Inhaltsverzeichnis
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Einleitung 1
1. Herleitung der Ersatzschaltbilder 2
1.1 Leitungsbeläge 2
1.2 Ersatzschaltbild eines kurzen Leitungsstück 6
2. Leitungsgleichungen 7
2.1 Kirchhoffsche Gesetze 7
2.2 Telegraphengleichungen 8
2.3 Einführung der komplexen Darstellung 8
2.4 Lösung der Differentialgleichungen 10
2.5 Gruppengeschwindigkeit und Gruppenlaufzeit 15
3.Spannungs- und Stromverteilung auf der verlustlosen Leitung 18
3.1 Leerlauf 18
3.2 Kurzschluss 20
3.3 Abschlusswiderstand beliebig 22
4. Allgemeine Spannungs- und Stromverteilung auf der Leitung 24
5. Impedanz und Reflexionsfaktor 26
5.1 Eingangsimpedanz 26
5.2 Reflexionsfaktor 29
6. Streuparameter 34
6.1 Vierpoldarstellung einer Leitung 34
6.2 Wellengrößen 34
6.3 S-Parameter 36
6.4 S-Parameter-Berechnung 37
7.Smith-Diagramm 39
7.1 Entstehung und Herleitung des Smith-Diagramms 39
7.2 Anwendungen des Smith-Diagramms 41
8. Anwendung 44
8.1 Leitungen als Kapazitäten und Induktivitäten 44
9. Visualisierung 46
9.1 GUI - Graphical User Interfaces 46
9.2 Spannungsdarstellung 47
9.3 Spannungs- und Stromdarstellung 52
9.4 Überlagerung der Spannung und des Stromes 56
10. Literaturverzeichnis 61
Einleitung
Diese Studienarbeit wurde größtenteils in dem Labor für Übertragungstechnik an der Fachhochschule Bielefeld erstellt. Betreut und begleitet wurden die beiden studierenden
Autoren Marco Eggenwirth und Maik Mönchmeier von dem zuständigen Professor Doktor-Ingenieur Rüdiger Schultheis.
Als Vorgabe wurde den Autoren von Hr. Schultheis lediglich gegeben, dass die Theorie der
Signalübertragung bearbeitet und dokumentiert werden sollte und danach eine Visualisierung dieser Theorie zu entwickeln. Als Eingabe dieser Visualisierung sollten die sekundären
Leitungsparameter dienen und als Ausgabe sollte eine Darstellung der Signale entlang der Leitung gewählt werden. Diese Simulation soll in den Vorlesungen von Hr. Schultheis in dem Fach „Datennetze und Datenfernverarbeitung“ zum selbigen Thema zur Veranschaulichung
der Theorie dienen. Diese Vorlesungsinhalte zum Thema „Signalübertragung auf Leitungen“ sind die Basis für diese Studienarbeit. Vorstellbar wäre es, diese Arbeit als Skriptum bzw. als
Begleitmaterial zur Vorlesung den zuhörenden Studenten zur Verfügung zu stellen. Zur Visualisierung wurde von den Autoren das Programm Matlab der Firma Mathworks gewählt, da sie dieses komplexe Programm, welches in der Industrie einen hohen Stellenwert
genießt, näher kennen lernen wollten.
Die beiden Autoren dieser Studienarbeit sind seit September 2001 an der Fachhochschule
Bielefeld im Studiengang Informationstechnik immatrikuliert. Nach dem Grundstudium 2002 wählten beide den Schwerpunkt Hardware und gehen zielstrebig und engagiert den letzten Teil Ihres Studiums entgegen.
- 1 -
1. Herleitung der Ersatzschaltbilder
Um die Ortsabhängigkeit von Strom und Spannung und damit den Widerstand einer
homogenen Leitung zu ermitteln, führen wir zuerst einige Definitionen ein. Bei den theoretischen Betrachtungen muss vorausgesetzt werden, dass sich die unten
eingeführten Größen gleichmäßig über die Leitungslängen verteilen und somit proportional zur Leitungslänge sind. Eine solche Leitung muss also über die gesamte Länge eine gleiche Beschaffenheit in Isolierung, Verseilung und Abschirmung aufweisen, um als homogene
Leitung bezeichnet werden zu können. Diese Homogenität, die sich nur durch kleine Fertigungstoleranzen erzielen lässt, ist dann auch das Merkmal qualitativ hochstehender
Kommunikationskabel.
1.1 Leitungsbeläge
Definition der Leitungsbeläge:
− WiderstandvonHinundRückleiter
− InduktivitätzwischenHinundRückleiter
− LeitwertzwischenHinundRückleiter
GAbleitungsbe − KapazitätzwischenHinundRückleiter
Widerstandsbelag:
Der längenbezogene Widerstandsbelag R' drückt die Verluste der stromführenden Leiter aus. Diese sind natürlich zunächst durch den ohmschen Widerstand dargestellt, darüber hinaus
aber auch durch andere Prozesse, wie z.B. durch Abstrahlung verursachten Verluste, die häufig sogar dominierend sind.
Der Widerstandsbelag is t temperaturabhängig. Die spezifische Leitfähigkeit der meist für elektrische Leitungen eingesetzten Metalle sinkt mit steigender Temperatur. Zu berücksichtigen ist ferner die durch den Skin-Effekt abnehmende effektive
Querschnittsfläche der Leiter. Der Skin-Effekt erklärt sich damit, dass eine Stromänderung eine Magnetfeldänderung erzeugt und diese eine Flussänderung in der Querschnittsfläche des
Leiters zur Folge hat. Der induzierte Wirbelstrom verringert die Stromdichte im Zentrum und erhöht ihn außen, ergo die eigentlich effektiv genutzte Querschnittsfläche verringert sich und verlagert sich nach außen auf seine „Haut“ (Skin).
- 2 -
Induktivitätsbelag:
Der längenbezogene Induktivitätsbelag L' beschreibt die Induktivität der durch Hin- und
Rückleiter gebildeten Schleife.
Beispiel:
Abb. 1.2 Koaxialleitung
Damit ergeben sich für die magnetische Flussdichte oder Induktion
und für den magnetischen Fluss
Ableitungsbelag:
Der längenbezogene Ableitungsbelag G' drückt Isolationsverluste, aber auch dielektrische Verluste durch Polarisatio nseffekte aus. Auch der Ableitungsbelag ist temperatur- und
frequenzabhängig. Die spezifische Leitfähigkeit der Dielektrika nimmt typisch mit steigender Temperatur zu. Bei steigender Frequenz wächst die Leitfähigkeit und die dielektrischen Verluste sinken.
Kapazitätsbelag:
Der längenbezogene Kapazitätsbelag C' beschreibt den durch Hin- und Rückleiter gebildeten Kondensator.
z
Beispiel:
Abb. 1.4 Koaxialleitung
QDADrl π =⋅=⋅⋅⋅⋅ (Gl. 1.1) 2
E ε
Für die Spannung zwischen Innen- und Außenleiter ergibt sich:
1.2 Ersatzschaltbild eines kurzen Leitungsstück
Ströme und Spannungen auf einer Leitung sind Funktionen der Zeit t und des Ortes z.
Durch zusammenschalten der oben gezeigten Ersatzschaltbilder ergibt sich folgendes Ersatzschaltbild für ein verlustbehaftetes Leitungsstück der Länge dz.
U (z)
2. Leitungsgleichungen
2.1 Kirchhoffsche Gesetze
Auf das ermittelte Ersatzschaltbild eines kurzen homogenen Leitungsabschnittes wendet man
nun die zwei Kirchhoffschen Gesetze an.
U( z)
2. Kirchhoffsche Gesetz / Maschengleichung
Dies ist die Differentialgleichung der Spannung für eine homogene Leitung.
1. Kirchhoffsche Gesetz / Knotengleichung
Dies ist die Differentialgleichung des Stromes für eine homogene Leitung.
2.2 Telegraphengleichungen
Eine der beiden unbekannten Größen U(z) oder I(z) lässt sich durch Kombination von
Gleichungen 2.1 und 2.2 eliminieren. Um beispielsweise den Strom I(z) zu eliminieren, leiten wir Gleichung 2.1 partiell nach z ab:
⇒=−+⋅=−−
mit Gleichung 2.2 folgt:
⇒=⋅+⋅+⋅+⋅⋅
Auf analoge Weise lässt sich auch eine Gleichung für den Strom herleiten, ergo:
⇒=⋅+⋅+⋅+⋅⋅
Diese partiellen Differentialgleichungen mit konstanten Koeffizienten bezeichnet man als
Telegraphengleichungen. Sie stellen die Wellengleichung für ebene Wellen auf homogenen Leitungen dar und gelten für beliebige Spannungen bzw. Ströme.
2.3 Einführung der komplexen Darstellung
Beschränken wir uns auf harmonische Anregung mit der Kreisfrequenz ?=2pf, so sind Strom und Spannung der Leitung in allen Punkten sinusförmig und mit gleich bleibender Frequenz, jedoch mit unterschiedlicher Amplitude und Phase. Infolgedessen können wir Strom und
Spannung mit der komplexen Amplitude bzw. komplexen Effektivwertes ausdrücken.
µ µ $$ UUe ϕ IIe ϕ =⋅ =⋅ j j Komplexe Amplitude: U I
UUe ϕ IIe ϕ =⋅ =⋅ j j Komplexer Effektivwert: U I
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utUe ω itIe ω =⋅ jt jt () () Komplexer Augenblickswert:
{ } { }
Die eingeführten komplexen Effektivwerte werden nun in die Gleichungen 2.1 und 2.2 eingesetzt. Damit ergibt sich:
mit Gleichung 2.4 folgt:
γωω =++ Substitution: '''' GjCRjL
Dies ist eine homogene lineare DGL 2-ter Ordnung mit konstanten Koeffizienten.
mit Gleichung 2.3 folgt:
Dies ist eine homogene lineare DGL 2-ter Ordnung mit konstanten Koeffizienten.
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2.4 Lösung der Differentialgleichungen
Dies ist die allgemeine Lösung der DGL, mit den noch unbestimmten Konstanten U h und U r .
aus Gleichung 2.3 folgt:
mit Gleichung 2.7 folgt:
Der Reziprokwert des Wurzelausdrucks hat die Dimension eines Widerstandes, der so genannte Leitungs- oder Leitungswellenwiderstand.
Als sekundäre Leitungsparameter werden die Größen ? und Z L bezeichnet und primäre
Leitungsparameter sind die Größen R', G', L' und C'.
γωω =++ '''' GjCRjL Die oben eingeführte Substitution wird auch als
„Fortpflanzungs- oder Ausbreitungskonstante“ bezeichnet und kann in Imaginärteil und
Realteil aufgespalten werden: ? = a + j ß
Setzen wir nun ? = a + j ß in die Lösung der DGL (Gl. 2.7) ein, so ergibt sich
Zur genaueren Betrachtung sehen wir uns zunächst den ersten Summanden genauer an:
µ µ µ µ γ − αβαβ −+−− z =⋅=⋅=⋅⋅ () jzzjz (): UzUeUeUee
hhhh
Trägt man die komplexe Funktion auf, so erkennt man die mit wachsendem z (Länge) gedämpfte und im mathematisch negativen Sinn (im Uhrzeigersinn) gedrehte Amplitude.
Aus dieser Abbildung 2.2 ist ersichtlich, dass der Realteil a ein Maß für die Dämpfung ist und somit auch als „Dämpfungsmaß“ bezeichnet wird. Der Imaginäranteil ß berücksichtigt die Phasendrehung und wird so folglich als „Phasenmaß“ gekennzeichnet.
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Arbeit zitieren:
Diplom-Ingenieur Maik Mönchmeier, Marco Eggenwirth, 2004, Signalübertragung auf Leitungen und Visualisierung mit Matlab, München, GRIN Verlag GmbH
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