Weltgesellschaft bei Niklas Luhmann
Inhalt
Einleitung 4
2. Weltgesellschaft bei Niklas Luhmann 6
2.1. Begriff der Gesellschaft 6
2.2. Der Weltbegriff in seiner historischen Entwicklung 6
2.3. Zeitliche Entgrenzung und wahrgenommene Gleichzeitigkeit 8
2.4. Räumliche Entgrenzung und Bagatellisierung des Örtlichen 10
2.5. Prämissen der Erkenntnis von Welt 11
3. Diskussion 13
5. Fazit 15
Literatur 17
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Weltgesellschaft bei Niklas Luhmann
Einleitung
Diese humorvoll intendierte Aussage, die vor einiger Zeit so oder ähnlich einmal zu lesen war, illustriert anschaulich die Wahrnehmung eines globalen funktionalen Zusammenhanges, die - wenngleich in der Zuweisung von Funktionen zu Kontinenten provokativ übertrieben - empirisch in abgewandelter Form zunächst ni cht völlig unberechtigt scheint.
Die Frage nach einer funktional en Ausdifferenzierung in globalem und empirisch nahevollziehbarem Ausmaß bleibt in dieser Arbeit unbeantwortet. Global nachweisbare Funktions- und Vernetzungszusammenhänge können mehr oder minder umkommentiert angenommen werden, sind aber letztendlich für die systemtheoretische Betrachtung irrelevant. Vielmehr steht die Frage im Mittelpunkt, inwieweit der Begriff einer Weltgesellschaft genutzt werden kann und inwiefern es sinnvoll ist, von einer Weltgesellschaft zu sprechen. Als Referenz dient hierbei die systemtheoretische Betrachtung von Niklas Luhmann.
Um zu erklären, was Luhmann mit dem Begriff der Weltgesellschaft meint, ist es sinnvoll, wenn nicht unerlässlich, die wesentlichen Grundbegriffe einzuführen, mit denen Luhmann in seiner allgemeinen Theorie der sozialen Systeme operiert. Doch wird dies nicht systematisch in Form einer vorgezogenen definitorischen Erklärung geschehen, sondern nach Bedarf anhand von kurzen Einschüben und Fußnoten. Diese Arbeit widmet sich einem Komplex von Fragen gleicher Zielrichtung, nämlich inwiefern Luhmanns Konzeption von Weltgesellschaft ein begrifflich konsistentes Instrumentarium zur Wirklichkeitsbeschreibung liefert und wie weit dessen Anspruch auf universelle Plausibilität reichen kann. Wo endet die Erklärungskraft d ieser Theorie? Handelt es sich vielleicht sogar um ein reines Ansichtsmodell ohne
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Weltgesellschaft bei Niklas Luhmann
weiterführende Funktion und praktische Implikation? Dass es sich hier immerzu um theoretische Anwendungen, sowie Funktion und Nutzen für weitere Theorie handelt, (und nicht u m unmittelbar praktische Anwendung) steht außer Frage. Die Zusammenhang beziehungsweise mögliche Wechselwirkungen von Theorie und praktischer Sozialforschung werden hier nicht thematisiert. Auch der übliche Vorwurf mangelnder praktischer Anwendbarkeit von Luhmanns Theorie soll nicht wiederholt werden.
Wichtig ist zu zeigen, ob und wie Luhmann mit seiner Sicht zum Verständnis sozialer Zusammenhänge und Handlungen auch auf globaler Ebene beitragen kann.
Dazu wird im Kapitel 2 die Konzeption Luhmanns von der Weltgesellschaft ausgeleuchtet, zusammen mit Ergänzungen und Anmerkungen zum Verständnis der allgemeinen Systemtheorie.
Kapitel 3 liefert - der gebotenen Knappheit verschuldet - umriss- und skizzenhaft mögliche konträre oder gar diametrale Konzepte zur Widerlegung, ebenso wie zur Affirmation von Luhmanns Theorie. Hierzu werden Anthony Giddens sowie Kurt Tudyka zu Rate gezogen.
Das Fazit in Kapitel 4 zieht die Positionen aus Kapitel 2 und 3 zusammen und benennt mögliche Konklusionen.
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Weltgesellschaft bei Niklas Luhmann
2. Weltgesellschaft bei Niklas Luhmann
2.1. Begriff der Gesellschaft
Gesellschaft ist für Luhmann das Sozialsystem, das alle anderen sozialen Systeme beinhaltet (Luhmann, 1998, 145). Für jedes der Systeme trifft die Unterscheidung beziehungsweise die Unterscheidbarkeit zwischen System und Umwelt zu. All das, was nicht Teil eines Systems ist, ist für das jeweilige System Umwelt. Somit sind auch alle anderen sozialen Systeme aus Sicht eines bestimmten Systems Umwelt; umgekehrt gilt dies auch. Jedes System ist für ein anderes nur Teil der Umwelt und kann somit allenfalls als Irritation Einfluss nehmen, nicht aber direkt auf das System wirken. Alle sozialen Systeme im Sinne Luhmanns, wie Recht, Politik, Wissenschaft, ja sogar Liebe, ereignen sich innerhalb des umfassenden Systems der Gesellschaft, was zur Folge hat, dass Gesellschaft die (unspezifischen) Eigenschaften aller anderen Systeme aufweist und integriert. Die Eigenschaften von sozialen Systemen allgemein liegen darin, dass sie sich durch Kommunikation selbst reproduzieren. Sie sind insofern autopoietisch. Der Begriff der Autopoiesis, den Luhmann den biologischen Betrachtungen Maturanas und Varelas entleiht, bezeichnet die im System stattfindende Selbstreproduktion des Systems (Luhmann, 1984, 60ff). Die Komponenten, aus denen die Systeme bestehen, bringen durch Interaktion somit jeweils wieder dieselben Systeme hervor. Autopoiesis ist die systemische Selbstreproduktion. Umwelteinflüsse können den autopoietischen Prozess nicht bestimmen, sondern allenfalls irritieren.
2.2 . Der Weltbegriff in seiner historischen Entwicklung
Der frühere Weltbegriff war gegenständlich konzipiert (Luhmann, 1998, 145) und bezog sich auf eine im hermeneutischen Sinn übersichtliche Welt. Diese war maßgeblich durch die Trennung von Innen und Außen bestimmt. Was sich innerhalb der Stadtgrenzen, der Region, der bekannten Gegend, oder später sogar auch
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Arbeit zitieren:
Thomas Schröder, 2004, Weltgesellschaft bei Niklas Luhmann, München, GRIN Verlag GmbH
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