Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 1
2. Die klassische Theorie. 2
3. Die neoklassische Theorie. 5
4. Die ökonomische Theorie in den Niederlanden von 1870-1950. 8
4.1. 1870-1909. 8
4.2. 1909-1945. 9
4.3. 1945-1950 12
5. Fazit. 14
6. Literaturhinweise 15
1. Einleitung
Verschiedentlich ist im Lauf der geschichtlichen Betrachtung der Volkswirtschaft
die Tatsache zutage getreten, dass eine Richtung, die eine eigene Verfahrensweise
anwandte, die Benutzer und Verfechter einer anderen Methode ablehnte oder angriff
oder als unwissenschaftlich verdammte. (...) Über die Tatsache der verschiedenen
Typen kann also nicht wohl eine Meinungsverschiedenheit bestehen, sondern
höchstens darüber, wie diese Typen zweckmäßig zu benennen sind und worin
1 eigentlich ihr Gegensatz beschlossen liegt.
Die vorliegende Arbeit soll die Entwicklung in der Wirtschaftsgeschichte von der klassischen zur neoklassischen Theorie vorstellen. Besondere Aufmerksamkeit wird hier der ökonomischen Theorie in den Niederlanden von 1870-1950 geschenkt. Zunächst wird die klassische Theorie erläutert, ihre Begründer sowie ihre Ziele. 2 Die sich daraus entwickelnde neoklassische Theorie zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird im folgenden Themenabschnitt behandelt, ebenfalls mit besonderem Hinblick auf ihre Inhalte und Ziele. 3
Nach der Erläuterung dieser Theorien wird die niederländische Wirtschaftstheorie in dem bereits oben genannten Abschnitt vorgestellt, diese lässt sich zeitlich in drei Perioden untergliedern. Wichtige niederländische Ökonomen sollen genannt und auf einige ihrer Werke kurz eingegangen werden, auch im Hinblick auf die Entwicklung der niederländischen ökonomischen Theorie an sich.
Schließlich soll noch untersucht werden, inwiefern einige Werke niederländischer Autoren der klassischen bzw. der neoklassischen Theorie zugeordnet werden können.
1 Salin, Edgar: Geschichte der Volkswirtschaftslehre, 4. erw. Aufl.,
Bern/Tübingen 1951, S. 183
2 Geigant, Friedrich; Sobotka, Dieter; Westphal, Horst M.: Lexikon der
Volkswirtschaft, Landsberg/Lech (5. Aufl.) 1983, S.628
3 Ebd., S. 477
1
2. Die klassische Theorie
Der freie Wettbewerb der orthodoxen Wirtschaftslehre ist ein sehr künstlicher, von
gesetzlichen Beschränkungen eingeengter Begriff. Man darf seinen Konkurrenten
unterbieten, aber man darf ihn nicht umbringen. Man darf die bewaffnete Macht des
Staates nicht zu Hilfe nehmen, um ausländische Fabrikanten aus dem Felde zu
schlagen. Diejenigen, die nicht in der glücklichen Lage sind, Kapital zu besitzen,
dürfen nicht versuchen, ihr Los durch eine Revolution zu verbessern.
4 (Bertrand Russell)
Die klassische Theorie oder auch klassische Lehre ist eine
zusammenfassende Bezeichnung der von den Klassikern entwickelten ökonomischen Vorstellungen. Es ist jedoch keine eindeutige Abgrenzung nach Personen oder Lehrinhalten zu definieren. Man kann vereinfachend sagen, dass die Theorien der überwiegend angelsächsischen Wirtschaftstheoretiker D. Ricardo, A. Smith, D. Hume, Th. R. Malthus, J. Mill, J. Stuart Mill und J. B. Say zusammenfassend als klassische Lehre bezeichnet werden können. Trotz teilweise unterschiedlicher Theorien ist den Klassikern eine utilitaristische Auffassung gemein: das eigennützige wirtschaftliche Handeln des Individuums vermehrt die eigene Wohlfahrt und trägt dementsprechend zum Allgemeinwohl bei. Ein weiteres Merkmal der klassischen Lehre ist eine Tendenz zum gesamtwirtschaftlichen Gleichgewicht. 5
Der Begriff klassische Theorie wird heute von Karl Marx (1818-1883) über William Petty (1623-1687), David Ricardo (1772-1823) bis zum Marginalismus im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts benutzt, laut John Maynard Keynes auch dazu alle Theorien, die auf dem Say‘schen Theorem beruhen. Hauptwerke der klassischen Lehre sind "An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations" (1776) von Adam Smith und "Principles of Political Economy, and Taxation" von David Ricardo. 6
4 Zimmerman, L.J.: Geschichte der theoretischen Volkswirtschaftslehre,
Köln-Deutz 1954, S. 52
5 Olsson, Michael; Piepenbrock, Dirk: Kompaktlexikon Umwelt- und
Wirtschaftspolitik, Bonn 1996, S. 200
6 Geigant; Sobotka; Westphal, 1983, S. 477
2
Im Mittelpunkt der klassischen Analyse- im Gegensatz zur merkantilistischen und physiokratischen- steht die Preistheorie. Mit Hilfe der Analyse der preisbestimmenden Angebots- und Nachfragefaktoren soll versucht werden, ökonomische Probleme zu lösen. J.M. Keynes wollte dem Begriff Klassiker einen anderen Inhalt geben, da, wie er meinte, nicht die Preisbildung die entscheidende sei, sondern die Tatsache, dass sie (die Klassiker) davon überzeugt gewesen seien, dass die Preisbildung auch automatisch zu einer vollständigen Ausnützung der vorhandenen natürlichen Hilfsquellen und des Produktionsapparates einer Volkswirtschaft führte. Die Bezeichnung Klassiker wurde deshalb von Keynes auf alle Nationalökonomen ausgedehnt, die der Meinung waren, dass eine längerfristige unfreiwillige Arbeitslosigkeit mit freier Preisbildung unvereinbar sei. 7 Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass Keynes der Unterschied zwischen seiner persönlichen und der bisherigen traditionellen Betrachtungsweise veranschaulichen wollte.
Die klassische Theorie entstand zeitgleich mit der industriellen Revolution in England und hatte ihre Wurzeln in der englischen Moralphilosophie und der naturrechtlich geprägten Gesellschaftstheorie der schottischen Aufklärung des 18. Jahrhunderts. Inhalt dieser gesellschaftlichen Aspekte ist die Handlungsfreiheit des Individuums. Grundlegend hierfür ist die Institution des privaten Eigentums. 8 Eigentum bedeutet hier die rechtliche Herrschaft über Sachen und Rechte. Im Rahmen der bestehenden Gesetze kann der Eigentümer damit nach Belieben verfahren. 9 Smith nennt das System der persönlichen Freiheit, in dem jeder seinen Interessen nachgehen kann, solange man nicht die Sicherheit anderer gefährdet. Die Sicherheit des Einzelnen und seines Eigentums und der Beitrag zu einer größtmöglichen Mehrung des nationalen Reichtums sind die Hauptaufgaben des Staates. 10
7 Zimmerman, 1954, S. 53
8 Geigant; Sobotka; Westphal, 1983, S. 478
9 Olsson; Piepenbrock, 1996, S. 96
10 Geigant; Sobotka; Westphal, 1983, S. 478
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Arbeit zitieren:
1999, Von der klassischen zur neoklassischen Theorie, München, GRIN Verlag GmbH
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