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I Einführung 4
II Ethik 5
III Max Scheler 7
IV Liebe und Erkenntnis 12
V Ästhetik und Werturteil 14
Literatur 15
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Der Mensch fühlt, denkt, erwägt, agiert und reagiert in einer Gesellschaft, aus der er sich nicht ausschließen kann. Umgeben von Menschen, Gesetzen, Regeln, Verboten und Geboten muß er sich seiner Gesellschaft fügen bzw. anpassen, da die zwischenmenschlichen Beziehungen sein Dasein auf einer gewissen Ebene bestimmen.
Der Wert einer Sache, eines Menschen oder einer Menschengruppe beeinflußt zum größten Teil seine Bereitschaft zum leben, wollen, kämpfen und hoffen. Jener Wert kann durch die allgemeingültige positive Wertschätzung bedingt sein, so daß der Mensch eine Sache für positiv wertvoll hält, da dies bei der Mehrheit in seiner Gesellschaft so akzeptiert oder empfunden wird, das heißt er verinnerlicht sich den objektiven Wert, oder aber er sieht unabhängig von der Allgemeinheit in einer Sache oder einen Menschen einen Wert, den er rein individuell für tatsächlich begehrungs- und schätzungswürdig empfindet.
Im Endeffekt aber ist der Mensch stets am urteilen, in jeglicher seiner Handlungen oder Gedankenvorgänge und Emotionen steht er wertend da. Er handelt, indem er ein Werturteil fällt. Es kann sich später als irrational oder unpassend zur eigenen Person herausstellen, doch in dem Moment, wo er handelt, ist jener Handlungsweg für ihn „richtig“, akzeptabel, für ein bestimmtes Ziel ausschlaggebend oder unumgänglich. Jegliche „freie“ Handlung ist also bedingt durch das vorherige Werten.
Wie verhält es sich aber mit der objektiven Wertschätzung? Wer bestimmt jene Werte, die Allgemeingültigkeit besitzen? Muß eine Sache einen allgemeingültigen positiven Wert haben, wenn sie von der Mehrheit gewollt und begehrt wird?
Im nationalsozialistischen Deutschland fand man in den Juden den Gegner schlechthin. Das jüdische Volk war verurteilt, vernichtet zu werden. Dörfer und Städte wetteiferten „Judenrein“ zu werden. Gewiß hat die Mehrheit der Deutschen jene Barbarei nicht gebilligt, sie hat sie jedoch geduldet - meist aus Angst vor Bedrohung des eigenen Lebens.
Anders als im Marxismus und Kommunismus lag der nationalsozialistischen „Weltanschauung“ keine konsistente Philosophie oder Theorie zugrunde. Appelliert wurde an die Überlegenheit des „deutschen Geistes“. Irrational wurde begründet, weshalb dieser die
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Herrschaft über die Menschheit „verdienen“, und die Juden als minderwertige „Rasse“ ein menschenwürdiges Dasein nicht verdienen würden.
Der Wert eines jeden Menschen und dessen Freiheit auf „Leben“ wurde in der Vergangenheit nicht wahrgenommen. Doch hat die Menschheit bzw. haben die Völker aus früheren Fehlern oder Fehlinterpretationen der „Menschenrechte“ gelernt? Das Prinzip der Menschenrechte wird heute fast überall anerkannt. Und fast überall verstößt man dagegen. Noch in unserer Zeit geschehen Verbrechen, die wir aus den Medien kennen.
Im ehemaligen Jugoslawien haben serbische Besatzer Konzentrationslager für Frauen und Kinder eingerichtet. Kleine Kinder, Mädchen und Frauen wurden vor den Augen der Angehörigen vergewaltigt, gequält und massakriert. Ein geplantes Verbrechen wurde angewandt, um die kulturelle, traditionelle und religiöse Integrität einer Gesellschaft zu vernichten. Wer war der Verbrecher jener bestialischen Taten? Es war der einfache Mann aus dem Volke. Jahrelang hatte er vielleicht mit jenem Opfer Tür an Tür gewohnt, und nun stand er diesem als Feind gegenüber und trug ein Haßgefühl in sich der Gegner war es nicht Wert -als ein minderwertiger Sterblicher mußte er Unterdrückung und Quälerei erleiden.
,,(WKLN
Die (WKLN ist diejenige philosophische Disziplin, die sich explizit mit Werten beschäftigt.
Die Orientierung des Handelns an objektive Werte, die sich nicht aus persönlichen Interessen leiten, ist der Kern der praktischen Philosophie. Es können zwar auch eigene Interessen sein, aber nicht nur private Neigungen, sondern „überindividuelle“ Interessen, wie das unparteiliche Interesse am Wohl anderer. Die Pflicht, die Menschenwürde anderer zu achten, ist oberstes Prinzip der Ethik. Hierbei wird der Mensch als „Persönlichkeit“ verstanden.
Der Mensch als „Person“ soll geachtet werden, nicht seine Talente, soziale Stellung, Erfahrenheit oder Intelligenz. Denn dies sind Nebenerscheinungen, welche nicht die Menschenwürde des Menschen ausmachen. Primär trägt die Menschenwürde Wert. Dieser Wert ist jeglicher Menschennatur zuzuschreiben, da ein Jeder als Person „gleich“
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Zehra Sentürk, 1997, Werte, Munich, GRIN Publishing GmbH
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