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Inhalt
1. Einleitung. 3
2. Afrikanische Philosophie. 4
2.1. Existiert afrikanische Philosophie ? 4
2.2. Moderne Afrikanische Philosophie I. - Henry Odera Oruka. 6
3. Resümee 11
4. Bibliographie 12
Afrika ist und bleibt immer noch ein Mythos. Erinnern wir uns an die Kolonialisierung der Europäer und die Missionierung durch die Christen weltweit, sprechen wir von bahnbrechenden wie aber auch genickbrechenden Tatendrängen. Gerade der „schwarze“ Planet Afrika wurde dabei wie von einer Pest heimgesucht, die bis heute als ein Schatten über unserem Gewissen zu ruhen scheint. Der ärmste und kränkste Kontinent unseres Planeten ringt um Luft zu überleben; doch diese Luft ist voll von fremden Gedanken und erschwert das Entfalten der eigenen kulturellen Identität Afrikas. Diese wurde im Laufe der Geschichte entscheidend verändert. Die Versklavung und Unterdrückung kreativer Individuen durch die Wissenschaft befleckte das über Generationen mündlich überlieferte Wissen der verschiedenen Stämme Afrikas und hat es teilweise irreparabel verformt. Doch während die allwissende Seele Afrikas blutet, sorgen sich gebildete afrikanische Philosophen um die Stillung der Wunde und darüber hinaus um die Befreiung Jahrhunderte langer geistiger Unterdrückung durch den eurozentrischen Stempel (Habermas). Im Kampf um eine Entkolonialisierung ringt Afrika um eine neue kulturelle Identität und versucht sich durch die Rückbesinnung auf das Eigene postkolonial neu zu orientieren. Das erdrückende, die afrikanische Mentalität prägende Erbe der Kolonialzeit bedeutet noch heute eine geistige Sklaverei im eigenen Lande !
So misslich dies scheint, es ist bei einer Reflexion auf das Bild der Philosophie von Afrika und dessen Philosophie ein Rückgriff zumindest bis auf Hegels "Philosophie der Weltgeschichte" notwendig. Auch wenn dieser große und gewalttätige Entwurf einer Geschichtsphilosophie seit den Tagen ihres Verfassers immer wieder nachhaltig kritisiert worden ist, so bleibt doch der Kern von Hegels Theorie weit über den Kreis seiner Anhänger hinaus wirksam bis heute. Es ist damit eine These angesprochen, die viel allgemeiner akzeptiert wurde als die spezifischen Erklärungshypothesen, die Hegel für den Verlauf der Weltgeschichte und die Abgrenzung von dessen Stadien formuliert hat. Diese These findet sich wie in einem beiläufigen Schlusssatz, der doch nur als allerletzter Akkord noch einmal wiederholt, was schon längst klar ist, in Hegels Vorlesung: "so verlassen wir hiermit Afrika, um seiner künftig keine Erwähnung mehr zu tun. Denn es hat keine Geschichte."
Afrika ist, neben dem ausgedehnten pazifischen Raum und Australien, derjenige Weltteil, in dem nach Hegels Auffassung Weltgeschichte sich bisher nicht ereignet hat, sich derzeit nicht ereignet und sich in Zukunft nicht ereignen wird. Seine Völker sind die "Völker ohne Geschichte" par excellence; wenn sie in der Menschheitsgeschichte eine Rolle zu spielen haben, so ist ihnen diese Rolle vorzuschreiben. Das ist der Sinn von Hegels These.
Das wurde um 1830 gesagt, vor nunmehr 170 Jahren und es ist aktuell geblieben. Die Ausweitung der europäischen Kolonialreiche im 19. und 20. Jahrhundert in Afrika (der spanischen, portugiesischen, britischen, französischen zuerst, der deutschen und italienischen später) hat ebenso wenig zu einer Korrektur dieser Sicht beigetragen, wie dies seit dem Zusammenbruch dieser politischen (nicht der wirtschaftlichen und kulturellen) Kolonialsysteme in den letzten Jahrzehnten der Fall ist. Heute stellt Afrika im Bewusstsein der meisten Europäer einen Vorrat an Rohstoffen und anderen Ressourcen, ist reich an exotischen Plätzen, Bräuchen und Dingen, doch abhängig in jeder Hinsicht, die politisch, wirtschaftlich und letztlich auch kulturell zählt. Es ist ein dunkler Kontinent
Arbeit zitieren:
Stefan Ginter, 2000, Moderne Afrikanische Philosophie: Henry Odera Oruka, München, GRIN Verlag GmbH
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