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Ausgewählte Beiträge zu einer religionswissenschaftlichen Definition von Religion

Titre: Ausgewählte Beiträge zu einer religionswissenschaftlichen Definition von Religion

Dossier / Travail , 2004 , 28 Pages , Note: 1

Autor:in: Ina Hillmann (Auteur)

Sociologie - Religion
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Diese Arbeit gibt einen Einblick in die „kognitive Religionswissenschaft“. Seit einiger Zeit versuchen Kulturwissenschaftler, die Erkenntnisse der Kognitionswissenschaft zu nutzen, um kulturelle Erscheinungen mit Mitteln der Naturwissenschaft zu erklären: We believe that this approach offers exciting possibilities, including the potential for new interdisciplinary linkages between scholars in fields that have become increasingly specialized over the years (Andresen, 2001, S.2)

Die Kognitionswissenschaft ist eine relativ junge Disziplin. Sie entstand 1975 aus einem Forschungsförderungsprogramm der Alfred P. Sloan Foundation, die jahrelang Geld bereitstellte, um die sich abzeichnende Integration theoretischer Ansätze in der Künstlichen Intelligenz, der Psychologie, den Neurowissenschaften, der Linguistik und der Anthropologie, sowie der Philosophie zu unterstützen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Prototypentheorie

3. Kontraintuitive Repräsentationen

4. Übernatürliche Akteure

5. Rituale

6. Resumée

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht religiöse Phänomene aus der Perspektive der kognitionswissenschaftlichen Religionsforschung, um zu hinterfragen, ob natürliche, kognitive Fähigkeiten ausreichen, um religiöse Ideen und Handlungen zu erklären.

  • Grundlagen der kognitiven Religionswissenschaft
  • Anwendung der Prototypentheorie auf den Religionsbegriff
  • Die Rolle kontraintuitiver Repräsentationen
  • Kognitive Mechanismen bei der Wahrnehmung übernatürlicher Akteure
  • Strukturelle Analyse religiöser Rituale

Auszug aus dem Buch

3. Kontraintuitive Repräsentationen

Der Begriff „kontraintuitiv“ wurde von Pascal Boyer geprägt, der kontraintuitive Repräsentationen für ein charakteristisches Merkmal religiöser Vorstellungen hält. Um zu verstehen, was Boyer mit kontraintuitiv meint, muss man wissen, was unter intuitiv zu verstehen ist: Forschungsergebnisse der Entwicklungs- und der kognitiven Psychologie belegen, dass selbst kleine Kinder bereits über ein intuitives Wissen in Bereichen wie Psychologie, Biologie und Physik verfügen.

Children learn spontaneously that both they and others have a so called mind (what ever precisely that may be), that living things are different from natural objects and artifacts, and that the behavior of solid objects is constrained by certain categorical laws (for instance, they cannot be in two places at once). Children also correctly attribute intentions only to humans and to animals and biological functions (growth, etc.) to living kinds; they also restrict purely physical explanations to natural objects and artifacts. This constitutes intuitive knowledge, i.e., knowledge that is acquired without explicit tuition, on the basis of a genetically inherited competence. (Pyysiäinen, 2001, S.78)

Intuitives Wissen ist nicht angeboren im Sinne fertiger Theorien, sondern in unseren Genen ist „eine Reihe von skeletthaften Prinzipien, anfänglichen Prädispositionen und spezialisierten Fähigkeiten“ verankert, „,die zu den Begriffen des Erwachsenenlebens führen, vorausgesetzt, das Kind wächst in einem normalen Milieu auf.“ (Boyer, 2004, S. 142) Intuitives Wissen ist also kulturübergreifend.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung führt in das junge Feld der kognitiven Religionswissenschaft ein und erläutert die Zielsetzung, kulturelle Phänomene durch naturwissenschaftliche Erklärungsansätze zu verstehen.

2. Prototypentheorie: Dieses Kapitel diskutiert die Grenzen essentialistischer Definitionen von Religion und schlägt stattdessen einen protypologischen Ansatz vor.

3. Kontraintuitive Repräsentationen: Hier wird dargelegt, wie Vorstellungen, die intuitiven Erwartungen widersprechen, religiöse Aufmerksamkeit binden und so kulturell stabil bleiben.

4. Übernatürliche Akteure: Das Kapitel befasst sich mit der kognitiven Neigung, in der Welt zielgerichtete Akteure zu vermuten, was die Entstehung von Gottes- und Geistervorstellungen begünstigt.

5. Rituale: Es wird analysiert, wie Rituale als soziale Handlungen durch spezifische kognitive Strukturen und deren Verbindung zu übernatürlichen Akteuren repräsentiert werden.

6. Resumée: Die Arbeit fasst zusammen, dass Religion kein monolithisches Gebilde ist, sondern ein evolutionäres Nebenprodukt des menschlichen Geistes, das aus der Zusammenarbeit verschiedener Erkenntnissysteme resultiert.

Schlüsselwörter

Kognitive Religionswissenschaft, Prototypentheorie, Kontraintuitive Repräsentationen, Übernatürliche Akteure, Rituale, Kognitive Ökonomie, Anthropomorphismus, Intentionalität, Theorie des Geistes, Kognitive Mechanismen, Evolutionsbiologie, Psychologie der Religion, Mentale Kategorisierung, Religiöse Kognition, CPS-Agenten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die kognitiven Grundlagen von Religion und hinterfragt den Status von Religion als Phänomen sui generis aus der Sicht der kognitiven Kulturwissenschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Kategorisierung von Religion, das Wesen kontraintuitiver Vorstellungen, die kognitive Wahrnehmung von Akteuren und die strukturelle Analyse religiöser Rituale.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist der Nachweis, dass natürliche kognitive Mechanismen ausreichen, um religiöse Ideen und Praktiken zu erklären, ohne auf mystische oder theologische Erklärungen angewiesen zu sein.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, die Konzepte aus der kognitiven Psychologie, der Linguistik und der Evolutionstheorie integriert, um religiöses Denken zu beschreiben.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zentrale Theorien wie der Prototypenansatz, die Bedeutung kontraintuitiver Ideen für das Gedächtnis, die Entstehung anthropomorpher Gotteskonzepte und die rituelle Kompetenz detailliert erörtert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem kognitive Ökonomie, kontraintuitive Repräsentationen, CPS-Agenten (culturally postulated agents) und intentionale Akteure.

Wie unterscheidet sich die kognitive Sicht auf Rituale von traditionellen Ansätzen?

Traditionelle Ansätze interpretieren Rituale oft symbolisch. Die kognitive Sichtweise versteht Rituale dagegen als Handlungen, die nach speziellen kognitiven Regeln organisiert sind und auf intentionalen Akteuren basieren.

Warum spielen kontraintuitive Elemente bei der Entstehung von Religion eine Rolle?

Kontraintuitive Ideen ziehen Aufmerksamkeit auf sich und sind dadurch besser erinnerbar und weiterverbreitbar, solange sie das Prinzip der kognitiven Ökonomie nicht verletzen.

Welche Rolle spielt die emotionale Komponente bei der Festigung religiöser Überzeugungen?

Die Arbeit argumentiert, dass die Aktivierung starker Emotionen durch kontraintuitive Ideen die Erinnerbarkeit dieser Inhalte erhöht und den Glauben an sie durch Konditionierungsprozesse festigt.

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Résumé des informations

Titre
Ausgewählte Beiträge zu einer religionswissenschaftlichen Definition von Religion
Université
University of Bremen  (Religionswissenschaft)
Cours
Was ist Religiösität
Note
1
Auteur
Ina Hillmann (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
28
N° de catalogue
V36595
ISBN (ebook)
9783638361743
ISBN (Livre)
9783638679930
Langue
allemand
mots-clé
Ausgewählte Beiträge Definition Religion Religiösität
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ina Hillmann (Auteur), 2004, Ausgewählte Beiträge zu einer religionswissenschaftlichen Definition von Religion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36595
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Extrait de  28  pages
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