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Weltgesellschaft bei Niklas Luhmann

Titel: Weltgesellschaft bei Niklas Luhmann

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Thomas Schröder (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Asien arbeitet für die Welt,
Afrika hungert und leidet für die Sünden der Welt,
Europa denkt für die Moral der Welt,
Nordamerika kämpft und konsumiert für die Welt.

Diese humorvoll intendierte Aussage, die vor einiger Zeit so oder ähnlich einmal zu lesen war, illustriert anschaulich die Wahrnehmung eines globalen funktionalen Zusammenhanges, die - wenngleich in der Zuweisung von Funktionen zu Kontinenten provokativ übertrieben – empirisch in abgewandelter Form zunächst nicht völlig unberechtigt scheint.
Global nachweisbare Funktions- und Vernetzungszusammenhänge können mehr oder minder umkommentiert angenommen werden, sind aber letztendlich für die systemtheoretische Betrachtung irrelevant. Vielmehr steht die Frage im Mittelpunkt, inwieweit der Begriff einer Weltgesellschaft genutzt werden kann und inwiefern es sinnvoll ist, von einer Weltgesellschaft zu sprechen. Als Referenz dient hierbei die systemtheoretische Betrachtung von Niklas Luhmann.
Um zu erklären, was Luhmann mit dem Begriff der Weltgesellschaft meint, ist es unerlässlich, anhand von kurzen Einschüben die wesentlichen Grundbegriffe einzuführen, mit denen Luhmann in seiner allgemeinen Theorie der sozialen Systeme operiert.
Die Arbeit widmet sich einem Komplex von Fragen gleicher Zielrichtung, nämlich inwiefern Luhmanns Konzeption von Weltgesellschaft ein begrifflich konsistentes Instrumentarium zur Wirklichkeitsbeschreibung liefert und wieweit dessen Anspruch auf universelle Plausibilität reichen kann. Wo endet die Erklärungskraft dieser Theorie? Handelt es sich vielleicht sogar um ein reines Ansichtsmodell ohne weiterführende Funktion und praktische Implikation?
Zunächst wird Luhmanns Konzeption von der Weltgesellschaft ausgeleuchtet, zusammen mit Ergänzungen und Anmerkungen zum Verständnis der allgemeinen Systemtheorie. Anschließend werden skizzenhaft mögliche konträre oder gar diametrale Konzepte zur Widerlegung, ebenso wie zur Affirmation von Luhmanns Theorie analysiert. Hierzu werden Anthony Giddens sowie Kurt Tudyka zu Rate gezogen. Das Fazit zieht die verschiedenen Positionen zusammen und benennt mögliche Konklusionen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

2. Weltgesellschaft bei Niklas Luhmann

2.1. Begriff der Gesellschaft

2.2. Der Weltbegriff in seiner historischen Entwicklung

2.3. Zeitliche Entgrenzung und wahrgenommene Gleichzeitigkeit

2.4. Räumliche Entgrenzung und Bagatellisierung des Örtlichen

2.5. Prämissen der Erkenntnis von Welt

3. Diskussion

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die systemtheoretische Konzeption der Weltgesellschaft bei Niklas Luhmann. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit der Begriff der Weltgesellschaft als begrifflich konsistentes Instrumentarium zur Wirklichkeitsbeschreibung dienen kann und welche universelle Plausibilität dieser Theorieansatz besitzt.

  • Systemtheoretische Grundlagen nach Niklas Luhmann
  • Historische Entwicklung des Weltbegriffs
  • Prozesse der räumlichen und zeitlichen Entgrenzung
  • Funktionale Differenzierung und globale Kommunikation
  • Kritische Diskussion durch Vergleich mit Giddens und Tudyka

Auszug aus dem Buch

2.5. Prämissen der Erkenntnis von Welt

Dennoch weist die moderne Welt in Bezug auf ihre Möglichkeit der Erkenntnis eine Paradoxie auf. Sie ist frei von Mythen und Geheimnissen und prinzipiell jedem Erkenntnissinteresse gegenüber offen. Doch sind nun die Operationen und Kommunikationscodes des Erkenntnisprozesses beziehungsweise der Erkenntnis selbst für den außenstehenden Dritten unzugänglich. Der Unterschied im Vergleich zur mythischen und geheimnisvollen Unzugänglichkeit früherer (oben beschriebener) Zeiten liegt allerdings darin, dass Operationen und Kommunikationscodes prinzipiell und unter Aufbringung entsprechender Mühen zugänglich sind. Das Mythische war nicht zuletzt mythisch und unzugänglich, weil es sich dem Bereich kognitiver Möglichkeiten entzog.

Die alte Prämisse, die Welt sei für alle Beobachter dieselbe und gleichermaßen durch Beobachtung bestimmbare, ist nicht mehr plausibel. Luhmann thematisiert das Verhältnis von Welt und Beobachter und kommt zu dem Schluss, dass der Beobachter in der modernen Welt, dessen Zugang nun durch Nicht-Kenntnis des Kommunikationscodes bestimmt ist, in der Operation des Kommunizierens die Position des ausgeschlossenen Dritten einnimmt. Die Einheit der Welt ist somit das „Paradox des Weltbeobachters, der sich selbst in der Welt aufhält, aber sich selbst im Beobachten nicht beobachten kann“ (Luhmann, 1998, 154). Die Bestimmung der Welt ist jetzt vom Standpunkt des Beobachters abhängig; die Bestimmbarkeit der Welt ist uneingeschränkt subjektivistisch.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die systemtheoretische Perspektive ein und stellt die Relevanz der Untersuchung von Luhmanns Weltgesellschaftsbegriff dar.

2. Weltgesellschaft bei Niklas Luhmann: Dieses Kapitel erläutert die systemtheoretischen Grundlagen, die historische Entwicklung des Weltbegriffs sowie die Prozesse der Entgrenzung und Erkenntnisprämissen.

3. Diskussion: Das Kapitel bietet eine kritische Auseinandersetzung mit Luhmanns Position, unter anderem durch den Einbezug der Ansätze von Kurt Tudyka und Anthony Giddens.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Plausibilität von Luhmanns Theorie anhand dreier definierter Voraussetzungen.

Schlüsselwörter

Niklas Luhmann, Weltgesellschaft, Systemtheorie, soziale Systeme, Kommunikation, Autopoiesis, funktionale Differenzierung, Weltbegriff, Entgrenzung, Gesellschaftssystem, Beobachter, Paradoxie, Interaktion, Globalisierung, Konstruktivismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der systemtheoretischen Definition von Weltgesellschaft durch Niklas Luhmann und deren Leistungsfähigkeit als Instrument zur Beschreibung der heutigen Wirklichkeit.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die systemtheoretischen Grundbegriffe, die historische Wandlung des Weltbegriffs sowie die Auswirkungen von räumlicher und zeitlicher Entgrenzung auf die Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Prüfung der begrifflichen Konsistenz und universellen Plausibilität von Luhmanns Weltgesellschaftskonzept.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine systemtheoretische Analyse durchgeführt, ergänzt durch einen komparativen Diskussionsteil, der Luhmanns Thesen mit denen von Giddens und Tudyka vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der soziologischen Systemtheorie nach Luhmann sowie eine kritische Gegenüberstellung mit alternativen politikwissenschaftlichen und soziologischen Ansätzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Systemtheorie, Kommunikation, Autopoiesis und funktionale Differenzierung geprägt.

Wie unterscheidet sich der moderne Weltbegriff vom historischen Verständnis?

Während die Welt früher als dinghaft und begrenzt wahrgenommen wurde, begreift sie Luhmann heute als Gesamthorizont alles sinnhaften Erlebens, der durch die Vernetzung von Operationen konstituiert wird.

Welches Fazit zieht die Arbeit bezüglich der Plausibilität von Luhmanns Theorie?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Luhmanns Theorie plausibel ist, sofern man funktionale Differenzierung und grenzüberschreitende Kommunikation als gegeben voraussetzt.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Weltgesellschaft bei Niklas Luhmann
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Soziologisches)
Veranstaltung
Gesellschaftsdiagnosen der Gegenwart
Note
1,3
Autor
Thomas Schröder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
16
Katalognummer
V36930
ISBN (eBook)
9783638364300
ISBN (Buch)
9783638762052
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weltgesellschaft Niklas Luhmann Gesellschaftsdiagnosen Gegenwart
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Schröder (Autor:in), 2004, Weltgesellschaft bei Niklas Luhmann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36930
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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