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Sozialisation und Männlichkeit

Titel: Sozialisation und Männlichkeit

Vordiplomarbeit , 2005 , 26 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Katharina Albrecht (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Während eines Praktikums in einem Jugendzentrum, lernte ich eine große Gruppe russischer und türkischer, vorwiegend männlicher Jugendliche kennen, die man durchaus als „Problemkids“ bezeichnen könnte. Sie verhielten sich laut, aggressiv und verstießen gegen die Regeln des Jugendzentrums. Dieses Verhalten, das scheinbar bei Jugendlichen immer häufiger auftritt, weckte meine Neugier. Es scheint nicht mehr in den mir als normal vertrauten Bahnen von jugendlichem Experimentieren und „Spaß-Haben“ zu verlaufen. Vielmehr steigert sich das normabweichende Verhalten immer weiter. Auffällig ist, dass es vor allem Jungen aus der Hauptschule sind, die so agieren.
In meiner Arbeit möchte ich nun dieses Verhalten und seine Ursachen untersuchen.
Ausgehend von den heute anerkannten Geschlechter- und Männlichkeitstheorien, werde ich die Sozialisation von Jungen und Männern zunächst im Allgemeinen darlegen.
Im Speziellen habe ich dann zwei Arbeiten über Jugendgruppen aus sozial schwachen Milieus gefunden, die ich näher betrachten möchte. Zum einen bezieht sich meine Arbeit auf eine Gruppe von britischen Arbeiterkindern in den 1970er Jahren, die Paul Willis in seinem Buch „ Spaß am Widerstand“ beschreibt.
Zum anderen habe ich das Buch „Turkish Power Boys“ von Herrmann Tertilt herangezogen, in dem es um das Leben türkischer Einwandererkinder aus Frankfurt Anfang der 1990er geht.
Ich habe diese beiden Studien ausgewählt, da sie aufgrund von Parallelen, Rückschlüsse auf die Jugendgruppe aus meinem Praktikum zulassen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Männlichkeitstheorie

2.1. Hegemoniale Männlichkeit

2.2. Geschlechtlicher Habitus

3. Sozialisation und Lebensbewältigung

3.1. Bewältigungsverhalten

3.2. Sozialisation

3.2.1. Entwicklungen sozialen Geschlechts vor der Pubertät

3.2.2. Die Jugendphase

3.2.3. Jungen und Mädchen

4. Die ‚lads’

4.1. Das Männlichkeitskonzept

4.2. Die Clique

4.3. Verhalten außerhalb der Clique

4.4. Die Familie

5. Die „Turkish Power Boys“

5.1. Türkische Männlichkeit

5.2. Die Familie

5.3. Die Clique

5.4. Verhalten außerhalb der Clique

6. Schlussfolgerungen

7. Die Zukunft des Mannes

Zielsetzung und Themenfelder

Die Arbeit untersucht die Ursachen für normabweichendes, aggressives Verhalten bei männlichen Jugendlichen aus sozial schwachen Milieus. Dabei wird analysiert, wie hegemoniale Männlichkeitsvorstellungen als Bewältigungsstrategie in prekären Lebenslagen dienen und welche Rolle Cliquen bei der Identitätsbildung spielen.

  • Hegemoniale Männlichkeit als gesellschaftliches Konstrukt
  • Psychodynamik männlicher Sozialisation und Ablösungsprozesse
  • Rolle der Clique als Schutz- und Identitätsraum
  • Vergleich der „lads“ (britische Arbeiterjugend) und „Turkish Power Boys“
  • Auswirkungen von Bildungsbenachteiligung und Zukunftsperspektiven

Auszug aus dem Buch

4.2. Die Clique

Cliquen dienen als Rückzugsort vor der Erwachsenenwelt. Bei den ‚lads’ bedeutet dies konkret den Rückzug von Schule und Lehrern.

Gemeinsam schaffen sie sich eine unwirkliche Welt, in der sie sich der Autorität der Lehrer entziehen können. Ihr dort erzeugtes Selbstbild und das in der realen Welt der Schule stimmen nicht überein, daher vollzieht sich ein Prozess der Verstärkung des Unwirklichen, was sich in abweichendem Verhalten manifestiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Verfasserin motiviert die Untersuchung durch eigene Beobachtungen in einem Jugendzentrum und legt das methodische Vorgehen durch den Vergleich zweier Fallstudien dar.

2. Männlichkeitstheorie: Theoretische Einführung in das Konzept der hegemonialen Männlichkeit nach Connell sowie in den geschlechtlichen Habitus nach Bourdieu und Meuser.

3. Sozialisation und Lebensbewältigung: Analyse der männlichen Sozialisation, der Bedeutung von Anerkennung und der Rolle von Krisen bei der Entwicklung von Bewältigungsmustern.

4. Die ‚lads’: Fallstudie zur britischen Arbeiterjugend, die durch Gegenkultur und ein hegemoniales Männlichkeitskonzept ihren Status sichert.

5. Die „Turkish Power Boys“: Fallstudie zu einer migrantischen Jugendbande, bei der Ethnizität und das Streben nach Ehre zentral für die Identitätskonstruktion sind.

6. Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse mit dem Hinweis, dass abweichendes Verhalten eine Reaktion auf empfundene Hilflosigkeit und fehlende Perspektiven ist.

7. Die Zukunft des Mannes: Reflexion über den Wandel der Geschlechterrollen und die Notwendigkeit, Gleichberechtigung trotz gesellschaftlicher Beharrungskräfte weiter zu verfolgen.

Schlüsselwörter

Hegemoniale Männlichkeit, Sozialisation, Lebensbewältigung, Jugendclique, Arbeiterkinder, Migrantenjugend, doing gender, geschlechtlicher Habitus, Identitätsbildung, abweichendes Verhalten, Bildungsbenachteiligung, Männlichkeitskonzept, Anerkennung, Gewalt, Geschlechterordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum Jungen aus sozial schwachen Milieus häufig aggressives oder normabweichendes Verhalten zeigen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen Männlichkeitstheorien, Sozialisationsprozesse in der Pubertät, die Bedeutung von Cliquen sowie der Einfluss sozioökonomischer Herkunft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Ursachen für das „Problemverhalten“ Jugendlicher durch die Brille der Männlichkeitsforschung zu verstehen und Parallelen zwischen verschiedenen Gruppen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse basiert und zwei ethnografische Fallstudien („lads“ und „Turkish Power Boys“) vergleichend auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Männlichkeit und Sozialisation sowie die detaillierte Betrachtung der beiden Fallbeispiele hinsichtlich ihrer Clique, Familie und Außenwirkung.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind hegemoniale Männlichkeit, geschlechtlicher Habitus, Bewältigungsverhalten und Anerkennung.

Warum wählen die „lads“ die „Gegen-Schulkultur“ als Lebensform?

Sie lehnen Schule als Symbol der unterdrückenden Gesellschaft ab, da sie dort keine Anerkennung finden und ihre beruflichen Zukunftschancen ohnehin als gering einschätzen.

Wie unterscheidet sich die Identität der „Turkish Power Boys“ von den „lads“?

Während bei den „lads“ eher das Klassenmilieu zentral ist, definieren sich die „Turkish Power Boys“ primär über ihre ethnische Herkunft und den Identitätskonflikt als Migranten der zweiten Generation.

Welche Rolle spielt die „Ehre“ im türkischen Männerbild der Gruppe?

Die Ehre fungiert als zentrales Schutzelement, das gegen äußere Angriffe verteidigt werden muss; eine erfolgreiche Verteidigung sichert den sozialen Status innerhalb der Gruppe.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sozialisation und Männlichkeit
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
2,3
Autor
Katharina Albrecht (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
26
Katalognummer
V37688
ISBN (eBook)
9783638369626
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialisation Männlichkeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Albrecht (Autor:in), 2005, Sozialisation und Männlichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37688
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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