Regelsetzung und Regelanwendung: Der Policy-Ansatz
Inhaltsverzeichnis
0 Inhaltsverzeichnis 2
Abk ürzungsverzeichnis 4
Grafikverzeichnis 4
1 Einleitung 5
1.1 Forschungsgegenstand und Forschungsinteresse. 5
1.2 Zentrale Fragestellungen 6
1.3 Methode 6
2 Begriffserklärungen. 7
2.1 Regel 7
2.2 Norm 7
2.3 Policy als Politikbegriff 8
2.4 Belief-Systeme und Advocacy-Koalitionen 14
3 Die Policy-Analyse 17
3.1 Generelle Erklärungsansätze. 17
3.2 Allgemeine Einführung und Definitionen 18
3.3 Das Policy-Netzwerk 27
3.4 Politkarena 28
3.5 Der Policy-Zyklus 29
3.5.1 Kritikpunkte am Policy-Zyklus-Modell 35
4 Policy-Making. 38
4.1 Simplified Model of a Political System (Policy-Making-System) 38
4.2 Inputs 40
4.3 Outputs 40
Oktober 2003 Seite 2
Regelsetzung und Regelanwendung: Der Policy-Ansatz
5 Das PAM im Rahmen der E.U 43
5.1 Policy-Typen im System der Europäischen Union 43
5.1.1 Abhängige Variablen 43
5.1.2 Unabhängige Variablen. 44
6 Schluss 46
7 Literaturverzeichnis 48
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Abkürzungsverzeichnis
EEA European Economic Association
EG Europäische Gemeinschaft
EPAM Erweitertes Policy-Analytisches Modell
EU Europäische Union
EWG Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
PAM Policy-Analytisches-Modell
PAS Politisch-Administratives-System
PMP Policy-Making-Prozess
PMS Policy-Making-System
WWU Wirtschafts- und Währungsunion
ZBJI Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Inneres
Grafikverzeichnis
Grafik 1 : Dimensionen des Politikbegriffs S.08
Grafik 2 : Klassifikation von Policies nach Wirkungen S.16
Grafik 3 : Der idealtypische Policy-Cycle S.24
Grafik 4 : Output, Impact und Outcome in der Policy-Forschung S.29
Grafik 5 : Eastons “Simplified Model of a Political System” S.33
Grafik 6 : Die vier Policy-Typen im EU-System nach Schumann S.38
Grafik 7 : Das fünfteilige Raster zur Erfassung der unabhängigen
Variablen im EU-System nach Schumann S.38
Grafik 8 : Kategorienunterteilung nach Ort, Zeit und Wirkung
1 Einleitung
1.1 Forschungsgegenstand und Forschungsinteresse
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Bereich der Regelsetzung und Regelanwendung, dem Policy-Ansatz. Im Rahmen der begriffstheoretischen Erklärungen wird eine allgemeine Definition verwendet, um auf die Policy-Analyse (Punkt 3), welche den Hauptteil der Arbeit darstellt, überzuleiten. Die Policy-Analyse wird hauptsächlich nach Adrienne Windhoff-Héritier behandelt, die dieses Modell wesentlich mit beeinflusst hat.
Im weiteren wird auch kurz die Systemtheorie (nach Easton) angeschnitten. Diese wird in Punkt 4 in Verbindung gebracht mit dem Policy-Making-System (PMS), wobei das Hauptaugenmerk dieses Abschnittes bei der Analyse und Darstellung der Input- und Output-Faktoren liegt. Um den Bereich des PMS allgemein zu erfassen werden im Laufe von Punkt 4 Beziehungen und Verbindungen zu den vorangegangenen Merkmalen der Policy-Analyse, im speziellen des Policy-Zyklus, hergestellt.
Um auch auf Bereiche der EU, die Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Inneres miteinbezogen, in Form von Policy-Beispielen, aber auch allgemein betrachtet, einzugehen, beinhaltet Punkt 5 ein Modell nach Wolfgang Schumann. Im Modell der „Erweiterten Policy-Analyse“ (EPAM) werden die Politikfelder des EU-Systems, genauer die Ansätze dieser, typisiert und als abhängige und unabhängige Variablen in Zusammenhänge gesetzt.
Der Policy-Making-Prozess (PMP) im EU-System soll durch dieses analytische Modell transparenter gemacht werden. Hauptziel dieses
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Ansatzes ist die Klärung der Frage, wie und auf welche Art und Weise, es innerhalb des EU-Systems zu einer Herausbildung und Etablierung von Politikfeldern kommt?
Da die Materie der Policy-Forschung leicht verwirrend sein kann, wird durch die grafische Darstellung mancher Bereiche versucht, die Erklärungsansätze transparenter zu gestalten.
1.2 Zentrale Fragestellungen
Im Laufe der Arbeit sollen folgende Fragen geklärt werden:
Woraus besteht eine Policy, vor allem den begriffstheoretischen Ansatz betrachtend? Wie entstehen Policies im allgemeinen und wie werden diese definiert (in Bezugnahme auf das Policy-Analytische-Modell)? Wie werden Politikfelder analysiert und auf welchen Ebenen kommen diese zustande (die Policy-Analyse betrachtend)?
1.3 Methode
Zu diesem Thema ist eine literaturbezogene Vorgehensweise besonders gut zu verwenden, da der Themenbereich ein relativ theoretischer ist und darüber genügend Literatur zur Verfügung steht. Die für die Arbeit verwendeten Quellen erscheinen mir am besten geeignet, um einen begriffstheoretischen Blick des Themas der Seminararbeit abzurunden und zu vervollständigen.
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2 Begriffserklärungen
Um mit der Definition von Regelsetzung und Regelanwendung beginnen zu können, halte ich es für sinnvoll vorerst die Begriffe „Regel“ und „Norm“ zu definieren, da diese auch ein wesentlicher Bestandteil des Themas sind, um eine vollständige Betrachtung und Abrundung des theoretischen Aufbaus zu ermöglichen.
2.1 Regel
Regel ist eine Richtlinie, die nicht immer und absolut, sondern nur zumeist, d.h. mit Ausnahmen und bedingt gültig ist; 1 „..., einer für eine Gemeinschaft und deren Mitglieder als bindend gesetzten und anerkannten Vorschrift ...“ 2
2.2 Norm
Als Norm versteht man im alltäglichen Sprachgebrauch eine allgemeine, verbindlich geltende, meist rechtlich abgesicherte Regel, die es gilt, einzuhalten, da man ansonsten mit einer Sanktionierung durch denjenigen rechnen muss, der diese Norm auf rechtlicher Basis eingesetzt hat. Das heisst eine Norm ist dadurch gekennzeichnet, dass sie prinzipiell an jeden gerichtet ist. Unter Sanktionsmöglichkeit versteht man beim Bruch der Norm eine Rechtsfolge. 3 Normen können also als „Soll“-Zustände gesehen werden, die durch die Normsetzung gültige Ausmaße erhalten. Die Umsetzung und die Einhaltung dieser Normen zwingt die Mitglieder einer Gesellschaft dazu, sich verschiedenen Verhaltensmustern unterzuordnen. Der Gesellschaft werden durch eine Normsetzung Strukturen (in jeglicher
1 Zitat Vernik, Anneli; Die Bedeutung von Ideen für Norm- und Regelsetzung: Macht und Recht in den
internationalen Beziehungen, Köln, 2002
2 Brockhaus Enzyklopädie unter URL http://www.ubs.sbg.ac.at/ubs/cdrom/net/ Stichwort Regel, Norm
3 Duden Online System unter URL: http://www.ubs.sbg.ac.at/ubs/cdrom/net/ Oktober 2003 Seite 7
Hinsicht) gegeben, die das Verhalten jedes Einzelnen Mitglieds des gesellschaftlichen Systems, auf eine gewisse Art mehr oder weniger vorschreiben. 4
2.3 Policy als Politikbegriff
Da davon ausgegangen werden kann, dass der Begriff „Policy“ als Politikbegriff als solches verstanden wird, wird lediglich ein Schaubild ergänzt, um den Rahmen der Begriffsdefinitionen zu vervollständigen.
Grafik 1
Anhand des Schemas lässt sich erkennen, dass eine Policy zweckorientiert verwendet wird. 6 Die Charakteristika des Begriff soll auch auf die Resultate
4 Zangl, Bernhard: Internationale Normdurchsetzung. Enforcement, Management oder Adjudication? InIIS
Arbeitspapier Nr. 15/99 und unter URL: http://www.iniis.uni-bremen.de/papiere/15-99.doc., S.4
Oktober 2003 Seite 8
(Handlungsweisen) abzielen, ohne von den Zielen, welche der Begriff umfasst, abzuweichen. Eine Policy ist auch dadurch gekennzeichnet, dass diese Handlungsweisen, von entscheidender Natur sind. 7 Bachrach und Baratz haben auf das sogenannte „zweite Gesicht der Macht“ hingewiesen, welches beinhaltet, dass Entscheidungen (in diesem Fall Policies) nicht einmal diskutiert werden und es dadurch zu keiner Lösungsmöglichkeit kommen kann. 8
Im Deutschen meint „Politik“ in der Umgangssprache ebenso wie in der Fachsprache zweierlei: die Auseinandersetzung über Interessen, Rechte und Werte wie die inhaltlichen Vorstellungen und Handlungspläne der Akteure. Im Englischen wird umgangssprachlich wie fachsprachlich unterschieden zwischen „politics“, definiert als Auseinandersetzung über Interessen, Rechte und Werte, und „policy“, definiert als inhaltliche Dimension der Politik. 9 Da diese Unterscheidung begrifflich wichtig ist, macht es Sinn, daß sie auch sprachlich repräsentiert wird. Weil aber im Deutschen keine eigenen umgangssprachlichen Wörter zur Verfügung stehen, hat man die englischen Ausdrück genommen, die dort zugleich natursprachlich sind, im Deutschen aber Neologismen darstellen. Diese Differenzierung wird vervollständigt durch den klassischen, auf Aristoteles zurückgehenden und längst in der Politischen Theorie standardisierten Begriff der Politie. 10 Hier hätte man eigentlich keinen Neologismus gebraucht. Leider hat man sich aber doch für diese Lösung entschieden und verwendet nun für die formale Dimension der Politik im Deutschen fleißig den Terminus „polity“. 11
5 Böhret/ Jann/ Kronenwett 1988: 1-12; Rohe 1994: 131-152; Alemann 1994a, Grafikverzeichnis
6 Hecio, Hugho: Policy Analysis, in: British Journal of PoliticalSciences, S.84
7 Hecio, Hugho: Policy Analysis, in: British Journal of PoliticalSciences, S.85
8 Bachrach/Baratz - Bachrach; Macht und Armut, Eine theoretisch-empirische Untersuchung. Frankfurt,1977
9 Allgemein dazu Klaus Faupel (1993), "Philosophie und System der gliedstaatlichen Außenpolitik", in: Roland
Floimair (Hrsg.), Die Regionale Außenpolitik des Landes Salzburg, Salzburg, 27-47, S. 30.
10 Dieter Nohlen, Rainer-Olaf Schultze, Suzanne S. Schüttemeyer (Hrsg.) Politische Begriffe (Nohlen, Dieter
(Hrsg.) Lexikon der Politik, 7 Bde., Bd. 7), München, S. 487f.
11 Genauer zu dieser Dimension: Dieter Nohlen, Rainer-Olaf Schultze, Suzanne S. Schüttemeyer (Hrsg.) Politische
Begriffe (Nohlen, Dieter (Hrsg.) Lexikon der Politik, 7 Bde., Bd. 7), München, S. 513f.
Zu diesem Terminus gibt es auch noch einen anderen Begriff. Danach sind Polities alle sozialen Systeme, die eine
klare Identitiät besitzen, Individuen und deren Ressourcen für Bedürfnisbefriedigung/Werteallokation zu Oktober 2003 Seite 9
Policy definiert also die inhaltliche Dimension der Politik. Daher ist es notwendig, genauer zu beschreiben, was eine policy ausmacht. Policies werden ihrem Inhalt nach in der deutschsprachigen Literatur als „Programme“ bezeichnet. Diese Programme können in Gestalt von Gesetzen, Verordnungen oder Regulationen auftreten. Im Inhalt eines Programms findet man in der Regel Angaben über das anstehende Problem, die angestrebten Ziele, die beabsichtigten Wirkungen und Angaben über die Organisation, welche mit der Durchführung des Programms beauftragt ist. 12 Dem Programm liegt ein bestimmtes Problem zugrunde. Dieses ist der Ausgangspunkt des Programms. Das Policy-Problem in dieser Untersuchung ist die Einwanderung von Mexikanern in die USA. Neben diesem Problem enthält ein Programm Informationen über die angestrebten Ziele. 13 Ziele werden in Oberziele 14 und Programmziele unterschieden. Erstere sind abstrakt formuliert, letztere sind konkreter in der Darstellung. Ein wesentlicher Punkt eines Programms ist der Wirkungsteil. Dieser enthält Angaben über die beabsichtigten Wirkungen („impact“) des Programms, bietet eine Übersicht über die einzusetzenden Instrumente und benennt darüber hinaus die Adressaten des Programms. 15 Es ist deren Verhalten, das in eine gewünschte Richtung zu steuern ist, damit sich die gewünschten Wirkungen einstellen. Mexikanische Migranten wären die Adressaten und die entscheidende Größe bei der Lösung des Policy-Problems dieser Arbeit. In der Literatur wird in der knappsten Fassung zwischen folgenden Typen von externen Instrumenten unterschieden:
mobilisieren vermögen und über eine Führungsstruktur verfügen; vgl. Yale H. Ferguson, Richard W. Mansbach
(1996), Polities: Authority, Identities, and Change, Columbia, S. 34-37.
12 Klaus Faupel (1993a), "Philosophie und System der gliedstaatlichen Außenpolitik", in: Roland Floimair (Hrsg.),
Die Regionale Außenpolitik des Landes Salzburg, Salzburg, 27-47, S. 30,31.
13 Adrienne Windhoff-Héritier (1987), Policy-Analyse: Eine Einführung, Frankfurt, S. 49,50.
14 Die Bekämpfung irregulärer Migration kann als Oberziel eines Programms betrachtet werden. Wie dieses Ziel
erreicht wird, eine Handlungsanleitung also, ist durch die Angabe dieses Ziels nicht konkret formuliert.
15 Klaus Faupel (1993a), "Philosophie und System der gliedstaatlichen Außenpolitik", in: Roland Floimair (Hrsg.),
Die Regionale Außenpolitik des Landes Salzburg, Salzburg, 27-47, S. 31. Oktober 2003 Seite 10
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Harald Löberbauer, 2004, Regelsetzung und Regelanwendung: Der Policy-Ansatz, München, GRIN Verlag GmbH
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