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Die KPD in ihrer ultralinken Phase

Titel: Die KPD in ihrer ultralinken Phase

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 29 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Christian Strobelt (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Um die ultralinke Phase der KPD untersuchen zu können, ist es zunächst angeraten, den geschichtlichen Werdegang, der zu dieser Linksradikalisierung der Partei führte, nachzuzeichnen (Kapitel 2). Dabei folgt die Arbeit der in der Geschichtsforschung gängigen Einteilung in zwei Phasen.3 Die revolutionäre Periode, deren Zeitraum auf die Jahre 1918-1924 festgelegt wird, soll in Kapitel 2.1. veranschaulicht werden. Die Phase der Realpolitik, die sich von 1925-1928 erstreckte, ist Gegenstand der Untersuchung in Kapitel 2.2. In Kapitel 3. erfolgt die Problematisierung der ultralinken Politik der KPD von 1929-1933. In Kapitel 3.1. wird zunächst der Einfluss der Komintern auf die Politik der KPD untersucht. Im Anschluss daran (Kapitel 3.2.) werden sowohl der Kurswechsel innerhalb der Partei als auch die damit einhergehende Ausschaltung
der innerparteilichen Opposition nachgezeichnet. Gegenstand der Untersuchung in Kapitel 3.3. ist das ambivalente Verhältnis der beiden großen Linksparteien Deutschlands - KPD und SPD – zueinander. Zunächst soll anhand der "Faschisierung" die ideologische Abgrenzung der Kommunisten von den
Sozialdemokraten beschrieben werden (Kapitel 3.3.1.). In Kapitel 3.3.2. wird schließlich die Taktik der "Einheitsfront von unten" erörtert. Die aus den zuvor untersuchten Parametern zu schlussfolgernde Unterschätzung der NSDAP wird in Kapitel 3.4. dargestellt. Nach den vorangegangenen Untersuchungen werden in Kapitel 4. die gewonnenen Erkenntnisse nochmals zusammenfassend wiedergegeben. Zudem wird ein Ausblick auf die kommenden Ereignisse im Hinblick auf die Ergreifung der Macht durch die Nationalsozialisten und die Verfolgung der Kommunisten gegeben. 3 Vgl. Weber, Hermann: Kommunismus in Deutschland 1918-1945. In: Erträge der Forschung. Bd. 198.
Darmstadt 1983.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Aufbau

1.2. Forschungsstand

2. Die KPD in der Weimarer Republik 1918-1928

2.1. Die Entstehungsphase der KPD

2.2. Die realpolitische Phase

3. Die ultralinke Phase der KPD

3.1. Die KPD als Sektion der Komintern

3.2. Der Kurswechsel

3.3. Die SPD - Hauptfeind des Kommunismus

3.3.1. Die "Faschisierung" der Sozialdemokratie

3.3.2. Der Kampf gegen die Gewerkschaften

3.3.3. Die Einheitsfront von unten

3.4. Erfolgsmodell ultralinke Politik? - Die NSDAP, der unterschätzte Gegner

4. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die sogenannte "ultralinke Phase" der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in den Jahren 1929 bis 1933. Das Ziel besteht darin, die Merkmale dieses neuen politischen Kurses zu beschreiben und dessen Bedeutung im Kontext der nationalsozialistischen Machtergreifung herauszuarbeiten, insbesondere unter Berücksichtigung der verhängnisvollen Strategie der Sozialfaschismus-These.

  • Historische Entwicklung der KPD in der Weimarer Republik
  • Einfluss der Komintern auf die innerparteiliche Kursbestimmung
  • Ideologische Abgrenzung und der Kampf gegen die SPD
  • Strategie der "Einheitsfront von unten" und Gewerkschaftspolitik
  • Verhältnis der KPD zum aufstrebenden Nationalsozialismus

Auszug aus dem Buch

3.3.1. Die "Faschisierung" der Sozialdemokratie

Noch am 16. Juli 1927 beschloss das ZK der KPD, in Zukunft von einer pauschalen Ablehnung der Sozialdemokratie Abstand zu nehmen. Vielmehr wollte man Unterschiede zwischen "rechter SPD, linker SPD und revolutionärer Arbeiteropposition [...], linken SPD-Führern und ihren klassenbewußten proletarischen Anhängern" stärker berücksichtigen. Der Begriff "Einheitsfront" subsumierte die angepeilte politische Vorgehensweise. Im Schulterschluss mit den Sozialdemokraten wollten sich die Kommunisten für die Belange der Arbeiterschaft einsetzen.

Doch nach dem XII. Parteitag der KPD im November 1928 folgte die Partei dem ultralinken Kurs, den die Moskauer Komintern-Führung seit dem VI. Weltkongress vorgab. Stalin hatte bereits im September 1924 die Sozialdemokratie und den Faschismus als "Zwillingsbrüder" bezeichnet, da "der Faschismus und die Sozialdemokratie im Grunde die gleichen Instrumente der herrschenden Klasse gegen das revolutionäre Proletariat sind." Daraus entwickelte er die These, dass die Sozialdemokratie nichts anderes als "Sozialfaschismus" sei. Doch erst durch die von der Komintern ausgegebene Doktrin des Anbruchs der "dritten Periode" fand Stalins Theorie Anerkennung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung bettet die Rolle der KPD in die Weimarer Republik ein und formuliert das Ziel, die ultralinke Phase und ihre Konsequenzen für die Machtergreifung der Nationalsozialisten zu untersuchen.

2. Die KPD in der Weimarer Republik 1918-1928: Dieses Kapitel zeichnet den Werdegang der Partei von der Gründung über die revolutionäre Periode bis hin zur Phase der Realpolitik nach.

3. Die ultralinke Phase der KPD: Der Hauptteil analysiert die zunehmende Bindung an die Komintern, den personellen Kurswechsel unter Thälmann sowie den Bruch mit der SPD und die daraus resultierende politische Isolation.

4. Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel resümiert die innersowjetischen Ursachen für den Kurswechsel und bilanziert die fatalen Folgen der ultralinken Politik für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Schlüsselwörter

KPD, Komintern, Weimarer Republik, Sozialfaschismus, Ernst Thälmann, Einheitsfront, ultralinke Politik, NSDAP, Sozialdemokratie, Klassenkampf, Wittorf-Affäre, Stalin, Arbeiterbewegung, politische Radikalisierung, Machtergreifung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die radikale politische Neuorientierung der KPD zwischen 1929 und 1933, die als "ultralinke Phase" bekannt ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Einfluss der Komintern, das Verhältnis der KPD zur SPD (Sozialfaschismus-These) sowie die Haltung der Kommunisten gegenüber der NSDAP.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, wie der ultralinke Kurs der KPD die Partei isolierte und inwieweit diese Politik die Machtergreifung der Nationalsozialisten begünstigte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Methode, die auf zeitgenössischen Dokumenten, Parteibeschlüssen und einschlägiger Forschungsliteratur fußt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der innerparteilichen Umstrukturierung, der Rolle Stalins, der Taktik der "Einheitsfront von unten" und den Auswirkungen auf die Gewerkschaften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind KPD, Komintern, Sozialfaschismus, Thälmann und der Antagonismus zwischen KPD und SPD in der Endphase der Weimarer Republik.

Welche Rolle spielte die Wittorf-Affäre für den Kurswechsel?

Die Affäre um veruntreute Parteigelder durch den Thälmann-Vertrauten Wittorf diente der Parteiführung als Vorwand, um interne Opposition gegen den neuen ultralinken Kurs zu zerschlagen.

Warum lehnte die KPD eine Zusammenarbeit mit der SPD ab?

Aufgrund der "Sozialfaschismus"-Doktrin sah die KPD die SPD nicht als Bündnispartner gegen Hitler, sondern als Hauptfeind innerhalb der Arbeiterbewegung.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die KPD in ihrer ultralinken Phase
Hochschule
Universität Rostock  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Der ungeliebte Parteienstaat - Parteien und Parteiensysteme 1918-1933
Note
1,3
Autor
Christian Strobelt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
29
Katalognummer
V37834
ISBN (eBook)
9783638370745
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Phase Parteienstaat Parteien Parteiensysteme
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Strobelt (Autor:in), 2004, Die KPD in ihrer ultralinken Phase, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37834
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Leseprobe aus  29  Seiten
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