1. Einführung 3
2. Traditionelle Lebensweise der Maori 3
2.1. Religiöse Vorste llung 4
2.1.2. Ta moko Tatauierung 5
2.2. Traditionelle Sozialstruktur der Maori 6
2.2.1. Whare runanga und Marae Mittelpunkt der Gesellschaft 7
2.2.2. Ackerbau 8
3. Historische Übersicht 8
3.1. Die Besiedlung Neuseelands 8
3.2. Der erste Austausch mit den pakeha 10
3.3. Kolonisation Neuseelands durch Europäer 11
3.4. Der Vertrag von Waitangi 11
3.5. Land Wars Die Neuseeländischen Kriege 13
3.6. Revival der Maori Kultur und Tradit ion 14
3.6.2. Proteste 15
3.7. Das Waitangi Tribunal 16
4. Gegenwärtige Situation der Maori 17
4.1. Demographie und Populationsstruktur 17
4.2. Wirtschaftliche und soziale Situation 20
4.3. Te reo Maori Sprache der Maori 20
4.4. Auswahl gegenwärtiger Interessenorganisationen zum Schutze
5. Ausblick 23
6. Quellenverzeichnis 25
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1. Einführung
Neuseeland liegt im südwestlichen Pazifik, 1.600 Kilometer östlich von Australien. Die Nordinsel und die Südinsel mit einigen kleinerer Inseln umfassen eine Gesamtfläche von 268.021 km 2 . Die Hauptstadt ist Wellington. Neuseeland ist eine parlamentarische Monarchie innerhalb des Commonwealth of Nations. Das Staatsoberhaupt ist die bri tische Monarchin, die durch einen Generalgouverneur vertreten wird. Das politische System und das Rechtssystem sind stark am britischen Vorbild orientiert.
Das Bevölkerungswachstum Neuseelands ist ein positives und beträgt heute knapp über 4 Millionen Menschen (NZ Official Yearbook, 2004). Großen Anteil daran haben die Maori, die autochthone Bevölkerung Neuseelands. Die Demographie verzeichnet seit Jahren eine hohe Geburtenrate bei den Maori.
Sie lebten lange Zeit isoliert, bis die Europäer in ihren Entdeckungsreisen Neuseeland fanden und für sich nutzbar machten. Es kam zu weit reichenden Auseinandersetzungen, in deren Verlauf das Volk der Maori über Jahrzehnte hinweg sichtlich benachteiligt und dezimiert wurde.
In der Ausarbeitung sollen unter anderem Fragen geklärt werden, wie es zum Konflikt mit den Weißen europäischer Abstammung ( pakeha) gekommen ist und warum die Maoris vom „Cheaty of Waitangi“ reden, wenn sie über den am weitest reichenden Vertrag in ihrer Historie sprechen. Hierzu ist es wichtig, die geschichtlichen Umstände zu beleuchten und die heutige Situation der Maori im Kontext dazu zu sehen. Weiterhin soll geklärt werden, inwieweit sich die Regierung bemüht, das entstandene Unrecht am Volk der Maori aufzuarbeiten und ob sich gegenwärtig die Lage, beispielsweise hinsichtlich der Diskriminierung oder der Bildungsdefizite, entspannt hat.
2. Traditionelle Lebensweise der Maori
Das Volk der Maori hatte und hat heute noch ihre ganz eigene Vorstellung vom Leben und ihrer Stellung in der von Göttern gegebenen Natur. Diese unterscheidet sich weitgehend von unseren europäischen Traditionen und unserer Lebensweise, so dass im Folgenden ein Überblick über einige ausgewählte Bereiche der Maori - Traditionen gegeben werden soll.
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2.1. Religiöse Vorstellungen
Das Brauchtum der Maori in Aotearoa (Maori für Neuseeland: Land der langen, weißen Wolke) ist nicht vergleichbar mit unserer christlichen Welt des Okzidents. Die Maori gla uben an die Ahnen, sie verehren ihre Vorfahren (Genealogie = Whakapapa) und sie haben nicht einen Gott, sondern 70 (z.B.: Tumatauenga – Gott des Krieges; Tane – Gott der Männlichkeit und der Wälder; Tawhiri Matea – Gott des Windes, Tangaroa - Gott des Meeres, usw.). Ihre Vorfahren lebten in Hawaiiki, dem mythischen Ahnenland der Maori. Im Folgenden soll ein Überblick über die Mythologie und die traditionelle Lebensweise der Maori verschafft werden.
2.1.1. Das Wesen des tapu und mana
Im Glauben der Maori spielt tapu die wesentliche Rolle. tapu ist die stärkste Kraft im Leben eines Maori. Der Begriff ist schlecht in einen abstrakten Terminus zu übersetzen aber man kann ihn umschreiben: „Tapu“ kann als „heilig“ interpretiert oder als „spirituelle Restriktion“ beziehungsweise „stillschweigendes Verbot“ definiert werden. Eine Person, ein G egenstand oder ein Gebiet, welches unter „tapu“ steht, darf nicht berührt beziehungsweise betreten werden. Manchmal darf man sich nicht einmal nähern. Wird die Regel des „tapu“ gebrochen, zieht derjenige den Zorn der Götter auf sich. In Europa stammt das Wort Tabu von tapu ab und es hat in etwa die gleiche Bedeutung. Ausgenommen von Priestern (tohunga) durfte nie-mand Gegenstände mit „tapu“ berühren.
1772 kreuzte der französische Entdecker und Kommandant zweier Schiffe – Marc-Joseph Marion du Fresne – die Gewässer um Neuseeland und freundete sich mit den Maori an. Du Fresne kam in einen schweren Sturm infolgedessen seine beide n Schiffe beschädigt wurden. Um Reparaturen durchzuführen und um Trinkwasser aufzunehmen, ankerten die Franzosen in der Bay of Islands. Bei den Arbeiten wurden sie von den Maoris großzügig unterstützt. Während dieser Zeit unternahm du Fresne einige Ausflüge auf die Insel und etablierte eine herzliche Freundschaft mit den Maori.
Offensichtlich verstanden die Franzosen das Wesen des „tapu“ nicht vollständig. Bei einem ihrer Ausflüge gingen dreizehn von ihnen, trotz Warnungen der Maori, in der Manawaora Bay fischen. Wochen vorher ertranken an dieser Stelle einige Mitglieder des Maori Stammes und seitdem war diese Bucht „tapu“ und es war extrem verboten, dieses Gebiet zu betreten. Der lokale Maori Stamm erfuhr von diesem schwerwiegenden Bruch der spirituellen Regeln
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und durch den Zorn der Götter gelenkt griffen einige Hundert Maori Krieger den Kommandanten du Fresne und seine Männer an und töteten sie.
Die Maori glauben, dass der Gott Tane - Repräsentant der Sonne und des Lichts und der männlichen Fruchtbarkeit, Gott des Waldes und der (Holz-) Handwerker - der Menschheit zu Beginn drei Körbe mit Wissen anbot ("Nga Kete-o-te-Wananga). Die Körbe beinhalteten Erzählungen über die Schöpfungsgeschichte, Spiritualität usw. Alle lebenden Wesen stammen demnach von den Göttern ab und verkörpern bestimmte Dinge in der Natur wie beispielsweise Berge, Flüsse oder Seen. Jeder Berg, jeder Bach und jeder Baum hat den Maori zufolge eine Seele – die wairua. Aufgrund dessen haben die Maori eine äußerst feste Bindung zum Land und zur Natur. Diese Verbindung zum Land ist auch entscheidend für die Konflikte im
19. und 20. Jahrhundert mit den Kolonisten gewesen und darauf soll unten noch näher einge-
gangen werden.
Die meisten Dinge beinhalten spirituelle Essenz – das mana. Mana ist in den Menschen selbst, in von ihnen hergestellten Objekten, in der Natur und im Land. Für die Maori hat das Konzept des Mana eine zentrale Bedeutung: Mana erhält man, wenn man außergewöhnliche Dinge vollbringt. Der Erfolg verleiht einem Maori mehr Mana und somit auch Ansehen, Respekt und Einfluss. Abhä ngig von der Geschicklichkeit der Person kann es wachsen aber auch verkümmern. Mana wird im Allgemei nen vererbt aber es kann auch durch bestimmte Rituale verliehen werden. Mana ist der Treibstoff des Lebens (Kreisel 2004; S. 51 – 55).
2.1.2. Ta moko – Tatauierung
Ta moko ist ein Verfahren des Hautschmucks und eine höchst heilige Zeremonie des Tätowierens. Die Empfänger waren alle wichtigen oder höherrangigen Personen eines Stammes, wie z.B. der Stammesführer oder die Krieger sowie Frauen, welche allerdings lediglich die Lippe, das Kinn und manchmal die Nasenflügel verziert bekommen durften.
Ta moko erzählt die Geschichte des Menschen und wichtige Passagen seines Lebens und ist ein Unikat. Außerdem sollte es die männlichen Stammesmitglieder attraktiver für Frauen machen. Am heiligsten eines Körpers wurde bei den Maori der Kopf angesehen, deshalb wird traditionell dort tätowiert und der Tätowierer (tohunga-ta-oko) war dadurch, dass der Vorgang Blut forderte, tapu. Ursprünglich wurde mit einem spitzen Meißel aus Knochen gearbeitet. Ein guter Tätowierer berücksichtigte die Knochenstruktur des Schädels und passte das Bild der Kopfform an. Im Laufe der Prozedur, welche mitunter Jahre dauerte, ritzte der Tätowi erer die Haut des Empfängers an und träufelte eine aus Pflanzen gewonnene Flüssigkeit in die Wunde. Die Zeremonie wurde durch Flötenspiel begleitet und die geschwollene Haut mit dem einheimischen Karaka Baum bedeckt, um den Heilungsprozess zu beschleunigen.
2.2. Traditionelle Sozialstruktur und Siedlungen der Maori
Die Maori identifizieren sich in erster Linie mit ihrem jeweiligen Stamm und erst danach mit der Gesamtgruppe der Maori. Die Ma ori-Siedlungen (kainga) hatten unterschiedliche Größen – meist handelte es sich dabei um einen 20 bis 1000 Ei nwohner zählenden Sippenverband, welcher durch einen Häuptling geführt wurde (Kreisel 1992, S.195). Die Maori legten feste Siedlungen an, welche sich vorwiegend auf der Nordinsel Neuseelands befanden (Bay of Plenty, Waikato Tiefland, Taranaki Küste) (Kreisel 1992, S. 196). Ansehen, Erfolg, Einfluss und Autorität wurden durch das Prinzip des „mana“ geregelt. Die Mitglied des Stammes mit dem meisten mana standen in der sozialen Schichtung höher (arii) als Mitglieder mit wenig mana (iatoai).
Abb. 3: Reich verziertes Vorratshaus, „pataka“
Quelle: Kreisel, W. (2004); Die pazifische Inselwelt – Eine Länderkunde, S. 123
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über viele Generationen hinweg überliefert, was zum Beispiel auch in der Architektur des Versammlungshauses eingang findet (Kreisel 1992, S. 196). Im folgenden Abschnitt soll diese einzigartige Bauweise des Versammlungshauses erläutert werden.
2.2.1. Whare runanga mit Marae – Mittelpunkt der Gesellschaft
Die traditionellen Versammlungshäuser ( whare runanga) mit dem angeschlossenen Versammlungsplatz (marae) davor zeugen mit ihrer Architektur von Verehrungen der Vorfahren. Das whare runanga hat traditionell ein reich verziertes Dach und einen Giebelfirst, in welchen der Name des Stammes eingraviert ist. Der First soll hierbei den Rücken der Ahnen symbolisieren und die Seitenteile des verzierten Daches die beiden Arme. Im Falle einer Versammlung sollen sich die Stammesmitglieder im Schoß der Ahnen geborgen fühlen. Das Versammlungshaus ist gleichzeitig der Ort mit der größten Spiritualität, dem größten mana. Die Abbildung zeigt das whare runanga in Waitangi. Es wurde 1940 anlässlich der Unterzeic hnung des Vertrages von Waitangi vor 100 Jahren erbaut.
Der marae ist ebenso ein heiliger Ort und Treffpunkt der Maori. Hier spielt sich das traditionelle Leben der Gemeinschaft ab, hier werden Wiedersehensfeiern, Feste, Hochzeiten und Beerdigungen abgehalten. Man kann den marae als Siedlungszentrum des Stammes betrachten.
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Arbeit zitieren:
David Franz Erich Krzysanowski, 2004, Die Maori in Neuseeland, München, GRIN Verlag GmbH
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