Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Physiologische Grundlagen
1.1 Ernährung, wozu eigentlich? - Die biologischen Funktionen der Nährstoffe
1.2.1 Der Abbau der Nährstoffe
1.2.2 Die Energiebilanz der Nährstoffe
1.3 Der tägliche Energiebedarf
2 Abnehmen, wie und warum? - Die Veränderung der Körperzusammensetzung
2.1 Warum funktionieren die meisten Crash-Diäten nicht?
2.2 Wie kann ich nun wirklich abnehmen? - Möglichkeiten der Intervention
3 Geht es nicht einfacher? - Steriode, Anabolika und ihre Folgen
0 Einleitung
„In nur 6 Wochen nahm ich 19 Kilo ab, obwohl ich nach Herzenslust aß. Seither ist ein Jahr
vergangen, und ich habe kein einziges Gramm wieder zugenommen.“ ist in großen Lettern in einer
Anzeige in der Zeitung Elbe Report zu lesen. 1 Der so überschriebene ganzseitige Artikel wirbt für ein
Algen -Präparat, das nur über die dort abgebildete Adresse und für ein gewisses Entgeld zu haben ist.
Einfach nehmen, und schon purzeln die Pfunde verspricht die Anzeige. Für viele Menschen ist dies
ein wahr gewordener Traum, und das durchschnittliche Übergewicht, welches der westlichen
Weltbev ölkerung nachgesagt wird, dürfte durch dieses und andere Mittel, für die so gut wie täglich in
Zeitungen geworben wird, binnen kürzester Zeit verschwinden. Leider ist das Gegenteil der Fall. Der
Fakt , dass solche Berichte allermeist nur im Annoncen-Teil einer Zeitung zu finden sind, und trotz
derartiger Aufklärung der Bevölkerung immer noch kaum wissenschaftliche Berichte über solche
Abnehmwunder vorliegen, läßt eine Untersuchung des Themas „Abnehmen, aber wie?“ als
Studienarbeit im Fach Sport wichtig erscheinen.
Im Folgenden werde ich genauer auf bestimmte Aspekte der menschlichen Physiologie eingehen, und
Methoden der Veränderung des Körpergewichtes und -baus diskutieren.
1 Elbe Report, 2002, S.21
2
1 Physiologische Grundlagen
1.1 Ernährung, wozu eigentlich? - Die biologischen Funktionen der Nährstoffe Die meistbenutzten Programme zum „schlanker werden“ gehen einher mit erheblichen
Veränderungen der Nahrungsaufnahme. Fehlerhafte Ernährung führt in vielen Fällen aber neben den gewünschten Abnehmeffekten auch zu ungewollten Erscheinungen wie zum Beispiel Mineralstoff-und Vitaminmangel, die teilweise nicht wieder gut zu machende Schädigungen des menschlichen Organismus zur Folge haben. Anscheinend sollten wir die oberflächlich trivial klingende Frage „Ernährung, warum?“ ein wenig genauer unter die Lupe nehmen.
Der menschliche Körper benötigt für die Aufrechterhaltung seiner Funktionen verschiedene Stoffe, die er sich durch die Aufnahme von Nahrung zuführt. Zum einen hat er eine stabile Körpertemperatur, deren Aufrechterhaltung wie die Tätigkeit von Muskeln und Organen Energie benötigt. Diese Energie bezieht der Mensch aus der Nahrung. Die Ernährung stellt dem Körper außerdem aber auch Stoffe zur Verfügung, die er selbst nicht herstellen kann, aber zum Leben unbedingt braucht. Sowohl die benötigten Stoffe als auch die benötigte Energie sind zu einem gewissen Grade im Körper speicherbar. Dieses erlaubt dem Menschen tagelang ohne Nahrung zu überleben.
Die Energielieferanten der Nahrung sind Kohlenhydrate, Fette und Öle und Eiweiße (Proteine). „Kohlenhydrate stellen den am weitestens verbreiteten organischen Naturstoff dar. Sie werden bei der Photosynthese der grünen Pflanzen gebildet und bestehen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Ihre Summenformel lautet: C m (H 2 0) n “ 2 Kohlenhydrate lassen sich in zwei Gruppen einteilen:
1.Monosaccharide (einfache Kohlenhydrate) und 2.Oligo- und Polysaccharide (zusammengesetzte Kohlenhydrate)
Zu den Monosacchariden zählt unter anderem die Glukose. Alle Kohlenhydrate werden letztendlich zu Glukose umgebaut und stehen erst dann zur Energiegewinnung der Körperzelle bereit.Oligo- und Polysaccharide entstehen aus Monosacchariden unter Wasserfreisetzung. Sie sind Molekülverbindungen, die aus mehreren (Oligosaccharide: 2-10, Polysaccharide: mehr als 10) Monosaccharideinheiten bestehen. Polysaccharide sind die „Speicherform der Kohlenhydrate in Organismen.“ 3 „Bei Menschen und Tieren werden sie in der Leber und im Muskel als Glykogen
2 Rapoport, 1969, S.340
3 Schwarz, 2000, S.87
3
gespeichert, bei Pflanzen als Stärke.“ 4 Die Kohlenhydrate dienen in erster Linie als Energielieferanten. Sie werden aber auch als Kohlenstoffquelle für die Bildung von Amino- und Fettsäuren im Organismus gebraucht. Sie sollten etwa 50-55% des Energiebedarfs liefern. Fette und Öle sind ein weiterer wichtiger Bestandteil der Nahrung. Sie sind ein konzentrierter Energielieferant und ermöglichen die Aufnahme fettlöslicher Vitamine (Vitamin A, D, E und K) 5 Gespeichert werden Fette im Körper in zu Neutralfetten umgebauter Form. Pflanzliche Öle enthalten neben den auch in tierischen Fetten vorkommenden Palmitin-, Stearin- und Ölsäureresten auch mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Linolsäure (C 17 H 31 COOH) und Linolensäure (C 17 H 29 COOH) (siehe Abb.1). Diese Säuren besitzen mehrere Doppelbindungen. Die Doppelbindungen bestimmter ungesättigter Fettsäuren können im Körper nicht gebildet werden. Diese heißen essentielle (lebenswichtige) Fettsäuren und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. 6
Besonders vielseitig finden Eiweiße (Proteine) im Körper Verwendung. Sie sind die Bausteine für die Synthese körpereigener Proteine. Sie liefern den gesamten organischen Stickstoff des Körpers und sind die Vorstufe stickstoffhaltiger Substanzen wie zum Beispiel Teilen des roten Blutfarbstoffes. Außerdem sind sie ein Reservestoff zur Glucosenachbildung in der Leber. Es existieren zwar keine speziellen Speichermoleküle für Eiweiß, da aber viele Enzyme als Eiweiße in Überfluß vorliegen, „kann der Organismus bei Aminosäure- und Glukosemangel auf diese zurückgreifen.“ 7 Zum Aufbau der Proteine werden in der Natur nur 20 Aminosäuren verwendet, davon kann der menschliche Körper 12 selbst herstellen. Die restlichen acht heißen essentielle Aminosäuren und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Der Tagesbedarf an Proteinen liegt bei Gemischtkost bei etwa 1 g Eiweiß pro kg Körpergewicht. Je besser dabei die Anteile der verschiedenen Aminosäuren dem Bedarf eines Individuums entspricht, desto höher ist ihre biologische Wertigkeit. Eiweiße mit
4 Schwarz, 2000, S.87
5 vgl. Baechle, 1992, S.14
6 vgl. Schwarz, 2000, S.88, vgl. auch Rapoport, 1969, S.842-843
7 Schwarz, 2000, S.88
4
besonders hoher Wertigkeit finden wir vor allem in tierischen Nahrungsmitteln wie Ei, Milch, Fleisch und Fisch. 8
Neben den genannten Energielieferanten gibt es aber auch lebenswichtige Stoffe, die selbst keine Energie bereitstellen. Hierzu zählen die Vitamine und Spurenelemente. Beide werden für den Stoffwechsel benötigt, können aber vom Körper nicht selbst hergestellt werden und werden daher über die Nahrung aufgenommen. Genaue Angaben über die Menge der aufzunehmenden Vitamine sind schwer zu machen, da sie durch Alter, Belastung und viele andere Faktoren stark beeinflusst werden. Daher gibt es nur Empfehlungen über die wünschenswerte Höhe, die individuelle Schwankungen durch erhöhten Energieverbrauch sowie Wachstum, Schwangerschaft und so weiter berücksichtigen. 9
1.2.1 Der Abbau der Nährstoffe
Wie wir gesehen haben bezieht der Körper seine Energie aus Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen, die über chemische Reaktionsketten in für den Muskel verwertbare Energie umgewandelt werden. Dieser Umbau geschieht in mehreren Stufen, in denen die verschiedene Stoffgruppen ersteinmal getrennte Wege gehen. In der ersten Stufe des Abbaus der Nährstoffe entsteht noch keine Energie. Die Makromoleküle werden in kleinere Einheiten aufgespalten. Fette zerfallen in ihre Fettsäuren und Glycerin, Polysaccharide werden in die Monosaccharide aufgelöst aus denen sie bestehen (größtenteils Glukose) und Eiweiße werden in die Aminosäuren gespalten, aus denen sie sich zusammensetzen. In der zweiten Phase werden diese Teile in kleinere Teile zerlegt, wobei schon ein wenig Energie in Form von ATP (Adenin-Triphosphat) abfällt. Dieses ATP ist eine Verbindung aus ADP (Adenin-Diphosphat) und Phosphor. Die Bindungsenergie zwischen dem ADP und dem Phosphor ist es, die der Muskel nutzt, wenn er Arbeit verrichtet. Die Menge der freiwerdenden Energie in der zweiten Stufe ist jedoch gering im Vergleich zur Energieproduktion der dritten Stufe. Die dritte Stufe besteht aus dem Citratzyklus und der oxidativen Prosphorylierung. Diese beiden Reaktionen verstoffwechseln die Endprodukte der zweiten Stufe (größtenteils Acetyl-Coenzym-A) unter Verwendung von Sauerstoff zu Kohlendioxyd, Wasser und Energie in Form von ATP. (siehe Abb.2)
8 vgl. Schwarz, 2000, S.89
9 vgl. Schwarz, 2000, S.90
5
Arbeit zitieren:
Franz Wegener, 2002, Möglichkeiten der Gewichtsreduktion, München, GRIN Verlag GmbH
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