Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis
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Einleitung
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1. Geschichte der Tschechischen Nationalbibliographie vom Ende des
Ersten Weltkrieges bis heute
1.1 Von 1918 bis zum Ende der deutschen Besetzung - Anfänge 8
1.2 Vom Kriegsende bis 1989 - Zentralismus 9
1.3 Von der Wende bis 2000 - Modernisierung der Nationalbibliographie 12
1.4 Die nationalbibliographische Verzeichnung - Situation heute 14
2. Verzeichnisse zur Nationalbibliographischen Kontrolle in der ČR seit
1945
2.1 Vorbemerkungen zum bibliographischen Teil 16
2.2 Monographien
2.2.1 Tschechische Bücher 17
2.2.2 Ausländische Bohemica 20
2.2.3 Verzeichnisse lieferbarer Bücher 21
2.2.4 Neuerscheinungen 22
2.3 Periodika
2.3.1 Tschechische Zeitungen und Zeitschriften 23
2.3.2 Neuerscheinungen 24
2.4 Zeitschrifteninhalte 25
2.5 Musikalien 26
2.6 Tonaufnahmen 28
2.7 Dissertationen 28
2.8 Graphisches Material 30
2.9 Elektronische Dokumente 31
2.10 Allgemeinenzyklopädien 32
2.11 Biographische Nachschlagewerke 32
2.12 Bibliothekskataloge von nationalbibliographischer Bedeutung 33
Anlagen
Anl.1 Zeittafel der wichtigsten politischen Ereignisse von 1945 - 2004 37
Anl.2 Hauptgruppen der von 1951 - 1981 verwendeten Klassifikation
f ür die Nationalbibliographie 38
Anl.3 Systematik für Musikalien 40
Anl.4 Übersetzung einiger bibliographischer Begriffe 41
Literaturverzeichnis
42
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Einleitung
Bei der Recherche zu einem umfangreichen Thema, wie es die nationalbibliographische Kontrolle für Tschechien ist, steht der Suchende vor einer Anzahl verschiedener Probleme: Zunächst stellt man bald fest, daß bei weitem nicht alle Verzeichnisse, die in diesem Land die nationale Druckproduktion erschließen bzw. erschlossen haben, in deutschen Bibliographien zusammenfassend erwähnt sind. Oft existieren keine Hinweise auf Sonderverzeichnisse, die deshalb nur über Umwege zu finden sind und die lückenlose Dokumentation der nationalen Verlagsproduktion erschweren. So sind beispielsweise in den Katalogen Der Deutschen Bibliothek lediglich die Verzeichnisse der Nationalbibliographie (im folgenden: NaBi) Tschechiens mit ihren Unterreihen zu finden. Eine weitere Schwierigkeit besteht im Finden der bibliographischen Nachweise Tschechiens in den OPAC’s der tschechischen Bibliotheken selbst. In der überwiegenden Zahl der Fälle ist die Verwendung der tschechischen Sprachzeichen unabdingbar, um überhaupt verwendbare Suchergebnisse zu erhalten. Derjenige, dem dies aufgrund mangelnder Sprachkenntisse nicht oder nur schwer möglich ist, muss wiederum nach anderen Möglichkeiten suchen, um zum Ziel zu kommen.
Das dritte, die Recherche oft erheblich komplizierende Problem bildet die Tatsache, daß im letzten halben Jahrhundert mehrere Titeländerungen der NaBi, resultierend aus den politischen Veränderungen im Land, erfolgt sind. Wer sich in den tschechischen Verzeichnissen zurechtfinden will, muss sich mit diesen Änderungen also zunächst vertraut machen, die wichtigsten Begriffe übersetzen und wissen, an welchen Stellen er die gewünschten Angaben zu den Verzeichnissen sowohl der NaBi als auch anderer Bibliographien finden kann.
Wie steht es um die Dokumentation der nationalbibliographischen Kontrolle Tschechiens in der Fachliteratur? Die meisten Ausführungen zu diesem Thema finden sich in tschechischen Publikationen, können ohne ausreichende Sprachkenntnisse daher also nur sehr eingeschränkt berücksichtigt werden. In Deutschland wurde die Beschreibung der tschechischen NaBi neben wenigen DDR-Publikationen zum letzten Mal in Totok/Weitzel’s „Handbuch der bibliographischen Nachschlagewerke“ in einem umfassenden Überblick vorgenommen, jedoch stammt die letzte Auflage dieses Werkes bereits aus dem Jahr 1985. Das „Handbuch der Bibliographie“ Jahr 1999 nennt, obwohl zeitlich näher liegend, beispielsweise kaum elektronische Verzeichnisse und ist auch sonst kaum eine vollwertige Ergänzung der Angaben von Totok/Weitzel, sowohl hinsichtlich der Ausführlichkeit der Angaben als auch der gebotenen Hintergrundinformationen. Einen wichtigen Beitrag liefert daher die von Bohdana Stoklasová betreute Beschreibung der tschechischen Nationalbibliographie im „Annotated guide to current national bibliographies“, obgleich auch diese schon von 1998 stammt und daher aktuelle Änderungen noch nicht berücksichtigen kann. Der gleichen Autorin verdanken wir auch das Wissen über die Veränderungen, die in der Nationalbibliothek in Prag bei der Erstellung der NaBi seit 1990 vorgenommen wurden. Ihr Vortrag „Die Nationalbibliographie eines kleinen Landes im internationalen Zusammenhang“ auf der 66. IFLA - Council and General Conference in Jerusalem im August 2000 gab einen detaillierten Einblick in die Bemühungen Tschechiens, den Anschluß an das internationale Bibliothekswesen nach
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dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes zu gewinnen. Beiträge in nicht-tschechischen bibliothekarischen Fachzeitschriften berichten zwar in größeren Abständen sehr eingehend über die Entwicklungen im Bibliothekswesen des Landes, jedoch gehört eine Abhandlung zum hier vorliegenden Thema eher zu den selteneren Erscheinungen.
Zusammenfassend läßt sich daher sagen, daß uns derzeit keine zusammenhängende Darstellung zur nationalbibliographischen Kontrolle in der Tschechischen Republik außerhalb dieses Landes vorliegt. Die notwendigen Informationen sind natürlich vorhanden, bedürfen zur Nutzung jedoch einer verhältnismäßig aufwendigen Recherche. Der Suchende ist also darauf angewiesen, viel Zeit für die Erlangung der gewünschten Informationen in Kauf zu nehmen.
Aus diesem Grund hat die vorliegende Arbeit zum Ziel, zu einem solchen Überblick über die nationalbibliographische Verzeichnung auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik seit 1945 beizutragen.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurde die Darstellung der Geschichte der tschechischen NaΒi eingebettet in einen geschichtlichen Abriß der politischen Entwicklung des Landes. Seit der Gründung des Staates im Jahr 1918 läßt sich dessen Geschichte in vier Phasen einteilen, mit der der Werdegang der bibliographischen Verzeichnung einhergeht. Es sind dies die Phase der ersten und zweiten Republik bis 1939, die Zeit der deutschen Besetzung bis 1945, die Dauer der sozialistischen Ära bis 1989 sowie die Zeit von der politischen Wende 1989/ 1990 bis heute. Die NaBi folgt, wie dies auch in anderen Ländern der Fall ist, diesen geschichtlichen Veränderungen durch den Wandel einiger ihrer Merkmale, beispielsweise im Titel oder in der Art der verwendeten Klassifikation. Doch im Unterschied zu beispielsweise westlichen Ländern haben die meist schwerwiegenden politischen Veränderungen stets ihren parallelen Niederschlag im Erscheinungsbild der
nationalbibliographischen Verzeichnung gefunden. Darum ist es sinnvoll, die Geschichte dieser Veränderungen zu kennen und sich so in den unterschiedlichen Verzeichnissen besser orientieren zu können.
Die tschechische Bibliographie verzeichnet noch heute im Gegensatz zu denen vieler anderer Länder eine große Fülle unterschiedlichen Materials in einer recht hohen Anzahl von Reihen. Überdies existieren noch weitere Verzeichnisse außerhalb der NaBi, die traditionell von der Nationalbibliothek, seit der Wende aber auch von anderen Institutionen getragen wurden und werden. Es erschien daher sinnvoll, den angestrebten Überblick in der Form einer Ordnung nach Publi-kationsformen und innerhalb dieser chronologisch aufsteigend nach Berichtszeiten vorzunehmen, um die Tiefe der Gliederung verhältnismäßig gering halten zu können.
Bibliothekskataloge, die ja verschiedenste Arten von Veröffentlichungen verzeichnen, wurden gesondert betrachtet und nur dann, wenn sie von nationalbibliographischer Bedeutung sind sowie über das Internet frei zugänglich.
Wo immer es möglich war, wurde auf slowakische Verzeichnisse keine Rücksicht genommen, einerseits weil die Slovakei seit 1993 ein eigenständiger Staat ist und weil andererseits die Erfassung der slowakischen Publikationen im betrachteten Zeitraum fast immer separat in eigenen Unterreihen der NaBi geführt wurde. Überdies würde die Betrachtung von gleichsam zwei Nationalbibliographien den Rahmen der Arbeit sprengen.
Die Arbeit besteht aus zwei Teilen: der geschichtlichen Betrachtung und dem bibliographischen Teil. Betrachtet werden soll der Zeitraum ab 1945. Es war dafür unvermeidlich, die Zeit davor kurz
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darzustellen, was denn auch geschehen ist, um die Entwicklung adäquat in einen geschichtlichen Kontext einzubetten.
Zum Abschluß noch eine Anmerkung bezüglich der Technik der Verzeichnung: Im zweiten Teil erfahren die nationalbibliographischen Verzeichnisse eine sehr ausführliche Würdigung, wenn jede ihrer Titeländerungen berücksichtigt wird und der neue Titel gesondert aufgeführt und annotiert wird. Grund dafür ist, daß eine solche Titeländerung meist auch neue bzw. den Wegfall bisheriger Register bedeutete, eine neue Erscheinungsweise galt, neue ISSN-Nummern vergeben wurden etc. Es wäre unmöglich gewesen, solche Veränderungen innerhalb des hier betrachteten Zeitraumes von über fünfzig Jahren angemessen und übersichtlich darzustellen, ohne den Leser zu verwirren.
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1. Geschichte der Tschechischen Nationalbibliographie
vom Ende des Ersten Weltkrieges bis heute
1.1 Von 1918 bis zum Ende der deutschen Besetzung - Anfänge
Als im Oktober 1918
die tschechoslowakische Republik
1
, entstanden aus einem Teilstaat des ehemaligen Österreich-Ungarn, in Prag proklamiert wurde, konnte man nicht auf einer bereits existieren-
gern, besonders des Verbandes der Buchhändler gemacht worden, insgesamt jedoch konnte von einer
Verzeichnung auch zunächst aufgrund der Anlaufschwierigkeiten in seiner Umsetzung verständlicherweise nicht unverzüglich und lückenlos möglich - die entscheidende Grundlage für die Zukunft war geschaffen: Die nationalbibliographische Verzeichnung erfolgte in staatlicher Verantwortung durch eine verbindliche Pflichtexemplarregelung.
1 Zu den diversen Namensänderungen des Staates sei auf die im Anhang beigefügte Zeittafel verwiesen; in dieser Darstellung wird nicht gesondert darauf eingegangen, sondern die jeweils gültige Staatenbezeichnung verwendet.
2 Vgl. Ryznar/ Croucher, Books in Czechoslovakia, 1989, S.41.
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gegenstandslos, so doch zumindest nachrangig werden angesichts der ungeheuren Bedrohung, die der tschechische Staat seit 1938 durch das Nationalsozialistische Deutschland erfuhr. Mit dem Einmarsch
begann das bis dahin dunkelste Kapitel in der Geschichte des Landes; Hundertausende wurden Opfer
erschien von 1943 bis 1944 unter einem deutschen Haupttitel; weitreichende Publikationsverbote, wie
durch den allgemeinen Ressourcenmangel an Papier, modernen Druckmaschinen etc. Jetzt erschienen
Monographien mit 5.500 und die der Periodika mit 1.900 Exemplaren die Produktion des Jahres 1937 und war noch immer im Steigen begriffen 3 . Der „Bibliografický katalog Československé Republiký“ erschien ab 1945 wieder unter tschechischem Namen, einschließlich der slowakischen
Schon 1949 erfolgte der staatliche Zugriff auch auf das Verlagswesen mit der Beseitigung
und und Unternehmen erlaubte, zu publizieren. Die Genehmigungsverfahren für Druckwerke, bei der
3 Vgl. Ryznar/ Croucher, Books in Czechoslovakia, 1989, S. 41.
4 ebd., S. 41 ff. Hier findet sich auch eine Darstellung des Systems der Regulierung und Überwachung durch verschiedenste staatliche Organisationen, deren jede faktisch eine Zensurbehörde darstellte, obwohl es bis zum Anfang der 50er Jahre eine Zensur offiziell gar nicht gab. Im April 1953 erfolgte dann auch die gesetzliche Einführung der staatlichen Pressezensur. Die Folgen all dieser Maßnahmen waren für das tschechische Verlagswesen sehr tiefgreifend. So gibt Ryznar/ Croucher für 1989 im tschechischen Landesteil ganze 35 Verlage an, eine Zahl, die selbst für ein Land dieser Größe erstaunlich gering ist.
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Arbeit zitieren:
Thomas Dietze, 2004, Nationalbibliographie Tschechiens, München, GRIN Verlag GmbH
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