Die Konrad-Adenauer-Stiftung
von: Friedrich Bielfeldt
Inhalt
1. Beratung von Politik 2
2. Die Ursprünge der Stiftungen 3
2.1. Was ist eine Stiftung 3
2.2. Stiftungsarten 3
2.3. Die Rechtsnatur der Stiftungen 4
2.4. Geschichtliche Entwicklung von Stiftungen 5
3. Die Konrad-Adenauer-Stiftung 6
3.1. Die Geschichte der Konrad-Adenauer-Stiftung 6
3.2. Ziele und Aufgaben der Konrad-Adenauer-Stiftung 8
3.3.1. Die Forschungsarbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung 10
3.3.2. Forschungsschwerpunkte der Konrad-Adenauer-Stiftung 12
3.4 Die Finanzen der Konrad-Adenauer-Stiftung 13
4. Die Rolle der Politikberatung 14
4.1. Die Stellung politischer Stiftungen 14
4.2. Wissenschaft und Politik 15
5. Literatur 16
1. Beratung von Politik
Die wissenschaftliche Beratung von Politik nimmt mittlerweile einen großen Platz im Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland ein. Hierbei spielen die politischen Stiftungen eine herausragende Rolle, da sie den Parteien mit ihrer Forschungsarbeit die Schwerpunktsetzung der Themen erleichtern bzw. die Grundlagen für das politische Tagesgeschäft erarbeiten, indem sie ihnen Forschungsergebnisse und Datenmaterial als Entscheidungs- und Argumentationshilfe zur Verfügung stellen. Dabei unterliegen die einzelnen Stiftungen engen ideologischen und parteipolitischen Vorgaben, die sie bei der Auswahl der Themen und der Erforschung des jeweiligen Sachgebietes zu beachten haben. In diesem Punkt unterscheiden sich die Stiftungen als „politische Think Tanks“ ganz wesentlich von den sogenannten „wahren Think Tanks“1, die sich mit Experten unterschiedlicher Fachrichtungen und Meinungen an ihre Forschungsprojekte heranwagen und die somit nicht als politisch festgelegt gelten können.
Häufig findet man in der Literatur den Begriff der „Tendenzkoalitionen“ 2, der die Verbindung aus wissenschaftlicher Arbeit und politischem Entscheidungsträger beschreibt, den u. a. die Konrad-Adenauer-Stiftung mit ihrer Nähe zur CDU eingegangen ist. Wie hoch der Einfluss einer politischen Stiftung genau ist, wird man dabei nicht genau sagen können. Allzu oft wird der politische Betrachter eher daran zweifeln, inwieweit das politische Alltagsgeschäft überhaupt wissenschaftlichen Grundsätzen folgt. Mittlerweile jedoch arbeitet jede der sogenannten etablierten Parteien mit einer politischen Stiftung zusammen, wie die SPD mit der Friedrich- Ebert-Stiftung, Bündnis 90/Die Grünen mit der Heinrich-Böll-Stiftung, die FDP mit der Friedrich-Naumann-Stiftung und die CSU mit der Hanns-Seidel-Stiftung. Die der CDU nahestehende Konrad-Adenauer-Stiftung soll Thema dieser Hausarbeit sein, indem ich ihre Geschichte und Entstehung, ihre Organisation und Aufgaben, sowie ihre Forschungs- und Beratungstätigkeit genauer beleuchten möchte.
2. Die Ursprünge der Stiftungen
Um die Arbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung darstellen und verstehen zu können, muss man zunächst den Begriff der Stiftung genauer definieren. Ebenso möchte ich noch auf verschiedene Arten von Stiftungen, sowie auf die geschichtliche Entwicklung von Stiftungen eingehen.
2.1. Was ist eine Stiftung
Der Begriff Stiftung ist im alltäglichen Sprachgebrauch nicht eindeutig festgelegt. Man kann eine Stiftung als eine Handlung oder eine Organisationsform definieren. Ganz gleich, was man nun unter einer Stiftung genau versteht, so kann man ihr jedoch immer drei Wesenszüge zuordnen:
1. Stiftungen sind Widmungen eines besonderen Vermögens;
2. Stiftungen verfolgen einen bestimmten Zweck;
3. Stiftungen unterliegen einer bestimmten Organisationsform.
So weist die Konrad-Adenauer-Stiftung als politische Stiftung ein bestimmtes Geldvermögen auf, das ihr – der Stiftung bzw. ihren Zielen – gewidmet ist. Auch verfolgt die Konrad-Adenauer-Stiftung einen bestimmten Zweck, wie. z. B. die politische Bildung der Bevölkerung oder die wissenschaftliche Beratung von Politik. Und die Konrad-Adenauer-Stiftung unterliegt einer bestimmten Organisation, besser: einer Struktur.
2.2. Stiftungsarten
Unter der Vielzahl von Stiftungen, die es in der Bundesrepublik Deutschland zu finden gibt, lassen sich, grob gesprochen, vier Stiftungsarten ausmachen. Man unterscheidet zwischen milden Stiftungen, betriebsbezogenen Stiftungen, Stiftungen für Bildung und Wissenschaft, sowie politischen Stiftungen.3 Unter milden Stiftungen versteht man gemeinhin alle Stiftungen, die mildtätige Zwecke verfolgen, wie die Unterstützung von Bedürftigen (z. B. Caritas), die Kinderfürsorge (z. B. Waisenhäuser), aber auch kirchliche Institutionen (z. B. kirchliche Altersheime). Betriebsbezogene Stiftungen verfolgen den Zweck, Betriebsangehörige und deren Familien zu unterstützen, sei es in persönlichen Notlagen oder auch bei der Altersversorgung, ebenso im Bereich der innerbetrieblichen Forschung oder der Weiterbildung.
[...]
1 Aus: W. Gellner, „Politikberatung durch nichtstaatliche Akteure“, in A. Murswieck, „Regieren und Politikberatung“, Opladen, 1994. Gellner versucht in seinem Aufsatz den Begriff des Think Tank zu unterscheiden, da es im Deutschen keine genügende Entsprechung gäbe. Dabei ist ihm wichtig, dass die „wahren Think Tanks“ lediglich an der Bereitstellung einer denkfreundlichen Infrastruktur interessiert seien, die „politischen Think Tanks“ ideologisch und somit auch wissenschaftlich mehr oder weniger festgelegt seien.
2 Ebd.
3 folgend: G. Deussen, „Konrad Adenauer Stiftung“, Düsseldorf, 1981
Arbeit zitieren:
Friedrich Bielfeldt, 2003, Die Konrad-Adenauer-Stiftung, München, GRIN Verlag GmbH
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