, die durch das regelmäßige Ausüben von Tai Chi Chuan entstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf muskulären Anpassungsprozessen, den neurophysiologischen Wirkungen der Atmung sowie den Auswirkungen auf Rücken und Gelenke.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu begründen, welche gesundheitsfördernden Effekte bei der Ausübung der Tai Chi-Form „Die fünf Räder“ physiologisch nachweisbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse physiologischer Wirkungsprinzipien auf Basis sportwissenschaftlicher und biologischer Literatur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Muskeltraining, Atemtechnik und die spezifische Entlastung der Wirbelsäule sowie Gelenke.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Tai Chi Chuan, physiologische Adaption, Slow-Twitch-Fasern, Stressreduktion und Prävention.

Warum wird beim Tai Chi besonders auf die aufrechte Körperhaltung geachtet?

Die aufrechte Haltung minimiert die Gewichtsbelastung auf Bandscheiben und Wirbelkörper, da die Last direkt von oben wirkt, was Rückenproblemen vorbeugen kann.

Welche kritische Anmerkung macht der Autor zu den bisherigen Studien?

Der Autor kritisiert, dass viele bisherige Studien mangelhafte Vergleichsgruppen oder zu geringe Fallzahlen aufweisen und selektive Effekte nicht ausreichend berücksichtigen.

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Details

Title
Physiologische Wirkung des Tai Chi Quan
College
University of Marburg  (Institut für Sportwissenschaft und Motologie)
Course
Bewegung und Gesundheit. Bewegungswissenschaftliche Reflektion gesundheitlicher Wirkung von Bewegung und Gesundheit
Grade
2
Author
Stephan Hoppe (Author)
Publication Year
2004
Pages
9
Catalog Number
V35022
ISBN (eBook)
9783638350747
ISBN (Book)
9783656085010
Language
German
Tags
Physiologische Wirkung Quan Bewegung Gesundheit Bewegungswissenschaftliche Reflektion Wirkung Bewegung Gesundheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Hoppe (Author), 2004, Physiologische Wirkung des Tai Chi Quan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35022
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